News-Ticker zur Corona-Pandemie

Stadt Rosenheim verteidigt Umgang mit Geflüchteten - Jeder dritte im Homeoffice

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Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen gibt es allerdings Lockerungen. Ein "Bayern-Plan" wurde entwickelt, die lange bestehende Ausgangs- in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Die Entwicklungen am Mittwoch, 13. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2683, Landkreis Traunstein 1271, Landkreis Berchtesgadener Land 298, Landkreis Mühldorf 494, Landkreis Altötting 591
  • Todesfälle: Rosenheim 186, Traunstein 83, Berchtesgadener Land 22, Mühldorf 25, Altötting 54
  • Mindestens 7533 Todesopfer in Deutschland (2202 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wird zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus


Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 20 Uhr - Stadt Rosenheim verteidigt Umgang mit Geflüchteten

Nachdem die Mitglieder der Grünen- und ÖDP-Stadtratsfraktion in einem offenen Brief an der Stadt Rosenheim in Bezug auf den Umgang mit Asylbewerbern während der Corona-Krise Kritik übten, regiert die Stadt nun mit einer Stellungnahme. In zehn Punkten gegliedert erklärt die Stadt Rosenheim ihre Vorgehensweise bei Corona-Ausbrüchen in Asylbewerberunterkünften. 

Update, 19 Uhr - Jeder dritte im Homeoffice

Jeder dritte Beschäftigte ist laut einer Umfrage in der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels ermittelte.

Vor der Corona-Krise haben nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch genutzt. Vor allem Beschäftigte mit höheren Einkommen und höherer Bildung konnten demnach ins Homeoffice wechseln.

Aber sind sie dort auch produktiv? Jeder Zehnte meint, dass er zu Hause sogar mehr Arbeit erledigen kann als im Büro. 40 Prozent der Betroffenen machen die gegenteilige Erfahrung: Sie schaffen weniger. Die Forscher des DIW vermuten, dass dies daran liegt, dass Schulen und Kitas geschlossen wurden und Kinder zu Hause betreut werden mussten. Das Sozio-ökonomischen Panel ist eine repräsentative jährliche Wiederholungsbefragung privater Haushalte.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will per Gesetz ein Recht auf Arbeit von zu Hause schaffen. Jeder, der möchte, solle demnach auch nach der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiten können. Heil berief sich auf Schätzungen, wonach die Zahl der Arbeitnehmer im Heimbüro in der Corona-Krise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen sei.

dpa

Update, 17.55 Uhr - Droht uns heuer ein "Overtourism"?

Urlaub im eigenen Land wird heuer wohl gefragt wie schon sehr lange nicht mehr. Mögliche negative Folgen: Es staut sich in den bayerischen Bergen. Droht uns also heuer ein "Overtourism"? Unsere Reporterin Christine Stanggassinger hat sich bei heimischen Bergwachten, Alpenvereinen aber auch Tourismusverbänden dazu umgehört

Update, 17.35 Uhr - Streit um Maskenpflicht im Münchner S-Bahn-Bereich wird gefährlich

Am Dienstag (12. Mai) fuhr ein 25-Jähriger ohne vorgeschriebenen Mund- und Nasenschutz in der S-Bahn. Nach Verlassen der S-Bahn mit DB-Bediensteten am Hauptbahnhof versuchte er zu flüchten und legte sich in den Gleisbereich. Eine Nothaltauslösung sowie eine Schnellbremsung konnten Schlimmeres verhindern.

Gegen 15:30 Uhr fuhr ein 25-jähriger Deutscher ohne vorgeschriebene Mund- und Nasenschutzbekleidung in der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Ein in der S-Bahn in zivil fahrender Polizeibeamter sprach den Mann auf seine fehlende Maske an, worauf er unbeeindruckt reagierte. Der Beamte informierte in der Bahn anwesende Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit. Nach dem Halt am Hauptbahnhof stiegen alle aus und zwecks Personalienfeststellung und Ticketnachweis des 25-Jährigen wurde die Bundespolizei informiert. Als der Mann dies mitbekam, versuchte er zu flüchten. Dies verhinderten die Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit zunächst, worauf es zu einem Gerangel auf dem Bahnsteig kam. In dessen Verlauf ragten die Beine des gebürtigen Münchners in den Gefahrenbereich des S-Bahngleises. Geistesgegenwärtig betätigte das Bahnsteig-Aufsichtspersonal den Nothalt für einfahrende S-Bahnen. Eine bereits hinter dem Signal befindliche und unmittelbar einfahrende S-Bahn wurde manuell schnellgebremst und kam ca. 40 Meter vor den Beinen des Mannes zum Stehen. 

Nachdem der Sicherheitsmitarbeiter den Wohnsitzlosen losließ, flüchtete dieser in den Gleisbereich, wo er sich auf die Schienen legte. Von dort brachten ihn die alarmierten Bundespolizisten auf die Wache am Hauptbahnhof. Suizidabsichten konnten nach eingehender Befragung nicht festgestellt werden. Wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr wird gegen den 25-Jährigen ermittelt. Zudem erhält er eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen eines Verstoßes gegen die Pflicht in ÖPNV-Einrichtungen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München

Update, 17.15 Uhr - Corona-Reihentestungen in Rosenheimer Asylbewerberheimen

Nicht nur die Stadt Rosenheim, auch die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in der Stadt sind vom Coronavirus verhältnismäßig stark betroffen. Am Mittwochvormittag wurden 170 Bewohner der beiden Asylbewerberheime in der Äußeren Oberaustraße getestet, 21 stellten sich als corona-positiv heraus. Am Nachmittag dann die nächste Reihentestung, wie rosenheim24.de erfahren hat: Auch die Bewohner der Asylbewerberunterkunft in der Kufsteiner Straße wurden nun überprüft. Ein Ergebnis steht noch aus. 

Großeinsatz der Polizei wegen einer Corona-Reihentestung in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Kufsteiner Straße in Rosenheim am Mittwochnachmittag (13. Mai). 

Update, 16.39 Uhr - Fünf neue Todesfälle im Raum Rosenheim 

In Stadt und Landkreis Rosenheim fünf weitere Verstorbene in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion zu beklagen, wie das Gesundheitsamt nun mitteilt. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 186. Außerdem wurden dem Gesundheitsamt elf neue Infektionsfälle gemeldet. Die Gesamtzahl liegt also bei 2683 Infizierter in Stadt und Landkreis Rosenheim. 1547 von ihnen gelten als genesen. Zwei weitere Zahlen: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in der Stadt Rosenheim nun bei 52,11, im Landkreis bei 36,02. 

Alterstruktur der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Stadt und Landkreis Rosenheim.

Update, 16.20 Uhr - Keine Neuinfektionen in Mühldorf und Traunstein - Ein Verstorbener

Wie auch schon die Landkreise Berchtesgadener Land und Altötting melden nun auch Mühldorf und Traunstein im Vergleich zum Dienstag keine Corona-Neuinfizierten. Das meldeten soeben die jeweiligen Gesundheitsämter. Die Zahl der Corona-Infektionen liegt demnach im Kreis Mühldorf bei weiterhin 494 Fällen, wovon 442 schon wieder genesen sind. Im Kreis Traunstein sind es 1271 bestätigte Corona-Fälle, 908 von ihnen gelten als geheilt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Kreis Mühldorf bei 3,5 und im Kreis Traunstein bei 29,36. 

Das Gesundheitsamt Traunstein muss jedoch einen neuen Verstorbenen vermelden. Es handelt sich um einen 85-jährigen Mann, bei dem eine Covid-19-Infektion diagnostiziert wurde. Dass sich die Lage entspannt zeigen aber auch die Zahlen derer, die derzeit im Zuge einer Corona-Infektion stationär behandelt werden müssen: Im Landkreis Mühldorf sind es noch zehn, im Landkreis Traunstein 14 Patienten. Aus dem Landkreis Rosenheim wurden am heutigen Mittwoch noch keine neuen Zahlen veröffentlicht. 

Update, 15.40 Uhr - Zwei weitere Todesopfer in Altötting, aber keine Neuinfektionen

Auch im Landkreis Altötting bleibt die Zahl der Corona-Infizierten stabil. Aktuell haben sich 591 Menschen infiziert - der gleiche Stand wie am Dienstag. Es sind also keine weiteren Fälle hinzugekommen. 481 dieser 591 Personen sind inzwischen von der Erkrankung wieder genesen. Aber: Inzwischen sind Landkreis Altötting laut Landratsamt 54 Todesopfer zu beklagen, die an der Erkrankung gestorben sind. Zwei mehr als am Dienstag

Update, 14.50 Uhr - Erneut kein neuer Corona-Fall im Berchtesgadener Land

Gute Meldungen aus dem Berchtesgadener Land: Seit Dienstag gibt es keinen neuen Fall eines Corona-Infizierten! Bereits seit Samstag ist kein neuer Fall zu beklagen. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle bleibt damit konstant bei 298. 259 von ihnen gelten mittlerweile wieder als genesen, ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Nur noch 17 Sars-Cov-2-Infizierte müssen derzeit medizinisch behandelt werden, einer weniger als am Dienstag. Unverändert sind bisher insgesamt 22 Personen im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung im Berchtesgadener Land verstorben.

Das Bürgertelefon im Landratsamt Berchtesgadener Land berät bei Fragen im Zusammenhang mit dem Coronavirus die Bürgerinnen und Bürger unter Telefon 08651/773-151.

Update, 14.14 Uhr - "Sommer in der Stadt" statt Oktoberfest

Soeben wurde bekannt, dass sich der Münchner Stadtrat für eine Art "Oktoberfest-Alternative" entschieden hat. Demnach sollen ab Mitte Juli Fahrgeschäfte und Buden dezentral in der Landeshauptstadt verteilt und aufgebaut werden. Das Ganze steht unter dem Titel "Sommer in der Stadt". Um welche Fahrgeschäfte/Schausteller und welche Orte es sich handeln wird, muss noch erarbeitet werden. 

Das Konzept soll für Schausteller und Budenbetreiber wenigstens einen kleinen Teil der geplanten Wiesn-Einnahmen ersetzen. Eigentlich hätte das Oktoberfest heuer von Mitte September bis Anfang Oktober auf der Theresienwiese stattfinden sollen. Es wurde jedoch wegen Corona abgesagt.

Update, 13.34 Uhr - Zusätzlicher Grenzübertritt für Land- und Forstwirte möglich

Land- und Forstwirte können ab Mittwoch, 13. Mai, zeitweise zusätzliche Grenzübergangsstellen an der Grenze zu Tirol nutzen. Dies hat die Bundespolizei mit den österreichischen Behörden vereinbart. Die Sonderregelung umfasst die Grenzübergänge Wildbichl-Landl - Bayrischzell (6 Uhr - 20 Uhr), Wildbichl - Sachrang (6 Uhr - 20 Uhr) sowie Grän-Enge - Pfronten Fallmühle (7 Uhr - 20 Uhr) und bezieht sich ausschließlich auf Grenzübertritte, die unmittelbar mit land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten in der Grenzregion erforderlich sind.

Die Berechtigten benötigen eine “Bescheinigung für den Grenzübertritt”, die für den Tiroler Grenzabschnitt formlos per E-Mail oder persönlich bei der Bundespolizeiinspektion Rosenheim (bpoli.rosenheim@polizei.bund.de(wird in einem neuem Tab geöffnet)) beantragt werden kann. Der Antrag muss folgende Angaben beinhalten: Vorname, Name, Geburtsdatum, Anschrift (Postleitzahl – Wohnort – Straße – Hausnummer), Nummer des Reisepasses oder Personalausweises sowie die Grenzübergangsstelle, die genutzt werden soll. Die Bescheinigung und ein Ausweis müssen beim Grenzübertritt mitgeführt werden.

Update, 12.52 Uhr - Genervt vom Homeschooling: Bub (10) haut ab

Aus Frust wegen des coronabedingten Hausunterrichts ist ein zehn Jahre alter Bub in Ansbach von zu Hause ausgerissen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war der Zehnjährige in der Nacht mit einem Rucksack voll Kleidung und mehreren Schutzmasken unbemerkt aus der Wohnung seiner Eltern gegangen. Nachdem mehrere Menschen ihn allein in der Nähe des Bahnhofs gesehen hatten, verständigten sie die Polizei.

Die Beamten fanden den Bub mit Schutzmaske bekleidet - wo ihn seine Reise hinführen sollte, verriet der Zehnjährige aber nicht. Sie brachten ihn zurück zu seiner Familie, die schon geschlafen und die Aktion gar nicht bemerkt hatte. Einem Polizeisprecher zufolge sagte die Mutter, ihr Sohn leide sehr unter dem Homeschooling wegen Corona, weil er Angst um seine weitere Schullaufbahn habe.

Seehofer-PK im Video: Regierung beschließt Lockerung der Grenzkontrollen

Update, 12.10 Uhr - Quarantäne nur mehr nach Einreise aus Drittstaaten

Die von den Bundesländern angeordnete 14-tägige Quarantäne für jeden, der nach Deutschland kommt, sollte nach Einschätzung des Ministeriums künftig nur noch für Menschen gelten, die sich zuvor in Drittstaaten aufgehalten haben. Also beispielsweise nicht mehr für Deutsche, die aus Frankreich einreisen oder den Niederlanden. Die Entscheidung über die Quarantäne liegt allerdings bei den Regierungschefs der Länder.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, dürfen ab Samstag wieder alle Grenzübergänge genutzt werden. In den vergangenen Wochen waren nur einige größere Verkehrswege für den Grenzübertritt geöffnet. Dies hatte vielerorts zu Staus und Umwegen für Berufspendler geführt. Die Bundespolizei soll künftig nur noch "flexibel und risikobasiert" kontrollieren, "nicht so systematisch wie bisher". Am Mittwoch wollte auch die EU-Kommission einen Plan für eine vorsichtige Öffnung der Binnengrenzen in Europa vorlegen. "Es ist europäisch, gemeinsam ein gefährliches Virus zu bekämpfen. Es ist nicht europäisch, sich bei unbequemen Maßnahmen der gemeinsamen Verantwortung zu entziehen", erklärte Seehofer.

Update, 11.47 Uhr - Seehofer: „Wir wollen den freien Reiseverkehr ab Mitte Juni“

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen von diesem Samstag (16. Mai) an vorsichtig gelockert werden. Das hat die Bundesregierung in einer Kabinetts-Sitzung heute beschlossen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigt bei einer Pressekonferenz an: Mit Frankreich, Schweiz und Österreich gebe es die Übereinkunft, die Grenzkontrollen bis zum 15. Juni zu verlängern. „Wir wollen den freien Reiseverkehr ab Mitte Juni“, sagte Seehofer. 

  • An der Grenze zu Luxemburg enden die Binnengrenzkontrollen schon mit Ablauf des 15. Mai 2020. 
  • An der Grenze zu Dänemark sei Deutschland ebenfalls bereit, die Kontrollen einzustellen. Ein fester Termin dazu muss allerdings noch abgestimmt werden. 
  • Keine Öffnungen gibt es zu Grenzen nach Italien oder Spanien. Von diesen Ländern lässt Deutschland weiterhin keine Einreise zu (z.B. per Flugverbindung). Auch Österreich – als direktes Nachbarland zu Italien – hält an den geschlossenen Grenzen fest. 
  • Keine Änderungen gibt es bei den Grenzen zu Polen, Tschechien, Belgien und den Niederlanden. Hier führte die Bundesrepublik ohnehin keine Kontrollen durch – es liegt also an den Ländern selbst, ihre eigenen Kontrollen einzustellen.

Erste Erleichterungen an den Grenzen zu unseren Nachbarländern soll es ab Samstag (16. Mai) geben. Seehofer: „Wir werden nicht so wie bisher eine systematische Kontrolle durchführen, sondern eine Stichproben-Kontrolle.“ Außerdem werde man auf Staatssekretär-Ebene überlegen, für welche Personengruppen noch Ausnahmen zugelassen werden könne.

Die Erleichterungen sind laut Innenministerium eine Folge der positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens. Sollte die Zahl der Neuinfektionen in Nachbarregionen jedoch stark steigen, werde man wieder intensiver kontrollieren. Dabei biete der in Deutschland geltende Richtwert von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen Orientierung.

Update, 11.25 Uhr - Bundesregierung beschließt Lockerung der Grenzkontrollen

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen von diesem Samstag an schrittweise gelockert werden. Vor allem der Grenzübertritt aus Luxemburg wird erleichtert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Den Angaben zufolge strebt das Bundesinnenministerium ein vollständiges Ende der wegen der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an allen Grenzabschnitten aber erst für den 15. Juni an.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte in den vergangenen Tagen mit seinen Amtskollegen in den Anrainerstaaten sowie mit den Ministerpräsidenten der Grenz-Bundesländer über die Details einer schrittweisen Rückkehr von stationären Kontrollen zur normalen Überwachung der Grenzen im 30-Kilometer-Bereich beraten.

Die Kontrollen an den Grenzen zu Dänemark, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz waren am 16. März eingeführt worden, um das Infektionsgeschehen in Deutschland einzudämmen. Seither darf nur noch einreisen, wer einen "triftigen Grund" dafür geltend machen kann - etwa Berufspendler, Angehörige medizinischer Berufe oder EU-Bürger, die auf dem Weg in ihr Heimatland sind. Auch die Pflege von Angehörigen und andere familiäre Gründe konnten zum Teil geltend gemacht werden. Hier sind nun weitere Erleichterungen vorgesehen. Außerdem sollen nach dpa-Informationen wieder alle Grenzübergänge genutzt werden dürfen. In den vergangenen Wochen waren nur einige größere Verkehrswege für den Grenzübertritt geöffnet.

Innenminister Seehofer will ab 11.30 Uhr die Maßnahmen erläutern.

rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live!

Update, 10.41 Uhr - Zwei Tote in Schlierseer Seniorenheim

In einer Pflegeeinrichtung in Schliersee wurden 15 Bewohner und sechs Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Nicht nur ein 80-jähriger infizierter Bewohner ist inzwischen verstorben, sondern auch eine über 70-jährige Mitarbeiterin des Hauses. Sieben Menschen mussten zur stationären Behandlung ins Krankenhaus verlegt werden. Das berichtet das Landratsamt Miesbach auf seiner Homepage.

Soweit medizinisch vertretbar, sollen die Bewohner aber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, teilte das Landratsamt mit. 88 Betten seien in dem Haus noch belegt und zusätzlich wohnen auch Mitarbeiter in der unter Quarantäne stehenden Einrichtung.

Inzwischen unterstützt die Bundeswehr mit über 30 "helfenden Händen" die Einrichtung. 20 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätslehrregiments „Niederbayern“ aus Feldkirchen sind am Montagnachmittag eingetroffen und haben bereits teilweise den Nachtdienst übernommen. Sie stellen die medizinische Versorgung der Bewohner sicher. Neben Pflegekräften und Unterstützungspersonal sind Desinfektionsexperten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Einsatz. Zusätzlich treten ab Seit Mittwochmorgen sind zwölf Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen ihren Dienst in Schliersee angetreten. Die Hilfeleistung ist vorerst bis 24. Mai geplant.

Update, 10.05 - Rathaus Waldkraiburg weiterhin geschlossen

Das Rathaus der Stadt Waldkraiburg bleibt bis einschließlich Freitag, 22. Mai für den regulären Parteiverkehr geschlossen. Die Stadtverwaltung ist jedoch für die Bevölkerung weiterhin erreichbar. Bürgerinnen und Bürger können nach wie vor reguläre Termine wahrnehmen. Es ist jedoch hierfür eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich. Damit sollen Wartezeiten vermieden und für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gesorgt werden.

Bürgerinnen und Bürger gebeten, einen eigenen Stift mitzubringen. Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an einer schrittweisen Wiedereröffnung des Rathauses. Der weitere “Fahrplan” soll demnächst bekannt gegeben werden, teilte die Stadt mit.

Update, 9.24 Uhr - Polizei-Großeinsatz in Rosenheimer Asyl-Unterkünften

Weil zahlreiche Corona-Tests positiv ausgefallen sind, werden aktuell 58 Asylbewerber aus zwei Unterkünften in der Rosenheimer Oberaustraße "abverlegt". Dies bestätigte Verena Gros, Sprecherin der Regierung Oberbayern, auf Nachfrage von rosenheim24.de. Unter den 58 Asylbewerbern befinden sich 21 positiv Getestete. 

Zusammen mit ihren Familien sollen sie in andere Unterkünfte gebracht werden, wo sie in Quarantäne kommen. Anschließend sollen sie wieder nach Rosenheim zurückkehren.

Alle Informationen dazu findet Ihr hier.

Update, 8.42 Uhr - RKI: 798 Neuinfektionen und 101 weitere Tote in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland stieg binnen 24 Stunden um 798 auf 171.306, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Damit sind die Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag wieder leicht rückläufig. Die Zahl der Todesopfer steigt nach offiziellen Angaben um 101 auf 7634.

Am meisten Neuinfektionen gab es in NRW (222), Bayern (209) und Baden-Württemberg (159). Am wenigsten in Sachsen-Anhalt (2), dem Saarland (2), Rheinland-Pfalz (5), Mecklenburg-Vorpommern (7) und Niedersachsen (8).

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle/100.000 Einwohner

Todesfälle

Baden-Württem­berg

33.518

+159

303

1.594

Bayern

44.802

+209

343

2.209

Berlin

6.298

+24

168

170

Brandenburg

3.125

+14

124

137

Bremen

1.077

+19

158

36

Hamburg

4.972

+12

270

223

Hessen

9.087

+56

145

419

Mecklenburg-Vor­pommern

736

+7

46

20

Niedersachsen

10.903

+8

137

508

Nordrhein-West­falen

35.555

+222

198

1.473

Rhein­land-Pfalz

6.360

+5

156

207

Saarland

2.667

+2

269

144

Sachsen

4.962

+15

122

191

Sachsen-Anhalt

1.650

+2

75

52

Schles­wig-Holstein

2.972

+16

103

125

Thüringen

2.622

+28

122

126

Gesamt

171.306

+798

206

7.634

*Aus einem Landkreis in Baden-Württemberg wurden die 148 Fälle, die vorgestern weniger übermittelt worden waren, gestern korrigiert und wieder übermittelt. Die Daten aus Hamburg wurden erneut validiert, sodass im Vergleich zu gestern 180 Fälle mehr gezählt werden, die jedoch auch schon länger zurückliegende Meldedaten haben. In Schleswig-Holstein wurden Einzelfälle korrigiert, daher wird 1 Fall weniger als gestern ausgewiesen.

Update, 8.25 Uhr - "Lernen zu Hause": Piazolo will Bedingungen präsentieren

Die geplante weitere schrittweise Öffnung der Schulen für Präsenzunterricht erfordert auch eine neue Justierung des ohnehin umstrittenen "Lernen zu Hause" für Bayerns Schüler. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will am Mittwoch (10 Uhr) in München die Rahmenbedingungen für das weitere Vorgehen vorstellen. Im Kern geht es dabei um den wöchentlichen Wechsel zwischen Präsenzunterricht in den Schulen und dem Lernen in den eigenen vier Wänden. Bis Mitte Juni sollen - sofern das Infektionsgeschehen es zulässt - alle Schüler wieder zeitweise in die Schulen zurückkehren.

Kultusminister Michael Piazolo

Das "Lernen zu Hause" ist für die meisten Eltern und Schüler in Bayern seit Wochen Alltag, stellt die Betroffenen aber vor große Herausforderungen. Piazolo hatte immer wieder betont, Eltern seien keine Ersatzlehrer. Gleichwohl erleben diese in der Praxis ebenso wie ihre Kinder sehr wohl einen hohen Druck, da es längst nicht nur um die Wiederholung bereits behandelter Inhalte geht. Die Anforderungen dürften mit der teilweisen Rückkehr zum Präsenzunterricht weiter steigen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Schüler sehr große Wissensunterschiede mit in die Schule bringen.

Update, 7.41 Uhr - Innenminister Herrmann will Corona-Demos nur an Orten mit viel Platz

Demonstrationen von Gegnern der Maßnahmen zum Eindämmen der Corona-Epidemie sollen in Bayern künftig nur dort erlaubt sein, wo auch genügend Platz für die notwendigen Abstände ist. Derzeit entwickle sein Ministerium zusammen mit den Polizeipräsidien und den Kreisverwaltungsbehörden die Konzepte für Demonstrationen weiter, sagte Herrmann. Und: "Wenn jemand meint, aggressiv und rücksichtslos auftreten zu müssen, werden wir klare Kante zeigen. Daher werden wir die Polizeipräsenz bei Demonstrationen deutlich erhöhen, wo es notwendig ist", so Herrmann.

Und: "Besondere Sorgen bereitet mir, dass zunehmend krude Verschwörungstheoretiker und Extremisten verschiedenster Couleur die Corona-Pandemie für ihre gefährliche Propaganda nutzen. Das zeigt sich bundesweit auf bedenkliche Weise bei Demonstrationen." Vor allem für das bewusste Missachten der wichtigen Corona-Schutzmaßnahmen "unter dem Deckmantel der Meinungs- und Versammlungsfreiheit" habe er "keinerlei Verständnis, gerade wenn unbeteiligte Passanten gefährdet werden", sagte Herrmann.

Demonstration gegen Corona-Regeln in München

Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa
Coronavirus - Demonstration in München
Coronavirus - Demonstration in München © dpa

Jeder Versammlungsteilnehmer könne seine Meinung kundtun, "auch wenn sie noch so abwegig ist." Dafür müsse er aber niemanden gefährden, so der Minister. Es gebe genügend legale Möglichkeiten, seinen Protest auszudrücken. "Jede einzelne Infektion mit dem Coronavirus kann schwerste Komplikationen bis hin zum Tod bedeuten. Das müssen sich die Demonstranten, die sich über die unverzichtbaren Schutzregeln hinwegsetzen, bewusst machen".

Update, 7.06 Uhr - Deutsch-österreichische Grenze ab 15. Juni wieder offen

Die coronabedingt geschlossenen Grenzen zwischen Deutschland und Österreich werden am 15. Juni vollständig geöffnet. Dies teilte das Bundeskanzleramt Österreich in Wien der Presseagentur APA am Mittwoch mit. Schon ab diesem Freitag wird es an den Grenzen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben, bestätigte das Kanzleramt den am Dienstag von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel skizzierten zweistufigen Öffnungsprozess. Schon heute ist der Grenzübergang Großgmain-Bayerisch Gmain für Berufspendler geöffnet.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Dienstag mit Merkel telefoniert. Die Bundesregierung will bei ihrer Sitzung an diesem Mittwoch über weitere Schritte beraten. Wie das Bundeskanzleramt in Wien weiter mitteilte, strebt Österreich auch eine Liberalisierung des Grenzregimes mit seinen anderen Nachbarländern an.

Die österreichische Tourismuswirtschaft ist stark von deutschen Sommerurlaubern abhängig. Vor allem drängte die Branche aber auf Klarheit, was die Sommersaison betrifft. Sie verwies auf Buchungen von deutschen Stammgästen, die Zusagen für neue österreichische Gäste erschwerten.

Grenzübergang Deutschland - Österreich

Update, 6.37 Uhr - Corona-Ausbruch in Schlachthof mit 1.000 Mitarbeitern

Nach Hunderten Corona-Fällen in Schlachthöfen in Deutschland ist nun auch ein Betrieb in Bayern betroffen - und zwar Wiesenhof im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Wie das Unternehmen am Abend mitteilte, wurden elf Schlachthof-Mitarbeiter positiv getestet. Die Behörden und auch Gesundheitsministerin Melanie Huml hatten noch am Dienstag von acht Infizierten gesprochen.

Die Gesundheitsministerin erklärte, es seien sofort Maßnahmen ergriffen worden. "Das heißt, dass ab heute eine Reihentestung durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit dem Gesundheitsamt vor Ort durchgeführt wird." Alle 1.000 Mitarbeiter würden nun "zügigst" untersucht, kündigte die Ministerin an.

Für den Verbraucher bestünde aktuell keine Gefahr. „Ein direkter infektiologischer Zusammenhang am Arbeitsplatz konnte bisher zwar nicht festgestellt werden. Aber angesichts der Fälle in Schlachthöfen in Deutschland, die ja auch durch die Medien gegangen sind, wollen wir frühzeitig reagieren, umso die Ausbreitung des Virus unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und damit auch in der Region zu unterbinden“, erklärt Dr. Beate Biermaier, Leiterin des Gesundheitsamtes Straubing/Straubing-Bogen.

Vorbericht: R-Wert sinkt wieder unter kritischen Wert

Bundesweit sind bis Dienstagabend über 171.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 170.400 Infektionen). Mindestens 7616 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7509). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nachdem die Reproduktionszahl in den vergangenen Tagen leicht über dem kritischen Wert von 1 lag, sank die Zahl nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend auf nun 0,94. Das bedeutet, dass zehn Infizierte neun bis zehn weitere Personen anstecken. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl langfristig unter 1 liegen. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 147.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2202 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.300 Fällen und mindestens 1455 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.400 bestätigten Fällen und mindestens 1596 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 343,6 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 205,8. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

mh/mw/dpa

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