News-Ticker zur Corona-Pandemie

69.800 Nachweise in Deutschland - Zahl der Neuinfektionen in der Stadt Rosenheim bald wieder kritisch?

+

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen gibt es allerdings Lockerungen. Ein "Bayern-Plan" wurde entwickelt, die lange bestehende Ausgangs- in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Die Entwicklungen am Sonntag, 10. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.631, Landkreis Traunstein 1.266, Landkreis Berchtesgadener Land 298, Landkreis Mühldorf 493, Landkreis Altötting 589
  • Todesfälle: Rosenheim 177, Traunstein 77, Berchtesgadener Land 22, Mühldorf 25, Altötting 51
  • Mindestens 7.434 Todesopfer in Deutschland (2.164 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wird zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus


Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 22 Uhr: Reproduktionszahl steigt auf über 1 - aber was bedeutet das?

Mit der sogenannten Reproduktionszahl ist einer der entscheidenden Werte zum Infektionsgeschehen in Deutschland zuletzt gestiegen - und hat einen kritischen Wert überschritten. Die Zahl gibt an, wieviele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Sonntag lag der Wert bei 1,13 (Datenstand 10. Mai 0 Uhr). Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Anfang Mai lag der Wert nach RKI-Angaben über mehrere Tage zwischen 0,7 und 0,8. Am Mittwoch gab das RKI den Wert noch mit 0,65 an (Datenstand 6. Mai 0 Uhr), seitdem war er kontinuierlich gestiegen. Wie diese Entwicklung zu lesen und zu interpretieren ist, ist aber alles andere als trivial.

Update, 21.02 Uhr - Mehr als 169.800 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis zum Abend über 169.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag 20.15 Uhr: mehr als 169.300 Infektionen).

Mindestens 7443 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag 20.15 Uhr: 7434). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Abend bei 1,13 (Datenstand 10.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass dass ein Infizierter im Schnitt etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Der Wert ist damit erneut leicht gestiegen (Vortag 1,10) und liegt weiterhin über der vom RKI als kritisch eingestuften Marke von 1,0. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Pandemie abflauen zu lassen. 

Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Update, 19.38 Uhr - Experten einig: Stechmücken übertragen das Coronavirus nicht

Von Stechmücken geht in der Corona-Pandemie nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr aus.

Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 werde durch Tröpfcheninfektion übertragen - mit dem Stich einer Mücke könne das Virus nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht in den Körper gelangen, sagte Mücken-Expertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) der Deutschen Presse-Agentur.

Das bestätigt auch Peter Ben Embarek, WHO-Experte für Infektionen, die von Tier zu Mensch oder umgekehrt übertragen werden können. Studien hätten sich mit verschiedenen Parasiten - auch Mücken - beschäftigt und keine Übertragung festgestellt. "Diese Viren haben spezifische Affinitäten zu bestimmten Arten, und sie können nur an bestimmte Zellen andocken - sie können nicht jede Art infizieren, mit der sie in Berührung kommen", sagte Ben Embarek.

Nach Werners Angaben gibt es in Deutschland über 50 Stechmückenarten. Für die Bildung der Eier benötigten die Mückenweibchen Eiweiß aus fünf bis sechs sogenannten "Blutmahlzeiten". Eine Mücke kann Hunderte Eier pro Eiablage legen.

dpa

Update, 18.26 Uhr - Steigen die Neuinfektionen in der Stadt Rosenheim?

Die Zahl der Neuinfektionen steigt offenbar wieder im Stadtgebiet Rosenheim. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete für den 10. Mai einen Wert von 50,5 Neuinfektionen. Die Datenanalyse-Firma "Risklayer" und das KIT (Karlsruhger Institut für Technologie) gehen sogar von einem Wert von 65 aus (Stand: 10 Mai, 16 Uhr), wie das ZDF berichtet.

Die Stadt Rosenheim hatte am 6. Mai verkündet, Rosenheim sei von Containment-Regel nicht betroffen

"Wird in der Stadt Rosenheim die Zahl der positiv bestätigten Asylbewerber von der Zahl der gemeldeten COVID-19-Fälle abgezogen, so liegt die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Rosenheim derzeit bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern und damit weit unter 50-er Marke", gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt. 

Ob die steigende Zahl der Neuinfektionen die kritische 50er-Marke auch nach dem Herausrechnen der Fälle in den Asylbewerberunterkünften übersteigt, ist unklar. 

Update, 17.14 Uhr - Kreisverband der Linken Traunstein zu den Corona-Demos

„Unerträglich, bestürzend & beschämend!“, so fasst Denis Holl, Kreisvorsitzender der LINKEN und Stadtrat der Großen Kreisstadt Traunstein seine Reaktion auf die gestrigen „Corona-Demos“, eine davon auch in Traunstein, zusammen.

„Es ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, wie in Zeiten der unbedingt notwendigen Vorsicht und weiterhin – gerade im Landkreis Traunstein bewegen wir uns ja aufgrund der Fallzahlen und der Dynamik des Pandemie-Geschehens weiterhin in einem kritischen Bereich – uneingeschränkt erforderlichen Rücksichtnahme auf die Schwächsten unserer Gesellschaft, Menschen jetzt aufgrund irgendwelcher kruder Verschwörungstheorien glauben Ihnen stünden Sonderrechte zu“, zeigt sich Holl empört. Insbesondere zeigt sich Holl auch sehr erstaunt darüber, dass die betreffende Veranstaltung in Traunstein – trotz mindestens dutzendfacher Verstöße gegen die Hygienerichtlinien – nicht polizeilich aufgelöst oder gezielt Platzverweise incl. Widerbetretungsverbot ausgesprochen wurden.

Holl verweist auf eine im Gegensatz hierzu bereits am Vormittag auf dem Stadtplatz abgehaltene Steh-Demo der Friedensinitiative Traunstein, bei der alle behördlich erteilten Auflagen (Abstandsgebot, Begrenzung der Teilnehmerzahlen, Maskenpflicht) eingehalten wurden und alle Anwesenden sich hieran – im Geiste gemeinsamer Verantwortung - ausnahmslos gehalten hätten. Diese Veranstaltung stand unter dem Motto „Wider das Vergessen“ und thematisierte den 75. Jahrestag der Befreiung von Nazi-Deutschland, die Situation der Geflüchteten in den Elendslagern an den Europäischen Außengrenzen, sowie die weltweit auch unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie unbeeindruckt vorangetriebene Militarisierung der Außenpolitik. Darüber hinaus stand hier der Appell daran, die Schwächsten der Gesellschaft auch und insbesondere in Krisenzeiten nicht zu vergessen, darüber hinaus das öffentliche Gesundheitssystem nicht weiter Sparzwängen und einer Renditeerwartung zu unterwerfen im Zentrum der Aktion.

Es muss jedem, der sich an solcherlei Aktionen, wie Sie dann am gestrigen Nachmittag auch auf dem Traunsteiner Stadtplatz stattgefunden haben, beteiligt, klar sein, dass er mit seinem Verhalten, nicht einen Funken Solidarität mit seinen Mitmenschen erkennen lässt, sondern letztlich nur zum Egoismus einer Gesellschaft aus Ich-lingen zurückkehrt, deren Überwindung eigentlich auch eine Chance der Krisen sein könnte“, so Holl weiter.

„Es ist zudem höchste Vorsicht davor geboten, welche Kreise die gegenwärtige Krise hier für sich und ihre Zwecke missbrauchen: Zunächst lose wirkende Bündnisse aus Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern, sog. Querdenkern und Gruppen wie „Widerstand 2020“ machen uns glauben, dass Sie sich für die aus Ihrer Sicht gefährdeten Grundrechte in unserem Land einsetzen. Dabei werden sie von völkisch-nationalen und eindeutig rechtslastigen Protagonisten nicht nur begleitet und unterlaufen sondern gezielt instrumentalisiert“, zeigt sich Holl überzeugt. Ziel der Neuen Rechten in unserem Land ist es – wie auch schon in der Vergangenheit praktiziert - Zeiten wie diese gezielt dafür zu nutzen, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben und Chaos zu stiften.

„Dem müssen alle Vernünftigen Kräfte in diesem Land entschieden entgegentreten“, so Holl abschließend.

Pressemitteilung Kreisverband Die Linke Traunstein

Update, 16.26 Uhr - Informationen zum Coronavirus im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 1267 bestätigte Corona-Fälle vor (einer mehr als gestern). Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen aller betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Alle Personen werden je nach Bedarf medizinisch versorgt.

Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 830 Personen (zehn mehr als gestern). Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 37,83.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 26 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich sieben Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (sechs in Traunstein und einer in Trostberg).

Update, 15.49 Uhr - Keine neuen Infektionen im Landkreis Mühldorf

Im Landkreis Mühldorf wurden dem zweiten Tag in Folge keine neuen Corona-Infektione registriert. Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 493 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 382 wieder genesen, 12 davon werden stationär behandelt.

Update, 14.36 Uhr - Auch JU-Kreischef Baur kritisiert Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen

Am Wochenende sind in einigen Städten Deutschlands Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Impflicht im Allgemeinen und aktuelle Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. 

UnrühmlicheSpitzenreiter waren dabei die Demonstrationen in Stuttgart und München, an denen mehrere Tausend Teilnehmer gezählt wurden. Auch in der Stadt Traunstein fand am Samstagnachmittag eine Demonstration am Stadtplatz mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Ein Verhalten, das JU-Kreisvorsitzender und CSU-Fraktionsvorsitzender Konrad Baur stark kritisiert: „Ich bin völlig schockiert über dieses Verhalten: kein Abstand, keine Schutzmasken, keine Rücksicht auf aktuell dringend notwendige Hygienemaßnahmen!“ Die Teilnehmer stellten hier einzig und allein ihre Unvernunft öffentlich zur Schau, so Baur weiter.

Nach Ansicht des CSU-Stadtrats seien die aktuellen Lockerungsmaßnahmen auch im Landkreis Traunstein ein erster, vorsichtiger Schritt Richtung Normalität, der von uns allen hart und diszipliniert erarbeitet werden musste: „Keinesfalls kann man aber behaupten, dass die Pandemie schon überwunden sei.“ 

Mit Ärger blickt Baur deshalb auf die jüngsten Demonstrationen: „Wir sorgen uns aktuell alle um Gastronomie und Einzelhandel, um Existenzen und Arbeitsplätze und nicht zuletzt um unsere Gesundheit! All unsere konsequenten Bemühungen gelten der Überwindung der Corona-Krise.“ Demonstrationen dieser Art seien nicht nur absolut kontraproduktiv, sondern auch moralisch höchst verwerflich, so Baur. „Wer jetzt meint, er müsse in der Innenstadt demonstrieren, der wird in Zukunft in der Innenstadt nichts mehr vorfinden: einen zweiten Lockdown überleben viele unserer Betriebe und Geschäfte nicht“, bringt es Baur auf den Punkt.

Pressemitteilung Junge Union Kreisverband Traunstein

Update, 13.51 Uhr - Razzia in Bordell und Ärger für Freier in München 

Am Freitagnachmittag, 8. Mai, führte die Münchner Polizei nach entsprechenden Hinweisen im Stadtteil Lehel eine große Razzia in einem verbotenen Bordell durch. Hier wurden nach Angaben der Polizei in mehreren Appartements sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung angeboten. Dabei konnten in den Räumlichkeiten acht osteuropäische Prostituierte angetroffen werden. Gegen diese wird nun wegen verbotener Ausübung der Prostitution und Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt. Der Betrieb des Ladens wäre übrigens auch ohne Corona verboten gewesen, da sich die Örtlichkeit innerhalb des "Sperrbezirkes" befindet. 

Ärger bekamen übrigens auch eine weitere Prostituierte (45) und ein Freier (38), die sich verbotenerweise am Donnerstagmittag, 7. Mai, in einem Bordell im Münchner Norden "vergnügt" hatten. Zwischen den beiden war dabei der Geschlechtsverkehr gegenEntgelt ausgeübt worden, was aktuell nach dem Infektionsschutzgesetz verboten ist. Beide Personen wurden daraufhin wegen des begangenen Verstoßes angezeigt.

Update, 13.34 Uhr - Keine weiteren Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land gab soeben bekannt, dass es seit der letzten Meldung keine weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis Berchtesgadener Land gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle verbleibt somit konstant bei 298 (Stand: 10. Mai, 10 Uhr). Aktuell steht der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis bei 12,3.

Derzeit befinden sich in den Kliniken im Berchtesgadener Land noch 36 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung (zwei weniger im Vergleich zu Samstag), davon sind noch vier Personen in intensivmedizinischer Betreuung (keine Änderung im Vergleich zu Samstag). 

Update, 12.52 Uhr - Traunsteiner CSU-Stadrat fühlt sich "richtig verarscht" 

Auch in Traunstein gab es am Samstag eine Demonstration im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Davon hat der Stadtrat Rolf Wassermann ein Video aus seiner Wohnung gedreht und ins Internet gestellt. Die Aufnahme wurde bereits über 500 Mal kommentiert und 850 Mal geteilt. 

Der CSU-Politiker kritisiert dabei das Verhalten der Teilnehmer: "Es geht weiter, als wenn nie etwas gewesen wäre. Es hat auch keiner ein Interesse eine Maske aufzusetzen. Ich fühle mich ehrlich gesagt richtig verarscht. Wenn ich beim Einkaufen bin, muss ich mich mit Maske bewegen und mich überall anstellen. Und dann gibt es Menschen, denen ist das einfach wurscht (...)"

Update, 11.22 Uhr - Ärzteverband kritisiert "Notbremse-Kriterium"

Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die in den Lockerungsplänen vereinbarte Infektionsobergrenze als viel zu hoch kritisiert. "Wie die Gesundheitsämter damit klar kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen. Die Gesundheitsämter werden ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen", sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Länder sollen laut Beschluss sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird. "Die Zahl 50 ist eine mir nicht bekannte Zahl. Uns ist schleierhaft, wo sie herkommt", so Teichert. Sie betonte, die Gesundheitsämter hätten in den vergangenen Wochen die Arbeit nur geschafft, weil das Personal unter anderem durch Medizinstudenten und viele Freiwillige verdrei- bis vervierfacht worden sei: "Und dennoch sind alle Mitarbeiter der Gesundheitsämter in den vergangenen Wochen auf dem Zahnfleisch gekrochen."

Update, 10.37 Uhr - SPD-Stadtrat kritisiert Demonstranten scharf

Der Rosenheimer SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan hat Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Regeln teilweise scharf kritisiert.

Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Rosenheim, Abuzar Erdogan, hat Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Regeln am Samstag in Rosenheim teilweise scharf kritisiert und forderte zugleich Aufklärung von der Polizei.
"Am Samstag haben sich auf dem Max-Josefs-Platz weit mehr als die erlaubten 50 Personen versammelt und dies großteils unter Missachtung des Mindestabstands, von Mundschutz kann erst gar nicht die Rede sein", sagte Erdogan, der die Meinung vertritt, dass die Polizei die Versammlung deswegen hätte auflösen müssen. Allerdings stellte er klar, dass das Grundrecht der Versammlungsfreiheit selbstverständlich auch in Zeiten einer Pandemie gewährleistet bleiben müsse. 

Demo für Freiheit, Sicherheit und für das Grundgesetz in Rosenheim am 9. Mai - 1

 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle

Im Hinblick auf zukünftige Demonstrationen sprach der SPD-Politiker in einer Pressemitteilung eine klare Warnung aus: "Wenn Rosenheim einen weiteren Lockdown durchleben muss, der zu weiteren erheblichen Einbußen für Einzelhandel, Gastronomie und Wirtschaft führt und womöglich einigen Rosenheimern den Arbeitsplatz kostet, können sich die Verschwörungstheoretiker allesamt auf die Schultern klopfen." In Rosenheim hatten ersten Schätzungen zufolge mehrere hundert Personen am Samstagnachmittag demonstriert. Auch in Prien gab es eine Veranstaltung.

Demo für Freiheit, Sicherheit und für das Grundgesetz in Rosenheim am 9. Mai - 2

 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Roll e
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika R olle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erik a Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © E rika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle

Update 12.55 Uhr: Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verwies bezüglich einer möglichen Auflösung der Demonstration in Rosenheim auf Anfrage von rosenheim24.de auf die Stadt Rosenheim. Die Stadt sei als genehmigende Behörde dafür zuständig, hieß es.

Update, 9.35 Uhr - Robert-Koch-Institut aktualisiert Fallzahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat soeben wieder die neuesten Fallzahlen aus Deutschland vorgelegt (Stand: 10. Mai, 0 Uhr). Demnach gab es in der Bundesrepublik bislang exakt 169.218 registrierte Fälle. Der Freistaat Bayern ist dabei nach wie vor das am stärksten betroffene Bundesland.

Bundesland

Fälle

+ zum Vortag

Fälle/100.000 Einwohner

Todesfälle

B.-Württem­berg

33.287

+182

301

1.542

Bayern

44.265

+96

339

2.153

Berlin

6.261

+19

167

165

Brandenburg

3.101

+3

123

134

Bremen

1.043

+19

153

32

Hamburg

4.772

+0

259

204

Hessen

8.998

+82

144

411

M.-Vor­pommern

726

+4

45

19

Niedersachsen

10.827

+24

136

498

Nordr.-West­falen

34.964

+147

195

1.425

Rhein­land-Pfalz

6.291

+9

154

195

Saarland

2.663

+3

269

142

Sachsen

4.886

+13

120

187

Sachsen-Anhalt

1.640

+3

74

48

Schles­wig-Holstein

2.938

+40

101

123

Thüringen

2.556

+23

119

117

Gesamt

169.218

+667

204

7.395

Update, 8.21 Uhr - 3.000 Teilnehmer bei Demo in München

Am Samstag, 9. Mai, gab es in München insgesamt acht genehmigte Demonstrationen, die sich alle kritisch mit den Maßnahmen rund um Corona auseinandersetzen wollten. Die bei weitem größte Veranstaltung begann um 13.30 Uhr am Marienplatz. Angemeldet wurden 80 Personen, was von der Stadt München auch genehmigt wurde. Diese 80 Personen befanden sich nach Polizeiangaben auch in einem mit Flatterleinen umspannten Bereich des Marienplatzes und hielten dabei auch die Abstandsregelungen ein. 

Sehr schnell kamen hier im Außenbereich viele Zuschauer dazu, die nun ebenfalls begannen, sich außerhalb der Absperrung der Versammlung anzuschließen. Letztendlich waren über 3.000 Personen am Marienplatz zugegen, die sich mit zunehmender Dauer sehr emotional zur Corona-Thematik äußerten. Von polizeilicher Seite aus wurde mit kommunikativen Mitteln versucht, auf die Menschenmenge einzuwirken, um zumindest die Mindestabstände zu wahren. Dies blieb jedoch ohne Erfolg. Um eine Eskalation zu vermeiden, wurde aus Gründen der Verhältnismäßigkeit entschieden, die grundsätzlich friedliche Versammlung weiterlaufen zu lassen. Erst am Ende gab es dann Ärger. Es gab insgesamt sieben Festnahmen wegen Delikten wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamten, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Demonstration gegen Corona-Regeln in München

Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa

Gegen 14.30 Uhr hatte die Polizei hingegen eine nicht genehmigte Versammlung am Fischbrunnen aufgelöst. Hier hatten sich Personen aus dem politisch rechten Spektrum versammelt. Der Personenkreis wurde daraufhin umstellt und die Teilnehmer einzeln zur Durchführung der erforderlichen polizeilichen Maßnahmen von der Örtlichkeit weggebracht. Insgesamt wurde in diesem Zusammenhang bei 36 Personen die Identität festgestellt. Hier wird nun wegen versammlungsrechtlicher Verstöße und auch nach dem Infektionsschutzgesetz ermittelt.

Reproduktionszahl wieder über kritischem Wert von 1

Bundesweit sind bis späten Samstagabend (News-Ticker Samstag, 9. Maiüber 169.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand: mehr als 168.300 Infektionen). Mindestens 7.434 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand: 7.337). Das geht aus der neuesten Auswertung der Deutschen Presseagentur (dpa) hervor.

Die Reproduktionszahl stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die als kritisch eingestufte Marke von 1,0 und liegt derzeit bei 1,10. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Epidemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 143.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.527 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2.164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.700 Fällen und mindestens 1.423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1.542 Toten.

mw/dpa

Kommentare