News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bayern kündigt Corona-Tests für alle an - 500.000 Tote weltweit

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Wochenende, 27./28. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2805, Landkreis Traunstein 1331, Landkreis Berchtesgadener Land 316, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 602
  • Todesfälle: Rosenheim 218, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 8957 Todesopfer in Deutschland (2588 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) demnächst auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.

Update, 20.39 Uhr - Mehr Corona-Reihentests in Pflegeheimen gefordert

 Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat mehr Corona-Reihentests in Pflegeheimen gefordert, wie tagesschau.de berichtet.  "Es ist jetzt überfällig, dass alle Bundesländer für die 11.200 Pflegeheime verbindliche vorbeugende Reihentests festschreiben", forderte Stiftungsvorstand Eugen Brysch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Update, 17.36 Uhr - 10 Millionen Corona-Fälle und fast 500.000 Tote weltweit

Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem. In Ländern wie den USA und Brasilien steigen Infektionszahlen rasant. Vielerorts gibt es hohe Dunkelziffern. Und die wirtschaftlichen Folgen betreffen alle Länder.

Rund sechs Monate nach Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es US-Wissenschaftlern zufolge bereits mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und knapp 500.000 Todesfälle. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die jüngsten Daten geben das ganze Ausmaß der Corona-Pandemie vermutlich nur teilweise wider: Experten zufolge gibt es in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer an Infektionen und Todesfällen, die nicht durch Tests bestätigt wurden. Selbst in den USA gehen Experten der Regierung davon aus, dass wegen asymptomatischer Fälle nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wird.

Zudem haben die Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie inzwischen die schlimmste globale Rezession seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren ausgelöst, wie der Internationale Währungsfonds in dieser Woche warnte. Erst kommendes Jahr soll sich die Wirtschaft wieder erholen - sofern das Virus im Laufe des Jahres weitgehend unter Kontrolle gebracht werden sollte.

Das am schlimmsten von den Gesundheitsfolgen der Pandemie betroffene Land sind die USA. Dort gab es bis Sonntag mit 2,5 Millionen die meisten bestätigten Infektionen und mit mehr als 125.000 Opfern auch die meisten bekannten Corona-Todesfälle. Am Samstag hatten Behörden dort Johns Hopkins zufolge 45.255 bestätigte Neuinfektionen gemeldet - die bislang größte Zunahme innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie. Vor allem Bundesstaaten im Süden des Landes wie Florida, Texas, Arizona und Kalifornien meldeten Höchststände bei den Neuinfektionen. Ein Nachlassen der Pandemie schien daher zunächst nicht in Sicht.

dpa

Update, 15.38 Uhr - Bayern kündigt Corona-Tests für alle an

Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für jedermann einführen - unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte eine "Corona-Testoffensive" an. "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen." Die Kosten will der Freistaat übernehmen, soweit sie nicht etwa von der Krankenkasse getragen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) regierte zurückhaltend. "Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. "Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine zielgenaue Strategie. Grundsätzlich sei das Vorgehen Bayerns richtig. "Allerdings müssen wir dafür sorgen, dass die richtigen Leute getestet und die Tests selbst billiger werden", sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe. Im Herbst seien Massentests nötig. "Neue Studien deuten daraufhin, dass es stärker auf die Häufigkeit der Tests ankommt, in welchen Abständen ich Risikopersonen regelmäßig teste."

Generell sind in Deutschland inzwischen Corona-Tests in vielen Fällen auch ohne akute Krankheitsanzeichen möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Spahn hatte vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die dafür eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Bis dahin gab es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei Infektionsverdacht - also wenn man Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksstörungen hatte.

Bayern ist aber das erste Bundesland, das Tests für alle vorsieht. "Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. Es sei "ein ergänzendes Angebot, das vollständig aus staatlichen Mitteln getragen wird", sagte ein Sprecher auf dpa-Anfrage. Den Ärzten steht es demnach aber frei, die Leistung anzubieten.

dpa

Update, 13.23 Uhr - RKI meldet "nur" 256 neue Fälle

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Stand: 28. Juni, 0 Uhr). Die Zahl liegt deutlich unter dem Wert 687 vom Vortag, allerdings werden am Wochenende tendenziell weniger Infektionen gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von drei im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,62 (Stand: 27. Juni; Vortag: 0,57). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert auf 0,83 (Stand: 27. Juni; Vortag: 1,02). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 12.02 Uhr - 10.000 Personen feiern an der Isar

Neben der "doppelt" beendeten Abiturfeier im Stadtteil Berg am Laim war die Münchner Polizei am Wochenende auch anderweitig stark gefordert, um die Einhaltung der bestehenden Coronaregeln zu gewährleisten. Aufgrund der sommerlichen Witterung zog es vor allem von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen zahlreiche Münchner auf die Plätze, in die Grünanlagen und zur Isar, um dort zu feiern. In der Nacht auf Samstag, 27. Juni, wurden im Bereich der Isar nach Polizeiangaben in der Spitze bis zu 10.000 Personen festgestellt. In der Nacht auf Sonntag, 28. Juni, waren es rund 5.000 Menschen. 

Bis zu 10.000 Personen hielten sich laut Polizei in der Nacht auf Samstag im Bereich der Isar in München auf.

Zudem hielt sich am Samstag kurz vor Mitternacht am Gärtnerplatz - wieder einmal - eine große Personenzahl auf. Durch erneute massive Lärmbelästigung der Anwohner, Vermüllung sowie der nicht mehr einzuhaltenden Infektionsschutzvorschriften begann die Polizei damit, den Platz zu räumen. Dabei blieb es zu jeder Zeit friedlich. Kurze Zeit später wurde auch eine größere Personenansammlung am Wedekindplatz in Schwabing festgestellt. Auch hier schritt die Polizei ein und konnte kurz darauf problemlos dafür sorgen, dass sich der Platz leerte. 

Am frühen Sonntagmorgen, 28. Juni, gingen schließlich mehrere Anrufe bei der Polizei ein, nach denen sich eine größere Anzahl aggressiver Personen in der Leopoldstraße aufhalten soll. Die Polizei startete einen Großeinsatz und traf etwa 200 bis 300 Personen dort an. Bei aggressiven Personen wurde die Identität festgestelltund es wurden mehrere Platzverweise ausgesprochen. Außerdem kam es zu zweiBeleidigungen gegen Einsatzkräfte, welche angezeigt wurden

Update, 10.42 Uhr - Polizei muss Party gleich zweimal beenden

Gleich zweimal hat die Polizei am Wochenende eine Abiturfeier in München mit rund 100 Jugendlichen beendet. Die Feiernden müssen nun mit Anzeigen wegen Ruhestörung und wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmen rechnen.

Die Jugendlichen hatte in der Nacht auf Samstag im Stadtteil Berg am Laim eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem Apartment-Hotel gemietet, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei löste die Feier gegen Mitternacht auf, nachdem sich Anwohner wegen Ruhestörung beschwert hatten. Weil die Jugendlichen weiterfeierten, gingen fast drei Stunden später erneut Anrufe ein, weswegen die Polizei mit Verstärkung anrückte und die Party endgültig auflöste.

Update, 8.55 Uhr - Schwimmbad Teisendorf bleibt geschlossen

Das Schwimmbad in Teisendorf bleibt in diesem Sommer geschlossen. Das weitläufige Gelände um die beiden Schwimmbecken mit Liegewiese, Kinderspielplatz, Beachvolleyballplatz, Tischtennisplatte, Torwand und Tore zum Fußballspielen ist aber für jedermann rund um die Uhr als Freizeitanlage kostenlos zugänglich. Die Schwimmbecken wurden entleert, das große Becken mit einem Bauzaun abgetrennt, so dass für Kinder keine Gefahr besteht. Verboten sind Zelten, Grillen, offenes Feuer und Fahrradfahren.

Update, 28. Juni, 7.20 Uhr - Huml kündigt "Testoffensive" an

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an.

"Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen", sagte die Gesundheitsministerin.

Update, 20.07 Uhr - Alle Arbeiter in Fleischfabriken in NRW werden getestet

In Nordrhein-Westfalen muss ab 1. Juli jeder Beschäftigte in einem Fleischbetrieb mindestens zwei mal pro Woche getestet werden. Die Kosten dafür müssen die Betriebe tragen. Die Tests sind für Betriebe ab 100 Mitarbeitern verpflichtend, teilte das NRW-Ministerium für Arbeit und Gesundheit mit.  

Nur Arbeiter mit negativem Testergebnis dürfen weiter eingesetzt werden, die Betriebe müssen entsprechende Nachweise auf Verlangen vorzeigen.

Update, 18.19 Uhr - Arbeitslosigkeit geht weiter nach oben

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise.

"Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein", sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

"Es kommt in den kommenden Monaten darauf an, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu bleibenden Nachteilen führt", betonte sie. Dies gelte vor allem für junge Leute ohne Berufsabschluss. Die Ausbildung werde in der Corona-Krise wegen wirtschaftlicher Probleme, aber auch wegen praktischer Erfordernisse des Social Distancing zu einer Herausforderung.

Auch Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe, geht von steigender Arbeitslosigkeit aus. "Viele Firmen werden schlussendlich doch nicht um Kapazitätsanpassungen, sprich Jobstreichungen oder gar eine Insolvenz, herumkommen", sagte sie. "Daher besteht für rund jeden fünften Kurzarbeiter in Deutschland weiterhin ein erhöhtes Risiko, in die Arbeitslosigkeit zu rutschen."

Nach Berechnungen der Allianz wird die Zahl der Insolvenzen in Deutschland bis Ende 2021 vor allem wegen der Corona-Krise um zwölf Prozent im Vergleich zu Ende 2019 steigen. Utermöhl erwartet eine Welle von Ende des Jahres an, wenn im 4. Quartal die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endet. "Sollte man um Insolvenzen herumkommen, werden dennoch Kapazitäten verringert." Sie schlug deshalb Hilfen zur Einstellung neuen Personals vor und nannte den in Österreich praktizierten Einstellungsbonus als Beispiel.

Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht trotz der Aufhellung bei der Konjunktur keinen Grund zur Entwarnung. Ein Minus von neun Prozent bei der Wirtschaftsleistung sei für 2020 noch immer zu erwarten. Die exportorientierten Branchen, etwa der Maschinenbau und die Fahrzeugindustrie hätten es weiterhin schwer - während in Asien die Wirtschaft schon wieder laufe, seien die Fragezeichen etwa in den USA nicht kleiner geworden.

Schattenberg geht im Juni von knapp drei Millionen Arbeitslosen aus - ein Plus von rund 130.000 im Vergleich zum Vormonat. Die Zahl der Kurzarbeiter werde sich Ende Mai bei knapp acht Millionen bewegen. Damit liegt die Deutsche Bank etwas über der Prognose der Allianz, die 2,869 Millionen Arbeitslose in Deutschland erwartet. Damit würde der höchste Stand seit 2013 erreicht.

dpa

Update, 16.36 Uhr - 48.249 Corona-Fälle in Bayern

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmitteltechnik meldet am Nachmittag des 27. Juni insgesamt 48.249 positiv getestete Personen in Bayern. 2.588 Personen sind im Freistaat bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Update, 13.23 Uhr - RKI meldet 687 neue Fälle

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Samstagmittag wieder die neuesten Fallzahlen vorgelegt (Stand: 27. Juni, 0 Uhr). Demnach wurden in Deutschland bislang insgesamt 193.242 Infektionen festgestellt. Im Vergleich zum Vortag bedeutet dies ein Plus von 687 Fällen. 8954 Menschen sind in der Bundesrepublik bislang an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Bayern ist weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland.

Bundesland

Fälle

+/- zum Vortag

Fälle in letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.530

+54

212

1,9

1.829

Bayern

48.262

+60

295

2,3

2.591

Berlin

8.145

+49

327

8,7

213

Branden­burg

3.437

+0

40

1,6

165

Bremen

1.659

+1

23

3,4

50

Hamburg

5.178

+5

28

1,5

259

Hessen

10.731

+24

159

2,5

506

M.-Vor­pommern

798

+1

5

0,3

20

Nieder­sachsen

13.456

+34

212

2,7

627

Nord­rhein-West­falen

42.571

+421

1.664

9,3

1.674

Rhein­land-Pfalz

6.971

+20

63

1,5

235

Saarland

2.802

+0

4

0,4

172

Sachsen

5.444

+5

32

0,8

222

Sachsen-Anhalt

1.865

+3

26

1,2

58

Schles­wig-Holstein

3.146

+2

13

0,4

152

Thüringen

3.248

+8

25

1,2

181

Gesamt

193.243

+687

3.128

3,8

8.954

Update, 12.26 Uhr - Auch Kanzlerin Merkel warnt eindringlich

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. "Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst", sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: "Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst."

"Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre. (...) Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche", betonte die Kanzlerin. Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin auch alle Bürger gefragt

Update, 10.55 Uhr - Söder: "Wir müssen wirklich aufpassen!"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir müssen wirklich aufpassen. (...) Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen", sagte der CSU-Politiker in einer am Samstag unter anderem auf Facebook veröffentlichen Videoansprache.

In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte der Landesvater mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind". Bayern habe darum entschieden, dass Touristen aus Risikogebieten zwar in bayerischen Hotels übernachten dürfen - aber nur mit einem negativen Corona-Test. Bayern sei damit "ein Vorreiter in Deutschland". Wer einen negativen Test habe, dürfe im Freistaat Urlaub machen, alle anderen sollten sich erstmal auskurieren: "Ich gönn' allen ihre Ferien. (...) Aber auch da müssen wir aufpassen." Er betonte: "Corona bleibt tödlich!"

Update, 10.31 Uhr - Weiter Kurzarbeit bei Wacker Chemie

Die Zahl der Arbeitslosen im Juni könnte in. Bayern die Grenze von 300.000 sprengen. Wegen der Corona-Krise werde auch im Juni die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt ausfallen, stattdessen dürfte die Zahl der Arbeitslosen von zuletzt 290 000 noch einmal steigen, sagte ein Arbeitsmarktexperte im bayerischen Arbeitsministerium der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Weiterhin sei es die Kurzarbeit, die einen größeren Einbruch auf dem Arbeitsmarkt verhindere. Gegenwärtig hätten in Bayern 140.000 Betriebe für rund zwei Millionen Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 waren in ganz Deutschland maximal 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Eine der großen Firmen, die auf dieses Instrument zurückgegriffen haben, ist Wacker Chemie in Burghausen (Landkreis Altötting). Hier befinden sich weiterhin rund 1000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie lange diese noch anhalten wird, hinge davon ab, wie sich die Nachfrage in den einzelnen Bereichen entwickle, sagte ein Firmensprecher der Passauer Neuen Presse (PNP). Aktuell sind sowohl Mitarbeiter der Produktion, insbesondere in der Polysiliciumherstellung, als auch Mitarbeiter aus produktionsnahen und Verwaltungseinheiten betroffen.

Update, 8.38 Uhr - Bayern plant kostenlose Corona-Test für alle Freiwilligen

Im Hinblick auf die Verhinderung einer möglichen "zweiten Welle" plant die Bayerische Staatsregierung flächendeckende Corona-Tests für alle Freiwilligen im Freistaat. Dieses Vorhaben soll mit mehreren hundert Millionen Euro aus dem Steuertopf finanziert werden. "Klar ist: Diese Testungen sind zwar nicht billig, aber das Geld ist gut angelegt. Die wirtschaftlichen Folgen eines erneuten Lockdown wären für Bayern erheblich teurer", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dem Münchner Merkur.

Die SPD rechnet mit Kosten von rund einer halben Milliarde Euro, falls sich zehn Millionen bayerische Bürger testen lassen, signalisiert aber Unterstützung. "Flächendeckende Tests sind zur Eindämmung der Pandemie unerlässlich und können Leben retten", sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann. Möglichst alle niedergelassenen Ärzte in Bayern sollten Corona-Tests anbieten und durchführen, sagt Waldmann. 

Ab Montag: Neue Besuchsregeln für Altenheime und Kliniken

Ab dem kommenden Montag, 29. Juni, gelten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie neue Besuchsregeln in den bayerischen Pflege- und Altenheimen sowie in den Krankenhäusern. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) hingewiesen: "Es ist uns in Bayern in den vergangenen Wochen gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus wirkungsvoll einzudämmen und deutlich zu verlangsamen. Deshalb gehen wir den Weg der stufenweisen Erleichterungen konsequent weiter. So sind ab dem 29. Juni wieder mehr Besuche sowohl in den Pflege- und Altenheimen und Krankenhäusern als auch in den Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation sowie den Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen möglich." Den genauen Überblick über alle Maßnahmen gibt es HIER.

Die Ministerin erläuterte: "Die Besuchsbeschränkungen werden durch individuelle und passgenaue Schutz- und Hygienekonzepte der Einrichtungen ersetzt. Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium unterstützt dabei mit einem entsprechenden Hygiene-Rahmenkonzept, das konkrete Handlungsempfehlungen beinhaltet. In jedem Fall müssen die Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Außerdem muss der Mindestabstand von 1,5 Metern nach Möglichkeit durchgängig eingehalten werden."

mw/bcs/dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbildd)

Kommentare