News-Ticker zur Corona-Pandemie

Keine Neuinfektionen in Traunstein - Nothilfe für Studenten ab Dienstag ganz einfach per Online-Antrag 

Studenten schreiben Klausuren in Messehalle
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Studenten und Studentinnen sitzen an Tischen in einer Messehalle der KölnMesse und warten auf den Beginn ihrer Klausur. Um die Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus einzuhalten hat die Universität Köln ihre Klausuren in eine Messehalle verlegt.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts bereits deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Montag, 15. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2796, Landkreis Traunstein 1326, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 601
  • Todesfälle: Rosenheim 215, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 58
  • Mindestens 8792 Todesopfer in Deutschland (2536 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wurde zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) in der KW24 auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.

Update, 19.26 Uhr - Die aktuellen Zahlen aus dem Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 114 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 2,82.

Seit der letzten Lage-Pressemitteilung am 12. Juni sind keine Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1.326 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mittlerweile mindestens 1.125 Personen.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt sechs COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich zwei Patienten in intensivmedizinischer Betreuung im Klinikum Traunstein.

Update, 17.54 Uhr - Corona-Hilfen für Studenten

Studenten, die wegen der Corona-Krise finanzielle Probleme haben, können nun online die lange erwartete Nothilfe beantragen. Die entsprechende Antragsplattform soll an diesem Dienstag freigeschaltet werden, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin ankündigte. Die Auszahlung der Gelder wird aber voraussichtlich nicht vor Ende des Monats beginnen. Die Hilfe komme viel zu spät und reiche nicht aus, kritisierte die Opposition.

Kontostand ausschlaggebend

Betroffene, denen in der Krise beispielsweise der Studentenjob weggebrochen ist, können bis zu 500 Euro pro Monat bekommen. Gezahlt wird die Hilfe für maximal drei Monate (Juni, Juli, August). Der Antrag muss jeden Monat neu gestellt werden. Die Gelder müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe bemisst sich nach dem aktuellen Kontostand, wie der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW) Achim Meyer auf der Heyde am Montag sagte. Wer weniger als 100 Euro auf dem Konto hat, bekommt die vollen 500 Euro. Der Betrag verringert sich dann schrittweise. Ab einem Kontostand von 500 Euro gibt es keine Finanzhilfe mehr.

Nachweise ganz einfach hochladen

Beantragt werden kann das Geld ab Dienstag 12 Uhr über die Internetseite www.überbrückungshilfe-studierende.de. Antragssteller müssen unter anderem ein Ausweisdokument hochladen und die Kontoauszüge aller Konten seit Februar oder März - ohne darauf etwas zu schwärzen - um nachzuweisen, dass bestimmte Einkünfte seitdem nicht mehr eingegangen sind. Auffallen würde damit auch, wenn jemand kurzfristig sein Konto leerräumt, um missbräuchlich an die Gelder zu kommen. Wie Meyer auf der Heyde weiter erklärte, kann die Bearbeitung der Anträge allerdings frühestens am 25. Juni beginnen, da die entsprechende Software noch nicht fertig sei. "Und dann hoffen wir im Juni noch auszahlen zu können."

Betroffenenzahl unklar

Der Bund stellt für die Nothilfe 100 Millionen Euro zur Verfügung. Bearbeitet werden die Anträge jeweils vom vor Ort zuständigen Studenten- oder Studierendenwerk. Die Zuschüsse stehen nach Angaben Karliczeks allen Studenten offen, unabhängig vom Alter, der Semesterzahl oder ob jemand aus dem In- oder Ausland kommt. Im Moment ist nach Angaben des Deutschen Studentenwerks noch nicht absehbar, wie viele Studenten davon profitieren könnten. Rechnerisch würden die 100 Millionen für knapp 67 000 Betroffene reichen, wenn diese jeweils für drei Monate die volle Summe von 500 Euro bekämen. Insgesamt sind rund 2,9 Millionen Frauen und Männer an deutschen Hochschulen zum Studium eingeschrieben.

Update, 15.46 Uhr - Bund plant Rekordschulden von 218,5 Milliarden Euro

Wegen der Corona-Krise will die Bundesregierung in diesem Jahr so viele neue Schulden aufnehmen wie noch nie. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant mit einem zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von 62,5 Milliarden Euro, wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete. Damit steigt die geplante Neuverschuldung für das laufende Jahr auf 218,5 Milliarden Euro. Kabinett und Bundestag müssen dem zweiten Nachtragshaushalt noch zustimmen.

Mit dem Geld solle das Fundament für eine breite und nachhaltige wirtschaftliche Erholung gelegt werden, hieß es aus dem Ministerium. Der Bund könne die Kredite wegen der guten finanziellen Entwicklung der vergangenen Jahr tragen. Zuletzt war die Schuldenquote erstmals wieder unter die von der EU geforderte Quote von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung gefallen.

Die Dimension der Neuverschuldung wird deutlich, wenn man sie mit der Finanzkrise vergleicht, in der der Staat vor allem heimische Banken stark unterstützte. Zu dieser Zeit, im Jahr 2010, nahm der Bund 44 Milliarden Euro neue Schulden auf - damals war das ein Rekord.

Scholz plant nun, den größten Teil der Corona-Schulden innerhalb von 20 Jahren ab 2023 wieder zu tilgen. Ökonomen halten diesen Plan vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen aber für zu ambitioniert. Die Zinsausgaben des Bundes waren seit der Finanzkrise immer weiter zurückgegangen.

Update, 15.38 Uhr - Keine Neuinfektionen im Raum Altötting

Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung bekannt gab, ist es im Landkreis Altötting zu keiner Neuinfektion mit dem Corona-Virus gekommen. Die Zahl der Infizierten bleibt also bei insgesamt 601. 57 Menschen sind bisher gestorben.

Update, 14.40 Uhr - Nur ein neuer Fall im Raum Rosenheim

Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurde nun ein neuer Coronafall gemeldet. Damit sind in Stadt und Landkreis Rosenheim bislang insgesamt 2796 Fälle aufgetreten (Stand: 14. Juni, 24 Uhr). Mittlerweile wurde bei mindestens 2121 Personen eine Genesung dokumentiert. 215 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben. 

17 Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich zwei Patienten auf einer Intensivstation. Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt für die Stadt Rosenheim bei 3,16, für den Landkreis Rosenheim bei 2,3 (Stand: 14. Juni, 10 Uhr).

Update, 13.47 Uhr - Keine neue Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land hat erneut keine neuen Coronafälle gemeldet. Damit verbleibt die Gesamtzahl aller bislang registrierter Fälle bei 306 (Stand: 15. Juni, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt daher gleichbleibend bei 0.

Update, 12.50 Uhr - Bundesregierung beteiligt sich an Impfstoffhersteller Curevac

Die Bundesregierung beteiligt sich mit 300 Millionen Euro an der Firma CureVac, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus sucht. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Damit wird der Bund über die KfW etwa 23 Prozent an der Firma halten. Altmaier sagte, dass Curevac Teil einer Schlüsselindustrie sei, die für Deutschland gerade derzeit besondere Bedeutung habe.

Curevac gehört zu den Unternehmen, die sich im Wettlauf bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes befinden. Die Biotechfirma hatte Mitte Mai positive präklinische Ergebnisse zu ihrem Projekt veröffentlicht.

Noch im Juni sollten erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten. Curevac war im März in die Schlagzeilen geraten, weil die US-Regierung angeblich Interesse an der Gesellschaft hatte. US-Präsident Donald Trump sollte der Firma einem Medienbericht zufolge einen hohen Betrag angeboten haben, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern. Das hatten die Tübinger allerdings zurückgewiesen.

Update, 12.46 Uhr - Landtag führt Maskenpflicht ein - AfD-Ansage könnte für Eklat sorgen

Gleich zur Einführung einer Maskenpflicht im bayerischen Landtag an diesem Montag droht wegen der angekündigten Missachtung durch die AfD-Fraktion ein Eklat. Die Spitze der rechtspopulistischen Fraktion hatte unmittelbar nach Verkündung der Maskenpflicht angekündigt, diese in ihrem "Arbeits- und Verantwortungsbereich" nicht befolgen zu wollen. Stattdessen setze sie auf die Mündigkeit ihrer Mitarbeiter und Besucher.

Die AfD gehört auch bei der seit Wochen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften geltenden Maskenpflicht zu den Kritikern. Wie einige Verschwörungstheoretiker sieht sie darin eine unzulässige Bevormundung der Menschen.

Maskenpflicht im bayerischen Landtag

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kündigte daraufhin an, sich bei Missachtung der Vorschrift weitere Schritte vorzubehalten. Sollte es zu Verstößen kommen, könne es etwa eine Sondersitzung des Ältestenrates über dann folgende Sanktionen geben. Je nach Auslegung der Hausordnung des Landtags kann etwa Besuchern das Betreten des Gebäudes verboten werden. Auch alle Mitarbeiter im Landtag sind gehalten, Handlungen zu unterlassen, die die Tätigkeit des Landtags, seiner Gremien, Organe und Einrichtungen beeinträchtigen. Darunter könnte auch die Missachtung der Maskenpflicht verstanden werden.

Nach Rücksprache von Aigner mit allen Fraktionen und einem Virologen gilt die Pflicht zur Verhüllung von Mund uns Nase aus Gründen des Infektionsschutzes ab dem 15. Juni für alle Personen im Landtag mit Ausnahme der Abgeordneten. Ihnen könne dies wegen der Freiheit des Abgeordnetenmandates nicht vorgeschrieben werden. Für sie gilt daher nur eine "dringende Empfehlung" zum Tragen einer Schutzmaske.

Update, 11.53 Uhr - Neue Corona-Infektionen in Göttingen - mobile Testzentren im Einsatz

Nach zwei neuen Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Häuserkomplex setzt die Stadt erstmals ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner ein. Dieses werde "zur Minute" vorbereitet, sagte ein Sprecher der Stadt am Montagmorgen. Gemeldet in dem Komplex seien rund 700 Menschen, diese sollten bis Dienstag getestet sein. Den Bewohnern würden Atemschutzmasken zur Verfügung gestellt. Die beiden befreundeten jungen Frauen seien bei einer Routinekontrolle im Krankenhaus getestet worden, dabei sei die Infektion mit dem Virus entdeckt worden. Auch Kontaktpersonen seien getestet worden.

Die Bewohner des Häuserkomplexes hätten einen Brief erhalten, der sie im Detail über die Tests sowie den Ort und den jeweiligen Testzeitpunkt informierte. Auf dem Gelände sowie in den Gebäuden außerhalb der eigenen Wohnung müsse eine Maske getragen werden. Auch Dolmetscher würden eingesetzt, sagte der Sprecher. Neue Schulschließungen sind den Angaben zufolge nicht vorgesehen. Kinder und Jugendliche, die in dem Komplex wohnen, dürften aber bis zum Vorliegen der Testergebnisse nicht die Schule oder die Kita besuchen.

Zuvor war es in einem 18-geschossigen Hochhauskomplex am nördlichen Rand der Göttinger Innenstadt zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung hatten Mitglieder mehrerer Familien im Mai bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt.

Update, 11.16 Uhr -  Bundesregierung stellt Dienstag Corona-Warn-App vor

Die Bundesregierung, das Robert-Koch-Institut und die beteiligten Unternehmen stellen die Corona-Warn-App des Bundes an diesem Dienstagvormittag offiziell vor. In der am Montag von der Bundesregierung verbreiteten Einladung heißt es, an der Vorstellung um 10.30 Uhr am Dienstag würden von Regierungsseite Innenminister Horst Seehofer (CSU), Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU) sowie Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) teilnehmen.

Zudem sind demnach bei der Vorstellung auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges und SAP-Vorstandsmitglied Jürgen Müller dabei.

Am Sonntag war nach letzten erfolgreichen Tests die Entscheidung gefallen, die App am Dienstag vorzustellen und freizuschalten. Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Update, 10.12 Uhr - Covid-19-Patient soll für Behandlung über eine Million Dollar zahlen

Nach rund zweimonatiger Behandlung seiner schweren Covid-19-Erkrankung hat eine Klinik in der Nähe von Seattle einem 70-jährigen US-Bürger eine Rechnung von über einer Million Dollar präsentiert. Ihm sei das Herz “beinahe zum zweiten Mal stehen geblieben”, als er die 181 Seiten starke Rechnung in Höhe von 1.122.501,04 Dollar - rund 997.000 Euro - erhalten habe, sagte Michael Flor am Samstag der "Seattle Times".

Flor war am 4. März mit Covid-19 ins Krankenhaus Swedish Issaquah Campus eingeliefert worden. Ihm ging es so schlecht, dass die Krankenschwestern ihm eines Abends das Telefon halten mussten, damit er von seiner Frau und seinen beiden Kindern Abschied nehmen konnte. Doch er erholte sich wieder und konnte am 5. Mai die Klinik unter den Jubelrufen seines Pflegepersonals wieder verlassen.

Die Rechnung kam später: Demnach sollte er unter anderem 9736 Dollar pro Tag auf der Intensivstation, 82.000 Dollar für den 29-tägigen Einsatz eines Beatmungsgeräts und 100.000 Dollar für seine Betreuung als akut gefährdeter Patient zahlen.

Laut “Seattle Times” ist der 70-Jährige über Medicare, die Krankenversicherung für ältere Bürger in den USA, abgesichert. Allerdings werden weder er noch Medicare für die astronomische Summe aufkommen müssen, berichtete das Blatt und verweist auf die 100 Milliarden Dollar, mit denen der US-Kongress Krankenhäuser für die Behandlung von Covid-19-Patienten entschädigen will.

Update, 9.08 Uhr - RKI: Rund 5000 aktive Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 5000 aktive Corona-Fälle. Das RKI meldet 192 Neuinfektionen, damit steigt die Gesamtzahl auf 186.461. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um vier auf 8791 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 172 600, rund 400 mehr als am Vortag. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag knapp über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,05 (Datenstand 14.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,02 gelegen.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.090

0*

110

1,0

1.805

Bayern

47.642

+16

249

1,9

2.541

Berlin

7.322

+40

301

8,0

208

Branden­burg

3.329

+3

31

1,2

163

Bremen

1.592

+3

60

8,8

48

Hamburg

5.144

+5

25

1,4

255

Hessen

10.324

0*

107

1,7

491

Mecklenburg-Vor­pommern

782

0

8

0,5

20

Nieder­sachsen

12.909

+35

336

4,2

614

Nord­rhein-West­falen

39.307

+74

634

3,5

1.646

Rhein­land-Pfalz

6.841

+1

50

1,2

231

Saarland

2.772

0

23

2,3

168

Sachsen

5.347

+1

18

0,4

219

Sachsen-Anhalt

1.768

+12

48

2,2

57

Schles­wig-Holstein

3.121

0

9

0,3

151

Thüringen

3.171

2

74

3,5

174

Gesamt

186.461

+192

2.083

2,5

8.791

Update, 8.13 Uhr - Überlaufene Isar und Parks in München

In München zog es am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel Tausende Menschen an die frische Luft. Während es die einen ins Umland, an Seen und in die Berge zog, pilgerten alle anderen, die in der Stadt geblieben waren, in die Parks, den Englischen Garten oder zur Isar. Dort tummelten sich alleine in den Isarauen nach Schätzungen der Polizei rund 3.500 Sonnenhungrige. Dicht an dicht hockten sie an der Reichenbachbrücke. Auf Masken oder ausreichend Abstand zum Nachbarn achtete kaum jemand. 

Die Polizei kontrollierte mit rund 400 zusätzlichen Einsatzkräften Parks und Isar-Bereiche auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Wenn Streifenwagen durch die Isarauen fuhren und über Lautsprecher Durchsagen machten, quittierte das die Menge spöttisch mit Beifall und Jubel. Ihren Sonnenplatz freiwillig räumen wollte kaum jemand. Es wurden diverse Verstöße angezeigt.

Münchner an der Isar - keine Abstandsregeln trotz Corona

Coronavirus - Bayern
 © dpa/Peter Kneffel
Coronavirus - Bayern
 © dpa/Peter Kneffel
Coronavirus - Bayern
 © dpa/Peter Kneffel
Coronavirus - Bayern
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Update, 7.41 - Keine Maskenpflicht mehr in Österreich

Die Maskenpflicht ist in Österreich nach rund zwei Monaten ab sofort größtenteils Geschichte. Seit Montag, 15. Juni, 0 Uhr, wurde aus der Verpflichtung lediglich noch eine Empfehlung. Die Österreicher müssen jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr, in Einrichtungen des Gesundheitswesens (z.B. Krankenhäuser, Apotheken) oder wenn sie Dienstleistungen in Anspruch nehmen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (z.B. beim Friseur), eine Maske tragen.

Im Handel, in Schulen, als Gast in Restaurants oder Cafés und im Tourismus müsse man keine Maske mehr tragen, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Auch wenn größere Menschenansammlungen zusammenkommen sei es weiter "dringend" zu empfehlen, das Tragen einer Maske beizubehalten. Hier setzt die Alpenrepublik auf die Eigenverantwortung der Bürger - vor allem, was die weiter gültigen Abstandsregeln betrifft. "Wir müssen weiterhin höchst aufmerksam sein und konsequent die Hygienemaßnahmen und den Mindestabstand sowie die Auflagen bei den Öffnungsschritten einhalten“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne).

Update, 6.58 Uhr - Reisewarnung für 27 europäische Länder aufgehoben

Nach drei Monaten hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen teilweise aufgehoben und damit das Startsignal für den Sommerurlaub von der Adria bis zur Algarve gegeben. Seit Montag um Mitternacht warnt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite nicht mehr vor Reisen in 27 europäische Länder. Dazu zählen Haupturlaubsländer der Deutschen wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien.

Vier Länder der Europäischen Union und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums müssen auf die Aufhebung der am 17. März wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisewarnung allerdings noch warten. Darunter ist das beliebteste Ferienziel der Deutschen: Spanien. Dort besteht genauso wie in Finnland und Norwegen noch eine Einreisesperre. Nur für ein EU-Land wird die Reisewarnung wegen einer noch zu großen Zahl von Neuinfektionen aufrecht erhalten: Schweden, wo es deutlich weniger Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie gab als in den anderen EU-Ländern.

Aber auch unter den 27 Ländern, für die die Reisewarnung aufgehoben wurde, gibt es eine Abstufung. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird auf der Internetseite des Auswärtigen Amts "dringend abgeraten". Der Grund: In diesen drei Ländern ist nach der Einreise noch eine zweiwöchige Quarantäne erforderlich. Für diese Länder gilt also eine Art Reisewarnung zweiter Klasse.

In den anderen 24 Ländern ist ein Urlaub auch nicht ganz ohne Risiken. Darüber informiert das Auswärtige Amt im Internet nun sehr detailliert in sogenannten Reisehinweisen. Darin wird über die Infektionslage, Einreisebestimmungen, mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Land und Hygieneregeln informiert.

Kino, Theater, Schulen, Kitas - Weitere Corona-Lockerungen in Bayern

Auch für Kulturschaffende ist nun ein Funke Licht am Ende des Corona-Tunnels: Vom 15. Juni an dürfen Theaterbetriebe, Kinos und Konzertsäle wieder öffnen. Dabei müssen sie - wie auch Gastronomie, Hotels, Freibäder und Sportstudios - die inzwischen üblichen Sicherheitsvorkehrungen beachten.

Wo muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden?

Was den Mundschutz betrifft, gelten in Kulturbetrieben strengere Regeln als in Gasthäusern oder Sportanlagen: Im Theater oder Kino müssen die Masken nicht nur beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeit sowie in den Sanitärbereichen getragen werden, sondern auch während der Vorführung im Zuschauerraum. Und das, obwohl die Zuschauer auf Abstand säßen und "sich nicht unterhalten, weil sie ja einen Film schauen", wie Thomas Negele, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio), in Wiesbaden kritisiert. Auch das Personal trägt Mund-Nase-Bedeckung.

Welche Abstandsregeln gibt es?

In geschlossenen Räumen dürfen sich bis zu 50 Zuschauer aufhalten, bei Freilichtbühnen sind bis zu 100 Zuschauer erlaubt. Ehepaare oder Familien dürfen zusammensitzen, wie Thomas Schwarzer vom Deutschen Bühnenverein in Ingolstadt sagt. Ansonsten müssen Plätze zwischen Besuchern frei gehalten werden. In Kinos seien die Abstandsregeln ebenso einfach einzuhalten, sagt Negele. Zudem könnten Besucher nach der Vorführung beispielsweise über den Notausgang den Kinosaal verlassen, um nicht den Zuschauern zu begegnen, die nach ihnen in den Saal kommen.

Ist der Betrieb mit weniger Besuchern rentabel?

Wirtschaftlich rentabel sei der Spielbetrieb mit reduzierter Besucherzahl für die Bühnen "in keinster Weise", sagt Schwarzer. Deswegen hätten sich einige Theater entschlossen, in diesem Sommer gar nicht mehr zu öffnen - zum Beispiel die Staatstheater in Bamberg, Coburg, Nürnberg, Erlangen und Würzburg. Einige Bühnen bieten ein Online-Programm an, die Staatsoper und das Residenztheater in München beispielsweise luden zuletzt Besucher zu Führungen oder Probenbesuchen ein.

Einige Kinos hätten bereits komplett dicht machen müssen, berichtet Negele. Wobei es hier zumeist so sei, dass es diesen Betrieben ohnehin schon schlecht ging und dann die Corona-Pause hinzukam. Um weitere Kinoschließungen zu vermeiden, fordert der Fachmann zügig staatliche Überbrückungshilfen.

Was bedeuten die Lockerungen für die Gastronomie im Kulturbetrieb?

Bar oder Café bleiben in Theatern geschlossen oder es werden alternativ nur Getränke in geschlossenen Flaschen verkauft, etwa kleine Wein- oder Sektflaschen, wie Schwarzer sagt. Zudem gebe es in einigen Schauspielhäusern die Überlegung, kürzere Stücke auszuwählen und diese ohne Unterbrechung zu spielen, so dass sich die Frage nach Pausengastronomie gar nicht erst stelle. Dann entfiele auch der sonst übliche Pausenandrang in den Toilettenbereichen.

In Kinos dürfe die Gastronomie wieder öffnen, besonders wichtig sei aber der Verkauf von Snacks, Süßwaren und Getränken zum Mitnehmen in den Kinosaal. "Kinos leben nicht vom Eintritt, sondern von Süßwaren."

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pause auf die Gestaltung des Programmes?

Weil auch auf der Bühne Abstand gehalten werden muss, könnten keine Stücke mit Gruppen- oder Massenszenen gespielt werden, sagt Schwarzer. Auch die Länge der Stücke sei ausschlaggebend - für den Fall, dass sich ein Haus entscheide, auf Pausen zu verzichten. Dann sollte das Stück nicht länger als 90 Minuten dauern.

Viele Kinos werden wohl zunächst Filme zeigen, die sie vor dem Corona-Lockdown im Programm hatten. Nach und nach folgen Neustarts wie der Agentenfilm "Tenet" mit Robert Pattinson. Wichtig wäre ein Start des "Kaiserschmarrndrama" nach dem Buch von Rita Falk. "Das ist wie ein bayerischer James Bond", sagt Negele, der ziehe die Menschen an. Das könnten die Kinos nach der Pause gut brauchen. Wenngleich er wegen der geringeren Besucherzahl pro Saal im Zweifelsfall in mehreren Sälen parallel gezeigt werden müsste, um genügend Sitzplätze anbieten zu können. Weswegen es dann insgesamt weniger Filme zur Auswahl geben werde.

Martin Moszkowicz, Chef der Produktionsfirma Constantin Film in München, hält es unter den aktuellen Vorgaben jedoch für nicht möglich, den Film wie geplant im August zu starten, daher werden Kinofans noch länger auf das "Kaiserschmarrndrama" warten müssen.

Gibt es Tickets online oder auch an den Abendkassen?

Hier sind beide Varianten möglich. An vielen Abendkassen sitzen die Mitarbeiter ohnehin hinter Glaswänden, andere Häuser haben mit Plexiglas-Schutz nachgebessert.

Wie geht es in Universitäten und Hochschulen weiter?

Laut Staatsregierung ist der Vorlesungsbetrieb weiterhin vorrangig durch Online-Lehre sicherzustellen. Zusätzlich zur bereits bestehenden Möglichkeit, Präsenzveranstaltungen - etwa wenn Labor- oder Arbeitsräume benötigt werden - durchzuführen, können bei Einhaltung des Mindestabstands auch Seminare mit maximal 30 Teilnehmern durchgeführt werden.

Welche Lockerungen gibt es für Schulen und Kitas?

Laut Kultusministerium war vor den Pfingstferien rund die Hälfte aller Jahrgänge wieder an den Schulen, nun sollen dann alle Schüler wochenweise in die Schule gehen. Von Montag an sollen auch die Kinder zurück in die Kindergärten dürfen, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen dann wieder in die Krippe gehen. Damit könnten rund 80 Prozent der Kinder wieder ihre Einrichtungen besuchen. Zum 1. Juli soll das allen möglich sein.

Was ändert sich beim Reisen und an den Grenzen?

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. EU-Bürger und Schweizer können dann wieder ungehindert, also ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften, einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. So werden etwa die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, erst am 21. Juni enden. Allerdings waren die Grenzen etwa nach Österreich und Tschechien ohnehin schon offen.

Die Bundesregierung hat zudem die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. Für 29 europäische Länder - darunter 25 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, die Schweiz und Liechtenstein - werden die Warnungen am Montag aufgehoben. Für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten. Inwiefern man die Folgen etwa an den Flughäfen oder Reisebüros bemerkt, bleibt abzuwarten.

Was könnte in Sachen Corona-Lockerungen sonst noch spannend werden?

Ab Montag gilt im gesamten bayerischen Landtag Maskenpflicht. Die AfD-Fraktion hat allerdings angekündigt, in ihren eigenen Büros und Arbeitsbereichen diese nicht umsetzen zu wollen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kündigte an, sich weitere Schritte vorzubehalten.

mh/mw/dpa

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