News-Ticker zur Corona-Pandemie

Vor Urlaubsstart: Wie sich Europas Reiseziele wie Italien und Österreich für Touristen wappnen

Strand von Riva del Garda
+
Touristen und Einheimische nehmen am Strand von Riva del Garda ein Sonnenbad.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts bereits deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Wochenende, 13./14. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2791, Landkreis Traunstein 1326, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 601
  • Todesfälle: Rosenheim 215, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 58
  • Mindestens 8.729 Todesopfer in Deutschland (2.536 in Bayern)
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wurde zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) in der KW24 auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.

Update, 18.35 Uhr - Vor Urlaubsstart: Wie sich Europas Reiseziele für Touristen wappnen

Ein Stück weit kehrt die Reisefreiheit wieder zurück: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder auf. Doch ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, hängt auch an den Regelungen der Urlaubsländer. Aufgehoben wird die Reisewarnung am Montag nach jüngstem Stand für 27 Staaten.

Für vier Länder kommt es dagegen zu Verzögerungen. Spanien, Norwegen und Finnland müssen erst noch ihre Einreisesperre für Ausländer aufheben. In Spanien ist das für Reisende aus dem Schengenraum ab dem 21. Juni geplant, nachdem die Regierung in Madrid den Termin am Sonntag wegen sinkender Corona-Zahlen um neun Tage vorgezogen hatte. Bisher war das erst für den 1. Juli geplant. In Finnland gilt die Einreisesperre bis zum 14. Juli. In Norwegen ist die Einreisesperre unbefristet. In Schweden ist die Zahl der Neuinfektionen noch zu hoch für die Aufhebung der Reisewarnung.

Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August. Ausnahmen können für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Virus ausreichend eingedämmt ist.

Österreich: Das Land erlaubt ab 16. Juni wieder das Reisen in fast alle Länder der EU. Ausgenommen von diesem Schritt sind Schweden und Portugal sowie das aus der EU ausgetretene Großbritannien. Auch nach Spanien darf zunächst nicht gereist werden. Dies gilt aber eher als Reaktion auf die bisherige spanische Vorgabe, Touristen erst ab 1. Juli ins Land zu lassen. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass sich dies nun ändern könnte, da Spanien seine Grenzöffnung auf den 21. Juni vorgezogen hat. Für deutsche Touristen ist vor allem wichtig, dass die Kontrollen an der Grenze zu Italien zum Beispiel am Brenner entfallen. In Österreich selbst hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert. Ab 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Die momentanen Infektionszahlen sind sehr niedrig.

Italien: Hier läuft der Tourismus langsam wieder an. Hotels melden wieder Buchungen - auch wenn längst noch nicht alles offen ist. Nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen herrscht seit 3. Juni Reisefreiheit. Das Land öffnete seine Grenzen für Urlauber aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne wird von ihnen nicht mehr verlangt. Am 15. Juni sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder aufmachen dürfen. Allerdings sind viele Konzerte langfristig abgesagt. Es gelten weiter Gesundheitsregeln, die meist strenger als in Deutschland sind. An Flughäfen, Bahnhöfen sowie in Museen und an anderen öffentlichen Orten müssen Reisende mit Fieber-Scannern rechnen. Am Strand, in Restaurants und Hotels gelten spezielle Abstands- und Hygienevorschriften. Ausreichend Atemschutzmasken sollte man stets dabei haben. Reisende, die mit dem Auto über Österreich in das Mittelmeerland und zurück wollen, müssen derzeit bei der Rückfahrt noch ohne Zwischenstopp durchfahren.

Türkei

: Die Türkei hofft ab Mitte Juni wieder auf Touristen und darauf, dass auch die Reisewarnung für Drittländer bald aufgehoben wird. Flughäfen und Hotels bereiten sich schon auf ausländische Touristen vor. Die Einrichtungen müssen sich an zahlreiche Richtlinien halten, an Stränden etwa gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher und in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen können. Auch deutsche Firmen wie der TÜV Süd stellen Inspektoren.

Update, 15.27 Uhr - Fast 200 000 Zurückweisungen bei Corona-Grenzkontrollen

Die Bundespolizei hat bei den coronabedingten Grenzkontrollen bis zum 11. Juni rund 196 000 Zurückweisungen ausgesprochen. Die Zahl nannte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Seit dem 16. März seien6000 Beamte täglich im Einsatz gewesen. Bei 122 Beamten der Bundespolizei sei eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt, teilte das Innenministerium mit.

Seehofer sprach von einem der "schwierigsten Einsätze" der Bundespolizei. Er lobte die Beamten für ihr "umsichtiges Handeln in dieser Ausnahmesituation". Dafür gebühre allen Polizistinnen und Polizisten der Dank der gesamten Bundesregierung. Der Minister dankte auf Twitter auch der Bevölkerung und erklärte: "Ich bin froh, dass wir bei aller Vorsicht jetzt wieder mehr Freiheit wagen können."

In der Nacht zum Montag enden um Mitternacht die in der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an der deutschen Grenze.

Update, 13.25 Uhr - Keine neuen Fälle in Rosenheim - 2121 Personen genesen

Dem Gesundheitsamt wurden keine neuen Fälle gemeldet, so dass bisher insgesamt 2795 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten sind. Mittlerweile wurde bei mindestens 2121 Personen eine Genesung dokumentiert. 215 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben.

Update, 12.16 Uhr - Bundesliga verliert 150 Millionen Euro an TV-Geldern

Die erste Corona-Rechnung, die den 36 Profivereinen von der Finanz-Kommission der Deutschen Fußball Liga (DFL) am vergangenen Freitag zugestellt wurde, weist ein dickes Minus aus. Die Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga verlieren in dieser Saison allein aus den nationalen Übertragungsrechten 150 Millionen Euro an TV-Geldern - und müssen mit weiteren Einbußen rechnen.

Nach Informationen des "Kicker" fließen in der Spielzeit 2019/20 von den nationalen Medienpartnern nur 1,2 Milliarden Euro statt der geplanten 1,35 Milliarden Euro. Die Verluste für die Vereine könnten sich sogar noch erhöhen, weil einige internationale Partner ihren Zahlungsverpflichtungen in der Corona-Krise nicht nachgekommen sind. Daher droht bei der Auslandsvermarktung ein zusätzliches Minus von 60 Millionen Euro.

Bei einem Abbruch der Saison, die Mitte Mai nach zweimonatiger Unterbrechung fortgesetzt worden war, hätten die 36 Erst- und Zweitligisten insgesamt bis zu 750 Millionen Euro verloren. Auch wenn dieses Schreckensszenario abgewendet wurde, hatte die DFL die Vereine bereits im April dazu aufgefordert, ihre wirtschaftlichen Prognosen anzupassen. Dies hätten einige Clubs bisher immer noch nicht getan, mahnte die Finanz-Kommission in ihrem Schreiben.

Update, 10.28 Uhr - Noch keine Corona-Anpassungen bei Asylunterkünften 

Die Bundesregierung hat noch keine praktischen Konsequenzen aus den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Umgang mit Covid-19 in Asylunterkünften gezogen. Das RKI habe den Entwurf Ende April vorgelegt, schreibt das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Beratungen mit den Gesundheitsbehörden und Innenministerien der Länder dauerten demnach an.

Jelpke forderte ein schnelles Umsteuern. "Dezentrale Unterbringung statt Massenlager ist das Gebot der Stunde. Es darf keinen Gesundheitsschutz zweiter Klasse für Geflüchtete geben." Wie das RKI in einer Fassung von Anfang Mai schreibt, ist das Übertragungsrisiko in Gemeinschaftsunterkünften "besonders hoch, da hier viele Menschen auf engem Raum zusammen leben und Wohn-, Ess- und Sanitärräume gemeinsam nutzen."

Das Institut empfiehlt unter anderem, Risikopersonen und Angehörige präventiv und spätestens mit Auftreten eines Falls separat unterzubringen. Auch sollten sich möglichst wenig Menschen ein Zimmer teilen. "Idealerweise sollte eine Einzelzimmerunterbringung angestrebt werden", heißt es. Auch innerhalb des Gebäudes müssten 1,5 Meter Abstand zueinander und Kontaktreduzierung möglich sein.

Ganze Unterkünfte sollten nicht unter Quarantäne gestellt werden. "Durch eine Massenquarantäne wird eine vermeidbar hohe Exposition mit daraus resultierenden Risiken für alle BewohnerInnen in Kauf genommen, die den RKI-Empfehlungen zu Infektionsschutzmaßnahmen widerspricht."

Update, Sonntag, 13. Juni, 8.40 Uhr - EU-Länder öffnen wieder ihre Grenzen

Nach knapp drei Monaten Corona-Krise hat Polen seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern in der Nacht zum Samstag wieder geöffnet. An Grenzorten wurde das gefeiert. Fast alle anderen EU-Staaten folgen an diesem Montag. Die Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland enden in der Nacht zum Montag um Mitternacht, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Samstag mitteilte. Lediglich die lange zuvor eingeführten Kontrollen gegen irreguläre Migration an der Grenze zu Österreich bleiben bestehen.

Die Reisewarnung für Touristen aus Deutschland wird an diesem Montag wahrscheinlich für 23 der 26 anderen EU-Staaten aufgehoben. NachSpanien hat auch Finnland seine Einreisesperre für Urlauber über den 15. Juni hinaus verlängert. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts wird Finnland deswegen nun zu den Ländern gezählt, für die die Reisewarnung bestehen bleiben könnte. Das dritte Land ist Schweden, das derzeit als einziges EU-Land die Kriterien für eine Aufhebung der Warnung nicht erfüllt. Dort wird die Obergrenze von insgesamt 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche noch überschritten.

Reisende nach Dänemark werden weiterhin an der Grenze kontrolliert, deshalb könnte es Staus geben. Um die Kontrollen möglichst zügig vornehmen zu können, wurde zusätzliches Personal angefordert, wie die dänische Polizei mitteilte. Zudem wurde am Samstag der Grenzübergang bei Padborg wieder geöffnet. Seit dem 14. März waren wegen der Corona-Pandemie von den 13 permanenten Grenzübergängen an Straßen nur drei geöffnet.

Von Montag an dürfen deutsche, norwegische sowie isländische Urlauber wieder nach Dänemark, sofern sie mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben. Es werden bereits an diesem Tag deutsche Gäste in rund 14 000 gebuchten Ferienhäusern erwartet.

Auch Frankreich öffnet sich am Montag wieder Urlaubern aus dem europäischen Ausland. Im ostfranzösischen Grenzgebiet Grand Est zu Deutschland hofft man wieder auf mehr Besuch aus dem Nachbarland. Auch in der Hauptstadt Paris ist es noch relativ leer - an Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale Notre-Dame ist nichts los. Am Seine-Ufer lässt sich im Gegensatz zur normalen Situation leicht ein nettes Plätzchen finden. Auch in Luxuskaufhäusern wie den Galeries Lafayette, in denen eigentlich dichtes Gedränge herrscht, sind wenige Kunden unterwegs. Restaurants und Bars dürfen in der Hauptstadt vorerst nur Gäste auf ihren Terrassen empfangen.

Tschechien öffnet seine Grenzen ab Montag für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein. Ermöglicht werde dies durch die günstige epidemiologische Entwicklung beim Coronavirus, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagabend mit. Ein negativer Corona-Test ist nicht nötig. Die wegen der Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich waren bereits vor einer Woche aufgehoben worden.

Das Einreiseverbot bleibt indes für Reisende mit Wohnsitz in Belgien, Portugal, Großbritannien, Schweden sowie der polnischen Woiwodschaft Schlesien bestehen. Diese Territorien gelten nach Ansicht der tschechischen Behörden als Risikogebiete für eine Coronavirus-Infektion.

Samstag, 13. Juni

Update, 18.59 Uhr - RKI: Jeder dritte Landkreis meldet keine neuen Infektionen

Trotz einzelner Ausbruchsherde geht das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland von weiterhin rückläufigen Corona-Infektionszahlen aus. Aus 147 von insgesamt 412 Landkreisen seien in den letzten sieben Tagen keine neuen Fälle übermittelt worden, schrieb die Behörde in ihrem Situationsbericht vom Samstag (13.6. Stand 0 Uhr). 

Demnach traten in der vorigen Woche nur in zwei Landkreisen in Bayern hohe Fallzahlen auf: in Aichach-Friedberg unter Erntehelfern und in Coburg in Pflegeeinrichtungen. In anderen Gegenden mit zuletzt vielen Fällen seien die Zahlen rückläufig.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.090

+33

153

1,4

1.805

Bayern

47.612

+38

273

2,1

2.540

Berlin

7.252

+87

254

6,8

208

Branden­burg

3.326

+20

29

1,2

163

Bremen

1.581

+8

68

10,0

45

Hamburg

5.139

+5

22

1,2

255

Hessen

10.321

+8

131

2,1

491

Mecklenburg-Vor­pommern

781

+1

14

0,9

20

Nieder­sachsen

12.822

+45

339

4,2

613

Nord­rhein-West­falen

39.137

+77

599

3,3

1.643

Rhein­land-Pfalz

6.838

+11

56

1,4

231

Saarland

2.770

+1

27

2,7

168

Sachsen

5.345

+1

21

0,5

219

Sachsen-Anhalt

1.734

+2

15

0,7

56

Schles­wig-Holstein

3.120

0

13

0,4

150

Thüringen

3.154

+11

69

3,2

174

Gesamt

186.022

+348

2.083

2,5

8.781

Update, 17.44 Uhr - Corona-Grenzkontrollen enden in der Nacht auf Montag

Die in der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen der deutschen Grenzen enden um Mitternacht in der Nacht auf Montag. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums heute. 

Am Freitag hatte die Bundespolizei mitgeteilt, dass die Kontrollen bei der Einreise aus Frankreich "mit Ablauf des Montags" enden sollten. Der Ministeriumssprecher bestätigte nun, dass auch diese Kontrollen bereits am Montag zu Tagesanfang entfallen. Die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, enden allerdings erst am 21. Juni.

Update, 16.36 Uhr - Bald kommt die Rechnung vom Auswärtigen Amt

Das Auswärtige Amt verschickt bald Rechnungen für die Rückholaktion von Millionen Deutschen zu Beginn der Corona-Krise. Das berichtet die „Tagesschau“. Wieviel die betroffenen Urlauber für die Flüge zahlen müssen, sei bisher noch unklar.

„In den nächsten Tagen und Wochen“ werden die Betroffenen darüber informiert, wie viel sie für ihren Heimflug im Zuge der Corona-Rückholaktion zahlen müssen. Das bestätigte das Auswärtige Amt auf Anfrage der „Tagesschau“. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte erst kürzlich angekündigt, dass es aus Gleichbehandlungsgrundsätzen nötig sei, die gestrandeten Urlauber für ihre Heimflüge zahlen zu lassen. „Diejenigen, die mit kommerziellen Fluggesellschaften geflogen sind, mussten ihre Tickets auch bezahlen“, so Maas.

Es werde dann eine Pauschale fällig, die sich nach der Entfernung, nach vergleichbaren Durchschnittspreisen für ein Economy-Ticket und nach den Kosten ähnlicher Rückholaktionen anderer EU-Länder richtet, zitiert das Onlineportal das Auswärtige Amt – konkrete Summen wolle es demnach nicht nennen. Ob dann die tatsächlich entstandenen Kosten gedeckt seien, spiele keine Rolle.

Ohnehin hat die Bundesregierung nun eine etwas größere Abrechnung zu machen. Der Bundestag hatte ihr 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Charterflüge für die Rückholaktion der deutschen Urlauber vorzufinanzieren. Jetzt solle von dem Geld einiges zurückfließen, darunter auch die bald fälligen Eigenanteile der Reisenden.

Update, 15.23 Uhr - 47.613 Coronavirus-Fälle in Bayern - 2536 Tote

In Bayern sind nach neuesten Angaben bisher 47.613 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen um 33. 

Zwei weitere Todesfälle wurden gemeldet, so dass die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Personen in Bayern auf 2536 gestiegen ist. Die Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Webseite mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag demnach bei 44.140 Personen.

Regierungsbezirk

Anzahl der Fälle

Fälle Änderung zum Vortag

Fallzahl pro 100.000 Einwohner

Fälle der letzten 7 Tage

7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner

Anzahl der Todesfälle

Todesfälle Änderung zum Vortag

Oberbayern

21.429

(+ 9)

457,28

87

1,86

976

(+ 1)

Niederbayern

4.752

-

383,68

6

0,48

292

(+ 1)

Oberpfalz

5.341

(+ 1)

481,49

23

2,07

367

-

Oberfranken

3.865

(+ 9)

362,07

41

3,84

231

-

Mittelfranken

4.795

(+ 7)

270,84

22

1,24

275

-

Unterfranken

3.491

(+ 5)

265,05

9

0,68

186

-

Schwaben

3.940

(+ 2)

208,71

86

4,56

209

-

Gesamtergebnis

47.613

(+ 33)

364,11

274

2,10

2.536

(+ 2)

Update, 13.34 Uhr - Corona-Warn-App in Startlöchern: Ist sie sicher - oder nicht?

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App sind nach ausführlichen Tests zuversichtlich, dass die geplante Entfernungsmessung per Bluetooth-Funk auch im Alltag funktionieren wird. "Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann - auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist", sagte SAP-Manager Jürgen Müller der Deutschen Presse-Agentur.

Die Veröffentlichung der offiziellen deutschen App wird in den nächsten Tagen erwartet. Sie setzt auf den Smartphone-Schnittstellen von Apple und Google auf und wurde von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt. Die App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrachen. Die App erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und warnt dann Nutzer, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben Infizierten aufgehalten haben. "Das Ziel ist, dass Millionen teilnehmen", sagte Müller.

Ein zentrales Element der Corona-Warn-Apps ist das Verfahren, mit dem Infizierte ein positives Testergebnis in der App teilen können, damit Nutzer, die sich angesteckt haben könnten, informiert werden.

Unterstützung erhielten die Entwickler durch den IT-Dienstleister. TÜV Informationstechnik. Die App werde stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren, sagte TÜV-IT-Chef Dirk Kretzschmar am Samstag der dpa. Das habe eine Prüfung der App im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ergeben.

Bei der Überprüfung der App habe man auch kontrolliert, ob Unbefugte Daten abgreifen könnten. "Das ist nicht der Fall. Die Anwender müssen keine Angst vor Überwachung haben." Die Entwickler von SAP und T-Systems hätten auch sichergestellt, dass niemand über die App Zugriff auf andere Daten bekomme.

Im Vorfeld hatte sich immer wieder Kritik an der Einführung einer Warn-App geregt. Datenschützer etwa meldeten massive Bedenken an. 

Update, 11.09 Uhr - Angst vor Zweiter Welle steigt: Corona-Ausbruch in Peking

Erstmals seit vielen Wochen erlebt Peking wieder einen größeren Ausbruch des Coronavirus. Auf dem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt wurden bei anfangs 500 Tests schon 45 Infektionen entdeckt. Der Xinfadi-Markt im Stadtviertel Fengtai, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt sowie neun Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Rund 10 000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden.

Die Ermittler haben das Virus bis auf ein Hackbrett zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet wurde, wie der Chef des Großmarktes der Pekinger Zeitung "Beijing Qingnianbao" berichtete. Der Lachs wiederum stammte von einem anderen Markt für Meeresfrüchte. Viele Supermärkte in Peking nahmen daraufhin importierten Lachs aus ihren Regalen. Ob der Fisch aus Norwegen kam, von wo viel Lachs nach China importiert wird, war anfangs unklar.

Die neuen Fälle weckten die Angst vor einer zweiten Welle mit dem Virus in China, das den Ausbruch bislang weitgehend im Griff hatte. So wurden in Peking sofort alle Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zuletzt hatte China nur noch vereinzelt Infektionen gemeldet, die meistens aus dem Ausland importiert waren.

Update, 9.20 Uhr - IG Metall befürchtet Insolvenzwelle infolge der Corona-Krise

Im Kampf gegen eine durch die Corona-Krise möglicherweise drohende Insolvenzwelle hat die IG Metall weitere Konjunkturhilfen empfohlen. "Wenn das Konjunkturpaket, das viele gute und wichtige Punkte enthält, nicht in der Breite wirkt (...), dann müssen wir im Herbst noch einmal darüber reden, ob wir nicht nachsteuern müssen", sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann dem "Tagesspiegel" (Samstag). Gerade bei den Zulieferern in der Automobilindustrie sei die Insolvenzgefahr in Deutschland stark gestiegen. "Unsere jüngste Umfrage zeigt: Über 80 000 Beschäftigte in 270 Betrieben sind in hoher oder akuter Insolvenzgefahr." Er fügte hinzu: "Und diese Zahlen steigen."

Durch den beschlossenen Verzicht auf eine an den Emissionen orientierte Kaufprämie für Autos und die stattdessen erfolgende Mehrwertsteuersenkung ab Juli werde keine vernünftige Klimaschutz-Lenkungswirkung erreicht, sagte Hofmann. "Jetzt wird selbst der Verkauf von alten Gebrauchtwagen und SUV-Boliden gefördert, egal, was aus dem Auspuff kommt." Um die Autobranche als Schlüsselindustrie zu stärken, hatte die IG Metall eine Umweltprämie auch für emissionsarme Verbrenner gefordert.

Update, 13. Juni, 7.30 Uhr - Corona-Tote: Brasilien überholt Großbritannien 

Brasilien hat Großbritannien bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Nach den Daten des Gesundheitsministeriums vom Freitag starben in Brasilien bislang 41 828 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

Das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika liegt damit laut der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf Platz zwei der Länder mit den meisten Corona-Toten - nach den Vereinigten Staaten (mehr als 114 600 Tote). 828 810 Menschen haben sich in Brasilien mit dem Virus infiziert. In Großbritannien starben laut Johns-Hopkins-Universität 41 566 mit dem Virus infizierte Menschen.

Vorbericht: R-Wert bei 1,04 - Zweite Welle in Bulgarien

Die Schätzung des Robert-Koch-Instituts für die Reproduktionszahl sinkt im Vergleich zum Vortag leicht von 0,88 auf 0,87 (Datenstand: 12. Juni, 0 Uhr).

Gleichzeitig gibt es aber auch negative Entwicklungen: Das geglättete 7-Tage-R liegt nun bei 1,04 - ein neuer Höchstwert. Damit hat das „Wochen-R“ zum ersten Mal seit Beginn der Veröffentlichungen überhaupt die Marke von 1,0 überschritten.

Die Notbetreuung für Kinder während der Corona-bedingten Schließung der Kindertagesstätten galt für all diejenigen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Wie der BR berichtet, befanden sich aber auch hunderte Kinder in der Notbetreuung, die aus kritischem häuslichem Umfeld kommen. Diese sollten durch die Maßnahme geschützt werden. Immer dann wenn die Situation so schlimm war, dass sie eine Kindeswohlgefährdung indizierte, wurden sie dort untergebracht. In Augsburg zum Beispiel betraf dies 77 Kinder (Stand Mai). 

Ab Montag, 15. Juni, dürfen Theaterbetriebe, Kinos und Konzertsäle ihre Tore wieder öffnen. Ähnlich wie in der Gastronomie müssen auch hier geltende Sicherheitsregeln eingehalten werden. Der Mund-Nasen-Schutz muss hier aber immer und überall getragen werden, auch während der Vorführung. Bis zu 50 Menschen dürfen in geschlossenen Räumen anwesend sein, bei Freilichtbühnen sind es 100. 

Wie die Bundesregierung bzw. das Bundesministerium für Gesundheit auf Facebook erklärt, sollen Studien darauf hinweisen, dass zusätzlich zur Tröpfcheninfektion eine Übertragung via Aerosole stattfinden kann. "Das erhöht die Übertragungsgefahr besonders in geschlossenen Räumen", heißt es weiter.

Dem Gesundheitsministerium scheint Ärger zu drohen: Der Grund sind Klagen von Lieferanten, die Schutzmasken produziert hatten, diese aber noch nicht bezahlt bekommen haben. Wie Bild erfahren haben will, hätten demnach zu Beginn der Corona-Pandemie mehrere Lieferanten Musterverträge abgeschlossen und Masken produziert und geliefert. Das Bundesministerium will die aber erst nach Prüfung bezahlen.

Mit der sinkenden Zahl nachgewiesener Sars-CoV-2-Infektionen stehen an den Krankenhäusern in Bayern wieder mehr Ressourcen für den normalen Klinikalltag zur Verfügung. Patienten müssen aber wohl weiterhin länger auf geplante Eingriffe warten, sagt Siegfried Hasenbein, der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) gegenüber idowa.de.

Am frühen Mittwochabend (10. Juni) wurde eine 21-Jährige in der S-Bahn ohne Mund-/Nasenschutz angetroffen. Ein vorgelegtes Online-Attest, das sie davon befreiten sollte, erwies sich als ungeeignet.

Zu Beginn war das Balkanland Bulgarien kaum von der Corona-Pandemie betroffen. Nun scheint es aber so, als würde sich eine zweite Welle anbahnen, die schlimmer werden könnte als die Erste.

dp/mh/mz/dpa

Kommentare