Weitere persönliche Geschichten unserer Leser

Mann aus dem Landkreis Rosenheim: "Mein Arbeitgeber hat die Krise genutzt, um mir zu kündigen"

+
Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht Ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie hat auch Bayern fest im Griff. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Anonym aus Bayern

Ich wohne mit meinem Mann und meinem Sohn in Bayern, wir haben uns von Anfang an bis jetzt an alles gehalten was einem "aufgebrummt" wurde, nur langsam wird es Zeit, dass mein Sohn seine Großeltern und seine Taufpaten sowie ich meine Familie wieder sehen kann! Wenn wir per WhatsApp telefonieren, weint der Kleine, weil er die Personen auf dem Handy nicht mehr kennt! Wir sind auch nur Personen aber mittlerweile dürfte man auch wieder an die Bürger denken und nicht nur an die Rechte und alles was "vertuscht" werden sollte, usw.! Es wird als "Recht" eingeführt eine Mundschutzmaske zu tragen, die man dann auch noch selbst zahlen muss, eine Frechheit, als wäre jeder einzelne Bürger daran Schuld, dass hier in Deutschland, Österreich usw. dieses Corona ist.


Um über die Grenze zu kommen wohlgemerkt, müssen viele über Laufen oder Burghausen fahren, obwohl die Grenze in Tittmoning aufgemacht und eine der beiden Grenzen in Burghausen zugemacht werden könnte, damit Pendler nicht 60 km Umweg fahren müssen. Die Polizisten haben keinen Plan von den neuen Rechten und von all dem, was beschlossen wurde. Nicht mal die Polizisten von deutscher und österreichischer Seite wissen übereinander Bescheid. Den einen lassen sie trotz Bescheinigung der Firma nicht zum Arbeiten fahren durch und den anderen, der zum "Spaß" haben hin und her fährt, lassen sie ohne Bescheinigung fahren und ohne deutschen Wohnsitz oder ähnliches! Riesige Frechheit!!!

Macht wenigstens eine Grenze in Burghausen zu und die in Tittmoning für die Pendler wieder auf! Für Familien, die Grenzgänger sind, sollte auch langsam mal eine Lösung gefunden werden. Habe es satt, mich mit meinen Freunden und meiner Familie nicht ordentlich treffen, umarmen und reden zu können!

Claudia aus Kiefersfelden

In Zeiten von Corona bin ich öfters mit dem Fahrrad am Sudelfeld unterwegs. Denn nur jetzt ist es möglich, das ohne große Gefahr zu tun. Leider muss ich feststellen, dass unsere Grenzen wohl doch nicht so streng kontrolliert werden, wie es nötig wäre. Jedesmal begegnen mir Autos mit österreichischen Kennzeichen. Kufstein, Schwaz, Kitzbühl, alles was eigentlich momentan nicht hier sein sollte! Ich frage mich wie und wo kommen österreichische Autos bis dort hinauf und was haben sie dort zu tun. Alle Lokale und Hütten sind ja immer noch geschlossen.

Und am Hechtsee patrouillieren bewaffnete Soldaten, damit sich ja kein Deutscher dorthin verläuft! Es wäre wohl besser, sie würden mehr auf ihre Landsleute aufpassen. Sogar durch unseren Friedhof, der an der österreichischen Grenze liegt, kommen unsere Nachbarn, um bei uns einzukaufen. Wir hier in Kiefersfelden können nur hoffen, dass Hr. Seehofer die Grenzen noch lange dicht hält, denn sonst überrennen uns die Nachbarn wieder, wie in normalen Zeiten. Abstandsregeln wären sofort zunichte gemacht und was das heißt, können wir uns alle vorstellen.

Nützliche Links zu Corona:

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Werner aus Oberaudorf

Ich war am Donnerstag am Luegsteinsee in Oberaudorf. Es wird ja zur Zeit sehr viel in den Schulen gemacht, die Lehrer rennen mit dem Meterstab in den Klassenzimmern umher, schauen penibel auf die Abstände, Hygiene-Maßnahmen und und und. 

Eine Gruppe junger Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren kommt aus allen Richtungen an den Luegsteinsee, fröhlich lachend umarmen sie sich, Bussi links und rechts. Unter anderen Umständen freut man sich mit, wenn man so etwas sieht. Anderseits fragt man sich, was soll dann dieser ganze Aufwand in der Schule. Vielleicht sollten die Lehrkräfte und Eltern den Jugendlichen eindringlich den Ernst der Maßnahmen erläutern.

Eberhard aus dem Landkreis Rosenheim

Leider habe ich keine guten Erfahrungen mit der Corona-Krise gemacht, denn mein Arbeitgeber hat die Krise und Kurzarbeit genutzt, um mich und andere Mitarbeiter zu kündigen. Jetzt macht er mir auch das Leben noch schwer, indem er mir meinen Lohn und Überstunden nicht auszahlt und mir meine Unterlagen, die ich angefordert habe nicht zukommen lässt.

Dann ist da noch das Arbeitsamt, das immer wieder neue Unterlagen von mir fordert und nicht in die Puschen kommt. Derweil heißt es immer in den Medien, dass alles schneller und leichter mit den Anträgen wird. Ich werde jetzt dann 60 Jahre alt und jeder potenzielle Arbeitgeber, bei dem ich mich beworben habe, lehnt mich ab.

Dabei hat doch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, dass auch die Alten und Erfahrenen gesucht sind. Aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass es genau das Gegenteil ist. Ich habe mich bei ca. 22 Firmen beworben und da heißt es immer "Wir haben uns für jemand anderen entschieden" oder ich hätte nicht die Qualifikation. Ich habe bis jetzt 44 Arbeitsjahre inkl. Lehrzeit gearbeitet, habe vier Kinder und sieben Enkel und jetzt brauche ich einmal das Arbeitsamt und man hat nur Probleme. Ich glaube, dass die Corona-Krise nur einem Zweck dient, nämlich die alten und kränklichen Arbeitnehmer loszuwerden.

Also fordere ich die Arbeitgeber die noch Arbeit haben auf, auch ältere Arbeitnehmer einzustellen. Denn es gibt auch 50 - 60-Jährige, die noch fit sind und arbeiten wollen und können. Denn wenn es so weiter geht, steigt die Armutsgrenze noch weiter und alles wird schlimmer. Der Bayrische Ministerpräsident Söder sollte sich auch drüber mal Gedanken machen und nicht nur wie man die Corona-Krise bewältigen kann und muss. Im Endeffekt ist jeder Arbeiter ein Steuerzahler und spült Geld in die leeren Kassen. Ich hoffe, dass meine Geschichte bei den richtigen Leuten ankommt und auch geteilt wird. Danke und bleibt alle gesund.

Umfrage

Andrea aus Bayern

Ich arbeite in einer Bäckerei und genau die Leute, die als Risikogruppe gelten und weswegen sich nun alle so verhalten sollen, sind die egoistischsten. Die halten den Abstand nicht ein, kommen teilweise ohne Masken und regen sich auf. Und leider sind genau die sehr unfreundlich zu uns Verkäufern, alle zornig und unfreundlich und nur im Stress. Obwohl wir momentan andere Probleme haben, als keine Zeit beim Einkaufen.

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Dienstag, 12. Mai, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 2.167 Todesfälle (Stand: Montag, 11. Mai, 15.40 Uhr) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle

Seit Mittwoch, 6. Mai, gilt in Bayern eine Kontaktbeschränkung. Das heißt, man darf seine Wohnung nun auch wieder ohne triftigen Grund verlassen. Zudem sind Treffen von Familien (Eltern, Großeltern, Enkel) wieder erlaubt. Seit Freitag, 8. Mai, gibt es eine weitere Lockerung der Corona-Regeln. So sind nun auch wieder Treffen von Angehörigen zweier verschiedener Haushalte möglich - und zwar sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum.

Seit Montag, 11. Mai, dürfen auch wieder große Kauf- und Möbelhäuser sowie Shopping-Malls vollständig öffnen. Die Maskenpflicht besteht aber weiterhin. Ab Montag, 18. Mai, können dann auch Biergärten bis 20 Uhr und ab Montag, 25. Mai, auch wieder Speiselokale aufsperren (bis 22 Uhr) - allerdings unter sehr strengen Hygienekonzepten. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg/fn

Kommentare