News-Ticker zur Corona-Pandemie

Mega-Fauxpas: RKI sorgt mit Ankündigung von Impfstoff für Verwirrung und unerfüllte Hoffnungen

RKI-Chef Prof. Dr. Lothar Wieler
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RKI-Chef Prof. Dr. Lothar Wieler

Landkreis/Bayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr fast sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (12. August) im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Bisher infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1325, Berchtesgadener Land 367, Mühldorf 532, Altötting 632
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9201 Todesfälle in Deutschland (2627 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 19.20 Uhr - Mega-Lapsus: RKI sorgt mit Datum für Impfstoff für große Verwirrung

Das RKI hat am Mittwochabend für große Verwirrung gesorgt. Am späten Nachmittag hatte das Institut ein veraltetes Strategie-Papier veröffentlicht. Darin hieß es wörtlich: „Vorläufige Prognosen lassen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen“. Dies sorgte bei vielen für unerfüllte Hoffnungen, wie sich nun herausstellte.

Denn am frühen Abend stellte das RKI klar, dass heute versehentlich eine ältere Version des Strategiepapiers online gestellt wurde. Im Gegensatz zu dieser Version rechnet das RKI nicht damit, dass ein Impfstoff bereits im Herbst 2020 zur Verfügung stehen wird. Eine aktualisierte Version des Papiers solle in Kürze veröffentlicht werden

Update, 17.25 Uhr - Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis 

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Etwa 44 000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihre Ergebnisse bekommen. Der Zeitverzug ärgere sie „massiv“, sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine „Übermittlungsproblematik“, „da gibt es nichts schönzureden“. An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie mehreren Autobahnraststätten. Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.

Update, 15.55 Uhr - Eine Neuinfektion im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit acht aktive COVID-19-Fälle vor.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 3,39. .Seit der letzten Pressemitteilung ist beim Staatlichen Gesundheitsamt eine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1.325 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1.229 Personen (eine mehr als gestern) .In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt.

Update, 15.40 Uhr - Zwölf Neuinfektionen im Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom 7. August zwölf neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 12. August, 12. Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 12,1. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 20 aktive Fälle.

Update, 15.15 Uhr - TUI erhält weitere Staatshilfen

Der weltgrößte Reisekonzern Tui soll zur Überbrückung des Geschäftseinbruchs in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen erhalten. Unter anderem werde dabei ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Tui hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen.

Weitere 150 Millionen Euro sollen über die Konstruktion einer Wandelanleihe fließen, die das Unternehmen an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) ausgeben will. Dieser könnte sich bei einer Umwandlung in Aktien dann mit bis zu neun Prozent an Tui beteiligen. Die Ausgabe der Anleihe sei eine der vereinbarten Rahmenbedingungen für die weitere Hilfe, hieß es.

Update, 14.27 Uhr - FC Barcelona meldet Corona-Fall

Beim FC Barcelona ist ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Name des Sportlers wurde vom Verein am Mittwoch nicht genannt. Er sei asymptomatisch und befinde sich in häuslicher Quarantäne, teilten die Katalanen mit. Einen Kontakt zu den Spielern, die am Freitag das Viertelfinale der Champions League in Lissabon gegen den FC Bayern München bestreiten werden, habe es nicht gegeben. Der Betroffene gehöre nicht zum Champions-League-Kader, hieß es.

Update, 13.53 Uhr - Vier neue Corona-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern vier weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gibt. Dabei handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet, der sich bereits in Quarantäne befand und nunmehr Corona-positiv getestet wurde. Drei Personen wurden nach Auftreten von Krankheitssymptomen vom Hausarzt abgestrichen. Der Abstich fiel in der Folge ebenfalls Corona-positiv aus. Bei diesen drei Personen konnte keine eindeutige Infektionsquelle ermittelt werden.

Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 367 (Meldestand: 12.08.2020, 10:00 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt auf 6,6. Von den insgesamt 367 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 330 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell befinden sich 12 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung (4 mehr im Vergleich zum Vortag).  

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 14 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne (1 mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Insgesamt 1.047 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden (1 mehr im Vergleich zu gestern).

Update, 12.39 Uhr - Konservenfabrik in Mamming darf wieder produzieren

Die Konservenfabrik im bayerischen Mamming, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitarbeiter positiv auf Corona-Infektionen getestet worden waren, darf wieder produzieren. Das Verwaltungsgericht Regensburg hat einem Eilantrag des Betreibers stattgegeben, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Die vom Landratsamt Dingolfing-Landau mit Bescheid vom 4. August verfügte Betriebsstillegung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verhältnismäßig, entschied die 14. Kammer des Verwaltungsgerichtes.

In der Fabrik wurden am 31. Juli 43 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, am 1. August waren von 600 getesteten Mitarbeitern bereits 152 positiv. Erst am Dienstagabend war bekannt geworden, dass das Virus auch bei 75 weiteren Kontaktpersonen nachgewiesen worden war.

Update, 11.34 Uhr - Christkindlmarkt auf Fraueninsel für 2020 abgesagt

Der beliebte Christkindlmarkt auf der Fraueninsel findet im Jahr 2020 wegen der Coronakrise nicht statt. Auf die ersatzlose Streichung haben sich nun die Veranstalter - die Gemeinde Chiemsee, die Prien Marketing GmbH, die Gemeinde Prien am Chiemsee und die Chiemsee-Schifffahrt Ludwig Feßler KG - gemeinschaftlich verständigt. Ursprünglich hätte der Markt auch heuer wieder an den ersten beiden Adventswochenenden stattfinden sollen.

„Die Sicherheit und das Wohl aller hat für uns oberste Priorität. Mit der Absage des Marktes möchten wir Einheimische wie auch unsere Gäste schützen und wir sind uns sicher, dass die Menschen aufgrund der unsicheren Corona-Lage Verständnis für diese notwendige Entscheidung haben“, wird die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH Andrea Hübner in einer Pressemitteilung der Prien Marketing GmbH zitiert.

Update, 11.02 Uhr - Bayerns Gastgewerbe weiterhin stark von Corona betroffen

Das Gastgewerbe in Bayern hat auch im Juni stark unter den Einschränkungen durch die Corona-Krise gelitten. Die Umsätze hätten um 44 Prozent unter dem Vorjahresmonat gelegen, teilte das Landesamt für Statistik mit. Im Vergleich zum Mai, als die Pandemie-Einschränkungen noch größer waren, hätten sich die Umsätze der Gastronomen und Hoteliers allerdings drastisch um 77 Prozent erhöht.

Die Zahl der Beschäftigten in Gaststätten und Hotels habe im Juni um 22 Prozent unter dem Vorjahr gelegen, aber um 10 Prozent höher als im Mai. Auf das gesamte erste Halbjahr bezogen mussten die Gastwirte Umsatzeinbußen in Höhe von 39,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. Die Schwankungen waren bei den Beherbergungsbetrieben größer als in der Gastronomie.

Update, 9.31 Uhr - Spahn: Anstieg der Corona-Infektionszahlen besorgniserregend

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. „Das ist ohne Zweifel besorgniserregend“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. „Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehr, aber eben auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich - wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen - eine Dynamik entfalten.“ Es gelte, „sehr, sehr wachsam“ zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) hatte am Mittwochmorgen im Internet mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. Der Höhepunkt hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Das Gesundheitssystem könne die derzeitigen Infektionszahlen gut bewältigen, sagte Spahn. „Aber es ist besorgniserregend, wenn die Entwicklung bleibt.“ Denn: „Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger.“

Der Minister appellierte erneut an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten, Masken zu tragen, Abstand zu halten und bei Veranstaltungen den Rahmen zu wahren. „Da wo dann auch Alkohol im Spiel ist, wo es tatsächlich aus der feierlichen Veranstaltung zur Party wird, da geht es dann eben auch sehr, sehr schnell.“

Update, 8.26 Uhr - Höchster Stand seit Mai: 1226 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218.519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9207. Bis Sonntagmorgen hatten 198.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Konservenfabrik Mamming - 75 Kontaktpersonen infiziert

Nach dem Corona-Ausbruch in der Konservenfabrik Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) ist auch bei 75 Kontaktpersonen das Virus nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt am Dienstagabend mit. Insgesamt seien rund 300 Kontaktpersonen nachgetestet worden. Am zweiten Produktionsstandort der Konservenfabrik in Simbach sollen am Mittwoch 40 Kontaktpersonen getestet werden.

In der Konservenfabrik im niederbayerischen Mamming waren mit Stand 4. August 166 von 600 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der gesamte Betrieb wurde vorübergehend stillgelegt, alle Beschäftigten in Quarantäne geschickt - ebenso wie 130 Mitarbeiter an zwei weiteren Standorten des Betriebs.

Nachdem zwischenzeitlich eine größere Anzahl der Positiv-Fälle als Genesene aus der Quarantäne entlassen wurde, befinden sich in der Gemeinde Mamming aktuell noch 190 Infizierte in Quarantäne, wie das Landratsamt am Dienstag weiter mitteilte.

Die Konservenfabrik dürfe ab Mittwoch die Produktion wieder aufnehmen. Das Verwaltungsgericht Regensburg habe einem entsprechenden Antrag der Betriebsleitung stattgegeben. Landrat Werner Bumeder (CSU) zeigte sich besorgt über die Entscheidung des Gerichtes: «Angesichts der weiterhin hohen und sogar noch gestiegenen Infektionszahlen würde ich die Verantwortung für eine Wiederaufnahme des Betriebs ohne Testat der Fachleute nicht übernehmen», teilte er mit.

Ende Juli hatte es auf einem Gemüsehof in Mamming einen Corona-Ausbruch gegeben.

mh/mw/dpa

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