News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bayerische Einreise-Quarantäneverordnung: Das müssen Sie wissen 

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Mittwoch, 1. Juli, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2805, Traunstein 1331, Berchtesgadener Land 320, Mühldorf 500, Altötting 602
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 35, Berchtesgadener Land 10, Mühldorf 0, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 218, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 8985 Todesopfer in Deutschland (2594 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 19.10 Uhr - keine Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 31 aktive Corona-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 0. 

Am Mittwoch ist beim Staatlichen Gesundheitsamt keine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1331 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. 

Als genesen gelten mindestens 1212 Personen (vier mehr als am Dienstag). In den Kliniken im Landkreis Traunstein müssen derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt werden.

Update, 17.35 Uhr - Bayerische Einreise-Quarantäneverordnung: Das müssen Sie wissen 

Die Infektionszahlen in Deutschland und der Europäischen Union sind, bis auf Schweden, aktuell auf einem niedrigen Niveau. Die Situation ist aber in sehr vielen Ländern außerhalb der EU eine andere. Um den Import der COVID-19-Erkrankung aus stärker betroffenen Staaten zu verhindern, haben die Bundesländer in Verordnungen Maßnahmen zur Absonderung nach Einreise aus einem Risikogebiet geregelt. 

Ob ein Staat oder eine Region ein Risikogebiet ist, wird durch das Robert Koch-Institut (RKI) bewertet und auf seiner Homepage veröffentlicht. In Bayern wurde hierzu die Einreise-Quarantäneverordnung, kurz EQV erlassen. Sie regelt, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage in häuslicher Quarantäne abgesondert werden müssen. „Insbesondere mit der nun beginnenden Urlaubszeit sollten Reisende stets auf die Ausweisung der Risikogebiete achten“, so Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. 

„Neben Schweden als einzigem Land der EU gibt es eine Reihe europäischer Staaten, wie zum Beispiel Albanien, Bosnien-Herzegowina oder Serbien, bei denen nach der Rückreise die 14- tägige häusliche Quarantäne einzuhalten ist. Aber auch weltweit sind eine Vielzahl beliebter Reiseländer als Risikogebiete eingestuft. Hierunter fallen zum Beispiel Ägypten, die Türkei, zahlreiche Bundesstaaten in den USA sowie Staaten in Südamerika und Afrika.“

Als europäische Risikogebiete definiert das RKI: 

  • Albanien 
  • Bosnien und Herzegowina 
  • Kosovo 
  • Nordmazedonien 
  • Republik Moldau (Moldawien) 
  • Russland 
  • Schweden 
  • Serbien 
  • Türkei 
  • Ukraine 
  • Weißrussland 

Auf der Internetseite des RKI sind alle Risikogebiete abrufbar.

„Sofern Sie aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen, begeben Sie sich bitte umgehend nach Rückkehr in Ihre Wohnung für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Ausnahmen sind möglich, wenn Sie maximal 48 Stunden vor Einreise negativ auf das Coronavirus (SARS- CoV-2) durch einen Abstrich mittels PCR-Testung getestet wurden. Das RKI hat eine Liste von Staaten veröffentlicht, deren Labortests von den deutschen Behörden anerkannt werden

Wenn Sie den Test nach Einreise in Deutschland, zum Beispiel durch Ihren Hausarzt durchführen lassen, kann ebenfalls bei negativem Ergebnis die Quarantäne aufgehoben werden. Einwohner von Stadt und Landkreis Rosenheim melden sich bitte unter Angabe von Namen, Vornamen, Geburtsdatum, Anschrift, Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail, Einreisedatum und des Reiselandes beim Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim per E-Mail unter gesundheitsamt@lra-rosenheim.de an. 

Wichtig ist: Sobald Erkältungssymptome auftreten, kontaktieren Sie bitte umgehend das Gesundheitsamt. Dann besteht der Verdacht, dass Sie sich angesteckt haben könnten. Nur durch diese Maßnahme kann die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Ausbrechen der Erkrankung in unserer Region deutlich verringert werden.“, so Dr. Hierl. 

Unabhängig von der Reiserückkehr gilt laut Hierl auch weiterhin: „Ich appelliere eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch weiterhin verantwortungsvoll an die AHA-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, zum Schutz unserer Gesundheit einzuhalten.“ 

Das Robert Koch-Institut hat in einer Risikoanalyse gemeinsam mit Bundesgesundheits- und - innenministerium sowie dem Auswärtigem Amt eine Liste von Staaten und Regionen festgelegt, in denen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In dieser Liste werden auch Staaten und Regionen aufgenommen, die den genannten Grenzwert nominell unterschreiten, in denen dennoch die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos vorliegt.

Update, 16.22 Uhr - Ein neuer Fall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Dienstag einen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gegeben hat. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle steigt somit auf 320 (Sand: 1. Juli - 10 Uhr). 

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bleibt bei 8,5. Von den insgesamt 320 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 285 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Es befinden sich derzeit insgesamt zehn SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung (einer mehr im Vergleich zum Vortag).

Gegenwärtig befinden sich neun direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne (drei mehr als am Dienstag). Ins- gesamt 883 unmittelbare Kontaktpersonen sind seit März wieder aus der Quarantäne entlas- sen worden.

Nach wie vor werden in den Kliniken im Berchtesgadener Land keine Covid-19-Patienten mehr stationär behandelt.

Update, 14.58 Uhr - Deutschland hebt Einreisebeschränkungen für elf Nicht-EU-Staaten auf

Deutschland gewährt Menschen aus elf Staaten außerhalb der Europäischen Union wieder die unbeschränkte Einreise. Das gilt nach einem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch für Reisende aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Die Erleichterungen treten am Donnerstag in Kraft, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Für Japan, Südkorea und China gelten die Lockerungen der Mitte März in der Corona-Krise verhängten Beschränkungen unter Vorbehalt, wenn diese Länder auch Menschen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. 2Solange die die Deutschen nicht einreisen lassen, können wir das umgekehrt auch nicht machen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in Berlin.

Damit orientiert sich die Bundesregierung weitgehend an einem Beschluss der EU-Staaten vom Vortag. Demnach solle Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Hinzu kommen erweiterte Einreisemöglichkeiten für Menschen aus allen Staaten außerhalb der Europäischen Union, die einen wichtigen Reisegrund haben. Das können Deutsche oder Menschen mit Aufenthaltsrecht hierzulande sein, Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Seeleute oder Passagiere im Transitverkehr.

Update, 13.12 Uhr - Corona-Fälle bei Caterer in Oberbayern: Weitere Tests in Unterkunft

Nach dem Corona-Ausbruch bei einem Cateringunternehmen im Landkreis Starnberg geht die Suche nach Kontaktpersonen der Infizierten weiter. Dazu sollten am Mittwoch unter anderem sämtliche Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Pöcking auf das Virus getestet werden, nachdem es dort einen positiven Fall gegeben hatte. Eine Sprecherin des Landratsamtes sagte weiter, auch eine Gemeinschaftsunterkunft im Herrschinger Ortsteil Breitbrunn werde durchgetestet. Die Bewohner hätten sehr engen Kontakt mit Bewohnern einer weiteren Herrschinger Unterkunft gehabt, wo bereits getestet wurde und ein positiver Fall aufgefallen war.

Eine ganze Reihe der insgesamt rund 120 Mitarbeiter des Caterers Apetito im oberbayerischen Gilching waren der Sprecherin zufolge in Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Sie seien vorsorglich nach München in eine Isoliereinrichtung gebracht worden, um dort getestet zu werden. Bis Dienstagabend ergaben die Reihentestungen 45 positive Fälle.

Der erste Fall war in einer Unterkunft in Hechendorf aufgefallen. Neben dieser wurden auch die Wohnstätten in Pöcking, Herrsching und Seefeld für 14 Tage unter Quarantäne gestellt; in jeder hatte es mindestens einen Infizierten gegeben.

Beim Landratsamt meldeten sich unterdessen auch Ehrenamtliche der Helferkreise. Wer zu einen der Infizierten Kontakt gehabt habe oder grundsätzlich besorgt sei, könne ebenfalls getestet werden, sagte die Sprecherin. Jedoch gebe es keinen Anlass zu Befürchtungen. "Alle sind immer sehr vorsichtig vorgegangen."

Update, 11.11 Uhr - USA hamstern weltweite Vorräte Remdesivir

Bislang gibt es nur ein zugelassenes Medikament gegen Corona: Remdesivir. Doch die Chance, damit behandelt werden zu können, ist gleich Null – wenn man nicht in den USA lebt. Denn das Land hat alle Vorräte aufgekauft. 500.000 Dosen hat sich die Regierung von US-Präsident Donald Trump gesichert, wie „The Guardian” berichtet. 

Das sei die komplette Produktionskapazität des Herstellers Gilead für den Monat Juli sowie 90 Prozent der Kapazität im August und September in Anspruch. Damit bleibt für den Rest der Welt kaum noch etwas übrig. „Sie haben Zugang zu der größten Medikamentenversorgung mit Remdesivir, es ist nichts mehr für Europa übrig”, sagt Dr. Andrew Hill von der Liverpool Universität.

Update, 9.59 Uhr - Arbeitslosigkeit in Bayern steigt wegen Corona-Krise

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist wegen der Corona-Krise erneut gestiegen. Im Juni waren im Freistaat rund 293.800 Menschen ohne Job gemeldet und damit 1,1 Prozent mehr als im Mai, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei das ein Anstieg von 48,8 Prozent

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten - verbunden mit den strukturellen Entwicklungen, die vor der Krise eingesetzt hätten - den bayerischen Arbeitsmarkt weiter im Griff, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent.

Update, 8.40 Uhr -  Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 194.725 angegeben – ein Plus von 466 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 195.418 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8985 Todesfälle und damit zwölf mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8990 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 179.800.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.694

+74

231

2,1

1.838

Bayern

48.480

+80

373

2,9

2.594

Berlin

8.243

+23

240

6,4

214

Branden­burg

3.440

+11

32

1,3

165

Bremen

1.667

+5

14

2,0

53

Hamburg

5.204

+3

34

1,8

259

Hessen

10.811

+16

153

2,4

507

Mecklenburg-Vor­pommern

803

+1

9

0,6

20

Nieder­sachsen

13.577

+42

194

2,4

629

Nord­rhein-West­falen

43.242

+176

1.343

7,5

1.683

Rhein­land-Pfalz

7.022

+26

81

2,0

235

Saarland

2.806

0

6

0,6

173

Sachsen

5.451

+3

13

0,3

223

Sachsen-Anhalt

1.873

+2

15

0,7

59

Schles­wig-Holstein

3.159

+5

21

0,7

152

Thüringen

3.253

-1

16

0,7

181

Gesamt

194.725

+466

2.775

3,3

8.985

Update, 7.17 Uhr - Bereits 1100 Teilnehmer bei RKI-Studie Bad Feilnbach

Seit Dienstag, 23. Juni, läuft das große Corona-Monitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der Gemeinde Bad Feilnbach. Im Rahmen dieser Studie sollen rund 2000 Bürgerinnen und Bürger per PCR-Test auf Corona-Viren und per Bluttest auf Antikörper untersucht werden. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zieht das RKI eine erste Bilanz: Nach der ersten Woche haben 1816 Menschen einen Termin vereinbart. 184 stehen damit noch aus, um die angepeilten 2.000 Teilnehmer zu erreichen. Mehr als 1100 sind schon untersucht worden.

"Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bad Feilnbach waren sehr engagiert: Unsere Terminkalender waren direkt zum Start für die erste Woche ausgebucht", so Dr. Claudia Santos-Hövener, Projektleiterin der Studie, gegenüber dem BR. Vergangenen Freitag habe man aber noch einmal mehr als 800 neue Einladungen rausgeschickt. Das Robert-Koch-Institut ist deswegen zuversichtlich, dass sich noch ausreichend Teilnehmer anmelden werden.

Das RKI erhofft sich durch die Studie ein Stück mehr Klarheit über Infektionsverläufe, Dunkelziffern bei Infektionen und etwaige Immunisierung bei Personen, die schon mit den Corona-Viren konfrontiert waren. Noch bis zum 4. Juli ist das RKI mit zwei Untersuchungsbussen vor der Blumenhofklinik stationiert.

Starnberger Landrat: Von Lockdown "weit entfernt"

Der Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU) schließt nach dem Corona-Ausbruch in einem Cateringunternehmen in Gilching einen Lockdown vorerst aus. "Davon sind wir derzeit weit entfernt", sagte Frey am Dienstagabend. Der Lockdown in einem Landkreis setze voraus, dass es sich um ein unspezifisches Ausbruchsgeschehen handelt. "Das ist bei uns derzeit nicht der Fall."

Die Infektionsketten seien nachvollziehbar und auf konkrete Gemeinschaftseinrichtungen - Asylunterkünfte und das Unternehmen - begrenzt. "Damit das so bleibt, werden wir alles Mögliche unternehmen und handeln strikt und konsequent. Das ist auch der Grund, warum wir die Asyl-Gemeinschaftsunterkünfte unter Quarantäne setzen, wenn auch nur ein Fall dort auftritt."

Das Landratsamt beleuchtet auch Kontakte des Cateringunternehmens. Etwa werde geklärt, ob es Zulieferer oder andere Firmen gibt, deren Mitarbeiter binnen 14 Tagen unmittelbaren Kontakt zu den Mitarbeitern des Unternehmens hatten. Für besorgte Bürger richtete das Landratsamt eine Hotline ein.

Bis zum Dienstagabend ergab die Reihentestung der Mitarbeiter 45 Fälle. Die Gesundheitsbehörden testen auch Bewohner von Flüchtlingsunterkünften, in denen Mitarbeiter des Caterers leben. Neben einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf, in der zehn der Infizierten lebten, wurden mittlerweile auch Unterkünfte in Seefeld, Herrsching und Pöcking für 14 Tage unter Quarantäne gestellt - von dort stammt je einer der Infizierten.

mh/mz/dpa

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