News-Ticker zur Corona-Pandemie

Alle Lockerungen für Bayern im Überblick - Zahlen bringen weiter Hoffnung für Region

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Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen gibt es allerdings Lockerungen. Ein "Bayern-Plan" wurde entwickelt, die lange bestehende Ausgangs- in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Die Entwicklungen am Sonntag, 17. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2709, Landkreis Traunstein 1278, Landkreis Berchtesgadener Land 300, Landkreis Mühldorf 495, Landkreis Altötting 595
  • Todesfälle: Rosenheim 193, Traunstein 83, Berchtesgadener Land 22, Mühldorf 25, Altötting 54
  • Mindestens 7931 Todesopfer in Deutschland (2288 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wird zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus


Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 20 Uhr - Knapp 8.000 Tote in Deutschland

Bundesweit sind bis Sonntag über 174 700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag 20.15 Uhr: mehr als 174 300 Infektionen). Mindestens 7931 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand 20.15 Uhr: 7913). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagfrüh bei 0,88.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Nach RKI-Schätzungen von Samstagfrüh lag dieser Wert bei 0,89. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 153 400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen hat den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45 700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2297 Toten. 

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 350,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 210,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100 000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Update, 17.30 Uhr - Corona-Lockerungen am Montag im Überblick

Die Zeit des rigorosen Shutdowns ist in Deutschland mittlerweile seit einigen Tagen vorbei und dank der überwiegend positiven Entwicklung der Coronavirus-Fallzahlen treten hierzulande ab kommenden Montag, 18. Mai, weitere Lockerungen in Kraft. Dabei können die Bundesländer nach einem Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder über die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens weitgehend selbst entscheiden.

Corona-Lockerungen in Bayern im Überblick: 

  • Biergärten und Außenbereiche von Speiselokalen sollen ab Montag öffnen, Innenräume ab dem 25. Mai. 
  • Hotels und Ferienwohnungen sollen bis zum 30. Mai wieder geöffnet werden. 
  • Es können sich sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen. 
  • Über Demonstrationen soll im konkreten Einzelfall entschieden werden. Besonders wichtig ist der Regierung, dass die Versammlungsorte genügend Platz für den Mindestabstand bieten. 
  • Einige Jahrgänge sind wieder an den Schulen, erst nach den Pfingstferien Mitte Juni sollen alle Schüler zumindest tageweise in die Schule gehen. 
  • In den Kitas läuft in der Regel noch Notbetreuung. Museen sind geöffnet, Kinos bleiben fürs Erste geschlossen.

Alle weiteren Informationen zu Lockerungen finden Sie ganz am Ende des Artikels!

So sieht es in den anderen Bundesländern aus.

Update, 17 Uhr - Keine Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit noch 187 aktive Coronavirus-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 9,04.

Am Sonntag sind beim Gesundheitsamt keine Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1278 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mittlerweile mindestens 1007 Personen (33 mehr als am Samstag). In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 19 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich fünf Patienten in intensivmedizinischer Betreuung im Klinikum Traunstein.

Update, 16.28 Uhr - Landkreis und Stadt Straubing über Corona-Obergrenze

Der Landkreis Straubing-Bogen und die Stadt Straubing reißen in der Corona-Epidemie die Obergrenze von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Dennoch müssten die Lockerungen nicht zurückgenommen werden, teilte der Landkreis am Sonntag unter Verweis auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums mit. 

Wörtlich heiße es darin: "Weitere Maßnahmen auf breiter Bevölkerungsebene im Landkreis und Stadtkreis scheinen in der aktuellen Situation nicht geboten." Sollten die Infektionszahlen in den nächsten Tagen und Wochen steigen, "müssen die Maßnahmen dahingehend angepasst werden". 

Das Ministerium billigte demnach die getroffenen Vorkehrungen in dem Fall. 

Am Freitag war bekanntgeworden, dass mindestens 77 Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bogen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. Bei einer Reihentestung von Hunderten Beschäftigten der Donautal-Geflügelspezialitäten (DGS) waren 59 Proben positiv. Für die Betroffenen wurde Quarantäne angeordnet. Der Betrieb in dem Unternehmen läuft weiter. In der beginnenden Woche sollen Ergebnisse von ähnlichen Massentests in allen 51 Schlachthöfen im Freistaat vorliegen.

Update, 16.03 Uhr - Gute Nachrichten aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es keinen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 17. Mai, 14 Uhr).

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 495 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 451 wieder genesen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle liegt derzeit bei 17, davon werden 7 stationär behandelt. 

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 1,7.

Und auch im Landkreis Altötting wurde nur ein neuer Coronavirus-Fall gemeldet. Dabei handelt es sich laut Angaben des Landratsamtes um einen Mann aus Burghausen. Damit liegt die Gesamtzahl der Infizierten im Kreis Altötting bei 595. 

Update, 15.12 Uhr - 7-Tage-Inzidenz-Wert im Raum Berchtesgadener Land weiterhin bei 1,9

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag keinen neuen bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis Berchtesgadener Land gibt. 

Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle verbleibt somit bei 300 (Meldestand: 17. Mai, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für den Landkreis liegt unverändert zum Vortag bei 1,9.

Von den insgesamt 300 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2- Fällen sind bisher 265 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Das sind 2 Personen mehr im Vergleich zum Vortag. 

Insgesamt 12 SARS-CoV-2-Infizierte (2 weniger als gestern) befinden sich aktuell in medizinischer Behandlung. Die Gesamtzahl der bisher mit oder an einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 23. Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen wie z. B. eine häusliche Quarantäne ein. 

Gegenwärtig befinden sich 13 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. 822 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Update, 14.40 Uhr - Mehrere Einsätze für Münchener Polizei

Auch am Samstag wurden der Münchner Polizei mehrmals dicht gedrängte Personengruppen im Innenstadtbereich gemeldet. 

Gegen 22:30 Uhr zum Beispiel befanden sich am Gärtnerplatz über hundert Personen, welche teilweise alkoholisiert waren und die Mindestabstände zueinander nicht einhielten. Einige Personen verließen den Platz bereits bei Eintreffen der Polizei. 

Andere Personen wurden entsprechend der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung belehrt und des Platzes verwiesen.

Auch im Bereich des Viktualienmarktes wurden im Laufe des Tages mehrere Verstöße gegen die Allgemeinverfügung festgestellt. Mehrere Hundert Personen hielten sich dort auf, um Getränke zu konsumieren, welche sie in den umstehenden Geschäften gekauft hatten. 

Durch konsequente Ansprachen durch die Polizeibeamten konnte das Personenaufkommen reduziert werden.

"Die Bestimmungen zu der Einhaltung von Mindestabständen und zu Kontaktbeschränkungen gelten nach wie vor und müssen aus Gründen des Infektionsschutzes eingehalten werden", betont die Polizei. 

13.21 Uhr - Nach Hertha-Jubel: Söder will schärfere Regeln für Bundesliga

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich im Fußballstammtisch „Doppelpass“ bei TV-Sender „Sport1“ zufrieden mit dem Neustart: „Ein Wochenende mit Fußball ist einfach schöner als ein Wochenende ohne Fußball. Ich habe mich persönlich für dieses Experiment eingesetzt. Und es ist gelungen. Vieles lief besser als gedacht.“ 

Womöglich haben die Jubelbilder der innigen Hertha-Profis nach den Toren beim 3:0 bei 1899 Hoffenheim aber schon kurzfristig Folgen. Söder: „Die Liga wird noch nachschärfen, da bin ich mir recht sicher. Das ist sehr wichtig. Viele Menschen sind extrem skeptisch, was die Bundesliga angeht. Die ganze Welt schaut auf uns. Die Liga muss ein Vorbild sein und alle müssen sich an die Regeln halten.“

Der CSU-Chef erwartet, dass aus der Empfehlung, auch beim Torefeiern Vorsicht walten zu lassen, „eine klare Empfehlung“ werde. An die Berliner gerichtet legte Söder nach: „Fußball hat eine Vorbildwirkung, spätestens beim zweiten Tor hätte man anders reagieren können, oder beim dritten.“

Update, 12.22 Uhr - Mehrere Dutzend Ermittlungen gegen Corona-Betrüger

Das Geschäft mit der Corona-Angst: Kriminelle versuchen verstärkt, aus der Pandemie Profit zu schlagen - mit perfiden Tricks und Corona-Versionen bewährter Betrugsmethoden.

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern verfolgt nach Angaben des Justizministerium inzwischen etwa zwei Dutzend Fälle von Erpressung mit perfiden Schreiben, in denen mit der Veröffentlichung sensibler persönlicher Daten gedroht wird und zusätzlich damit, die ganze Familie mit dem Coronavirus anzustecken.

Als weitere Beispiele nennt das Ministerium „Corona-Fake-Shops”, das Abgreifen von Kreditkartendaten über gefälschte Corona-Internetseiten („Phishing”) und Corona-Varianten des Enkeltrick-Betruges. “Kriminelle nutzen die Corona-Krise in der realen und in der digitalen Welt aus, um Geld zu ergaunern”, teilte das Ministerium am Sonntag in München mit.

Bundesweit laufen den Angaben zufolge zudem Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige, die Corona-Soforthilfen beim Staat beantragt haben, obwohl sie gar nicht unternehmerisch tätig sind. “Wer die Sorgen der Bevölkerung in der Corona-Krise ausnutzt, um Straftaten zu begehen, wird nachdrücklich verfolgt”, betonte Minister Eisenreich. Er riet dazu, in der Krise besonders wachsam zu sein. Fremde Menschen sollten keinen Zugang zur Wohnung bekommen, Angebote im Internet kritisch hinterfragt werden.

Update, 11.14 Uhr - Nach Corona-Abi: mehr Zeit für Studienplatzbewerbungen

Abiturienten können sich mehr Zeit lassen bei ihrer Bewerbung auf zulassungsbeschränkte Studiengänge. Das hat Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) heute in München bekannt gegeben. Der Minister begründete die Entscheidung mit den Verzögerungen bei den Abiturprüfungen durch die Corona-Pandemie. "Größtmögliche Flexibilität ist Gebot der Zeit", so Sibler.

Durch die Corona-Pandemie war das Bewerbungsportal bei der Stiftung für Hochschulzulassung nicht wie geplant am 15. April 2020 geöffnet worden. Die Öffnung soll nun am 1. Juli 2020 erfolgen. Bewerbungsschluss ist nun der 20. August.

"Damit die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten ausreichend Zeit für die Einreichung ihrer Zeugnisse haben, verschieben wir den Bewerbungsschluss bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen außerhalb des DoSV in Bayern auf den 20. August 2020. Entsprechend habe ich mich auch dafür eingesetzt, dass dies bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen, die bundesweit koordiniert werden, in gleicher Weise geschieht", heißt es in Siblers Erklärung.

Update, 10.33 Uhr -  RKI: 583 Neuinfektionen, 33 neue Todesfälle in Deutschland

In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Stand Sonntag 0 Uhr) rund 13.000 aktive Infektionen. 583 Ansteckungen wurden neu gemeldet, insgesamt sind damit 174.355 Infektionen bestätigt. 

Rund 153.400 Erkrankte sind mittlerweile genesen. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle steigt um 33 auf 7914.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle/100.000 Einwohner

Todesfälle

Baden-Württem­berg

33.950

+57

307

1.648

Bayern

45.427

+87

347

2.283

Berlin

6.447

+19

172

182

Brandenburg

3.171

+2

126

149

Bremen

1.164

+14

170

37

Hamburg

5.029

+12

273

232

Hessen

9.317

+56

149

435

Mecklenburg-Vor­pommern

748

+2

46

20

Niedersachsen

11.155

+63

140

544

Nordrhein-West­falen

36.286

+221

202

1.505

Rhein­land-Pfalz

6.449

+0*

158

216

Saarland

2.696

+8

272

149

Sachsen

5.115

+26

125

196

Sachsen-Anhalt

1.676

+0

76

54

Schles­wig-Holstein

3.000

+2

104

126

Thüringen

2.725

+14

127

138

Gesamt

174.355

+583

210

7.914

Update, 9.21 Uhr - 26 Neu-Infektionen in München

Am Samstag (16. Mai) wurden in München 26 neue Corona-Fälle bestätigt (Stand: 14.30 Uhr). In der Landeshauptstadt wurden bislang insgesamt 6.640 getestete Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 5.280 Personen, die bereits genesen sind, sowie 203 Todesfälle.

In Bayern sind inzwischen 45.665 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind 2.288 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 39.880 Menschen

Update, 8.28 Uhr - Virus vor Ausbruch ansteckend

Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten dieser Patientengruppe detailliert ausgewertet.

Die in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie bestätigt, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können.

In mindestens einem der insgesamt 16 untersuchten Fälle habe ein Infizierter das Coronavirus weitergegeben, bevor er Symptome hatte, berichten die Forscher um Merle Böhmer vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Udo Buchholz vom Robert Koch-Institut und Victor Corman von der Berliner Charité. Möglicherweise traf dies sogar für fünf weitere Fälle zu.

Vorbericht - Diese Corona-Regeln gelten ab Montag

Was ist Bayern ohne Biergärten? Nach der wochenlangen Zwangspause dürfen Restaurants am Montag endlich wieder ihre Außenbereiche öffnen. Auch in den Schulen wird es immer voller.

Wochenlang sind Klappstühle und Bänke in den Wirts- und Biergärten leer geblieben. Damit ist nun Schluss. Auch immer mehr Schüler kehren in die Klassenräume zurück. Was sich in Bayern von diesem Montag an und danach alles ändert. Ein Überblick:

GASTRONOMIE UND HOTELLERIE

Wer darf ab Montag wieder öffnen?

Zunächst darf die Gastronomie im Außenbereich öffnen - also Biergärten, Wirtsgärten oder Freischankflächen. Allerdings muss schon um 20 Uhr zugesperrt werden. Eine Woche später dürfen die Wirte dann die Innenbereiche bis 22 Uhr öffnen. Beherbergungsbetriebe müssen sich voraussichtlich noch bis zum Pfingstwochenende gedulden.

Sitzt man dann alleine und mit Mundschutz am Tisch?

Nein, am Tisch darf der ansonsten vorgeschriebene Mundschutz abgelegt werden. Zudem dürfen laut Branchenverband Dehoga Personen aus zwei Hausständen beisammensitzen. Ansonsten gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern. Das Servicepersonal muss Mundschutz tragen, in der Küche ist dies nur dann vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Kann man einfach wieder so in die Wirtschaft?

Eine Reservierung ist laut Dehoga sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Zudem werden eintreffende Gäste vom Personal platziert und ihre Personalien und Telefonnummern aufgenommen. Letzteres soll sicherstellen, dass im Fall des Falles Infektionsketten nachvollzogen werden können.

Ist genügend Platz?

Das wird gerade bei den Außenflächen auch vom Wetter abhängen, wie Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert erklärt. Auch in den Gasträumen wird es wegen des Mindestabstands wohl weniger Platz geben. Zumindest bei Freischankflächen haben Geppert zufolge einige Kommunen bereits Entgegenkommen signalisiert, wenn Wirte sie erweitern wollen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die Kommunen im Freistaat gebeten, Stellflächen für die Außengastronomie rasch und unbürokratisch im Rahmen des rechtlich Möglichen zu genehmigen. "Die Auswirkungen der Coronakrise haben besonders das Gastgewerbe in existenzielle Nöte gestürzt. Es ist mir ein besonderes Anliegen, diesen für das Tourismusland Bayern so wichtigen Bereich nachdrücklich zu unterstützen", schrieb er in einem Brief an alle bayerischen Oberbürgermeister und Bürgermeister.

Sind Restaurants und Gaststätten damit gerettet?

"Wenn die Betriebe wieder an den Start gehen, ist der Überlebenskampf noch nicht beendet", sagt Geppert. "Denn dann entstehen auch wieder Kosten, die erstmal erwirtschaftet werden müssen."

SCHULEN

Wer darf ab Montag wieder zurück in die Klassenzimmer?

Am Montag geht es auch für die unteren Klassen wieder los. Das heißt für die Erstklässler, die fünften Klassen der Mittelschulen und die fünften und sechsten Klassen an Realschulen und Gymnasien. An den Wirtschaftsschulen dürfen, je nach Art, die achte, die siebte oder auch die sechste Jahrgangsstufe zurück. Das ist dann die dritte Stufe der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Seit Ende April sind die Abschlussklassen wieder zurück, ihnen folgten die Schüler, die nächstes Jahr ihren Abschluss machen, sowie die vierten Klassen.

Was ist mit den anderen Schülern?

Für sie beginnt der Präsenzunterricht erst nach den Pfingstferien Mitte Juni. Für die mittleren Klassen der Grundschulen soll es laut Kultusministerium aber – je nach Möglichkeit vor Ort – ein freiwilliges pädagogisches Begleitangebot geben.

Findet der Unterricht dann wieder wie gewohnt statt?

Die Stundenpläne sind verschlankt und meist auf die Kernfächer reduziert. Oft fallen Fächer wie Sport, Musik oder Kunst aus. Der Unterricht soll zudem in geteilten Lerngruppen stattfinden, die sich wochenweise oder auch tageweise abwechseln. In Wochen ohne Präsenzunterricht sollen die Schüler dann wieder von zu Hause lernen.

MASKENPFLICHT

Gibt es Änderungen bei der Maskenpflicht im Verkehr?

Ja. Schon jetzt muss man im Öffentlichen Nahverkehr, an Haltestellen und Bahnhöfen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Hier sind auch sogenannte Community-Masken erlaubt. Im Fernverkehr der Bahn gilt nun auch in ganz Deutschland die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase, wie das bayerischen Verkehrsministerium erklärte. "Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren." 

Ebenfalls neu ist in Bayern ab Montag die Pflicht im Flugverkehr - und das gilt ab dem Moment, in dem der Passagier die Abfertigungsgebäude betritt. Die Regelung gelte auch für das Kontroll- und Servicepersonal, wenn es mit Fahr- und Fluggästen in Kontakt kommt, teilte das Ministerium weiter mit.

mh/mz/dpa

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