News-Ticker zur Corona-Pandemie

200.000 Verstöße bundesweit: Bayerische Polizei am konsequentesten

Zehntausende Verstöße gegen Corona-Auflagen in Bayern
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Zehntausende Verstöße gegen Corona-Auflagen auch in Bayern

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Wochenende, 11./12. Juli, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2828, Traunstein 1306, Berchtesgadener Land 324, Mühldorf 501, Altötting 602
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 2, Berchtesgadener Land 5, Mühldorf 1, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9063 Todesopfer in Deutschland (2612 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 20.22 Uhr - Corona-Verstöße: Polizei in Bayern am konsequentesten

Die Corona-Krise stellt die Welt noch immer auf den Kopf, die Auswirkungen auf die Bevölkerungen in Deutschland waren in den vergangenen Monaten für viele Menschen gravierend. Vorallem die Ausgangsbeschränkungen dürfte bei vielen für Unmut gesorgt haben. Doch wie oft musste die Polizei tatsächlich gegen Corona-Verweigerer vorgehen?

Wie bild.de nun berichtet, wurden in der Corona-Krise bislang etwa 200.000 Verstöße in ganz Deutschland verzeichnet. Allerdings seien die Corona-Schutzmaßnahmen von Bundesland zu Bundesland abhängig von Polizei und Ordnungsamt bewertet werden.

Geht es nach der Auswertung von bild.de, hat allerdings die Polizei in Bayern am konsequentesten durchgegriffen. Nach Angaben des Innenministeriums seien zwischen dem 21. März und dem 1. Juni rund 59.917 Anzeigenvorgänge verzeichnet worden.

In NRW sollen zwischen Ende März und Ende Juni rund 50.587 Anzeigenvorgänge registriert worden sein. Im Hamburg sollen währenddessen bislang rund 9.917 Verfahren bearbeitet worden sein, dies entspricht laut dem Blatt rund 676.135 Euro Bußgeld.

Update, 19.27 Uhr - Skurrile Fastfood-Party: 26 000 Dollar Strafe

Ein Fastfood-Snack für eine Geburtstagsparty in Australien ist die Gäste teuer zu stehen gekommen. Weil sie gegen die Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie verstießen, mussten die Partygäste in Melbourne insgesamt etwa 26 000 australische Dollar (etwa 16 000 Euro) an Strafe zahlen, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Melbourne, die mit rund fünf Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Kontinents, befindet sich wegen eines rasanten Anstiegs der Infektionszahlen seit Mittwoch dieser Woche erneut in einem sechswöchigen Lockdown.

Medizinisches Personal hatte beim Essen in einem Fastfood-Restaurant zwei Personen gesehen, die dort in der Nacht 20 Portionen bestellten - und daraufhin die Polizei informiert. Anhand des Nummernschilds fanden die Beamten den Ort der Geburtstagsparty heraus. Als sie eintrafen, seien 16 Personen dabei gewesen, ihren Fastfood-Snack zu essen. Als die Übeltäter die Höhe ihrer Strafe erfuhren, dürfte ihnen das Essen wieder hochgekommen sein: Für jeden der 16 Verstöße stellte die Polizei 1652 australische Dollar in Rechnung, zusammen rund 26 000 Dollar.

Update, 18.43 Uhr - Coronavirus weltweit: Erstmals mehr als 220.000 Neuinfektionen in 24 Stunden

219.983 Corona-Neuinfektionen meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an nur einem Tag. Das geht aus einem Bericht auf der Internetseite der WHO vom Samstag hervor. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie.  

Nicht nur weltweit wurde ein Höchststand an Corona-Infektionen verkündet, auch in Indien wurden ein neuer Rekord gemeldet. Dort gab es mit 26.637 Neuinfektionen an einem Tag einen neuen Höchststand. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie demnach knapp 850.000 Fälle registriert, rund 22.700 Menschen starben mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Positiv sei, dass inzwischen fast 63 Prozent der Betroffenen die Erkrankung überstanden hätten.

Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt Indien auf Platz drei der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern der Welt - nach den USA und Brasilien. Außenminister Subrahmanyam Jaishankar wehrte sich gegen Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Bereits sehr früh seien ein strenger Lockdown sowie Reisebeschränkungen verfügt worden, sagte er.

Update, 17.47 Uhr - Urlaub im In- oder Ausland? Spahn will informieren

In den Sommerferien reisen Millionen Bundesbürger ins In- und Ausland - was bedeutet das für die weitere Eindämmung des Coronavirus? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will am Montag (10 Uhr) in Berlin zur Situation in Urlaubszeiten Stellung nehmen. Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, gibt dazu Einschätzungen ab. 

Die Bundesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass größere Reisebewegungen auch das Krisenmanagement vor neue Aufgaben stellen. Spahn will sich außerdem zu Corona-Aspekten der gerade gestarteten deutschen EU-Ratspräsidentschaft äußern.

Update, 15.45 Uhr - Umfrage: Bereitschaft zu Corona-Impfung sinkt

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung ist einer Studie zufolge in Deutschland zuletzt gesunken. So sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage. Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in mehreren Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge mit 52 Prozent in Bayern, in Norddeutschland sei sie hingegen mit 67 Prozent deutlich höher. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht.

Jonas Schreyögg, Leiter des Hamburg Center for Health Economics an der Uni Hamburg, sagte laut Süddeutscher Zeitung, dass es jedoch nur wenige Menschen gebe, die einen Impfstoff generell ablehnen. "Positiv gesprochen heißt das, wenn es uns gelingt, durch Transparenz bei der Prüfung und Zulassung der Impfstoffe sowie mit öffentlichen Aufklärungskampagnen diesen Personen mehr Sicherheit zu geben und sie zu überzeugen, könnte die Impfbereitschaft deutlich erhöht werden", sagt er. Ein großer Anteil derjenigen, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, würden dies mit Angst vor Nebenwirkungen oder Unklarheit zur Sicherheit des Impfstoffes begründen.

Schreyögg sprach davon, dass bereits jetzt Aufklärungskampagnen sinnvoll seien. Besonders wichtig erscheint es ihm, Frauen zu überzeugen. Sie seien "über alle Altersgruppen hinweg unsicherer bezüglich der Impfentscheidung".

Update, 14.29 Uhr - Prostituierte fordern Öffnung der Bordelle

Es muss endlich wieder Leben in die Bordelle kommen - mit dieser Forderung sind am Samstagabend nach Polizeiangaben rund 400 Prostituierte und Bordellbetreiberinnen und -betreiber aus ganz Deutschland auf der Hamburger Reeperbahn auf die Straße gegangen. Sie hielten Plakate in die Höhe mit Aufschriften wie: "Sexarbeit darf nicht durch Corona in die Illegalität abrutschen" und "wir sind Hygieneprofis".

"Die Situation ist beschissen", schildert eine Frau, die nach eigenen Worten seit zwei Jahren in der Hamburger Herbertstraße als Prostituierte arbeitet. Ihren Namen will sie nicht nennen. Bordelle sind deutschlandweit coronabedingt seit mehr als drei Monaten geschlossen.

"Dass sich die jungen Leute in dieser Sache politisch engagieren, ist toll und es zeigt die Brisanz der Lage", sagte Johanna Weber vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen. Die Sexarbeiterinnen und -arbeiter hätten sehr lange viel Verständnis für die Corona-Beschränkungen aufgebracht, doch so langsam schwinde die Geduld. Das habe auch damit zu tun, dass in vielen Nachbarländern erotische und sexuelle Dienste bereits wieder erlaubt sind. "In der Schweiz ist Prostitution seit vier Wochen wieder erlaubt und es hat seitdem keine Corona-Fälle im Zusammenhang mit Bordell-Besuchen dort gegeben", so Weber, die seit 27 Jahren in Hamburg als Prostituierte arbeitet.

Prostituierte fordern Öffnung der Bordelle

Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen in der Sex-Branche arbeiten. Im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes hatten sich bis Ende 2018 rund 32 800 Menschen offiziell angemeldet. Dort würden sich Weber zufolge allerdings nur diejenigen melden, die es müssen, weil sie in Bordellen, Laufhäusern, Domina-Studios, Sauna-Clubs oder ähnlichem arbeiten. Laut Bundeskriminalamt wurden im selben Jahr nur mehrere hundert Fälle von Menschenhandel erkannt, in denen rund 430 Menschen Opfer von sexueller Ausbeutung wurden.

Update, 13.31 Uhr - Nach Skandal: Tönnies fordert Entschädigung

Der Fleisch-Riese Tönnies, in dessen Betrieb in Gütersloh es eine riesige Corona-Infektionswelle (1400 Fälle) gegeben hatte und dabei auch geltende Regeln missachtet worden sein sollen, will nun für die Schließung seiner Schlachthöfe (bis 17. Juli) mit Steuergeldern entschädigt werden! Hintergrund: Das Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass Lohnkosten erstattet werden, wenn Gesundheitsämter Betriebe schließen und Quarantäne anordnen. Bei den Behörden seien entsprechende Anträge der Firma Tönnies und einiger Subunternehmer eingegangen, berichten diverse Medien. 

Aus der Politik gibt es heftigen Gegenwind. NRW-Gesundheitsminister Laumann (CDU) empfahl Tönnies, "sehr genau zu überlegen, was man den Bürgern in Nordrhein-Westfalen eigentlich noch alles zumuten" wolle. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU): "Ich habe dafür wenig Verständnis. Eine ganze Region wurde durch die massenhaften Infektionen in Mitleidenschaft gezogen, es gab massive Einschränkungen (...)." Durch den Tönnies-Skandal hatte es einen erneuten Lockdown im Kreis Gütersloh und teilweise auch in Nachbarlandkreisen gegeben.

Update, 12.29 Uhr - Nach Reihentestung: Nur ein weiterer Fall in Waldkraiburg

Das Gesundheitsamt Mühldorf vermeldet weitestgehend Entwarnung: Bei der am Samstagvormittag, 11. Juli, durchgeführten Reihentestung der Bewohner und Mitarbeiter der Ankerdependance in Waldkraiburg sind keine weiteren Corona-Infektionen festgestellt worden. Insgesamt wurden durch die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes 226 Tests durchgeführt und in enger Kooperation mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) binnen weniger Stunden ausgewertet. Lediglich bei einem Verwandten eines bereits am Donnerstag positiv getesteten Mitarbeiters der Sicherheitsfirma wurde eine weitere Corona-Infektion festgestellt. 

Am vergangenen Mittwochabend wurde bekannt, dass ein Mitarbeiter der am Ankerzentrum eingesetzten Sicherheitsfirma außerhalb des Landkreises positiv getestet wurde. Daraufhin wurden bereits am Donnerstag dessen Kontaktpersonen abgestrichen. Am Freitagabend wurden für weitere sechs Sicherheitsmitarbeiter positive Testergebnisse übermittelt. 

Daraufhin hatte Landrat Max Heimerl (CSU) eine Reihentestung aller Mitarbeiter und Bewohner des Ankerzentrums an. Diese wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag vorbereitet und bereits am Samstag ab 9 Uhr von zwei Teams des Gesundheitsamtes durchgeführt. "(...) Mein besonderer Dank geht auch an die Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die sich alle diszipliniert verhalten und eine schnelle und störungsfreie Testung ermöglicht haben", sagte Heimerl. Die am Samstag nicht angetroffenen Mitarbeiter und Asylbewerber werden in den kommenden Tagen nachgetestet.

Bilder: Acht neue Fälle in Mühldorf - Corona-Tests in Asylunterkunft

 © fib/Eß
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Update, 11.42 Uhr - "Masken-Verweigerin" schlägt Verkäufer ins Gesicht 

Am frühen Sonntagmorgen, 12. Juli, kam es am Hauptbahnhof in München zu einem tätlichen Angriff auf einen Verkäufer in einem Lebensmittelgeschäft, nachdem dieser eine Frau (36), die keine Maske trug, mehrfach höflich auf die bestehende Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hingewiesen hatte. 

Die Frau aus Konstanz reagierte auf die mehrfachen Bitten des Verkäufers (37) überhaupt nicht. Zudem kam sie auch der Aufforderung, den Laden zu verlassen, nicht nach. Als der Portugiese die Frau am Kühlregal schließlich am Arm ergriff, um sie aus dem Geschäft zu führen, schlug die 36-Jährige ihm unvermittelt mit einer Milchtüte mehrfach ins Gesicht. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen Körperverletzung. Zudem erhielt die Frau eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 9.33 Uhr - Behörden melden knapp 250 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 12. Juli, 0 Uhr). Es gab bislang insgesamt 9063 Tote in der Bundesrepublik - das bedeutet ein Plus von drei im Vergleich zum Vortag. Rund 184.600 Menschen gelten als bereits genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,93 (Stand: 11. Juli; Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,93 (Stand: 11. Juli; Vortag: 0,90). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 12. Juli, 7.15 Uhr - Party auf Mallorca fast ohne Corona-Regeln

Am "Ballermann" auf Mallorca wurde am Wochenende schon wieder gefeiert, als ob es kein Corona mehr gäbe bzw. je gegeben hätte: Wie die deutschsprachige Mallorca-Zeitung berichtet, feierten am Freitagabend in der Bierstraße hunderte deutsche Urlauber. Die Schutzregeln spielten dabei kaum eine Rolle: Es wurde getrunken, getanzt und geflirtet - der Mindestabstand von 1,50 Metern geriet dabei meist in "Vergessenheit". 

Auch eine Maske trug fast keiner der Partygänger. Wer eine trug, wurde laut dem Bericht von der breiten Masse mit großer Skepsis beäugt oder sogar ausgelacht. Zudem hatten sich auch viele der "berühmten" Straßen- und Strandhändler unter die Feiernden gemischt und dort fleißig Souvenirs verkauft - natürlich meist ohne Maske und mit Körperkontakt. Am "britischen Ballermann" in Magaluf spielten sich ähnliche Szenen ab. Einigen Kneipenbetreibern wurde es bereits zu viel. Sie kündigten zusammen mit den Behörden verschärfte Kontrollen auf der Partymeile an.

Update, 20.18 Uhr - Ansturm von Freiwilligen für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. "Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen", sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. "Bisher ist alles im grünen Bereich", sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff erhalten.

Update, 18 Uhr - USA verzeichnen mehr als 66 000 Corona-Neuinfektionen

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 66 000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66 627.

Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Rekordwert von 63 247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134 000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Am Freitag verzeichnete die Statistik der Universität 802 Tote.

Update, 14.45 Uhr - Acht neue Fälle: Corona-Ausbruch im Landkreis Mühldorf

In der Anker-Dependance Waldkraiburg sind mehrere Personen positiv auf Corona getestet worden. Laut Informationen des Landratsamts handelt es sich zwei Familienangehörige eines Sicherheitsdienstmitarbeiters sowie sechs weitere Sicherheitsdienstmitarbeiter. Unter den Familienangehörigen befindet sich auch ein Kindergartenkind. Alle Bewohner und Mitarbeiter der Anker-Dependance wurden nun ebenfalls getestet. 

Pressemitteilung im Wortlaut:

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom 10. Juli acht neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 11.Juli, 12.00 Uhr).

Es handelt sich um zwei Familienangehörige eines positiv getesteten Sicherheitsdienstmitarbeiters der Anker-Dependance in Waldkraiburg sowie sechs weitere Sicherheitsdienstmitarbeiter. Aus diesem Grund wurde vom Gesundheitsamt unverzüglich eine Reihentestung für alle Bewohner und Mitarbeiter des Anker-Zentrums angeordnet und durchgeführt. Die Reihentestung am Samstagvormittag verlief problemlos und ohne Störungen.

Unter den positiv getesteten Familienangehörigen befindet sich auch ein Kind, das einen Kindergarten in Waldkraiburg besucht. Deshalb wurde die betroffene Gruppe des Kindergartens geschlossen. Die Kindergartenleitung und die Eltern wurden informiert. Eine Testung aller diesbezüglich in Frage kommenden engen Kontaktpersonen findet am Montag statt. Auf Wunsch können auch weitere Mitarbeiter und Kinder der anderen Gruppen freiwillig im Rahmen der Bayerischen Teststrategie getestet werden.

Pressemitteilung des Landratsamts Mühldorf am Inn

Update, 13.08 Uhr - RKI legt neueste Fallzahlen vor

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Mittag wieder die neuesten Corona-Fallzahlen veröffentlicht (Stand: 11. Juli, 0 Uhr). Demnach gab es in Deutschland bislang insgesamt 198.556 Infektionen und 9060 Tote. Der Freistaat Bayern verzeichnete insgesamt bisher knapp über 49.000 Fälle und 2612 Todesopfer, was einen Anstieg um fünf Fälle im Vergleich zum Vortag bedeutet.

Bundesland

Fälle

+/- zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

36.041

+51

199

1,8

1.837

Bayern

49.184

+98

469

3,6

2.612

Berlin

8.617

+31

195

5,2

216

Branden­burg

3.459

+7

20

0,8

168

Bremen

1.689

+1

14

2,0

55

Hamburg

5.230

-1

16

0,9

261

Hessen

11.122

+18

189

3,0

514

M.-Vor­pommern

804

+1

0

0,0

20

Nieder­sachsen

13.799

+8

97

1,2

641

Nord­rhein-West­falen

44.788

+143

857

4,8

1.704

Rhein­land-Pfalz

7.136

+10

56

1,4

236

Saarland

2.812

0

7

0,7

174

Sachsen

5.473

+4

14

0,3

225

Sachsen-Anhalt

1.907

+2

24

1,1

61

Schles­wig-Holstein

3.206

+4

24

0,8

154

Thüringen

3.289

+1

22

1,0

182

Gesamt

198.556

+378

2.203

2,7

9.060

Update, 11.04 Uhr - Söder meldet sich in Videobotschaft zu Wort

Am Vormittag hat sich Ministerpräsident Markus Söder wieder mit einer neuen Videobotschaft zu Wort gemeldet. "Corona und der Klimawandel sind epochale Herausforderungen. Verschwörungstheorien und nationale Egoismen bringen keine Lösung. Hören wir auf wissenschaftliche Fakten und entwickeln gemeinschaftlich Ideen für die Zukunft (...)", sagte der CSU-Politiker.

Weiter führte er aus: "Es ist eigentlich nicht so schwer, diesen Vorschlägen und Empfehlungen zu folgen. Was jedoch schwierig ist, ist, dass es Menschen gibt, die Klimawandel oder Corona leugnen." Der Freistaat Bayern werde auch in Zukunft umsichtig handeln. "Wir sind in Bayern auf der Seite der Vernünftigen", betonte der Ministerpräsident.

Update, 9.05 Uhr - Starke Umfragewerte für Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder scheint die Corona-Krise in Augen der Bürger wirklich gut "gemanagt" zu haben. Deswegen steigen seine Umfragewerte in Sachen möglicher Kanzlerkandidatur deutlich. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer hervorgeht, halten 64 Prozent der Bürger, also fast zwei Drittel, den CSU-Chef für geeignet. 

Im März waren nur 30 Prozent dieser Meinung, 51 Prozent hatten ihm die Eignung damals abgesprochen. Unter den Unionsanhängern glauben demnach nun sogar 78 Prozent, dass er das Zeug zum Bundeskanzler hat. Damit liegt Söder deutlich vor den anderen möglichen Kandidaten der Union, den CDU-Politikern März (31 Prozent), Laschet (19) und Röttgen (14).

Behörden melden 378 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 378 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.556 Menschen nachweislich infiziert (Stand: 11. Juli, 0 Uhr). Es starben in der Bundesrepublik bislang 9060 Menschen an den Folgen des Virus - das bedeutet ein Plus von sechs im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 184.400 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,80 (Stand: 10. Juli; Vortag: 0,66). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,90 (Stand: 10. Juli; Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mw/dpa

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