Weitere persönliche Geschichten unserer Leser

Corona in Bayern: Unverständnis bei Familie in Italien und Ärger über Camper im Gießenbachtal

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Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht Ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie hat auch Bayern fest im Griff. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Anonym aus Norditalien

Ich habe in den letzten Tagen die Beiträge gelesen von Eure Geschichte zum Coronavirus. Wir sind eine gebürtige Rosenheimer Familie, die seit ca. zehn Jahren in Norditalien am wunderschönen Gardasee lebt. Wir können das, was da bei euch geschieht, nicht verstehen: Da wird für Grundrechte und gegen die "Anti-Corona-Maßnahmen" demonstriert. Wir sind seit fast drei Monaten in Quarantäne, durften nur einmal in der Woche raus zum Einkaufen und 200 Meter vom Haus weg zum Spazieren gehen. Unsere Tochter, Enkelsohn und Enkeltochter gehen seit 28. Februar nicht mehr in die Schule und das wird auch dieses Jahr nicht mehr passieren. 


Hier in dieser Region beklagt sich von den Kindern und Eltern keiner wegen des Online-Unterrichts. Meine Frau und meine Tochter sind in den drei Monaten nicht mehr mit dem Auto weggefahren, haben nur kurze Spaziergänge gemacht und haben auch niemanden mehr getroffen, nicht einmal unsere erwachsene Tochter, die zwei Kilometer von uns weg mit Mann und Kindern wohnt. Bitte haltet durch, es lohnt sich! Nur so bekommen wir zusammen das Ganze in den Griff und auch ihr könnt wieder an den Lago kommen!

Katharina aus Österreich

Es zerreißt mir das Herz und macht mich sehr wütend, dass es einem so erschwert wird, die Familie in Bayern zu besuchen. Andersherum auch, der letzte Besuch meines Vaters bei seinen Enkelkindern war am 7. März. Sie vermissen ihn sehr und am Telefon per Video gibt es auf beiden Seiten jedes Mal Tränen! 

Trotz Meldezetteln, Einladung, Corona-Test und freiwilliger Quarantäne - sowohl meine Familie in Bayern, als auch wir hier in Österreich, wurden an der Grenze zurückgeschickt. Das "Ermessen der Grenzer" ist sehr mutwillig, sehr egoistisch. Wir haben es die letzten paar Wochen, obwohl mein Vater Geburtstag hatte, nicht mehr versucht, wir wollten uns die Enttäuschung ersparen. 

Wenn man auf der Facebook-Seite des Bundeskanzleramts Österreich so etwas postet, bekommt man a) keine Antwort, wie erwartet. Oder b) seltsame Menschen mit fragwürdigen Profilen schreiben einem, dass man doch seinen "Fall" öffentlich erzählen soll und beten gleichzeitig herunter, dass man angeblich nie am Grenzübertritt gehindert war. Es hat schon etwas Merkwürdiges. Jedenfalls sehnen wir die Grenzöffnung herbei und freuen uns jetzt schon, unseren Opa wieder in die Arme nehmen zu können!

Nützliche Links zu Corona:

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Christine aus Oberaudorf

Viele Schreiber haben meine Zustimmung, da ich seit fast zwei Monaten gleiche Erlebnisse hatte und habe. Leider sind die "Alten" in den Märkten die Schlimmsten und benehmen sich, als habe man noch nie etwas von Corona und den Einschränkungen gehört. Und dann jammern. Für mich ist Einkaufen purer Stress. Aber der Dummheit Krönung ist immer noch das hirnlose Agieren der größeren Anzahl von jungen Menschen bis 40. 

Jetzt sind wir nicht nur ein Vorort von München und Starnberg, nein, sie kommen mit Camper und Sportwagen ins Inntal. Sie campieren, zelten, grillen und lärmen im Gießenbachtal. Gott sei Dank, dass die lieben Tiroler noch nicht da sind, dann wäre die Plage perfekt. Wo sind die Kontrollen? Keine Polizei, keine Gemeinde, keine Forstverwalter sind zu sehen. Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet, was schert sich jemand darum?

Siehe auch die unverständlichen Demonstrationen. Wo ist das Hirn? Ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen wird mit anderen Menschen gepicknickt, sich amüsiert, sich in Gruppen getroffen und und Plakate für ihre sogenannten Freiheiten hochgehalten. Ich wünsche keinem was Schlechtes, aber bitte jammert und beschwert euch nicht, wenn es dann zum Rückschlag kommt. Und vor allem, bitte fordert dann keine Hilfe von der Regierung und den Mitmenschen ein! Diejenigen, die sich an alle Vorgaben halten, sind die Leidtragenden; nicht die, die heulen, weil sie ihre ganze Sippe nicht mehr umarmen dürfen!

Und dieses Geschwätz "..wir halten zusammen" ist höchste Verdummung. Von diesem Sprechblasen-Spruch bleibt nur warme Luft übrig. Ihr werdet euch alle wundern, an wen die Ignoranten und Egoisten zuerst denken: An sich selbst! Die größte Krise kommt nach der Coronakrise.

Renate aus Bayern

Am 7. Mai wurde eine Geschichte veröffentlicht, von einer Frau Walburga aus Bayern. Dieser kann ich nur 100% beipflichten. Natürlich möchte ich immer wieder betonen, dass dieses Virus (egal, wie es auch immer entstanden ist) eine äußerst schlimme Situation in der Welt ausgelöst hat.

Jedoch sieht man zur gleichen Zeit sehr viel über Kriegszeiten, Kriegsende, Vertreibung mit "Nichts", keine Unterkünfte mehr, die unendlich vielen Toten und so weiter und so fort. Dazu musste ich mir von vielen die Aussage anhören (auch von vielen jungen Leuten): "Selbst schuld" oder "Da kann man jetzt auch nix mehr machen" oder "Da können wir ja nix dafür"! Das stimmt schon, aber man könnte in der jetzigen Situation schon den Kurs auf "etwas runterfahren in allem" einschlagen.

Ich bin auch nicht mehr in den Kriegswirren geboren, aber vorstellen kann ich mir das gut und es bewegt zum Umdenken. Die Politiker haben auf Druck der Menschen angefangen zu lockern, aber wie es eben im Leben ist und die alten Sprichwörter sich immer wieder behaupten: "Gibt man den Finger - so nimmt man gleich die ganze Hand."

Ich bekam ein Foto zugeschickt aus München - und siehe da - an der Isar am Ufer lagen Menschenmengen, unüberschaubar! Das zeigte eben aber nur ein kleines Stück davon. Wie sieht es denn da wieder an den Seen usw. aus? Einfach unbegreiflich! Mit Sicherheit ist's so: "Wenn eine Folgepandemie eintritt, sind das dann wieder die Ersten die plärren, unsere Politiker hätten versagt." Es ist nicht zu fassen!

Umfrage

Angelika aus Feldkirchen-Westerham

Ihr habt es nicht verstanden! Wir sind alle betroffen und hoffen auf ein Ende. Wollt ihr jetzt alles aufs Spiel setzen um eure Meinung kundzutun? Es ist wirklich zum Fremdschämen. Die Lockerungen, die jetzt kommen, sind doch schon mal ein guter Anfang, also haltet euch dran. Denkt vielleicht auch mal an jene, die Verwandte und Freunde durch Corona verloren haben. Dieser Egoismus, der sich nun in unserer Heimat verbreitet, um alles wieder machen zu können, ist nicht nachzuvollziehen. Ist es euch egal?

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Donnerstag, 14. Mai, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 2.202 Todesfälle (Stand: Mittwoch, 13. Mai, 15.40 Uhr) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle

Seit Mittwoch, 6. Mai, gilt in Bayern eine Kontaktbeschränkung. Das heißt, man darf seine Wohnung nun auch wieder ohne triftigen Grund verlassen. Zudem sind Treffen von Familien (Eltern, Großeltern, Enkel) wieder erlaubt. Seit Freitag, 8. Mai, gibt es eine weitere Lockerung der Corona-Regeln. So sind nun auch wieder Treffen von Angehörigen zweier verschiedener Haushalte möglich - und zwar sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum.

Seit Montag, 11. Mai, dürfen auch wieder große Kauf- und Möbelhäuser sowie Shopping-Malls vollständig öffnen. Die Maskenpflicht besteht aber weiterhin. Ab Montag, 18. Mai, können dann auch Biergärten bis 20 Uhr und ab Montag, 25. Mai, auch wieder Speiselokale aufsperren (bis 22 Uhr) - allerdings unter sehr strengen Hygienekonzepten. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg/ha

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