News-Ticker zur Corona-Pandemie

Seehofer gegen neue Grenzkontrollen - Zwei Neuinfektionen in Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land

Vorstellung Verfassungsschutzbericht 2019
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Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Montag, 13. Juli, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2828, Traunstein 1306, Berchtesgadener Land 324, Mühldorf 501, Altötting 602
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 2, Berchtesgadener Land 5, Mühldorf 1, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9064 Todesopfer in Deutschland (2612 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 18.46 Uhr - Seehofer ist gegen neue Grenzkontrollen wegen Coronavirus

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen "nicht die besten Erfahrungen gemacht", sagte der CSU-Politiker am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments. Es habe sich gezeigt, dass Europa sich in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Grenzregionen positiv entwickelt habe, etwa was den Austausch im Bildungssystem, im wirtschaftlichen oder menschlichen Bereich angehe.

Er sei dafür, dass man in einer Region mit zunehmenden Infektionen künftig dafür sorge, "dass die Menschen sich vernünftig verhalten, also Kontaktsperren, Mundschutz und ähnliches". Als Beispiel nannte Seehofer das Elsass. Sollte dort wieder ein Corona-Hotspot auftreten, wäre er nicht für stationäre Grenzkontrollen an der Grenze zu Frankreich, "sondern dann müsste die französische Regierung dafür sorgen, dass die Menschen sich im Elsass eben beschränken".

In der Corona-Krise hatten Deutschland und andere europäische Länder Kontrollen und andere Beschränkungen an den Binnengrenzen eingeführt. Dadurch war es mitunter zu langen Staus gekommen, der Warenverkehr war unterbrochen. Auch grenzüberschreitende Arbeitnehmer hatten Probleme. Der Großteil der Kontrollen wurde mittlerweile wieder aufgehoben. Eigentlich gibt es im Schengenraum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Grenzkontrollen.

Update, 17.06 Uhr - Eine Neuinfektion im Landkreis Traunstein

Wie das Landratsamt Traunstein mitteilt, liegt im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein derzeit

ein aktiver COVID-19-Fall

vor.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 0,56. Seit Freitag, den 10. Juli, ist beim Staatlichen Gesundheitsamt eine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1307 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten weiterhin mindestens 1218 Personen. In den Kliniken im Landkreis Traunstein sind derzeit keine COVID-19-Patienten in Behandlung.

Update, 15.23 Uhr - Ein weiterer Coronavirus-Fall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Freitag einen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt daher auf 325 (Meldestand: 13.07.2020, 10:00 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land fällt jedoch auf 0,9.

Von den nunmehr insgesamt 325 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 296 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (1 mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Es befinden sich derzeit insgesamt 4 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung.

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen, wie z. B. eine häusliche Quarantäne, ein. Aktuell befinden sich noch 10 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne (6 weniger im Vergleich zur letzten Meldung). Insgesamt 895 unmittelbare Kontaktpersonen sind nunmehr seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden nach wie vor 3 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden momentan keine Patienten intensivmedizinisch betreut.

Hinweis: Einige dieser 3 Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten 325 BGL-Corona-Fälle.

Update, 12.59 Uhr - Polizei beendet Geburtstagsfeier in einem Landschaftsschutzgebiet

Am Sonntag, 12. Juli, gegen 16.10 Uhr, erhielt die Einsatzzentrale der Münchner Polizei die Mitteilung, dass im Perlacher Forst eine Techno-Party mit etwa 200 Personen stattfindet. Vor Ort konnten circa 150 Personen festgestellt werden. Unter anderem war an der Einsatzörtlichkeit ein DJ-Pult mit Lautsprecheranlage aufgebaut. 

Ein 41-jähriger Münchner hatte über eine Onlineplattform seine Geburtstagsfeier organisiert. Er hatte diese Veranstaltung nicht behördlich angezeigt. Zudem fand die Feierlichkeit in einem Landschaftsschutzgebiet statt. Der 41-Jährige musste die nicht genehmigte Veranstaltung beenden. Die Gäste verließen daraufhin die Einsatzörtlichkeit. Der 41-Jährige musste seine elektronischen Anlagen abbauen und verließ ebenfalls den Einsatzort. 

Der 41-Jährige wurde unter anderem wegen Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz, dem Bayerischen Naturschutzgesetz, dem Landesstrafvollzugsgesetz der Gewerbeordnung, dem Ordnungswidrigkeitsgesetz wegen unzulässigem Lärm und dem Bayerischen Waldgesetz angezeigt. Die Münchner Kriminalpolizei übernahm die weiteren Ermittlungen.

Update, 11.55 Uhr - 5.000 feiern ohne Mundschutz: Dieses Foto schockiert

Empörung in Frankreich über ein Konzert inmitten der Corona-Krise: Knapp 5000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais in der Hafenstadt Nizza - dort legte etwa der bekannte französische DJ The Avener auf. Medienberichten zufolge wurden die Schutzmaßnahmen gegen Corona nicht eingehalten - die Menschen hielten keinen Abstand und trugen keine Masken. Auf Fotos und Videos war eine zum Teil dicht gedrängte Menge zu sehen.

Die Stadt versicherte, dass die Obergrenze von 5000 Menschen, die bei öffentlichen Veranstaltungen gilt, eingehalten worden sei. Eigentlich würde auf der Promenade Platz für 36 000 Menschen sein. Er wisse, dass es an einigen Stellen eng war, aber das Publikum sei in einer offenen Umgebung herumgelaufen, verteidigte Remi Recio von der zuständigen Präfektur im Sender BFMTV die Veranstaltung.

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi bedauerte, dass die Anweisungen nicht ausreichend beachtet worden seien - es habe Schilder und Lautsprecherdurchsagen gegeben. In Nizza soll das Tragen von Schutzmasken nun bei allen Großveranstaltungen unter freiem Himmel verpflichtend sein. Estrosi rief die Regierung in Paris auf, eine solche Maßnahme landesweit durchzusetzen. Sicherheit und wirtschaftliche sowie kulturelle Erholung müssten in Einklang miteinander gebracht werden.

Konzert in Nizza mit zu wenig Abstand trotz Corona.

Update, 10.33 Uhr - Spahn und Wieler über Urlaub in Corona-Zeiten

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. "Die Gefahr einer zweiten Welle ist real", sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Er rief die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. Spahn bat die Bürger, in der Corona-Krise weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und Alltagsmasken zu tragen.

Mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca, wo am vergangenen Wochenende Hunderte Touristen für Empörung gesorgt hatte, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten, äußerte sich Spahn besorgt. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird", sagte er. Dort, wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch - auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

Update, 9.30 Uhr - Mehrere Rückrufe von Masken

In den vergangenen Tagen hat das europäische Schnellwarnsystem RAPEX mehrere Rückrufe von Masken veröffentlicht. Denn nicht jede Maske ist gleich effektiv im Kampf gegen Corona. Auch in Deutschland sind solche Masken auf den Markt gekommen. Im Speziellen handelt es sich um Einwegmasken, FFP2 und FFP3-Masken. Die zurückgerufenen Masken erfüllen laut RAPEX die Anforderungen der europäischen Norm EN 149 nicht und bieten daher keinen ausreichenden Schutz vor Covid19. Das liegt vor allem daran, dass die Masken über unzureichende Partikel-/ Filterzurückhaltung und eine falsche Passform verfügen. 

Folgende Masken sind betroffen: 

  • Schutzmaske von der Markte „Gilubear“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske (Barcode: 6 934253 019578
  •  Schutzmaske von der Marke „Face Mask Earloop protective“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske (Barcode: 3 701403 800415)
  • Schutzmaske von der Marke „ZX“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske
  • Schutzmaske der Marke „Ear face mask“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske (Produktionsdatum 23.4.2020 und 24.4.2020)
  • Schutzmaske der Marke „XO Simple is beauty“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske (Barcode: 6 920680 867851, Produktionsdatum 14.4.2020)
  • Schutzmaske der Marke „Govek“, KN95 Atemschutzfilter-Halbgesichtsschutzmaske (Barcode: 6 973099 910014, Produtionsdatum 22.4.2020)
  • Schutzmaske der Marke „Isu“, Atemschutzfilter-Halbmaske nach EN 149 (Produktionsdatum 20.4.2020) - 
  • Schutzmaske der Marke „Daddy Baby Schutzmaske“, Weiße Atemschutzfilter-Halbmaske der Kategorie FFP2, gemäß EN 149

Update, 8.09 Uhr - Ex-US-Soldat machte sich über Masken lustig – jetzt starb er an Corona

Er überlebte Einsätze im Irak und Afghanistan - doch nicht Covid-19. Ein 37-jähriger Ex-US-Soldat machte in den sozialen Medien kein Geheimnis daraus, dass er nichts von Corona-Maßnahmen hielt. Ende April schrieb er auf Facebook: „Ich möchte etwas klarstellen. Ich kaufe keine verdammte Maske. Ich habe es so weit geschafft, obwohl ich diesen verdammten Hype nicht glaube“.

Wenige Wochen später postete der US-Veteran dann ein Foto eines völlig überfüllten Pools und kommentierte scherzhaft: „Es ist gar nicht eng hier.“ Wenige Tage später wurde der 37-Jährige dann aber krank und klage über Corona-Symptome. „ Ich sollte bald wissen, wie das Ergebnis ausfällt“, schrieb er auf Facebook.“ Ich vermute, dass ich mich am Pool angesteckt habe“.

Der Veteran wurde anschließend tatsächlich positiv auf Corona getestet und befand sich seit 1. Juli in Quarantäne. Sein Zustand verschlechterte sich dann rapide, der 37-Jährige fühlte sich „fertig“ und konnte „fast nicht mehr atmen“. Nur wenige Tage später, ausgerechnet am Amerikanischen Unabhängigkeitstag, starb der 37-Jährige in seiner Heimat Ohio.

"Nur" 159 neue Infektionen in Deutschland

Die Behörden haben dem Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (News-Ticker, 11./12. Juli). Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 13. Juli, 0 Uhr). Es gab in der Bundesrepublik bislang insgesamt 9064 Tote - ein Plus von einem Fall im Vergleich zum Vortag. Mehr als 185.000 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,04 (Stand: 12. Juli; Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. An den Vortagen lag er unter 1.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Stand: 12. Juli; Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mw/mh/dpa

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