News-Ticker zur Corona-Pandemie

Heftige Schelte: Söder wirft Berlin zu lasche Corona-Politik vor

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Wochenende, 4./5. Juli, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2814, Traunstein 1306, Berchtesgadener Land 324, Mühldorf 500, Altötting 602
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 15, Berchtesgadener Land 13, Mühldorf 0, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 218, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9010 Todesopfer in Deutschland (2600 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 20.06 Uhr - Söder wirft Berlin zu lasche Corona-Politik vor

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor Rückschlägen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, auch durch mangelnde Vorsicht und fehlendes Durchgreifen des Berliner Senats: "Die Pandemie macht an keinen Landesgrenzen halt", sagte Söder in einem Interview mit dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Großstädte mit ihrer Bevölkerungsdichte sind anders gefordert, zumal hier Liberalität und Freiheit besonders hoch geschätzt werden", betonte Söder. "Die steigenden Infektionszahlen und die sich häufenden Quarantänemaßnahmen sind der Beleg dafür." Er bekomme gerade auch aus Berlin Zuschriften von Bürgern, "die sich über die Unvernunft anderer beklagen".

Söder kritisierte eine Uneinigkeit im rot-rot-grünen Berliner Senat, was die Strenge der Maßnahmen betreffe. Sein Eindruck sei, dass Berlin mit Dilek Kalayci (SPD) eine sehr engagierte Gesundheitssenatorin habe. Aber bei den Ministerpräsidententreffen "war Berlin immer an vorderster Front der Lockerer", kritisierte Söder mit Blick auf den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Update, 17.30 Uhr - Kurve der Neuinfektionen steigt in Bayern deutlich an

Ist das eine gefährliche Trendumkehr in Bayern - oder nur eine harmlose statistische Abweichung? In den vergangenen sieben Tagen wurden im Freistaat erstmals wieder mehr Corona-Fälle gemeldet als in der Woche zuvor. Laut Robert-Koch-Institut gab es einen Anstieg bei den Neuinfektionen von +46,5 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Aktuelle Corona-Brennpunkte im Freistaat insbesondere die Landkreise Dingolfing-Landau und Starnberg. Allerdings sind diese Landkreise noch weit vom bayerischen Frühwarnwert entfernt, der bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt.

Update, 15.37 Uhr - WHO verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen

Weltweit gesehen steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie immer weiter an. So meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Wochenende einen Rekord.

Binnen 24 Stunden seien 212.326 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus Sara-CoV-2 gemeldet worden (Stand 4.7. 10 Uhr), hieß es in einem WHO-Bericht. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus ist hingegen seit Anfang Mai vergleichsweise stabil.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden dabei in Nord- und Südamerika (129.772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien. Grund für steigende Infektionszahlen können sowohl ein tatsächliches Plus an Ansteckungen als auch umfangreichere Tests sein.

Insgesamt geht die WHO bisher von mehr als 11 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit sowie von mehr als 523.000 Todesfällen aus. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (mehr als 2,7 Millionen), Brasilien (mehr als 1,5 Millionen) und Russland (mehr als 674.000) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt. Unter den europäischen Ländern hat Großbritannien mit mehr als 284.000 Fällen derzeit die meisten Infektionen.

Update, 13.31 Uhr - Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

Update, 11.33 Uhr - Dritten Tag in Folge mehr als 100 neue Corona-Fälle in Österreich

Den dritten Tag in Folge sind in Österreich mehr als 100 Coronavirus-Neuinfektionen hinzugekommen. Von Samstag auf Sonntag stieg die Zahl wieder um 115, genau wie bereits von Freitag auf Samstag. In Salzburg sind drei neue Fälle hinzugekommen. Die Zahl der Infizierten liegt damit bei 28.

Mit Stand Sonntagvormittag gab es somit 959 aktiv am Coronavirus-Erkrankte in Österreich, so die Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium. Laut Innenministerium wurden bisher 18.280 Personen positiv getestet. 706 Personen sind bisher an Covid-19 gestorben, 16.615 gelten als genesen. Am Sonntag befanden sich 72 Menschen im Krankenhaus, zehn auf der Intensivstation.

Update, 10.40 Uhr - Seehofer fordert kostenfreie Corona-Tests für alle

Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürwortet Innenminister Horst Seehofer bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle, wie sie in Bayern bereits geplant sind. "Markus Söder hat recht", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land."

Bayern hatte als erstes und bisher einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Es will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden, etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört. Spahn ist gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests. Er warnt vor falscher Sicherheit, weil Testergebnisse immer nur etwas über den Zeitpunkt des Abstrichs aussagen.

Seehofer sagte, bundesweit könne die Kosten solcher Teste "nur der Bund primär übernehmen". Er erklärte: "Die Krankenversicherungsbeiträge sollen ja nicht steigen, das haben wir im Konjunkturpaket beschlossen."

Update, 8.53 Uhr - Erstes Bundesland will Maskenpflicht in Geschäften abschaffen

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der "Welt am Sonntag". Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird.

"Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen", sagte der Wirtschaftsminister. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. "Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen", sagte der CDU-Politiker. "Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel."

Auch andere Länder erwägen Abschaffung der Maskenpflicht

Auch andere Bundesländer prüfen dem Bericht zufolge die Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften. "Wir schauen uns gerade an, ob wir beim Einkaufen auf die Maskenpflicht verzichten können", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) der "WamS".

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sprach sich dafür aus, die Pflicht in eine Empfehlung umzuwandeln. "Die Maskenpflicht signalisiert eine Gefahr, die es angesichts der regelmäßigen Abstände in großen Teilen des Einzelhandels nicht gibt", sagte er.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hält eine Änderung mittelfristig für denkbar. "Wir müssen darüber diskutieren, ob die Maskenpflicht im Handel dort zurückgenommen werden kann, wo es möglich ist, Abstand zu halten", sagte sie der "WamS".

In Schleswig-Holstein will die Landesregierung "die aktuelle Lage Anfang August bewerten und auf das Infektionsgeschehen angepasste Maßnahmen umsetzen", teilte das Gesundheitsministerium mit. Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) will das Thema nach eigenen Angaben im Senat diskutieren.

Update, 7.13 Uhr - RKI: Rund 5600 aktive Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 5600 aktive Corona-Fälle. Das RKI meldet 239 Neuinfektionen, damit steigt die Gesamtzahl auf 196.335. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um zwei auf 9012 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 181.700, rund 300 mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Update, 19.20 Uhr - Österreicher führen "Corona-Ampel" ein

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in unserem Nachbarland Österreich lag am Samstag wiederholt über 100, wie "oe24.at" berichtet. Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte indes an, eine Corona-Ampel einführen zu wollen. "Diese soll der Bevölkerung auf den ersten Blick - ähnlich der Lawinenwarnungen - vermitteln, wie hoch das Corona-Risiko auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesländern jeweils aktuell ist."

Die Einführung ist im Herbst geplant, speziell im Hinblick auf zu erwartende große Herausforderungen. "Ein einfaches vierstufiges Schema von Rot über Orange und Gelb bis Grün soll auf wissenschaftlicher Basis und wissenschaftlicher Kriterien automatisiert die aktuelle Corona-Lage sichtbar machen und auch definieren, wann Zusatzmaßnahmen erforderlich sind, und wann Maßnahmen gelockert werden können. Derzeit prüfen Fachexperten verschiedene Umsetzungsvarianten", hieß es in einer Aussendung.

Update, 15.14 Uhr - "Diesen Impfstoff wird es nicht geben"

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erwartet kein schnelles Ende der Corona-Pandemie durch einen Impfstoff. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, "dass wir nächstes Jahr einen Superimpfstoff haben, der allen in kürzester Zeit gegeben werden kann und ein Leben lang schützt", sagte Schmidt-Chanasit der "Frühstart"-Redaktion von RTL/ntv. "Diesen Impfstoff wird es nicht geben und schon gar nicht nächstes Jahr."

Wahrscheinlicher sei es, dass es mehrere Impfstoffe geben werde, die "mehr oder weniger gut" funktionierten. Diese würden zwar dabei helfen, unser Leben besser zu machen, aber nicht das Virus aus unserem Alltag verbannen. "Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben", sagte der Virologe, der am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg forscht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden zurzeit eine Reihe von Impfstoffen am Menschen getestet. Viele dieser Kandidaten werden sich nicht durchsetzen, schätzt Schmidt-Chanasit mit Blick auf die geringe Prozentzahl der Impfstoffe in Testverfahren, die im Schnitt Marktreife erlangen. Unter Idealbedingungen könne es frühestens im nächsten Jahr einen Impfstoff geben.

Update, 13.21 Uhr - Freundin von Trump-Sohn positiv auf Corona getestet

Die Freundin des US-Präsidentensohns Donald Trump Jr., Kimberly Guilfoyle, hat sich Medienberichten zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Nach dem positiven Testergebnis sei sie sofort isoliert worden, zitierten US-Medien am Freitag (Ortszeit) Sergio Gor, Finanzausschuss-Stabschef des Wahlkampfteams von Präsident Trump. Guilfoyle sammelt Spenden für Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt. "Es geht ihr gut", hieß es weiter. Da sie keine Symptome zeige, soll sie erneut getestet werden, um sicherzustellen, dass das Ergebnis korrekt gewesen sei.

Ihr Freund, Donald Trump Jr., ist demnach negativ auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Beide hätten aber alle anstehenden öffentlichen Veranstaltungen vorerst abgesagt.

Laut US-Medien war Guilfoyle mit Trump Jr. in den Bundesstaat South Dakota gereist, um der Rede des Präsidenten am Freitag am Nationaldenkmal von Mount Rushmore beizuwohnen. Sie habe aber nicht das Gefolge des Präsidenten getroffen und soll bislang die einzige Person in der Gruppe gewesen sein, die positiv getestet wurde.

Update, 11.49 Uhr -  RKI: Rund 5700 aktive Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 5700 aktive Corona-Fälle.

Das RKI meldet 422 Neuinfektionen, damit steigt die Gesamtzahl auf 196.096. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um sieben auf 9010 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 181.300, rund 400 mehr als am Vortag.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.807

+36

190

1,7

1.837

Bayern

48.655

+68

373

2,9

2.600

Berlin

8.393

+48

224

6,0

214

Branden­burg

3.459

+9

29

1,2

167

Bremen

1.675

0

16

2,3

53

Hamburg

5.217

+5

24

1,3

260

Hessen

10.918

+24

166

2,6

511

Mecklenburg-Vor­pommern

804

1

5

0,3

20

Nieder­sachsen

13.647

+15

150

1,9

635

Nord­rhein-West­falen

43.853

+193

1.138

6,3

1.688

Rhein­land-Pfalz

7.080

+12

103

2,5

235

Saarland

2.805

0

4

0,4

174

Sachsen

5.458

+5

16

0,4

224

Sachsen-Anhalt

1.880

+2

12

0,5

59

Schles­wig-Holstein

3.178

+2

30

1,0

152

Thüringen

3.267

+2

18

0,8

181

Gesamt

196.096

+422

2.498

3,0

9.010

Update, 10.06 Uhr - Kein Coronafall in Traunsteiner Fleischbetrieben

Nach dem massenhaften Coronaausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen hat der Landkreis Traunstein erneut Coronatests in den regionalen Fleischbetrieben durchgeführt.

Wie Landrat Siegfried Walch in einer Videobotschaft sagte, seien insgesamt 400 Mitarbeiter verschiedener Großbetriebe getestet worden (u.a. des Schlachthofes Traunstein und der Südbayerischen Fleischwaren GmbH). Kein einziger Coronatest sei positiv ausgefallen. Walch lobte die große Kooperationsbereitschaft der Unternehmen und sprach von einem guten Vertrauensverhältnis zwischen den Betrieben der Fleischbranche und dem Landkreis.

Bereits Mitte Mai hatte der Landkreis im großen Stil Coronatests im Schlachthof Traunstein durchgeführt – nach Angaben von Walch ebenfalls ohne positive Befunde, also keine Infektionen mit dem Coronavirus.

Update, 8.44 Uhr - Aktivisten besetzen Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück

In Rheda-Wiedenbrück (NRW) haben mehrere Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt. 30 Aktivisten hätten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen sowie die Hauptzufahrtsstraße blockiert, erklärte das Bündnis. Die Polizei in Bielefeld bestätigte der Nachrichtenagentur AFP einen Einsatz an dem Werk. Alles verlaufe "bislang friedlich", sagte ein Polizeisprecher.

Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war. Die Teilnehmer entrollten nach eigenen Angaben ein Transparent mit der Aufschrift "Shut down Tierindustrie" vom Dach des Werkes. Auf der Zufahrtsstraße hätten sich mehrere Menschen aneinandergekettet. Für 11.30 Uhr ist außerdem eine Kundgebung vor dem Schlachthof angemeldet, wie es in einer Pressemitteilung des Bündnisses heißt.

Gaststättenverband fordert weitere Corona-Lockerungen

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert weitere Corona-Lockerungen für die Gastronomie. "Wir fordern Öffnungsperspektiven für alle - auch für die Schankwirtschaft", sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in München. "Auch Clubs und Diskotheken können unsere funktionierenden Hygienekonzepte einhalten."

Es sei "nicht nachvollziehbar, warum man im privaten Umfeld mit einer unbegrenzt großen Anzahl an Personen feiern darf, in der Diskothek aber nicht", sagte er. Er forderte die Staatsregierung darum auf, Betreibern wenigstens das Ausrichten privater Feiern zu erlauben. Ein reduzierter Umsatzsteuersatz sei gut und schön. "Aber man muss den Betreibern auch ermöglichen, überhaupt Umsatz zu machen."

Ein großes Thema für Hotels seien Tagungen und Veranstaltungen. Dadurch, dass ein Sicherheitsabstand zwischen den Teilnehmern gewährleistet werden müsse, sei das für viele Betreiber nicht rentabel. "Und es ist auch nicht nachzuvollziehen. Im Tagungsraum müssen die Teilnehmer weit auseinander sitzen und in der Kaffeepause drängen sie sich zu zehnt um einen Stehtisch", sagte Geppert. Er forderte außerdem, die Maskenpflicht in Gaststätten - zumindest im Außenbereich - abzuschaffen, um beispielsweise Kellner bei den warmen Sommertemperaturen zu entlasten. Er begrüße das vorsichtige Vorgehen der Staatsregierung, betonte er. "Aber wir erleben in dieser atmenden Strategie gerade eher ein Luftanhalten."

mh/dp/dpa

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