Weitere persönliche Geschichten unserer Leser

Coronakrise: Wunsch nach Maskenpflicht und Nichtbeachten des Sicherheitsabstandes

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Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie schränkt weiter den Alltag der Menschen ein und bringt das öffentliche Leben allmählich zum Erliegen. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Katharina aus Oberbayern

Die Geschichte über die Familie aus Mühldorf vom Mittwoch, 15. April, hat mich wirklich aufgeregt. Die Frau stellt sich als Wohltäterin dar, da sie zehn Liter Desinfektionsmittel an eine Arztpraxis gespendet hat. Ich versuche, für meine Familie seit Monaten an eine 50ml Dose Desinfektionsmittel zu kommen! (Für unterwegs) Wir wohnen auf dem Land und bei uns ist kein Drogeriemarkt in der Nähe. Aufgrund des Fahrverbotes kommen wir auch nicht oft dorthin, wo Desinfektionsmittel verkauft werden. Jedes Mal, wenn ich im Drogeriemarkt nachfrage, ist die neue Lieferung bereits weg. 


Vielleicht sollte sich die Familie (und alle anderen Hamsterkäufer) einmal fragen, warum eine Arztpraxis keine Desinfektionsmittel zur Verfügung hat? Ich finde es schon eine Frechheit, wie viele Menschen (auch bei anderen Gütern) so schnell jegliche Mitmenschlichkeit aufgeben und nur an sich denken. Man nennt das raffgierig. Damit auch noch anzugeben, den hastig gekauften Überfluss, der jetzt rumsteht, während man anderen das Nötigste nimmt, zu schenken, finde ich sehr überheblich. Wenn man sich so benimmt, sollte man sich schämen. Und nicht auch noch damit angeben.

Nützliche Links zu Corona:

Maria aus dem Landkreis Traunstein

Ich finde, dass es sinnvoll wäre, wenn eine Mundschutzmasken-Pflicht besonders in Supermärkten käme. Egal ob Corona-Zeit oder sonst. Alleine in schweren Grippezeiten sind schon nur in Deutschland in einem Jahr/Saison 25.000 Menschen gestorben! Ich denke, dass man mit konsequenteren Hygienemaßnahmen viele Menschen retten könnte. Zum Beispiel wenn man auch Flugzeuge, Bahnen und Busse regelmäßig desinfizieren würde. Wenigstens an Stellen, an denen viel Handkontakt passiert. In Krankenhäusern wird das ja auch gemacht. 

Wenn wir uns alle angewöhnen, ein bisschen anders im Alltag miteinander umzugehen (etwas mehr Abstand, in den Arm niesen und öfter mal Hände waschen), ist meiner Meinung nach schon viel getan. Menschen, die jetzt rücksichtslos mit dieser Situation umgehen, sich nicht an die Regeln halten und sich noch Späße erlauben, finde ich unmöglich. Ein Familienmitglied von uns ist seit letzter Woche schwer an Corona erkrankt, wird beatmet und liegt seitdem im Koma!

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Monika aus Wasserburg

Unsere Tochter ist am Ostersonntag schwer gestürzt. Sie ist von der Schaukel gefallen, mit dem Hinterkopf aufgeschlagen und hatte eine riesige Beule. Der Rettungsdienst war gleich zur Stelle. Alle waren sehr freundlich und emphatisch. Ebenso das Personal in der Notaufnahme und auf der Station im Krankenhaus. 

In diesen angespannten Zeiten auch noch so viel Einfühlungsvermögen, Liebenswürdigkeit und Verständnis aufzubringen, ist für mich eine menschliche und persönliche Höchstleistung. Meinen höchsten Respekt für alle, die das Gesundheitswesen am Laufen halten. Vielen Dank und bleibt gesund.

Angelika aus Traunstein

1,5 bis 2 Meter Abstand sind wenig, aber für manchen scheinbar zu viel. Es sind Zeiten, in denen man sich freut, wenn einem jemand aus dem Weg geht, denn die Zahlen der Corona-Fälle in Traunstein steigen täglich. Aber oft, wenn ich durch Traunstein gehe, habe ich den Eindruck, es gibt kein Corona bei uns. Der Wochenmarkt ist gut besucht. Die Gruppe junger Männer, die sich regelmäßig nachmittags in einer der engeren Gassen vor der Haustür zum Biertrinken trifft, macht es weiterhin. Mag sein, dass sie alle im gleichen Haushalt wohnen, aber wenn ich an ihnen vorbei will, und das muss ich, wenn ich nach Hause möchte, dann ist da kein Platz mehr und niemand steht auf und geht auf die Seite. Also muss ich mittendurch. Der Sicherheitsabstand liegt mit viel Glück dann bei 50 Zentimetern. 

Die Jogger an der Traun, von denen ich bei manchen weiß, dass sie definitiv nicht im gleichen Haushalt leben, laufen weiterhin keuchend und schwitzend nebeneinander her. Die Speichel- und Schweißtropfen fliegen im Sonnenlicht. Sie können bei Gegenverkehr unmöglich fünf Meter hintereinander laufen - das würde ja das Gespräch unterbrechen. Mir macht das Angst. Also weiche ich aus und stehe in der Uferböschung. Manchmal, wenn die Böschung steil ist, geht das aber nicht. 

Aber es gibt auch die Müttergruppen mit Kindern, die den ganzen Gehweg brauchen. Die Jugendlichen, die nach wie vor nachts in Gruppen durch die Parks laufen. Die Frau beim Einkaufen, deren Ellenbogen ich fast im Gesicht hatte, als sie neben mir in der Tiefkühle das Wühlen anfing. Auf mein: "Mindestabstand?" kam ein lapidares "Mir pressierts!". Die Autos, die nachts halten und aus denen die Menschen aussteigen, sich umarmen und für den netten Abend bedanken. 

Ich wohne in der Altstadt. Ob ich will oder nicht, ich bekomme es mit. Normalerweise würde ich sagen, das ist jedem seine eigene Sache. Aber Corona ist nicht jedem seine eigene Sache. Mein Mann gehört zu einer Risikogruppe. Was ist, wenn ich mich anstecke? Es mag ja sein, dass manche denken, Corona betrifft nur die anderen. Das zeugt entweder von viel Dummheit oder viel Egoismus. Man könnte ja jetzt sagen, dann soll ich halt Zuhause bleiben. Glauben Sie mir, würde ich oft gerne, aber leider geht das nicht. Ich habe einen Hund. Der muss raus. Davon abgesehen, warum soll ich das bisschen Freiheit, dass wir Gott sei Dank noch haben, zugunsten des Egos oder nicht Nachdenkens anderer aufgeben? Und die vielzitierten Kontrollen? Man kann nicht jeden überall kontrollieren. Hier wäre Selbstkontrolle angesagt. Laut Duden: das Sich-selbst-Kontrollieren in seinen Handlungen.

Umfrage

Anonym aus Bayern

Wie sicherlich schon viele aus den Medien mitbekommen haben, bekommen die Pflegekräfte bald Bonuszahlungen. Aber was ist mit den Reinigungskräften und Hauswirtschaftskräften? Die, die auch ihr Bestes geben, zugunsten der Klienten und Bewohnern in Pflegeheimen und Krankenhäusern? Was ist mit den Personen, die im Einzelhandel oder in Arztpraxen arbeiten?

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Montag, 20. April, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 1.164 Todesfälle (Stand: Freitag, 17. April, 14.30 Uhr) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle. Restaurants bleiben weiterhin geschlossen, ausgenommen ist die Lieferung und Ausgabe von Speisen für zu Hause. 

Ministerpräsident Markus Söder hat die am Freitag, 20. März, beschlossene Ausgangsbeschränkung in Bayern, am Donnerstag, 16. April nochmal verlängert. Die Maßnahmen gelten nun bis mindestens Sonntag, 3. Mai. Doch es wurden auch Lockerungen beschlossen: Ab Montag, 20. April, darf man wieder Kontakt zu EINER anderen Person außerhalb des eigenen Haushalts/der eigenen Familie haben. Damit soll vor allem Alleinstehenden geholfen werden, wie Söder in einer Pressekonferenz mitteilte. 

Ebenso dürfen ab Montag, 20. April, Bau- und Gartenmärkte und ab Montag, 27. April, auch Geschäfte mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern sowie Buchhandlungen wieder aufsperren. Ebenfalls am 27. April, werden die Abschlussklassen in Bayern, also die Prüfungsjahrgänge, den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Friseure können ab Montag, 4. Mai, wieder öffnen, allerdings nur unter strengen Hygieneauflagen. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg

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