News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bedenkliche Zahlen des RKI - Wochen-R-Wert auf neuem Hochstand

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts bereits deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Donnerstag, 11. Juni, und Freitag, 12. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2791, Landkreis Traunstein 1326, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 601
  • Todesfälle: Rosenheim 215, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 58
  • Mindestens 8.729 Todesopfer in Deutschland (2.532 in Bayern)
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wurde zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) in der KW24 auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.

Update, 21.16 Uhr - Bedenkliche Zahlen des RKI

Die Schätzung des Robert-Koch-Instituts für die Reproduktionszahl sinkt im Vergleich zum Vortag leicht von 0,88 auf 0,87 (Datenstand: 12. Juni, 0 Uhr).

Gleichzeitig gibt es aber auch negative Entwicklungen: Das geglättete 7-Tage-R liegt nun bei 1,04 - ein neuer Höchstwert. Damit hat das „Wochen-R“ zum ersten Mal seit Beginn der Veröffentlichungen überhaupt die Marke von 1,0 überschritten.

Das RKI schreibt dazu in seinem Lagebericht: „Der heutige 7-Tage-R-Wert gibt dabei den über mehrere Tage erhöhten 4-Tages-R-Wert der vergangenen Tage wieder. Vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen täglichen Fallzahlen sind die R-Werte vorsichtig und in ihrem mehrtägigen Verlauf zu interpretieren.“ Zudem sei zu betonen, dass die Zahlen nicht das aktuelle Infektionsgeschehen in der Bundesrepublik widerspiegeln, sondern etwa acht bis sechzehn Tage zurückliegen.

Update, 18.44 Uhr - Nun fast 100 Infizierte auf bayerischen Spargelhof

Auf einem Spargelhof in Landkreis Aichach-Friedberg sind inzwischen 95 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 525 Mitarbeiter seien untersucht worden, teilte das Landratsamt am Freitag in Aichach mit. „Aktuell werden alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt.“ Die Getesteten hätten zum Zeitpunkt des Abstrichs jedoch keinerlei Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt, erklärte die Behörde unter Berufung auf das Gesundheitsamt. 24 Stunden zuvor war noch von 21 Erkrankten die Rede.

Die Geschäftsführung der Lohner Agrar GmbH teilte am Freitag mit, angesichts der Vorkehrungen wie die Einrichtung eines eigenen Supermarktes, einer eigenen Kantine mit Abstandsvorkehrungen und die Unterbringung in Ein- bis Zwei-Personen-Zimmern keine Erklärung dafür zu haben, wie das Virus auf den Hof gekommen ist. Mit Verweis auf die Behörden und weil der Abstrichtest nicht zwischen aktiven und abgestorbenen Viren im Rachenraum unterscheide, könnten Menschen womöglich schon vor der Einreise eine Erkrankung durchgemacht haben.

Die positiv getesteten Mitarbeiter und einige Kontaktpersonen blieben getrennt voneinander zunächst in firmeneigenen Wohnungen in Quarantäne und würden dort kostenlos versorgt. „Das Gesundheitsamt wird in den nächsten Tagen entscheiden, wie lange die Quarantäne andauert und ab wann die betroffenen Erntehelfer aus dem Ausland in ihre Heimatländer zurückreisen können“, hieß es. Mehrere negativ getestete Personen seien schon wieder nach Rumänien zurückgereist oder kehrten in den nächsten Tagen in ihre Heimat zurück.

Update, 17.50 Uhr - Zweite Corona-Welle in Bulgarien

Zu Beginn war das Balkanland Bulgarien kaum von der Corona-Pandemie betroffen. Nun scheint es aber so, als würde sich eine zweite Welle anbahnen, die schlimmer werden könnte als die Erste.

Am Donnerstag, 11. Juni, verzeichnet das Land 104 Neu-Infizierten innerhalb von 24 Stunden - ein Rekordwert seit Beginn der Corona-Krise. Den bisherigen Rekord mit Neuinfektionen innerhalb eines Tages hatte es am 24. April gegeben. An diesem Tag waren 90 Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet worden. Das Land hat deshalb beschlossen, die bis 14. Juni verhängte "epidemische Ausnahmesituation" bis zum Ende des Monats zu verlängern. 

Man vermutet, dass eine Spielwarenfabrik der Coranavirus-Herd gewesen ist. Mitarbeiter sollen fiebersenkenden Medikamente eingenommen haben, bevor bei ihnen vor Schichtbeginn die Körpertemperatur gemessen wurde.

Bulgarien befinde sich wohl in einer zweiten Welle der Krankheit, meinte der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew, im privaten Fernsehsender bTV. Dennoch könne die Situation wieder unter Kontrolle gebracht werden, so Kuntschew.

Regierungschef Boiko Borissow hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, weiter Distanz zu anderen Menschen zu wahren und sich an die Desinfektionsmaßnahmen zu halten.

Trotz der wieder steigenden Zahlen, soll die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen ab dem 15. Juni abgeschafft werden. Eine Maske soll dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden müssen.

Des Weiteren hält das Land trotz der neuen Welle daran fest, die Sommersaison am Schwarzen Meer für ausländische Urlauber am 1. Juli beginnen zu lassen.

Update, 16.51 Uhr - Grenzkontrollen Österreich aus Corona Anlass enden

Wie das Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat in einer Pressemitteilung bekannt gab, enden mit dem Ablauf des 15. Juni die Grenzkontrollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dadurch benötigen Personen, welche die Grenze passieren möchten, keinen triftigen Einreisegrund mehr. Diese Öffnung geht Hand in Hand mit den Lockerungen der Stadt Salzburg.

Migrations- und sicherheitspolitische Gründe erfordern aber dennoch weiterhin Binnengrenzkontrollen. Diese sollen bis zunächst 12. November 2020 weiterhin unverändert erfolgen. Es muss also nach wie vor mit lageangepassten stationären und mobilen Kontrollen gerechnet werden.

Update, 15.35 Uhr - Zahlen aus Traunstein

im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 120 aktive COVID-19-Fälle vor.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 3,95. Am gestrigen Donnerstag ist eine Neuinfektion eingegangen. Heute ist beim Gesundheitsamt keine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1326 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mittlerweile mindestens 1119 Personen.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt sechs COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich drei Patienten in intensivmedizinischer Betreuung im Klinikum Traunstein.

Landratsamt Traunstein

Update, 15 Uhr - Zahlen aus Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom 5. Juni einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 12. Juni, 12 Uhr). Dabei handelt es sich um eine minderjährige Person.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 500 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 470 wieder genesen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle liegt derzeit bei drei, davon werden zwei stationär behandelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 0,9. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27.

Für die Klinik Mühldorf, welches als Corona-Zentrum für die Landkreise Altötting und Mühldorf festgelegt wurde, ergeben sich folgende Zahlen:

Stationäre Corona-Verdachtsfälle: 13 

Stationäre Corona-Positivfälle: zwei  

Intensivpflichtige Corona-Patienten: zwei

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung nach Städten/Märkten/Gemeinden.

Positive Fälle insgesamt

Davon Genesene

Landkreis, gesamt 

500

450

Ampfing

32

31

Aschau am Inn

10

10

Buchbach

12

12

Egglkofen

3

3

Erharting

2

2

Gasr am Inn

33

32

Haag in OB

27

26

Heldenstein

8

7

Jettenbach

0

0

Kirchdorf

12

12

Kraiburg am Inn

52

44

Lohkirchen

3

3

Maitenbeth

11

11

Mettenheim

7

5

Mühldorf am Inn

79

77

Neumarkt St. Veit

17

14

Niederbergkirchen

9

9

Niedertaufkirchen

12

12

Oberbergkirchen

2

2

Oberneukirchen

4

4

Obertaufkirchen

9

9

Polling

7

6

Rattenkirchen

6

6

Rechtmehring

17

17

Reichertsheim

8

8

Schönberg

7

7

Schwindegg

15

13

Taufkirchen

20

19

Unterreit

7

7

Waldkraiburg

65

58

Zangberg

4

4

Landratsamt Mühldorf

Update 14.51 Uhr  Sieben-Tage-Inzidenz-Wert in Berchtesgadener Land auf Null

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land in- formiert, dass es wiederum keinen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis

gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle bleibt somit weiterhin auf 306 (Meldestand: 12. Juni, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt daher gleichbleibend bei Null.

Von den insgesamt 306 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2- Fällen sind 282 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Es ist weiterhin kein SARS-CoV-2-Infizierter in medizinischer Behandlung. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 24. 

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen wie z. B. eine häusliche Quarantäne ein. Gegenwärtig befinden sich keine direkten Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. Insgesamt 870 unmittelbare Kontaktpersonen sind seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Weiterhin erfreulich ist die Entwicklung bei den in den Kliniken im Berchtesgadener Land stationär behandelten Covid-19-Patienten: Derzeit sind dies nur noch 2 Personen (gleichbleibend

zum Vortag). Davon werden momentan keine Patienten intensivmedizinisch betreut.

Diese zwei Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten 306 BGL-Corona-Fälle.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgaden

Update, 14.30 Uhr, Demos in München angemeldet

Auch kommendes Wochenende sind wieder zahlreiche Demonstrationen in München geplant, so etwa am Samstag auf der Theresienwiese. Dort sind 1.000 Menschen angemeldet, berichtet die Abendzeitung. 

Dort war eigentlich die  Veranstaltung "Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung" angemeldet, die jetzt an den Königsplatz verlegt wurde. Auch an der Münchner Freiheit soll es eine Demo geben, dort sind jedoch nur 200 Teilnehmer angemeldet.

Update, 13.37 Uhr - Österreich senkt Mehrwertsteuer für Gastronomie, Kultur und Medien

Die österreichische Regierung plant, die Mehrwertsteuer für Gastronomie, Kultur und Medien vorübergehend auf fünf Prozent zu senken. Die Maßnahme solle von Juli bis zum Ende des Jahres gültig sein, erklärte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Freitag in Wien. So könnte "besonders betroffenen Branchen" geholfen werden.

In der Gastronomie bedeute das konkret, dass der Steuersatz für Speisen von zehn, bei Getränken von 20 auf fünf Prozent gesenkt wird. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) geht von einer Entlastung von 700 Millionen Euro für Lokale, Restaurants oder Bars aus. Auch Kunst- und Kulturbetriebe, etwa Theater oder Kinos, sollen von der temporären Maßnahme profitieren. Der vergünstigte Steuersatz gilt ebenfalls für Zeitungen und Bücher.

Die Regierung in Wien sei mit der EU-Kommission über die Details in Verhandlungen. Genaueres will die Koalition aus Konservativen und Grünen in der kommenden Woche bei ihrer Klausur bekanntgeben.

Update, 12.36 Uhr - Polizei warnt vor Blanko-Attest aus dem Internet

Am frühen Mittwochabend (10. Juni) wurde eine 21-Jährige in der S-Bahn ohne Mund-/Nasenschutz angetroffen. Ein vorgelegtes Online-Attest, das sie davon befreiten sollte, erwies sich als ungeeignet.

Gegen 18.30 Uhr befand sich ein Bundespolizist auf dem Weg zum Dienst in der S6 (Richtung Zorneding). Am Marienplatz stieg eine Frau zu, die keinen Mund-/Nasenschutz trug. Als der uniformierte Beamte die 21-jährige Deutsche darauf ansprach, entgegnete sie ihm, dass sie von der Pflicht befreit wäre, da sie über ein ärztliches Attest verfüge. Bei der Inaugenscheinnahme des mitgeführten Attestes entpuppte sich dieses als Online-Attest, dass ohne persönlichem Erscheinen bei einem Arzt ausgestellt worden war.

Weitere Recherchen ergaben, dass die Frau aus Rehau, Landkreis Hof, das Blanko-Attest aus dem Internet hatte. Ein Urologe aus dem Landkreis Kassel bot dieses Attest ohne Untersuchung zum Online-Download an. Man müsse nur Namen und Adresse eintragen. Dieses Attest ist aber ungültig und befreit nicht vom Tragen eines Mund-/Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln! Die 21-Jährige verhielt sich kooperativ und kam den Anweisungen der Bundespolizei nach. Sie wurde belehrt und wird wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetztes angezeigt. Zudem wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen §279 StGB, Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse, gegen sie eingeleitet.

Die Bundespolizei in München warnt vor dem Herunterladen dieser Atteste und weist ausdrücklich darauf hin, dass ein derartiges Online-Attest nicht von der Verpflichtung befreit, in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund- und Nasenbekleidung zu tragen.

Update, 11.50 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Rosenheim

Am 11.06.2020 wurden dem Gesundheitsamt keine neuen Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 2792 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 2280, Stadt: 512). Mittlerweile wurde bei mindestens 2087 Personen eine Genesung dokumentiert. 

215 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben. Von den Verstorbenen waren sieben Personen unter 60 Jahren. 144 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 21 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befindet sich ein Patient auf einer Intensivstation. 

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 12.06.2020 (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 3,16, für den Landkreis Rosenheim bei 1,15.

Die aktuellen Gemeindezahlen aus dem Kreis Rosenheim findet Ihr hier.

Update, 10.48 Uhr - Weiter OP-Stau in bayerischen Krankenhäusern

Mit der sinkenden Zahl nachgewiesener Sars-CoV-2-Infektionen stehen an den Krankenhäusern in Bayern wieder mehr Ressourcen für den normalen Klinikalltag zur Verfügung. Patienten müssen aber wohl weiterhin länger auf geplante Eingriffe warten, sagt Siegfried Hasenbein, der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) gegenüber idowa.de.

Über fast drei Monate wurden sogenannte „planbare Eingriffe“ verschoben. Wer kein Notfall und kein Covid-19-Patient war, musste warten. „Über ganz Bayern gesehen waren die Ressourcen zu keinem Zeitpunkt voll ausgelastet. Es gab einzelne Krankenhäuser in den sogenannten Corona-Hotspots, wie zum Beispiel in der Nordoberpfalz, in Mühldorf, in Rosenheim, teilweise auch in München, die voll belegt waren über mehrere Tage, dann wurden Patienten in die Nachbarkrankenhäusern verlegt, so Hasenbein weiter.

Aufs Jahr gerechnet werden laut BKG drei Millionen Eingriffe in bayerischen Krankenhäusern durchgeführt. Rein rechnerisch ergibt sich durch die drei Monate Corona-Betrieb damit ein Stau von über 412.000 OPs, die nun nachgeholt werden müssen. Das Warten dürfte für viele Patienten auch noch eine Zeit lang weitergehen, schätzt Hasenbein: „Der Stau, der sich in den letzten Monaten gebildet hat, kann nur langsam abgebaut werden. Es können mehr Betten belegt werden als bisher, aber bei weitem nicht so viele wie vor der Krise.“

Update, 9.50 Uhr - IW Köln: Corona reißt Finanzloch von über 400 Milliarden

Die Corona-Krise reißt nach einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln eine Finanzlücke von über 400 Milliarden Euro in die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden. Die Ökonomen des arbeitgebernahen Instituts gehen allein für den Bund in diesem Jahr von einem Neuverschuldungsbedarf von über 286 Milliarden Euro aus. Die deutsche Schuldenquote - das ist die Höhe der öffentlichen Verschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt - wird demnach quasi auf einen Schlag von knapp 60 auf 81 Prozent steigen. Auftraggeber der am Freitag veröffentlichten Untersuchung ist die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in München.

Demnach belief sich die Finanzlücke von Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Jahr schon vor dem Konjunkturpaket auf 287,5 Milliarden Euro, zusammengesetzt aus Mehrausgaben auf der einen und Mindereinnahmen auf der anderen Seite. Davon entfallen nach IW-Berechnung 166 Milliarden auf den Bund, hinzu kommen die 120 Milliarden des Konjunkturpakets, insgesamt also 286 Milliarden Euro für den Bund.

Update, 8.41 Uhr - 258 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 258 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 

8.763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.057

+55

160

1,4

1.802

Bayern

47.574

+38

289

2,2

2.538

Berlin

7.165

+27

199

5,3

208

Branden­burg

3.306

-46*

25

1,0

161

Bremen

1.573

+8

75

11,0

45

Hamburg

5.134

+9

21

1,1

254

Hessen

10.313

+17

148

2,4

489

Mecklenburg-Vor­pommern

780

+2

16

1,0

20

Nieder­sachsen

12.777

+50

384

4,8

610

Nord­rhein-West­falen

39.060

+77

635

3,5

1.643

Rhein­land-Pfalz

6.827

0

67

1,6

231

Saarland

2.769

+3

31

3,1

168

Sachsen

5.344

-2

23

0,6

219

Sachsen-Anhalt

1.732

+4

15

0,7

56

Schles­wig-Holstein

3.120

+3

15

0,5

148

Thüringen

3.143

+13

78

3,6

171

Gesamt

185.674

+258

2.181

2,6

8.763

Update, 7.39 Uhr -  RKI warnt vor Legionellen in Hotels, Schwimmbädern und Sportanlagen

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern vor einem möglichen Legionellen-Risiko. Bei unsachgemäßer oder fehlender Wartung könne es nach der Corona-Pause zu einem erhöhten Wachstum dieser Bakterien in Trinkwasseranlagen gekommen sein, schreibt das RKI im „Epidemiologischen Bulletin“.

Legionellen können bei Menschen Krankheiten auslösen - von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser übertragen, etwa in Duschen, Whirlpools, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne. Ideale Wachstumsbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius.

Besonders anfällig für Legionellen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und mit bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel Diabetes sowie Herz- und Lungenleiden. Auch Raucher und ältere Menschen gelten an gefährdeter. Männer erkranken zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung tödlich.

Update, 6.13 Uhr - 500 weitere Tests nach 21 Corona-Fällen auf Spargelhof in Schwaben

Nachdem 21 Erntehelfer auf einem Spargelhof in Aichach-Friedberg positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind nun 500 weitere Mitarbeiter des Betriebs getestet worden. Unter den Getesteten gebe es weitere Corona-Fälle, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag mit. Bei 200 dieser Mitarbeiter stehe das Ergebnis noch aus, hieß es weiter. Symptome waren bei keinem der Getesteten aufgetreten. Die neuen Infektionszahlen sollen am Montag bekanntgegeben werden.

Vergangenes Wochenende waren laut dem Landratsamt Aichach-Friedberg zwei Erntehelfer positiv auf das Virus getestet worden. Bei 19 ihrer 47 Kontaktpersonen fiel der Test ebenfalls positiv aus. Den Angaben zufolge hatte es unter den Erntehelfern eine Aufteilung in Kleingruppen gegeben, die vom Gesundheitsamt vorab ausdrücklich gelobt worden war. Trotzdem könnte im Landkreis nun der Grenzwert für Neuinfektionen überschritten werden.

Der Freistaat Bayern hatte die Grenze auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesenkt. Bund und Länder hatten sich auf einen Grenzwert von 50 Neuinfektionen geeinigt. Offenbar beschränken sich die neuen Corona-Fälle in Aichach-Friedberg aber weitestgehend auf den Spargelhof: "Außerhalb des Spargelhofs sind die Infiziertenzahlen im Landkreis weiterhin völlig unauffällig, lagen zuletzt bei Null", teilte das Landratsamt am Mittwoch mit.

Donnerstag 11. Juni


Update, 20.52 Uhr - Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) droht Masken-Ärger

Dem Gesundheitsministerium scheint Ärger zu drohen: Der Grund sind Klagen von Lieferanten, die Schutzmasken produziert hatten, diese aber noch nicht bezahlt bekommen haben. Wie Bild erfahren haben will, hätten demnach zu Beginn der Corona-Pandemie mehrere Lieferanten Musterverträge abgeschlossen und Masken produziert und geliefert. Das Bundesministerium will die aber erst nach Prüfung bezahlen.

Wie Bild.de (hinter Bezahlschranke) erfahren haben will, stehen aus Haushaltsmitteln 1,2 Milliarden Euro für die Begleichung der Rechnungen zur Verfügung - doch das Zuschlagsvolumen könnte 4,5 Milliarden Euro betragen. Etwa 20 Prozent der gelieferten Ware konnte einer TÜV-Prüfung nicht standhalten. Beim Landgericht Bonn sollen drei Klagen von Lieferanten eingereicht worden sein, die trotz korrekter Lieferungen noch keine vollständigen Zahlungen erhalten haben sollen, in einem Fall soll es dabei um 1,6 Millionen Euro gehen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll gesagt haben, dass er nicht wolle, dass Firmen deshalb insolvent gehen.

Update, 18.45 Uhr - Mehr Neu-Infizierte als Genesene in Deutschland

Mit 555 Neu-Infizierten und nur 400 neuen Genesenen stieg die absolute Zahl der aktiven Infektionen an. Und das erstmals seit mehreren Wochen. Diese Zahl könnte eine gefährliche Trendwende bedeuten - dass es wieder insgesamt mehr aktive Fälle geben könnte, was etwa eine Mehrbelastung des Gesundheitssystems nach sich ziehen würde.

Doch noch lässt sich diese Zahl schwer einordnen: Dass die Anzahl der Genesenen sinkt, könnte schlichtweg auch damit zu tun haben, dass es seit Wochen insgesamt weniger aktive Fälle gibt. Da aber insbesondere der R-Wert die Entwicklung von vor 14 Tagen widerspiegelt, dürften Politik und RKI in den nächsten Tagen noch genauer auf diese Zahlen blicken.

Dieser Wert liegt aktuell bei 0,86 (Stand: 10. Juni 0 Uhr). Das bedeutet, dass eine infizierte Person durchschnittlich weniger als eine andere Person ansteckt - die Ausbreitung der Pandemie also immer mehr eingedämmt wird.

Update, 17.12 Uhr - Bundesregierung warnt vor möglicher "Übertragung via Aerosole"

Wie die Bundesregierung bzw. das Bundesministerium für Gesundheit auf Facebook erklärt, sollen Studien darauf hinweisen, dass zusätzlich zur Tröpfcheninfektion eine Übertragung via Aerosole stattfinden kann. "Das erhöht die Übertragungsgefahr besonders in geschlossenen Räumen", heißt es weiter.

Update, 15.35 Uhr - Neueste Zahlen für Bayern

In Bayern sind nach neuesten Angaben bisher 47 539 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Gestorben sind 2532 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Website mit. Knapp 30 Prozent der insgesamt 8.729 Todesfälle in Deutschland wurden somit im Bundesland Bayern registriert. 

Die geschätzte Zahl der Genesenen lag demnach bei 43 960 Personen.

Update, 13.30 Uhr - Kulturlockerungen ab Montag

Ab Montag, 15. Juni, dürfen Theaterbetriebe, Kinos und Konzertsäle ihre Tore wieder öffnen. Ähnlich wie in der Gastronomie müssen auch hier geltende Sicherheitsregeln eingehalten werden. Der Mund-Nasen-Schutz muss hier aber immer und überall getragen werden, auch während der Vorführung. Bis zu 50 Menschen dürfen in geschlossenen Räumen anwesend sein, bei Freilichtbühnen sind es 100. 

Update, 11.30 Uhr - Ungültiges Attest zu Mundschutzpflicht

Gegen 18.30 Uhr befand sich ein Bundespolizist auf dem Weg zum Dienst in der S6 (Richtung Zorneding). Am Marienplatz stieg eine Frau zu, die keinen Mund-/Nasenschutz trug. Als der uniformierte Beamte die 21-jährige Deutsche darauf ansprach, entgegnete sie ihm, dass sie von der Pflicht befreit wäre, da sie über ein ärztliches Attest verfüge. Bei der Inaugenscheinnahme des mitgeführten Attestes entpuppte sich dieses als Online-Attest, dass ohne persönlichem Erscheinen bei einem Arzt ausgestellt worden war.

Weitere Recherchen ergaben, dass die Frau aus Rehau, Landkreis Hof, das Blanko-Attest aus dem Internet hatte. Ein Urologe aus dem Landkreis Kassel bot dieses Attest ohne Untersuchung zum Online-Download an. Man müsse nur Namen und Adresse eintragen. Dieses Attest ist aber ungültig und befreit nicht vom Tragen eines Mund-/Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln!

Die 21-Jährige verhielt sich kooperativ und kam den Anweisungen der Bundespolizei nach. Sie wurde belehrt und wird wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetztes angezeigt. Zudem wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen § 279 StGB, Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse, gegen sie eingeleitet.

Die Bundespolizei in München warnt vor dem Herunterladen dieser Atteste und weist ausdrücklich darauf hin, dass ein derartiges Online-Attest nicht von der Verpflichtung befreit, in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund- und Nasenbekleidung zu tragen.

Pressemeldung Polizei München

Update, 10 Uhr - Reha-Klinik Bad Reichenhall mit Corona-Studie

Die Klinik Bad Reichenhall wurde im Frühjahr von der Reha-Klinik zu einem Corona-Hilfskrankenhaus verwandelt. Die Station ist inzwischen wieder leer und muss keine Akut-Patienten mehr betreuen. Wie pnp.de berichtet, nimmt die Klinik nun vermehrt genesene Patienten auf, die unter den Nachwirkungen des Virus leiden. Fast alle dieser Patienten nehmen an einer Studie teil, die Dr. Konrad Schultz, der medizinische Direktor, mit den Unis München und Würzburg gestartet hat und die die Langzeitauswirkung von Covid-19 erforschen soll. Die Wirkung der Reha-Maßnahmen und der Zustand der Patienten in den Monaten nach der Erkrankung steht dabei im Fokus.

Update, 8.20 Uhr - Notbetreuung zum Schutz von Kindern

Die Notbetreuung für Kinder während der Corona-bedingten Schließung der Kindertagesstätten galt für all diejenigen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Wie der BR berichtet, befanden sich aber auch hunderte Kinder in der Notbetreuung, die aus kritischem häuslichem Umfeld kommen. Diese sollten durch die Maßnahme geschützt werden. Immer dann wenn die Situation so schlimm war, dass sie eine Kindeswohlgefährdung indizierte, wurden sie dort untergebracht. In Augsburg zum Beispiel betraf dies 77 Kinder (Stand Mai). 

Die meisten betrofffenen Familien waren dem Jugendamt demnach bekannt. 

Vorbericht - RKI meldet 318 neue Fälle - Grenzkontrollen werden beendet

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden seit gestern 318 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt damit auf 184.861. 8.729 Menschen sind mit Sars-CoV-2 gestorben, 18 Personen mehr als gestern.

Das RKI schätzt, dass 170.700 Menschen inzwischen wieder gesund sind. Die Reproduktionszahl R liegt derzeit knapp über 1,0. Ein Infizierter gibt das Virus also im Mittel an eine Person weiter.

8729 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 18 im Vergleich zum Vortag.

Bis zu rund 40 Prozent der Ansteckungen in der Coronavirus-Pandemie erfolgen einer WHO-Expertin zufolge offenbar durch Infizierte, die selbst keine Symptome zeigen. Deren Anteil an allen Infizierten wird gegenwärtig auf zwischen sechs und 41 Prozent geschätzt, sagt Maria van Kerkhove.

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete am Mittwoch das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen.

EU-Bürger und Schweizer können gemäß dem Beschluss der Bundesregierung ab dem 16. Juni wieder ungehindert, also ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften, einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Österreich wird vom 16. Juni an das Reisen in die meisten Länder Europas wieder erlauben. Dazu gehöre auch das besonders von der Corona-Pandemie betroffene Nachbarland Italien, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien. Die Zahlen der Corona-Infektionen in den insgesamt 31 Ländern, in die wieder ohne Einschränkung gereist werden darf, seien niedrig genug. Ausgenommen sind Schweden, Portugal, Spanien und das aus der EU ausgetretene Großbritannien.

jv/mz/dpa

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