News-Ticker zur Corona-Pandemie

522 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Österreich führt Maskenpflicht teilweise wieder ein

Coronavirus - Österreich
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Coronavirus in Österreich: Kanzler Kurz 

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Dienstag (21. Juli) im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2836, Traunstein 1310, Berchtesgadener Land 342, Mühldorf 511, Altötting 604
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 4, Berchtesgadener Land 10, Mühldorf 10, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9090 Todesopfer in Deutschland (2613 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 19.39 Uhr - 522 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 522 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202 345 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 21.7., 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9090 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Bis Dienstagmorgen hatten 188 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.7., 0 Uhr, in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

dpa

Update, 17 Uhr - Staatsregierung beschließt Einrichtung von Pandemie-Zentrallager

Die bayerische Staatsregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung die Errichtung eines „Pandemiezentrallagers“ beschlossen. Dieser Beschluss bestätigt Forderung des BRK vom April 2020 nach mehr Investition in den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. 

Hier hatte BRK-Präsident Zellner unter anderem die Errichtung von dezentralen Materialvorhaltungen gefordert. „Das ist ein wichtiger Schritt, um sich in globalen Krisen- und Katastrophensituationen unabhängig zu machen und sich von Marktabhängigkeiten zu befreien.“, so BRK-Präsident Theo Zellner. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass herkömmliche Beschaffungswege schnell der Krise zum Opfer fallen.“

„Die Expertise, die das Rote Kreuz im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz hat, sollte in diesen Planungen bedacht und einbezogen werden. Das BRK steht dem Freistaat Bayern gerne zur Seite und bringt praxisnahe Erfahrungswerte in die Entwicklung und Errichtung eines Materiallagers ein.“, so Zellner.

Das BRK hat für die bayerischen Hilfsorganisationen zu Hochzeiten der Corona-Pandemie durch eigene Beschaffungsanstrengungen rund 27 Mio. Euro für die Beschaffung von Schutzausrüstung aufgewendet. Um die Refinanzierung dieser Beschaffungen zu erlangen steht das BRK in Gesprächen mit dem Freistaat Bayern und den bayerischen Krankenkrassen.

Pressemeldung Bayerisches Rotes Kreuz

Update, 15.55 Uhr - Keine Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit vier aktive COVID-19-Fälle vor. Am Dienstag sind beim Staatlichen Gesundheitsamt keine Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1310 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1218 Personen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1,69.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit zwei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf Normalstation behandelt

Update, 15.36 Uhr - Comeback der Maskenpflicht in Österreich

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer informierten am Dienstagnachmittag über Aktuelles zum Coronavirus. 

So wird am kommenden Freitag in bestimmten Bereichen unseres Nachbarlandes die Maskenpflicht wieder eingeführt. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt dann im Lebensmitteleinzelhandel, in Supermärkten, Banken und der Post. Dies gab Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt. 

Strenger gehandhabt werden auch die Regeln an Österreichs Grenzen. Eine Einreise aus Risikogebieten ist ab Freitag nur noch mit einem negativen PCR-Test aus zertifizierten Laboren möglich.

Des Weiteren drängt man Kirchen und Religionsgemeinschaften mit Bezug zu Risikogebieten im Ausland zu einer generellen Maskenpflicht. Sollten hier Neuinfektionen auftauchen, werde man die Einrichtung vorübergehend wieder schließen.

Österreich reagiert mit diesen Maßnahmen auf die gestiegenen Infektionszahlen. "Das Virus macht keine Sommerpause", erklärte Vizekanzler Kogler während der Pressekonferenz.

Update, 13.50 Uhr - Ab September kein Kita-Verbot mehr für Kinder mit Schnupfen

Kinder mit Schnupfen und laufender Nase sollen nach den Sommerferien nicht mehr automatisch vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden. Erzieher sollen rechtzeitig zum geplanten Start des Kita-Regelbetriebs am 1. September einen Leitfaden an die Hand bekommen, in welchem Fall die Kinder nach Hause geschickt werden sollten und wann sie bleiben dürfen. Das kündigte Sozialministerin Carolina Trautner in München an. 

Man wolle hier "gutes Augenmaß bewahren", betonte die Ministerin - sonst wären die Kindergärten zum Start der Erkältungswelle im Herbst zur Hälfte leer. Eine noch schnellere Änderung der aktuell geltenden Leitlinien lehnte die Ministerin aber ab - im Moment seien die derzeitigen Regelungen "absolut vertretbar".

Alle weiteren Infos zur Kabinettssitzung lest Ihr hier.

Update, 13.35 Uhr - Regelbetrieb in Kitas ab 1. September geplant

Kitas und Horte in Bayern sollen zum 1. September wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen - wenn es die Corona-Lage in Bayern zulasse. Das führt Familienministerin Carolina Trautner aus. 

Wie für die Schulen gebe es auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen ein Drei-Stufen-Modell - nach Infektionsgeschehen: Stufe 1 entspreche dem Regelbetrieb bei stabilem Infektionsgeschehen. Bei steigenden Corona-Zahlen sollen Einschränkungen vorrangig lokal begrenzt erfolgen. Dabei soll nach Angaben von Trautner ein eingeschränkter Betrieb möglich bleiben, jedoch mit reduzierten Gruppengrößen

Bei einer starken Verschlechterung des Infektionsgeschehens soll Stufe 3 in Kraft treten: Dann soll eine Notbetreuung in einer Art "Baukastensystem" in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen angeboten werden.

Update, 13.24 Uhr - Huml: Bayerisches Pandemie-Zentrallager beschlossen

Testzentren sollen auf kommunaler Ebene wieder möglich sein, berichtet Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Regierung unterstütze die Kommunen mit bis zu 50 Prozent der Kosten. Melanie Huml wies darauf hin, dass kommende Woche die Ergebnisse von Reihentests in bayerischen Schlachthöfen zu erwarten sind. Bislang deute sich keine beunruhigende Tendenz an.

Weiterhin beschloss das bayerische Kabinett heute die Einrichtung eines bayerischen Pandemie-Zentrallagers. Darin soll laut Gesundheitsministerin Melanie Huml wichtiges Material für einen Zeitraum von sechs Monaten bereitgehalten werden. Damit soll vor allem der Abriss der Grundversorgung, wie es am Anfang der Corona-Pandemie der Fall gewesen sei, vermieden werden. Wo das Zentrallager entstehen wird, sei noch nicht fix - aktuell werde ein geeignetes Objekt gesucht.

Update, 13.12 Uhr - Corona-Lage in Bayern weiter stabil

Staatskanzleichef Florian Herrmann eröffnet die Pressekonferenz mit einem Bericht zur aktuellen Lage in Bayern. Das Infektionsgeschehen sei weiterhin stabil. Aktuell würden ca. 20.000 Tests pro Tag durchgeführt - 0,4 bis 0,6 Prozent dieser Tests seien positiv - Anfang Mai habe dieser Anteil noch etwa sechs Prozent betragen.

Eine weitere positive Nachricht sei, dass es in den letzten Tagen keine Todesfälle mehr gegeben hätte. Aus den Senioreneinrichtungen habe sich das Infektionsgeschehen zurückgezogen. Unterm Strich sei allerdings festzuhalten, dass "wir weiterhin noch mitten in der Pandemie stecken". Es sei wichtig, die aktuellen Maßnahmen weiterzuführen, um die Lage stabil zu halten.

Die Corona-Maßnahmen der Staatsregierung würden nach Angaben von Herrmann zuletzt durch mehrere Gerichtsentscheidungen gestützt. Seit 14. Juli seien vier Entscheidungen gefallen, bei denen die Linien und Verordnungen der Staatsregierung der gerichtlichen Überprüfung standgehalten hätten. Darunter seien zwei Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs zu Bars und Kneipen gewesen, die den Fahrplan der Regierung rechtlich bestätigt hätten.

Update, 12.16 Uhr - Wie geht es weiter für Kita-Kinder mit Schnupfen? PK 13 Uhr

Aktuell findet die vorletzte Sitzung des bayerischen Kabinetts vor der Sommerpause statt. Mittelpunkt ist erneut die Corona-Krise. Eines der Haupt-Themen heute: Wie geht es ab Herbst mit Kindern weiter, die einen leichten Schnupfen haben? Derzeit dürfen Kinder auch bei leichten Erkältungssymptomen nicht in ihre Kita. Eltern befürchten daher, dass sie im Herbst ihre Kinder wochenlang nicht in die Kita schicken können, selbst wenn die Corona-Lage stabil sein sollte.

Über die wichtigsten Ergebnisse der Kabinettssitzung informieren im Anschluss Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Familienministerin Carolina Trautner.

rosenheim24.de berichtet live von der Pressekonferenz um 13 Uhr.

Update, 11.28 Uhr - Kommt die "Maskenpflicht-Neu" für ganz Österreich? PK um 15 Uhr

Die Regierung von Österreich wird am Dienstagnachmittag weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bekanntgeben. Erwartet wird etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht. Für 15 Uhr ist eine Pressekonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) angekündigt.

Nachdem Kurz wegen eines Anstiegs der Corona-Infizierten vor dem Wochenende Beratungen zur Maskenpflicht angekündigt hatte, wurde mit der Entscheidung über erneute Verschärfungen eigentlich schon für die vergangenen Tage gerechnet. Kurz weilte aber wegen des ausgedehnten EU-Gipfels in Brüssel. Es gehe nicht nur um eine Einzelentscheidung, "es werden mehrere Maßnahmen notwendig sein", sagte Kurz am Dienstag nach dem Gipfel in Brüssel.

Update, 10.41 Uhr - Seehofer glaubt an Fußballspiele mit Fans im Herbst

Bundesinnenminister Horst Seehofer macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadien zur neuen Saison. "Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann – wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt", sagte der in der Regierung für den Sport zuständige CSU-Politiker unserem Partnerportal "Münchner Merkur". Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen den Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können.

Seehofer vertraut dabei auf die Liga und den Verband. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auf die DFL und den DFB Verlass ist", sagte er. "Im Herbst könnte das wieder anlaufen. Natürlich nicht mit einer ausverkauften Arena, aber man kann sich Schritt für Schritt steigern. Das Virus schlägt dort zu, wo die Regeln nicht eingehalten werden."

Update, 9.53 Uhr - Gibt es weitere Lockerungen in Bayern? PK um 13 Uhr

Die Corona-Krise steht auch heute wieder im Mittelpunkt der Sitzung des bayerischen Kabinetts. Genaue Themen-Schwerpunkte sind aktuell noch nicht bekannt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Sitzung erläutern Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Familienministerin Carolina Trautner um 13 Uhr.

rosenheim24.de wird wie gewohnt live berichten!

Update, 9.31 Uhr - Wuhan-Studie bringt Hoffnung

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. 

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

Update, 8.08 Uhr - Plötzlicher Masken-Sinneswandel bei Trump

Sinneswandel bei Donald Trump: Der US-Präsident hat am Montag das Tragen von Masken als "patriotisch" bezeichnet, nachdem er sich monatelang vom Mund- und Nasenschutz als Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie distanziert hatte. "Wir sind vereint in unserem Bemühen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen, und viele Menschen sagen, es sei patriotisch, eine Maske zu tragen, wenn man sich sozial nicht distanzieren kann", schrieb Trump auf Twitter und fügte hinzu: "Es gibt niemanden, der patriotischer ist als ich, Ihr Lieblingspräsident!"

Dazu veröffentlichte Trump ein Bild, dass ihn mit einer dunklen Maske mit dem Präsidenten-Siegel zeigt. Mit dem Tweet und dem Bild distanzierte sich Trump von seinen früheren Aussagen, in denen er unter anderem Masken als Symbole der Schwäche abtat. Sein Tweet blieb jedoch weit davon entfernt, die zunehmenden Forderungen nach einer landesweiten Pflicht zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit zu unterstützen.

Inmitten eines starken Wiederanstiegs von Corona-Infektionszahlen in vielen Staaten im Süden und Westen der USA ist Trump stark unter Druck geraten. Der US-Präsident kämpft um seine Wiederwahl am 3. November. Am 11. Juli zeigte er sich erstmals öffentlich mit einer Maske. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden hingegen trägt seit Monaten in der Öffentlichkeit einen Mund- und Nasenschutz.

Update, 7.16 Uhr - 522 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 522 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.345 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 21.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9090 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Bis Dienstagmorgen hatten 188.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 20.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,15 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 20.7., 0.00 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

EU-Gipfel: Einigung auf historisches Corona-Paket steht

Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro - davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Mit dem Finanzpaket will sich die Europäische Union gemeinsam gegen den historischen Wirtschaftseinbruch stemmen und den EU-Binnenmarkt zusammenhalten. Gleichzeitig soll in den Umbau in eine digitalere und klimafreundlichere Wirtschaft investiert werden. Dafür werden erstmals im großen Stil im Namen der EU Schulden aufgenommen, das Geld umverteilt und gemeinsam über Jahrzehnte getilgt.

Am Montag waren zwei der umstrittensten Einzelpunkte gelöst und damit der Weg zum Gesamtdeal freigemacht worden. Zum einen fand man nach tagelangem Streit einen Kompromiss zum Kern des Corona-Programms: Die sogenannten sparsamen Staaten akzeptierten, dass gemeinsame Schulden aufgenommen werden und das Geld als Zuschuss an EU-Staaten geht. Im Gegenzug willigten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ein, die Summe dieser Zuschüsse aus dem Corona-Programm von 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden zu verringern. Dazu kommen 360 Milliarden Euro, die als Kredit vergeben werden.

Der zweite Knackpunkt wurde dann am Montagabend geklärt: Man fand eine Formel zur Koppelung von EU-Geldern an die Rechtsstaatlichkeit, die alle 27 Staaten annahmen. Zuvor hatten sich Polen und Ungarn strikt gegen einen solchen Rechtsstaatsmechanismus gewehrt, zumal gegen beide Staaten Verfahren wegen Verletzung von EU-Grundwerten laufen. Mehrere andere EU-Staaten beharrten jedoch darauf, dass EU-Gelder gebremst werden, wenn gemeinsame Werte missachtet werden. Die Kompromissformel wurde von mehreren Staaten erarbeitet und in der Runde der 27 vom lettischen Regierungschef Krisjanis Karins vorgetragen.

Die Interpretation der Klausel war unterschiedlich. Während EU-Vertreter sie als wirksame Koppelung bezeichneten, zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP polnische Regierungsquellen mit der Einschätzung, die Koppelung sei gestrichen worden. Ungarische Medien feierten die Einigung als Sieg für Ministerpräsident Viktor Orban.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über die Einigung beim Corona-Krisengipfel der EU gezeigt. Es sei darum gegangen, Entschlossenheit zu zeigen. "Das war nicht einfach", sagte die CDU-Politikerin am Dienstagmorgen zum Abschluss des am Freitag begonnenen Gipfels in Brüssel. Für sie zähle aber, "dass wir uns am Schluss zusammengerauft haben".

mh/dpa

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