News-Ticker zur Corona-Pandemie

Söder will erlaubte Besucherzahlen für Kunst und Kultur verdoppeln

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Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Mittwoch, 8. Juli, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2814, Traunstein 1306, Berchtesgadener Land 323, Mühldorf 500, Altötting 602
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 2, Berchtesgadener Land 8, Mühldorf 0, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 218, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9036 Todesopfer in Deutschland (2607 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 21.31 Uhr - Söder will erlaubte Besucherzahlen für Kunst und Kultur verdoppeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der kommenden Woche die in der Corona-Krise zulässigen Besucherzahlen für Kunst- und Kulturveranstaltungen verdoppeln. "Wir werden nächste Woche vorschlagen, das für die Kultur nochmals zu verdoppeln, auf 200 innen und 400 außen; allerdings mit Vorgaben, weil wir das anders nicht machen können", sagte der CSU-Chef am Mittwochabend bei einem Auftritt im BR-Fernsehen.

Erst in dieser Woche hatte das Kabinett die Begrenzungen für Besucherzahlen in dem Bereich auf 100 in Innenräumen und 200 in Außenbereichen erhöht. Die Entscheidung muss das bayerische Kabinett treffen, dessen nächste Sitzung findet am Dienstag auf der Insel Herrenchiemsee statt. Zu der Sitzung wird auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

Update, 17.18 Uhr - Covid-19-Studien: Infektion bedeutet wohl nicht automatisch Immunität

In der Corona-Pandemie hoffen viele Menschen auf Immunität - nach überstandener Infektion oder durch eine bald verfügbare Impfung. Beides könnte das Immunsystem gegen den Erreger wappnen und Menschen vor der Krankheit Covid-19 schützen. Nun aber deuten viele Studien darauf hin, dass gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind.

Zwar ist noch unklar, was das für eine mögliche Immunität bedeutet. Doch die Beobachtungen wecken Zweifel an der Aussagekraft von Antikörper-Tests und an den derzeit diskutierten Immunitätspässen. Auch für die Entwicklung eines Impfstoffs wäre ein möglichst genaues Verständnis der Immunantwort auf Sars-CoV-2 zentral.

Die Immunantwort scheint bei Menschen uneinheitlich auszufallen. Grundsätzlich kann das Immunsystem etwa mit sogenannten T-Zellen auf Krankheitserreger reagieren. Manche T-Zellen aktivieren B-Zellen, die dann Antikörper bilden. Antikörper binden an bestimmte Merkmale von Erregern und können diese so inaktivieren.

Auf den ersten Blick scheint das Vorhandensein spezieller Antikörper ein guter Hinweis auf eine frühere Infektion zu sein. Allerdings fand eine Untersuchung des Universitätsspitals Zürich bei Menschen mit milden oder asymptomatischen Verläufen keine sogenannten IgG-Antikörper im Blut. Diese sind wichtig für das Immungedächtnis - damit das Immunsystem bei erneutem Kontakt mit dem Erreger stärker und schneller reagiert. Die Studie ist bislang nur ein Preprint - ist also weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal publiziert.

Eine weitere als Preprint veröffentlichte Untersuchung des Lübecker Gesundheitsamts fand bei 30 Prozent von 110 Corona-Infizierten mit ebenfalls höchstens mäßigen Covid-19-Symptomen keine Antikörper. Und im Fachblatt "Nature Medicine" berichten Forscher aus China, dass bei Infizierten ohne Symptome die Antikörper-Konzentration im Blut bereits nach kurzer Zeit deutlich sank.

Solche Studien lassen die Aussagekraft von Antikörper-Massentests, die das Ausmaß der Corona-Infektionswelle in der Bevölkerung klären sollen, fraglich erscheinen. Zudem könnte eine durch Antikörper gegebene Immunität bei vielen Sars-CoV-2-Infizierten schon nach kurzer Zeit wegfallen.

Entsprechend skeptisch sieht Thomas Jacobs vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) die Einführung von Immunitätspässen für Menschen, die eine Infektion mit Sars-CoV-2 hinter sich haben. Wissenschaftlich ist ohnehin nicht gesichert, dass die Präsenz von Antikörpern automatisch vor einer erneuten Infektion schützt. "Wir wissen generell noch nicht genau, wie Antikörper schützen", stellt der Immunologe fest.

Studien zu anderen Coronaviren weisen darauf hin, dass eine erneute Sars-CoV-2-Infektionen komplett verhindernde Immunität vielleicht nur einige Monate bestehen bleibt, wie der Virologe Shane Crotty vom La Jolla Institute of Immunology in Kalifornien dem Fachmagazin "Nature" erklärte

Update, 16.16 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen weiterhin zwei aktive COVID-19-Fälle vor, berichtet das Landratsamt Traunstein in einer aktuellen Pressemitteilung. Die 7-Tage-Inzidenz liegt weiterhin bei 0,56. Am Mittwoch ist beim Staatlichen Gesundheitsamt keine Neuinfektion eingegangen. 

Damit liegen weiterhin insgesamt 1306 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten davon mindestens 1216 Personen.

Datum

weiblich

männlich

Gesamt

7 Tage-Inzidenz

08.07.20

662

644

1306

0,56

07.07.20

662

644

1306

0,56

Genesene

1216

Verstorbene

88

Aktive Fälle

2

Update, 15.26 Uhr - Forscher befürchten 208.000 Corona-Tote in den USA bis November

Bis November könnten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA insgesamt rund 208 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären fast 80 000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis November aber mit rund 163 000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. "Jene, die sich weigern, eine Maske zu tragen, bringen ihr Leben, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Gemeinschaften in Gefahr", erklärte Institutsdirektor Christopher Murray am Dienstag (Ortszeit).

Das Institut hatte Mitte Juni bereits mit rund 200 000 Toten bis Oktober gerechnet. Angesichts zeitweise fallender Infektionszahlen korrigierten die Forscher ihre Prognose dann auf rund 175 000 herab. Die erneute Erhöhung der Prognose war demnach dem starken Anstieg der Neuinfektionen im Süden der USA und dem Ausblick auf die Herbstmonate geschuldet, erklärte IHME. Im September und Oktober sei zu Beginn der Grippesaison mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Todeszahlen zu rechnen, hieß es.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA bislang knapp drei Millionen bekannte Coronavirus-Infektionen. Allein am Dienstag gab es demnach rund 60 000 Neuinfektionen, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Mehr als 131 000 Menschen starben in den USA bislang an oder im Zusammenhang mit einer Infektion.

Update, 14.43 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht im EU-Parlament

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Erhalt der Grundrechte wie Redefreiheit, Gleichberechtigung und religiöse Vielfalt zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erklärt. "Die Grundrechte, das ist das erste, was mir in der Ratspräsidentschaft am Herzen liegt", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im EU-Parlament. Sie seien das Fundament, auf dem Europa ruhe.

In der Corona-Pandemie seien die Grundrechte zum Teil eingeschränkt worden. Das sei ein sehr hoher Preis gewesen. Ihr selbst sei die Entscheidung dazu unendlich schwer gefallen. Merkel betonte aber auch: "Eine Pandemie darf nie Vorwand sein, um demokratische Prinzipien auszuhebeln."

Merkel war am Mittwoch auf ihrer ersten Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie in Brüssel, um dem Europaparlament ihre Ziele während der Ratspräsidentschaft vorzustellen. Deutschland hatte den Vorsitz der 27 EU-Länder am 1. Juli für sechs Monate übernommen.

Update, 13.44 Uhr - Weiteres österreichisches Bundesland verhängt Maskenpflicht

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21 Uhr bis 2 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankündigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien.

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

Update, 12.22 Uhr - Landkreis BGL korrigiert Zahlen nach unten

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land hat die Coronazahlen für den Landkreis nach unten korrigiert. Im Vergleich zum Vortag müsse ein Fall abgezogen werden, da ein im Landkreis positiv getestete Patient seinen Hauptwohnsitz nicht im Berchtesgadener Land habe, hieß es. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land sinkt somit auf 323 (Stand: 8. Juli, 10 Uhr). 

Die 7-Tage-Inzidenz für das Berchtesgadener Land sinkt ebenfalls auf 2,8. 291 Personen gelten als bereits wieder genesen. Derzeit befinden sich noch sieben Patienten in medizinischer Behandlung.

Update, 11.51 Uhr - Bayerns Abiturienten trotzen Corona - bessere Ergebnisse als 2019

Trotz aller Probleme infolge der Corona-Krise haben Bayerns Abiturienten heuer bessere Abiturergebnisse erreicht als im vergangenen Jahr. Die rund 35.000 Absolventen hätten einen Abiturschnitt von 2,25 erzielt, teilte das Kultusministerium in München mit. Zum Vergleich: 2019 lag der Notenschnitt bei 2,29, im Jahr davor bei 2,28.

"Ich freue mich sehr, dass die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten so tolle Ergebnisse erzielt haben. Wir haben unseren Unterricht im Vorfeld der Prüfungen ausschließlich auf die Kernfächer konzentriert: Das hat sich bezahlt gemacht", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Auch der Anteil der Spitzenabsolventen mit einem Notendurchschnitt von 1,0 lag den Angaben zufolge mit 2,61 Prozent sogar deutlich höher als in den vergangenen Jahren (2019: 2,24 Prozent, 2018: 2,38 Prozent). Generell hätten mit 97,46 Prozent ähnlich viele Schüler die Prüfungen bestanden wie in früheren Jahrgängen (2019: 96,21 Prozent, 2018: 96,59 Prozent).

Update, 11.17 Uhr - Nach Brutalo-Attacke: Busfahrer in Frankreich tot

Der französische Busfahrer, der am Sonntagabend von einer Gruppe junger Männer in einem Bus in der südwestfranzösischen Stadt Bayonne auf brutalste und schockierende Art und Weise niedergeprügelt worden war, ist tot. Der Mann, der seine Ehefrau und drei erwachsene Töchter hinterlässt, starb jetzt in einem Krankenhaus, wie ein Freund via Twitter bekannt gab: "Der 58-jährige Philippe starb, nachdem er von 'jungen Männern' geschlagen worden war..."

Nach der Attacke gab es fünf Festnahmen. In Frankreich sind Schock und Entsetzen jedoch weiterhin groß. Philippe M. hatte der Gruppe die Mitfahrt in seinem Bus verweigern wollen, weil sie zum einen keine Masken tragen wollten und zum anderen keine gültigen Fahrscheine gehabt hätten, hieß es.

Update, 9.56 Uhr - Aktuelle Zahlen des RKI

Den Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge gibt es in Deutschland noch rund 5200 aktive Corona-Fälle. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 397 Neuinfektionen. Damit haben sich seit Beginn der Krise 197.

341 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 angesteckt. 9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach – das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 183.100 Menschen haben die Infektion nach Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.890

+28

168

1,5

1.837

Bayern

48.953

+101

452

3,5

2.607

Berlin

8.502

+40

226

6,0

215

Branden­burg

3.476

+8

31

1,2

168

Bremen

1.679

0

12

1,8

54

Hamburg

5.224

+1

19

1,0

261

Hessen

11.012

+27

190

3,0

512

Mecklenburg-Vor­pommern

805

0

1

0,1

20

Nieder­sachsen

13.748

+17

146

1,8

639

Nord­rhein-West­falen

44.306

+148

930

5,2

1.696

Rhein­land-Pfalz

7.100

+6

64

1,6

235

Saarland

2.808

+2

5

0,5

174

Sachsen

5.465

+6

13

0,3

224

Sachsen-Anhalt

1.896

+2

21

1,0

59

Schles­wig-Holstein

3.194

+5

34

1,2

153

Thüringen

3.283

+6

27

1,3

182

Gesamt

197.341

+397

2.339

2,8

9.036

Update, 8.56 Uhr - Coronafall in Tiroler Hotel - Behörden warnen 

Im Hotel "Bräuwirt" in Kirchberg in Tirol, unweit der Grenze zur Region nach Bayern, gibt es seit Dienstag, 7. Juli, einen bestätigten Coronafall. Wie das Land Tirol in einer Pressemeldung bekannt gab, suchte die betroffene Person, eine Servicekraft des Hotels, am Sonntag, 5. Juli, mit grippeähnlichen Symptomen ein Krankenhaus auf und wurde dort umgehend auf Corona getestet und stationär aufgenommen. 

Wie erste Ermittlungen ergaben, soll die Betroffene bereits am vergangenen Donnerstag erste Symptome verspürt haben, aber trotzdem zunächst weiter zur Arbeit gegangen sein.  Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat die Tiroler Gesundheitsbehörde einen öffentlichen Aufruf gestartet: Alle Personen, die sich am 30. Juni, 1. Juli oder 5. Juli, jeweils im Zeitraum zwischen 15 Uhr und 22 Uhr, als Tagesgäste im Hotel aufgehalten haben, sollen besonders auf ihr Befinden achten und bei Auftreten von grippeähnlichen Symptomen umgehend die Gesundheitshotline (Telefonnummer in Österreich: 1450) anrufen oder ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren.

Update, 7.50 Uhr - USA treten aus WHO offiziell aus

Was Präsident Donald Trump längst angekündigt hatte, ist nun offiziell: Die Vereinigten Staaten von Amerika treten mitten in der Corona-Pandemie - am Dienstag waren landesweit binnen 24 Stunden 60.000 Neu-Infektionen gemeldet worden - aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Die Vereinten Nationen (UN) und die WHO bestätigten den Eingang einer entsprechenden Erklärung. 

Die Meldung des Austritts, der am 6. Juli 2021 wirksam werde, sei UN-Generalsekretär António Guterres übermittelt worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Trump hatte den Schritt Ende Mai angekündigt. Er wirft der UN-Sonderorganisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen. Die WHO will nun prüfen, ob die "Konditionen" für einen solchen Austritt erfüllt seien. Die USA sind seit dem 21. Juni 1948 Mitglied der WHO.

Update, 6.54 Uhr - AfD-Abgeordneter tritt mit Gasmaske ans Rednerpult

Nachdem die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag mit ihrem Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Maximilianeum vor dem Verwaltungsgericht München gescheitert ist, hat ein Mitglied der Fraktion am Dienstagnachmittag im Plenum für einen Skandal gesorgt. Landtags-Vizepräsident Alexander Hold (Freie Wähler) entzog dem AfD-Abgeordneten Stefan Löw das Rederecht, weil dieser sich eine Gasmaske aufgesetzt hatte und damit ans Rednerpult trat

Hold hielt dem ehemaligen Polizisten aus der Oberpfalz vor, den Landtag lächerlich machen zu wollen, und forderte ihn mehrfach auf, die Gasmaske abzusetzen. Er gebe ihm "drei Sekunden Zeit", dies zu tun. Aus den drei Sekunden wurden letztlich 123, ehe Hold ihm endgültig das Rederecht entzog und zum nächsten Redner überleitete.

Ansonsten hielten sich die meisten AfD-Abgeordneten an die Maskenpflicht. Einzig der Abgeordnete Markus Bayerbach muss wegen eines vorliegenden Attests keine Maske tragen und verzichtete daher auf einen Infektionsschutz vor Mund und Nase, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete.

Mit Gasmaske am Rednerpult: Dem AfD-Politiker Stefan Löw wurde wegen dieses Affronts das Rederecht entzogen

397 neue Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (News-Ticker Dienstag, 7. Juli). Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.341 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert (Stand: 8. Juli, 0 Uhr). 9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben bislang in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Montag hatten etwa 182.700 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,81 (Stand: 7. Juli; Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,84 (Stand: 7. Juli; Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mw/mh/dpa

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