News-Ticker zur Corona-Pandemie

EU einigt sich auf Corona-Hilfen - 390 statt 500 Milliarden Euro - Kind in Reichenhaller Kindergarten positiv auf Corona getestet

EU-Sondergipfel zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise
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Belgien, Brüssel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron stehen am zweiten Tag des EU-Gipfels zusammen. Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union treffen sich, um über ein Finanz- und Krisenpaket in Höhe von insgesamt 1,8 Billionen Euro zu beraten.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Montag (20. Juli) im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2836, Traunstein 1310, Berchtesgadener Land 342, Mühldorf 511, Altötting 604
  • Aktive Fälle: Rosenheim 200, Traunstein 4, Berchtesgadener Land 10, Mühldorf 10, Altötting 2
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9086 Todesopfer in Deutschland (2613 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

19.59 Uhr - Kind im Kindergarten Leitererweg positiv auf Corona getestet

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Nachdem die Stadt Bad Reichenhall aus präventiven Gründen vergangenen Donnerstag den Kindergarten in der Zenostraße auf die Notbetreuung zurückgefahren hat, ist nun in einer anderen städtischen Kinderbetreuungseinrichtung ein zu betreuendes Kind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. In Reaktion hierauf hat zuständigkeitshalber das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land entschieden, die Kinder der betreffenden Kindergartengruppe im KiGa „Leitererweg“ in Quarantäne zu schicken.

Nach derzeitigen Erkenntnissen kann die andere Gruppe des baubedingt vorübergehend in Modulen untergebrachten Kindergartens im Betrieb fortgeführt werden, da eine ausreichende räumliche Trennung der Gruppen vorhanden war und somit keine erhöhte Ansteckungsgefahr für jene Kinder bestand und auch weiterhin nicht besteht.

Das betreuende Personal der städtischen Kindergärten wurde bereits am Freitag dringend ersucht, sich zur besseren Vorbeugung zeitnah einem vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales angebotenen Corona-Test zu unterziehen.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung wurde am Samstagnachmittag durch den zuständigen Sachgebietsleiter Thomas Gollinger über die aktuellen Entwicklungen im Kindergarten Leitererweg telefonisch verständigt und hat seinerseits den Stadtrat in adäquater Weise informiert. Er betont, dass kein Grund zur Angst bestehe und vonseiten der Stadt besonnen und umsichtig gehandelt werde, Gleiches gelte für die Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt: „Die derzeitige Lage erfordert ein entschlossenes und gleichzeitig umsichtiges Vorgehen. Wir handeln dabei in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt. Die Gesundheit der uns anvertrauten Kinder, aber auch die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dabei absolute Priorität. Auch wenn die Eltern die Sicherstellung der Betreuung – sicherlich auch zu Recht – hoch gewichten, so können und wollen wir doch in der Abwägung der widerstreitenden Interessen kein besonderes Risiko eingehen. Diesen Kurs haben wir mit der Entscheidung vom Donnerstag verfolgt, den Kindergarten Zenostraße vorübergehend wieder in den Notbetrieb zurückzuversetzen, und diesen Kurs verfolgt auch das Gesundheitsamt jetzt in Bezug auf die betreffende Gruppe des KiGa Leitererweg.“

Die Stadt Bad Reichenhall bittet daher um Verständnis für die im Sinne des Infektionsschutzes gebotenen Maßnahmen.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgaden

Update, 18.48 Uhr - EU einigt sich auf Corona-Hilfen

Die Mitgliedsländer der EU habe sich nach langen Verhandlungen auf die Höhe der Zuschüsse für die Corona-Hilfen verständigt. Statt der von Deutschland und Frankreich geforderten 500 Milliarden Euro sollen nur 390 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Das bestätigten EU-Vertreter beim EU-Gipfel in Brüssel.

Update, 17.30 Uhr - Landtag spendet eine Million Euro für wohltätige Zwecke

Wegen zahlreicher abgesagter Veranstaltungen in der Corona-Krise hat der bayerische Landtag eine Million Euro eingespart. Das Geld spendet er nun an soziale Einrichtungen im Land. Unter anderem waren im Juli der traditionelle Sommerempfang des Landtags auf Schloss Schleißheim und der Tag der offenen Tür ausgefallen. Wie der Landtag am Montag mitteilte, geht die Spende an Einzelprojekte des Vereins Sternstunden im gesamten Freistaat. Das Präsidium habe den Verein ausgewählt, weil er garantiere, dass alle Spenden ohne Abzug in Projekte ausgewählter und kontrollierter Träger investiert werden.

Am Mittwoch wollen Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Vizepräsident Karl Freller und Präsidiumsmitglied Gerhard Hopp die ersten Einrichtungen in Mittelfranken und in der Oberpfalz besuchen und die Einzelspenden übergeben. Unter anderem erhält die Rummelsberger Diakonie in Schwarzenbruck im Nürnberger Land 40 000 Euro, das heilpädagogische Zentrum der Lebenshilfe in Amberg-Sulzbach 45 000 Euro sowie der Beratungsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen im oberpfälzischen Amberg 20 000 Euro.

Mit dem Geld sollen die Einrichtungen ihre durch die Corona-Krise entstandenen höheren ungedeckten Mehrkosten ausgleichen. Vor allem sollen sie aber Kinder und ihre Familien noch besser unterstützen, die von der Corona-Krise massiv oder gar existenziell betroffen sind.

Update, 16.35 Uhr - Fünf weitere Corona-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Freitag fünf weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 342 (Meldestand: 20.Juli, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt auf 16.

Im Rahmen von Routine-Testungen wurden vier symptomfreie Personen als Corona-infiziert identifiziert. Eine weitere Person mit Symptomen wurde ebenfalls als Corona-positiv getestet. Diese fünf Personen werden entsprechend mit ihren direkten Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt und vom Gesundheitsamt betreut. Weitere Testungen sind geplant.

Da eine Person davon in engerem Kontakt mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum St. Zeno, einer Einrichtung des Landkreises Berchtesgadener Land, steht, schließt die Schule auf Empfehlung des Gesundheitsamtes vorsorglich. Zwei weitere Verdachtsfälle sind in Abklärung. Die Lehrerinnen und Lehrer sowie alle Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums werden nun schon zwei Tage früher als geplant in die Ferien geschickt. Das Gesundheitsamt hat alle engen Kontaktpersonen ermittelt.

Update, 16.15 Uhr - Die aktuellen Zahlen aus dem Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom 19. Juli einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 20. Juli, 14 Uhr). Dabei handelt es sich um einen Erwachsenen in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen des Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 511 bestätigte Fälle vor. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27. Die 7- Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 3,5.

Update, 15.45 Uhr: Zwei Neuinfektionen im Raum Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit vier aktive COVID-19-Fälle vor. Seit der letzten Lage-Pressemitteilung am Freitag, den 17. Juli sind beim Staatlichen Gesundheitsamt zwei Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1310 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1,69. Als genesen gelten weiterhin mindestens 1218 Personen. In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit zwei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf Normalstation behandelt.

Update, 15.07 Uhr - WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. "Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien", sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden." Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

"Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen", betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: "Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr."

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas Gedächtniszellen.

Update, 13.56 Uhr - Corona-Fall in Sonderpädagogisches Zentrum Zeno - Schule ab Dienstag geschlossen

Wegen eines positiven Corona-Falls und mehreren Verdachtsfällen muss das Sonderpädagogische Zentrum Zeno in Bad Reichenhall vorsichtshalber ab Dienstag (21. Juli) schließen. Das geht aus einer Mitteilung der Schule an die Eltern und Erziehungsberechtigten hervor, die bgland24.de vorliegt.

Im Wortlaut heißt es:

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land unsere Schule vorsichtshalber ab Dienstag, 21. Juli schließt.Dies ist eine präventive Maßnahme, da wir an der Schule einen positiven und mehrere Verdachtsfälle auf COVID-19 haben.

Aufgrund der letzten Schultage ist dies eine verhältnismäßige Entscheidung vom Gesundheitsamt, um kurz vor den Sommerferien keinen weiteren Hotspot zu riskieren. Da es sich um eine Schulschließung handelt, können und dürfen wir keine Notbetreuunganbieten. Wir bedauern dies sehr und wünschen Ihnen trotzdem schöne Sommerferien, bei hoffentlich guter Gesundheit.Die Zeugnisse werden am Freitag (24. Juli) verschickt.

Update, 13.03 Uhr - Keine Ermittlungen nach Dutzenden Corona-Toten in Würzburger Heimen

Die Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in zwei Würzburger Seniorenheimen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht auf Personalfehler zurückzuführen. "Konkrete Vorwürfe können weder einzelnen Personen noch der Heimleitung gemacht werden", teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach am Montag mit. "Teilweise traten durch die Vielzahl der Fälle und einen Mangel an Pflegepersonal Engpässe auf, die jedoch niemandem konkret angelastet werden können." Es gebe keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten. "Erhebliche Hygienemängel, die den Ausbruch der Erkrankungen begünstigten, wurden nicht festgestellt." Daher seien über die Vorermittlungen hinaus keine weiteren Ermittlungen nötig.

Als möglicher Anfangsverdacht war fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht gekommen. In der Senioreneinrichtung St. Nikolaus in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung sind bislang 26 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. In einem Heim der Arbeiterwohlfahrt (Awo), dem Hans-Sponsel-Haus, starben 19 der etwa 100 Bewohner nach einer Infektion, wie eine Sprecherin des Landratsamtes sagte.

In der Nacht zum 12. März war in Würzburg der erste Tote nach einer Infektion mit dem Coronavirus in Bayern registriert worden. Der über 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und war Bewohner des Bürgerspitalheims. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte nach weiteren Todesfällen von betagten Frauen und Männern Anfang April ihre Vorermittlungen aufgenommen.

In der Einrichtung infizierten sich nach und nach immer mehr Bewohner und Pflegekräfte. Insgesamt leben rund 160 ältere Menschen in den zusammen gehörenden Heimen Ehehaltenhaus und St. Nikolaus - Tote gab es aber nur im St.-Nikolaus-Trakt. Wegen des hohen Anteils an positiv auf das Virus getesteten Bewohnern war zwischenzeitlich auch eine Evakuierung des Hauses erwogen worden. Letztlich waren die Erkrankten aber auf Stationen innerhalb des Heims isoliert worden.

Update, 12 Uhr - Größerer Polizeieinsatz wegen verbotenem Gaststättenbetrieb

Am Sonntag, 19. Juli, teilte ein Zeuge mit, dass in einer Räumlichkeit eines Hauses in der Nähe des Kolumbusplatzes ein reger Gaststättenbetrieb herrsche. Normalerweise ist in diesem Haus kein gastronomischer Betrieb angemeldet. Bei der Überprüfung durch eine Streife der Polizeiinspektion 23 (Giesing) konnte festgestellt werden, dass es sich um einen Raum handelte, in dem rund 40 Gäste speisten und tranken. Zudem wurde durch den Inhaber ein Straßenverkauf eingerichtet.

Weil der 36-jährige Münchner keinerlei Genehmigungen zum Betreiben eines Gaststättengewerbes vorzeigen konnte und zudem die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes nicht eingehalten wurden, insbesondere der Mindestabstände und ein Hygienekonzept, wurde der Betrieb durch die Polizei beendet und geschlossen. Weil zahlreiche Befragungen der Gäste durchgeführt werden mussten, waren über zehn Streifen im Einsatz.

Die Gäste stammten aus dem gesamten bayerischen Raum, einige wenige aus dem restlichen Bundesgebiet. Der Betreiber wird nun wegen mehrerer Verstöße gegen die Gewerbeordnung und das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Den Betrieb darf er erstmal nicht fortführen. Die Münchner Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Update, 11.30 Uhr - Lufthansa: Abarbeiten von Erstattungen dauert vier bis sechs Wochen

Nach Angaben der Lufthansa wird es "noch vier bis sechs Wochen" dauern, um die coronabedingte Erstattung von Tickets für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten. "Bis heute haben wir bereits etwa 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Man wolle die Ticketerstattung für ausgefallene Flüge aber beschleunigen. "Innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage wollen wir die automatisierten Prozesse wieder einschalten. Dann werden große dreistellige Millionenbeträge im Monat ausgezahlt", kündigte Hohmeister an.

Insgesamt seien bei dem Konzern mehr als zwei Millionen Erstattungsanfragen eingegangen, so der Lufthansa-Vorstand. Die Zahl sei durch die Einführung eines neuen Flugplans zum 29. Juni noch einmal gestiegen.

Als Folge der Corona-Pandemie war der Luftverkehr Mitte März nahezu vollständig zusammengebrochen und Tausende Flüge wurden storniert. Grundsätzlich müssen die Gesellschaften den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen erstatten. Lufthansa und andere Gesellschaften hatten hingegen zunächst darauf gesetzt, die Kunden mit Gutscheinen abzufinden. Dies scheiterte aber an der EU-Kommission. Der Konzern hatte zuletzt angekündigt, den Stau bis Mitte August zu beseitigen. Ende Juni stand mit rund einer Milliarde Euro aber noch rund die Hälfte der Erstattungen aus.

Internetvermittler hatten den Konzern in der vergangenen Woche aufgefordert, nach der Rettung durch den Staat die stornierten Reisen umgehend zu erstatten. Deren Verband Internet Reisevertrieb (VIR) verlangte von der Lufthansa, dazu die zwischenzeitlich abgeschaltete automatische Erstattungsmöglichkeit in den professionellen Buchungssystemen (GDS) wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Unternehmenssprecher kündigte am Mittwoch an, dass dies getan werde.

Update, 11.06 Uhr - Wiederaufnahme der Teststation auf Münchener Theresienwiese?

Die Corona-Teststation auf der Theresienwiese in München soll wieder ihren Betrieb aufnehmen. Laut Informationen des Bayerischen Rundfunks hat Münchens Gesundheits- und Umweltreferentin Stephanie Jacobs einen entsprechenden Antrag gestellt, über den der Stadtrat voraussichtlich in seiner nächsten Vollversammlung am Mittwoch (22. Juli) abstimmen soll.

Laut des öffentlichen-rechtlichen Mediums könne die Station dann schon am Donnerstag (23. Juli) wieder ihre Arbeit aufnehmen können. Ob der Freistaat die von der Stadt geforderte Hälfte der Kosten übernehmen werde, soll am Dienstag (21. Juli) im Ministerrat entschieden werden.

Update, 9.57 Uhr -  Wieder Maskenpflicht in Österreichs Supermärkten?

Nachdem die Corona-Fallzahlen in Österreich zuletzt wieder gestiegen sind, wurde in Teilen des Landes die Maskenpflicht wieder eingeführt. Um einen Flickenteppich bei den Reglungen zu vermeiden, will Kanzler Sebastian Kurz die Maskenpflicht nun wieder für das gesamte Land verhängen. Ursprünglich wollte die Regierung bereits am Sonntag darüber informieren, aufgrund des andauernden EU-Gipfels wird die Entscheidung nun am Dienstag verkündet.

Laut einem Bericht von "oe24.at" soll aber bereits feststehen, dass die Maskenpflicht in Supermärkten wieder eingeführt werden soll. Kurz wolle mit der Wiedereinführung einen weiteren Anstieg der Corona-Fälle in Österreich eindämmen.

In Salzburg gilt seit Montag wieder in allen öffentlichen Gebäuden Maskenpflicht.

Update, 8.54 Uhr - RKI: 249 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.823 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 20.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9086 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 187.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, bei 1,22 (Vortag: 1,34). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 6.49 Uhr - Landkreis will nach Corona-Ausbruch Schlachthof nicht schließen

Nach einem größeren Corona-Ausbruch von Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei in Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU), am Sonntag. "Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Sechs Monate Corona in Bayern: Ausnahmezustand und neue Normalität

Am Anfang war das neue Coronavirus weit weg. Es wütete um den Jahreswechsel in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, die zuvor hierzulande kaum jemand auch nur dem Namen nach kannte. Doch es war nur eine Frage der Zeit - am 27. Januar erreichte das Virus nachgewiesenermaßen Bayern und damit Deutschland.

In der Folge veränderte sich das Leben im Freistaat in zuvor kaum vorstellbarem Maße: Zum Verlassen der eigenen vier Wände brauchte man einen "triftigen Grund", soziale Kontakte fielen flach, Schulen, Kneipen und Geschäfte blieben geschlossen. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wurde im Schockfroster tiefgekühlt - und erst nach Wochen in kleinen Portionen wieder aufgetaut.

Was am Ende das Leben jedes einzelnen Menschen in Bayern berührte, begann mit einer Fortbildung: Beim internationalen Autozulieferer Webasto steckte sich ein Mitarbeiter bei einer chinesischen Kollegin an, die zu einer Schulung an den Firmensitz in Gauting bei München gereist war. Am Ende dieses ersten Ausbruchs tragen 14 Mitarbeiter und Angehörige das Virus in sich.

Viel weiß man über Sars-CoV-2 damals noch nicht - außer, dass es eine Covid-19 genannte Lungenkrankheit auslösen kann. Die nimmt vor allem bei Älteren mit Vorerkrankungen häufiger einen tödlichen Verlauf.

Die Ausbreitung der ersten Infektionen im Freistaat kommt schnell unter Kontrolle. Mit den Urlaubern, die nach den Winterferien aus dem österreichischen Viren-Hotspot Ischgl oder aus Italien zurückkehren, können die Gesundheitsämter die Infektionsketten allerdings nicht mehr nachvollziehen, die Pandemie gerät außer Kontrolle.

Der Freistaat muss reagieren. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht keinen anderen Weg, als Bayern schneller und konsequenter in den sogenannten Lockdown zu führen als die Regierungen in allen anderen Bundesländern. Bei den Schulschließungen etwa ist er bundesweit die treibende Kraft. Sein auf maximale Vorsicht bedachtes Krisenmanagement beschert ihm mehr Lob als Kritik - sogar von der Opposition -, Höhenflüge in Umfragen und den Spitznamen "Krisen-Kanzler".

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Söders Regierung den Landtag um Rekordkreditermächtigungen und damit eine noch nicht endgültig absehbare Rekordneuverschuldung in zweistelliger Milliardenhöhe bitten muss. Söder fährt einen ungleich härteren Kurs als NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), dessen Bundesland ebenfalls stark betroffen ist. Dennoch - oder gerade deswegen - gilt er im Sommer 2020 als Wunschkandidat vieler Bürger auch außerhalb Bayerns für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Fakt ist: Einen Tag nach dem ersten Corona-Toten in Bayern am 12. März dürfen Angehörige ihre Lieben in Alten- und Pflegeheimen nicht mehr besuchen. Am 16. März dann wird das Leben breiter Bevölkerungsschichten durcheinandergewirbelt: Von da an sind alle Krippen, Kindergärten und Schulen geschlossen. Die Grenze nach Österreich darf nach einer Entscheidung des Bundesinnenministeriums nur noch aus triftigem Grund überquert werden. Und nicht zuletzt ruft die Staatsregierung an jenem Montag den Katastrophenfall aus.

"Es geht um Zeit, schlicht und einfach Zeit", begründet Söder damals den Schritt. Noch in der gleichen Woche werden Spiel- und Sportplätze mit Flatterband abgesperrt, der Besuch von Bars, Kinos und Schwimmbädern ist passé, ebenso der genussvolle Abend im Restaurant oder bei einem Konzert. Mit Ausnahme von Supermärkten, Drogerien und anderen Grundversorgern bleiben auch sämtliche Geschäfte dicht.

Es beginnt die Zeit der Hamsterkäufe, vor allem Klopapier und Nudeln sind heiß begehrt. Desinfektionsmittel ist vielerorts ausverkauft. Selbst Kliniken kommen kaum noch an Mundschutzmasken, Schutzkleidung für Mediziner ist Mangelware und wird ebenso fieberhaft auf dem Markt aufgekauft wie Beatmungsgeräte für Intensivbetten.

Am 18. März wird erstmals eine Ausgangssperre verhängt, für die Stadt Mitterteich im besonders betroffenen Landkreis Tirschenreuth. Am Ende dieser von vielen als surreal empfundenen Woche treten dann Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern in Kraft: Menschen dürfen nur noch mit "triftigem Grund" das Haus verlassen und sich ausschließlich mit Angehörigen ihres eigenen Hausstands im Freien aufhalten. Für Begegnungen mit anderen wird ein Mindestabstand von 1,5 Metern Pflicht. Selbst die Kommunal-Stichwahlen finden rein als Briefwahl statt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Erst nach einem Monat gibt es die erste leichte Lockerung: Man darf sich nun auch mit einer einzelnen Person außerhalb des eigenen Hausstands treffen.

In der Zwischenzeit hagelt es Absagen von Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest. Die Zahl der Kurzarbeiter steigt rapide an. Selbstständige, Unternehmen und besonders betroffene Branchen rufen laut nach Unterstützung. Land wie Bund schnüren deshalb im Eiltempo Hilfspakete in astronomischen Höhen. So beschließt der Bundestag Ende März ein Maßnahmenpaket mit Hilfen im Gesamtwert von rund 750 Milliarden Euro, einen Monat später stockt Bayern seinen Rettungsschirm auf 60 Milliarden Euro auf.

Parallel gibt es erste leichte Lockerungen: Mit Einführung einer Maskenpflicht in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr dürfen am 27. April weitere Geschäfte öffnen, Schüler kehren jahrgangsweise und im Wechsel mit Heimunterricht zurück an die Schulen. Obwohl Bayern bis heute das Bundesland mit den meisten Infizierten und Corona-Toten ist und Infektiologen wie Politiker vor einer zweiten Welle warnen, gewinnt das Leben peu à peu an Normalität - auch wenn zur "neuen Normalität" weiterhin geschlossene Kneipen, Geisterspiele in der Bundesliga sowie der stets griffbereite Mund-Nasen-Schutz gehören.

mh/dpa

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