News-Ticker zur Corona-Pandemie

100 Prüfungen von Hygienekonzepten in Betrieben vorgenommen

Corona-Teststation auf der A93
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Für die Hilfsorganisationen in Rosenheim ist der Einsatz an der Corona-Teststation auf der A93 vorerst beendet.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr fast sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag (10. August) im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Bisher infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1324, Berchtesgadener Land 363, Mühldorf 520, Altötting 632
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9201 Todesfälle in Deutschland (2627 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 17 Uhr - Schon 100 Prüfungen von Hygienekonzepten in Betrieben vorgenommen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verstärkt die Schutzmaßnahmen für Erntehelfer und Saisonarbeiter mit einer Corona-Testpflicht. Huml kündigte am Dienstag an: „In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können.

Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen. Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben kommt. Denn klar ist: Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität.“

Ein Baustein dafür ist die neue Testpflicht, die am Dienstag in Kraft getreten ist. Gemeinsam mit den Staatsministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Familie, Arbeit und Soziales hat das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege nun für Bayern eine rechtsverbindliche Regelung für Saisonarbeiter geschaffen. Die Betriebe müssen demnach die Testpflicht durchsetzen und ihre Erntehelfer und Saisonarbeiter den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden melden.

Nur wer einen negativen Corona-Test (PCR-Test) vorweisen kann, darf beschäftigt werden. Entweder bringen die Arbeitskräfte eine höchstens 48 Stunden alte Bescheinigung in deutscher oder englischer Sprache mit, oder sie lassen sich vor Ort testen. Bis zum Vorliegen eines entsprechenden ärztlichen Zeugnisses sind sie von den übrigen auf dem Betrieb untergebrachten Personen zu trennen.

Darüber hinaus sind die Betriebe ab sofort verpflichtet, ihre Saisonarbeitskräfte 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn bei der Kreisverwaltungsbehörde mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten anzumelden. Eine kurzfristigere Anmeldung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Betrieben, die der Anzeige- und Testpflicht nicht nachkommen, drohen bis zu 25.000 Euro Strafe.

Die Testpflicht ergänzt die Reihentestungen bei Erntebetrieben, die Huml nach dem Corona-Ausbruch Ende Juli im Landkreis-Dingolfing vorangetrieben hatte. Zusätzlich lässt die Staatsregierung die Einhaltung der Schutz- und Hygienekonzepte in landwirtschaftlichen Betrieben mit Erntehelfern und Saisonarbeitskräften kontrollieren. Dazu wurden Teams bestehend aus Vertretern der örtlichen Gesundheitsämter, der Landwirtschaftsämter sowie der Gewerbeaufsichtsämter beziehungsweise der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gebildet. Huml betonte: „Das Ergebnis ist erfreulich, in allen Regierungsbezirken sind die Teams etabliert. 100 Prüfungen wurden bayernweit schon vorgenommen.“

Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Update, 15.55 Uhr - Keine Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Am Dienstag, 11. August, sind beim Staatlichen Gesundheitsamt Traunstein keine Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1324 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1228 Personen (drei mehr als gestern). Damit gibt es im Landkreis Traunstein noch acht aktive Corona-Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt weiterhin bei 3,95. In den Kliniken im Landkreis werden derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt.

Update, 14.50 Uhr - BRK Rosenheim zieht Bilanz zu Teststation an A93

Rund zehn Tage dauerte der Einsatz der ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Rosenheimer Hilfsorganisationen an der Corona-Teststation an der A93 bei Kiefersfelden. Am Montagabend, 10. August, um Mitternacht wurde die Aufgabe erfolgreich beendet, wobei die Kräfte im Vorfeld nur knapp 40 Stunden Zeit zur Vorbereitung hatten, ehe die Anlage Ende Juli in Betrieb gegangen war.

Die ARGE Bevölkerungsschutz Rosenheim - unter der Leitung des BRK-Kreisverbandes Rosenheim - konnte mit über 180 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer den Betrieb in besagtem Zeitraum 24 Stunden täglich sicherstellen. Unter der Woche konnten somit durchschnittlich 900 Tests und am Wochenende bis zu 1.850 Tests täglich abgenommen werden.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereiteten dem Personal die enorme Hitze von 34 Grad sowie das Hochwasser am 4. August. „Durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Hilfsorganisationen konnte der Einsatz gemeinsam bewältigt werden. Allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle gedankt, ohne das freiwillige Engagement der Einsatzkräfte wäre ein solcher Einsatz nicht leistbar“, hieß es in einer Pressemitteilung des BRK-Kreisverbandes Rosenheim.

Update, 13.44 Uhr - Russland lässt weltweit ersten Corona-Impfstoff zu

Wladimir Putin hat am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus bekannt gegeben. „Das russische Vakzin gegen das Coronavirus ist effektiv und bildet eine beständige Immunität“, sagte Russlands Präsident laut der Agentur Interfax. Die Registrierung sei am Dienstagmorgen erfolgt, hieß es. Eine seiner beiden Töchter habe sich schon impfen lassen, sagte Putin.

Der Impfstoff wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Erst wenige Menschen haben ihn im Rahmen einer Studie erhalten. Eine Zulassung vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen. So stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld klar: „Jeder Impfstoff muss natürlich alle Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor er genehmigt und ausgeliefert wird.“ Es gebe klare Richtlinien für die Entwicklung von Impfstoffen. Auch andere Experten in westlichen Ländern bezeichneten die schnelle Zulassung als „riskant“.

Update, 13.23 Uhr - Ein neuer Fall im Berchtesgadener Land

Aus dem Landkreis Berchtesgadener Land wurde soeben ein weiterer Corona-Fall gemeldet. Wie das zuständige Gesundheitsamt mitteilte, handelt es sich bei der betroffenen Person um eine direkte Kontaktperson eines Reiserückkehrers, die sich bereits in Quarantäne befand. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 363 (Stand: 11. August, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bleibt bei 4,7.

Von den insgesamt 363 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 330 Personen wieder genesen (eine mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Aktuell befinden sich acht SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung.

Update, 12.11 Uhr - BRK Kreisverband Traunstein erwehrt sich gegen Vorwürfe

Projektleiter Thorsten Brandstätter vom BRK Kreisverband Traunstein, der aktuell die Teststrecke an der A8 an der Raststation Hochfelln betreibt, sagt gegenüber chiemgau24.de: „Wir müssen uns gegen den Vorwurf erwehren, dass die Tests an der A8 verschwinden. Die Abstriche werden genommen, im Kühlschrank zwischengelagert und dann einmal pro Tag an den Boten übergeben, der die Tests dann zum LGL bringt.“ Brandstätter könne ausschließen, dass die Tests direkt an der Teststrecke verschwinden.

„Das LGL hat uns zunächst mitgeteilt, dass das Testergebnis etwa drei bis vier Tage brauche. Mittlerweile hat uns das Landesamt mitgeteilt, dass die Auswertung zum Teil acht Tage und länger dauert“, so Brandstätter. Das liege aber im Zuständigkeitsbereich des LGL. Er bittet die Urlaubsrückkehrer nicht beim BRK Kreisverband Traunstein anzurufen, was Fragen zu den Ergebnissen anbelange, weil die Mitarbeiter darüber keine Auskünfte geben können und dürfen. Bei Fragen solle man sich an die Hotline des Landesamtes für Gesundheit wenden unter der Nummer: 091 316 808 5101.

Das BRK betreibt die Testzentrum seit dem 30. Juli mit ausschließlich ehrenamtlichen Helfern. Am 12. August um 14 Uhr soll das BRK durch einen privaten Betreiber abgelöste werden, so der Projektleiter. Auch das Testzentrum an der A93 übernimmt ein privates Labor und zwar bereits ab Dienstagmittag (11. August).

Update, 11.02 Uhr - Griechenland verschärft Corona-Beschränkungen wieder

Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. Deutschland wäre in diesem Jahr das Partnerland dieser Messe gewesen.

Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Corona-Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen täglich spätestens um 24 Uhr schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit.

Zudem müssen alle auf dem Landweg einreisenden Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für Griechenland am Montag entsprechend aktualisiert. Griechenland weist - gemessen an seiner Bevölkerung von gut 10,5 Millionen Einwohnern - eine geringe Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus auf. In den vergangenen Tagen ist die Zahl von Infizierten jedoch schlagartig angestiegen.

Update, 10.26 Uhr - Schläge nach Hinweis auf fehlende Mund-Nasen-Bedeckung in Meridian

Ein 31-Jähriger, der in einem Meridian-Zug einen 35-Jährigen am Sonntagabend (9. August) auf dem Weg von München nach Freising auf dessen fehlende Mund-Nasen-Bedeckung ansprach, wurde von diesem mit Schlägen ins Gesicht bedacht und dabei verletzt. Dies berichtet die Münchner Bundespolizei in einer aktuellen Pressemitteilung.

Ein 31-jähriger Pakistaner sprach nach der Abfahrt des ALX 79869 aus dem Münchner Hauptbahnhof einen mitreisenden 35-jährigen Nigerianer gegen 22.45 Uhr auf dessen fehlende Mund-Nasen-Bedeckung an. Unvermittelt schlug der im Landkreis Altötting wohnende Asylbewerber seinem Gegenüber aus Freising mit der Faust ins Gesicht. Dieser klagte anschließend über Schmerzen und wollte sich in ärztliche Behandlung begeben.

Beim Aggressor, der von informierten Landespolizisten beim Halt in Freising aus dem Zug geholt worden war, wurde ein Atemalkohol von 0,82 Promille gemessen. Er erhält von der Bundespolizei wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eine Straf- sowie eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Durch den Vorfall kam es zu geringer Verspätungen des ALX 79869.

Update, 9.54 Uhr - Nur ein positiver Befund bei Corona-Tests in 33 Fleischbetrieben

Bei weiteren Corona-Reihentests in bayerischen Fleischbetrieben ist nur eine weitere Infektion ermittelt worden. Seit Anfang Juni seien 5706 Menschen in 33 Schlachthöfen, Zerlegebetrieben sowie bei Herstellern von Wurstwaren und Fleischerzeugnissen getestet worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag nach einer Kabinettssitzung in Nürnberg. Das Ergebnis sei sehr erfreulich und zeige, „dass wir bislang auf einem guten Weg sind“. 

Nach Angaben des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit handelt es sich bei der infizierten Person um eine Reinigungskraft, die zuletzt elf Tage vor dem Befund in einem der zwölf getesteten Zerlegebetriebe gearbeitet hatte. Daher gelte ein Zusammenhang mit der Arbeit als unwahrscheinlich.

In einer ersten Runde umfassender Corona-Reihentests von mehr als 6400 Mitarbeitern an 51 Schlachthöfen waren zuvor insgesamt 110 Infizierte ermittelt worden, darunter 100 positiv getestete Mitarbeiter eines Schlachthofs im niederbayerischen Bogen. Insgesamt wurden nach dem dortigen Corona-Ausbruch damit mehr als 12.000 Mitarbeiter in bayerischen Fleischbetrieben getestet.

Update, 8.58 Uhr - Vor allem Tests an A8 und am Flughafen München verschlampt

Die bayerische Staatsregierung will die Pannen bei den Corona-Tests von Reiserückkehrern schnellstmöglich stoppen. „Diese Woche werden alle Mängel abgestellt“, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag auf einer Pressekonferenz gesagt und dazu Staatsminister Florian Herrmann (CSU) zum sogenannten „Corona-Koordinator“ ernannt.

Von den verzögerten und verschlampten Tests (bzw. deren Ergebnissen) sind übrigens offenbar vor allem die Stationen am Flughafen München und an der A8 bei der Rastanlage Hochfelln (Landkreis Traunstein) betroffen. Dies berichtet der Münchner Merkur

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3). Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten gilt seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.

Update, 7.24 Uhr - 966 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen – erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 217.293 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 11.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9201. Bis Sonntagmorgen hatten 198.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Bayerischer Polizist nach Rede auf Corona-Kundgebung versetzt

Nach der Rede eines Polizisten auf einer Corona-Demonstration in Augsburg wird ein dienstrechtliches Fehlverhalten des Beamten geprüft. Die Polizei habe Videoaufnahmen der Demonstration sichergestellt, die nun gesichtet und bewertet werden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken am Montag. Während der Prüfung werde der Beamte nicht mehr als Führungskraft oder im Dienst mit Bürgerkontakt eingesetzt. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete über den Fall.

In dem Bericht heißt es, dass der Beamte intern versetzt wurde. Der Polizeisprecher bestätigte dies auf Nachfrage nicht. Zunächst müsse die Bewertung des Auftritts, an der auch Juristen beteiligt sind, abgeschlossen sein, bevor Maßnahmen ergriffen würden.

Der Polizist nahm am Samstag am „Fest für Freiheit und Frieden“ in Augsburg teil, auf dem Menschen gegen staatliche Maßnahmen zum Eindämmen des Corona-Virus protestierten. Ein Youtube-Video zeigt, wie der Beamte die Rede mit „Achtung, Achtung - hier spricht die Polizei!“ beginnt und sich der applaudierenden Menge als Dienstgruppenleiter einer Polizeiinspektion vorstellt.

In der Rede wirft der Beamte der Politik und den „Leitmedien“ unter anderem vor, Angst und Schrecken zu verbreiten. Deutschland habe sich in einen „Denunzianten-Staat“ verwandelt, was ihn sehr bedrücke. Die Presse unterdrücke wesentliche Informationen - er bezeichnete sie daher als „Lückenpresse“. Der Beamte forderte seine Kollegen auf, sich dem Protest anzuschließen.

Die Gewerkschaft der Polizei bezeichnete den Vorfall als unglücklich. „Polizisten haben selbstverständlich ein Recht auf freie Meinungsäußerung, aber als Privatperson“, sagte Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

mh/dpa

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