News-Ticker zur Corona-Pandemie

Gruppe Jugendlicher zusammen beim Trinken erwischt  - Welche Maske schützt wen?

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Landkreis/München - Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff und sorgt für zahlreiche Einschränkungen. Weiterhin gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Donnerstag, 23. April, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.300, Landkreis Traunstein 1015, Landkreis Berchtesgadener Land 267, Landkreis Mühldorf 455, Landkreis Altötting 557
  • Mindestens 5094 Todesopfer in Deutschland (1476 in Bayern)
  • Bereits Todesfälle in Kreisen Traunstein, Rosenheim, Altötting, Mühldorf und Berchtesgadener Land
  • Ausgangsbeschränkung in Bayern (verlängert bis vorerst 3. Mai)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
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Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 19.40 Uhr - Jugendliche trinken trotz Ausgangsbeschränkungen gemeinsam

Im Zeitraum von Mittwoch, 22. April, 6 Uhr, bis Donnerstag, 23. April, 6 Uhr, gab es eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (sowohl Stadt und Landkreis München), um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Verordnungen zu überprüfen. Über 6.100 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. 

Dabei wurden 92 Verstöße angezeigt, von denen alle die Ausgangsbeschränkung betrafen. Am Donnerstag, 23. April, gegen 00.15 Uhr, rief ein Anwohner der Heinrich-Lübke- Straße in Altperlach beim Polizeinotruf 110 an und er teilte mit, dass sich über zehn

Personen auf der dortigen Straße befänden und dort laut feiern würden. Mehrere Streifen der Münchner Polizei wurden zu der Einsatzörtlichkeit geschickt und konnten dort noch vier Personen (alle mit Wohnsitzen in München, zwischen 17 und 19 Jahre alt) antreffen. Die Beamten stellten fest, dass sie dort alkoholische Getränke konsumierten und laute Musik hörten. Sie lebten an verschiedenen Wohnsitzen in München und hatten keinen triftigen Grund für den dortigen Aufenthalt. Sie erhielten Platzverweise und wurden wegen eines Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Pressemeldung Polizei München

Update, 19.25 Uhr: Welche Maske bietet welchen Schutz? 

In allen Bundesländern gilt bald Maskenpflicht. Eine Atemschutzmaske stellt per se keine Garantie für den Träger dar, vor einer Infektion mit Corona geschützt zu sein. Sie ist aber besser als kein Schutz und schützt zudem das nähere Umfeld. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit geht der Trend derweil dahin, sich eine eigene Gesichtsmaske selbst herzustellen. 

Man unterscheidet zwischen dem Mund-und-Nase-Schutz (MNS) aus Papier oder Vlies und so genannten FFP-Masken ("Filtering Face Piece") aus gehärtetem Papier oder Stoffen. Masken ab der Schutzklasse FFP2 schützen mit einer Durchlässigkeit von maximal sechs Prozent effektiv vor Viren, FFP3-Masken filtern sogar bis zu 99 Prozent der Atemluft-Belastung, jedoch fällt mit ihnen auf Dauer das Atmen schwer.

"Ein MNS schützt weniger den Träger selbst als das Umfeld im Falle einer symptomlosen Infektion des Trägers, auch wenn dies wissenschaftlich noch nicht abschließend gesichert ist", erklärt Martin Kunitschke von Vergleich.org. "Zumindest wird dadurch das Aussondern größerer Tröpfchen an die Umgebung verhindert. Im besten Fall kann eine eigene Schmierinfektion vermieden werden, indem man sich nicht direkt ins Gesicht fasst. Im schlimmsten Fall entsteht durch das Tragen ein falsches Sicherheitsgefühl, wodurch zusätzliche essentielle Hygiene-Maßnahmen vernachlässigt würden. Vor allem FFP-3-Masken bieten zwar ausreichend Schutz, sind aber unabdingbar für Klinikpersonal mit direktem Kontakt zu Infizierten." 

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Update, 18.35 Uhr: Masken-Empfehlung im gesamten öffentlichen Raum 

Zusätzlich zu den staatlich angeordneten Vorgaben des Tragens eines Mund-Nase-Schutzes beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr ab sieben Jahren empfiehlt die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt Berchtesgadener Land die Mund-Nasen-Bedeckung im gesamten öffentlichen Raum und insbesondere bei Begegnungen mit anderen Menschen außerhalb des eigenen Hausstands zu tragen. Kunststoff-Visiere oder sogenannte "Behelfsgesichtsschilder" (Shields) ersetzen den Mund-Nasen-Schutz nicht.

Zu kaufen gibt es einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) auf dem freien Markt, sogenannte "Community-Masken" lassen sich aber auch selbst herstellen. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt Berchtesgadener Land koordiniert die Verteilung ausschließlich an Bedarfsträger wie Kliniken, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen. Auch über Hilfsorganisationen - BRK, Malteser oder THW - können derzeit keine Alltagsmasken zur Verfügung gestellt werden. Nähere Informationen zur Maskenpflicht finden sich im Bayerischen Ministerialblatt

Update, 18.13 Uhr - BFV setzt Saison bis 31. August aus

Der Vorstand des Bayerische Fußball-Verbandes hat nach intensiver Beratung einstimmig beschlossen, die unterbrochene Saison 2019/20 in Bayern bis zum 31. August auszusetzen und ab dem 1. September, wenn wieder möglich, auf sportlichem Weg zu Ende zu bringen. "Wir wollen keine Geisterspiele, wir wollen keine juristischen Streitigkeiten, wir wollen den fairen Wettbewerb und Entscheidungen auf dem Platz – nicht am grünen Tisch! Da aktuell aber niemand mit Gewissheit sagen kann, ob tatsächlich ab dem 1. September 2020 wieder gespielt werden kann, brauchen wir eine Lösung mit größtmöglicher Flexibilität. Für den BFV gibt es genau aus diesem Grund auch keine Alternative zum Vorschlag, die aktuelle Saison in jedem Fall zu Ende zu spielen, sobald das wieder möglich ist", sagte BFV-Präsident Rainer Koch bereits im Vorfeld. Damit folgt der Verband dem Meinungsbild der Vereine, die am Wochenende mit einer Mehrheit von 68,13 Prozent sich für das BFV-Modell ausgesprochen haben.

Update, 17.22 Uhr: "Corona-Regeln" für Wasserburger Wertstoffhof

Seit Mittwoch, 22. April, gilt in Stadt- und Landkreis Rosenheim bereits die Maskenpflicht in Einzelhandel und ÖPNV. Gesicht verhüllen ist aber auch das Gebot beim Müll wegbringen. So haben einige Wertstoffhöfe, wenn sie offen haben, ein Maskengebot verordnet. Neue Verhaltensregeln, sogenannte "Corona-Regeln", hat beispielsweise die Stadt Wasserburg verordnet. Hier gilt nicht nur eine Mund- und Nasen-Schutz-Pflicht (notfalls selbstgenähte Masken, Tücher oder auch ein hochgezogener Schal), auch die regulären Abstandsregelungen von zwei Metern sind einzuhalten.

Maximal fünf Personen dürfen sich zeitgleich auf dem Gelände aufhalten und Einfahren dürfen Besucher jeweils nur nach Aufforderung durch das Wertstoffhofpersonal. Während der Wartezeiten darf nicht ausgestiegen werden, Kinder unter 12 Jahren müssen auch beim Entladen im Auto sitzen bleiben. Die Entsorgung am Wertstoffhof sollte grundsätzlich auf das Notwendigste beschränkt sein und nicht länger als fünf Minuten in Anspruch nehmen. Hier hilft es, die Abfälle schon zu Hause vorzusortieren. Ebenfalls kann das Personal nicht wie gewohnt beim Entladen helfen, eine Hilfsperson muss bei Bedarf mitgebracht werden. 

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Auch der Landkreis Mühldorf wird ab Montag, 27. April an allen Wertstoffhöfen ein Maskengebot erlassen. Es gilt dann zwingend einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Regeln ähneln der Wasserburger Verordnung: Auch hier darf - bei genügend Abstand - beispielsweise nur eine bestimmte Anzahl von Personen gleichzeitig auf den Wertstoffhof. Diese Zahl variiert je nach Größe der Anlage und ist vor Ort ausgeschildert

Update, 16.43 Uhr: 2020 keine Wallfahrt nach Altötting

Pilger werden in diesem Jahr nicht auf die traditionelle Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting gehen. Sie ist wegen der Corona-Krise abgesagt, wie das Bistum Regensburg am Donnerstag mitteilte. Das Risiko einer Infektion sei in diesem Jahr zu groß, begründete das Bistum die Absage. 

Dennoch wolle die Pilgerleitung die seit Jahren gewachsene Tradition der "Anliegenzettel" fortführen. Gerade jetzt sei es wichtig, dass die Menschen ihre Anliegen an die "Liebe Frau von Altötting" herantragen könnten. Ab dem 27. April können Gläubige ihre Zettel im Regensburger Dom in eine Urne legen - oder sie per E-Mail schicken. Am Pfingstsamstag werde Bischof Voderholzer alle gesammelten Anliegen in einem großen Rucksack nach Altötting bringen.

Update, 16.36 Uhr: Festival in Immling auf 2021 verschoben 

Bis zuletzt hegten die Verantwortlichen die Hoffnung, dass sich durch die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung die Lage rechtzeitig entspannen würde und das Immling Festival stattfinden kann. "Die große Herausforderung bestand darin, die Lage, Zukunft und Stimmung einzuschätzen. Dabei war die Reisefreiheit von internationalen Künstlern wie auch die Umsetzung der notwendigen Hygienemaßnahmen ein Thema. Die Kreativität kommt dann doch an ihre Grenzen, wenn man sich vorstellt, dass ein Orchester mit Abstand sitzen, der Chor mit Mundschutz singen müsste und anstelle von 700 Gästen nur 150 ausgewählte Zuhörer in das Festspielhaus dürften", betont die musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock.

Die Gesundheit aller Beteiligten stehe klar vor allen ökonomischen und künstlerischen Anliegen. "Deshalb sehen wir uns schweren Herzens dazu gezwungen, das diesjähriges Festivalprogramm in unser Jubiläumsjahr 2021 zu verschieben", lässt das Pressebüro des Immling Festivals am Donnerstagnachmittag verlauten.

Seit September 2019 arbeiten alle festen Mitarbeiter und mehr als 100 Mitwirkende auf Hochtouren, um dem Publikum von 13. Juni bis 16. August 2020 auf Gut Immling zwischen Bad Endorf und Halfing einen unvergesslichen Festivalsommer bieten zu können. Das ist nun auf 2021 verschoben. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Alle Kartenkäufer werden persönlich auf dem Postweg vom Ticketbüro kontaktiert. Ausführliche Informationen finden sich ab sofort auf der Website.

Update, 16.06 Uhr: Fünf neue Todesfälle im Raum Traunstein 

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 1015 bestätigte Corona-Fälle vor, das sind 28 mehr als am Mittwoch, 22. April. 

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 53 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich elf Patienten in intensivmedizinischer Betreuung - acht in Traunstein und drei in Trostberg. Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 311 Personen, 72 mehr im Vergleich zum Vortag. 

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Lage-Pressemitteilung fünf Todesmeldungen eingegangen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um fünf Männer zwischen 72 und 85 Jahren. Bei allen fünf Personen war auch eine COVID-19-Infektion diagnostiziert worden. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 51 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Die "Sieben-Tage-Inzidenz" hat sich im Vergleich zum Mittwoch erhöht und liegt heute bei 92,04. Darunter versteht man jene Zahl der innerhalb von sieben Tagen registrierten Neuinfektionen, bezogen auf 100.000 Einwohner.

Update, 15.58 Uhr: 455 Corona-Fälle im Raum Mühldorf 

Drei neue bestätigte Corona-Fälle meldet das Landratsamt am Donnerstagnachmittag im Landkreis Mühldorf. Dabei handelt es sich um eine erwachsene Person über 60 Jahre und zwei Erwachsene in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 455 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 280 bereits wieder genesen, 21 davon werden stationär behandelt. 34 Corona-Verdachtsfälle werden stationär behandelt, stationäre Positiv-Fälle sind es derzeit 53. Sechs davon sind intensivpflichtige Corona-Patienten, vier konnten entlassen werden. 

Update, 15.38 Uhr: Herbstfeste in Attel und Haag gecancelt 

Erstatzlos gestrichen werden heuer wegen der Corona-Pandemie die Herbstfeste in Attel und Haag. Das Attler Herbstfest hätte von 4. bis zum 7. September stattgefunden. Von 18. bis 27. September wollte das Haager Herbstfest 2020 ein Comeback feiern, nachdem es bereits 2019 ausgefallen ist.

Die Bänke bleiben leer: 2020 fällt das Herbstfest in Attel aus. 

Update, 15.07 Uhr: Nur ein Corona-Infizierter mehr im Raum Berchtesgadener Land 

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es mittlerweile insgesamt 267 bestätigte Corona-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land gibt. Das bedeutet einen Anstieg um einen Corona-Infektionsfall im Vergleich zum Vortag

Seit gestern, 22. April, gab es keine weiteren Todesfälle von Covid-19-Patienten. 173 Personen sind mittlerweile genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell befinden sich nur noch 77 COVID-19-Patienten in Behandlung, sodass die Zahl der Genesenen die der positiv getesteten Corona-Fälle erfreulicherweise übersteigt. Gegenwärtig befinden sich 72 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. 676 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile aus der Quarantäne entlassen worden.

Aktuell befinden sich 67 COVID-19-Patienten in stationärer Behandlung, davon zehn Patienten weiterhin in intensivmedizinischer Betreuung. Diese 67 Patienten haben aber nicht alle ihren Wohnsitz im Berchtesgadener Land und gehören somit nicht automatisch zu der Gruppe der insgesamt 267 bestätigten BGL-Corona-Fälle.

Update, 14.53 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Bayern

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete mit Stand Donnerstag 23. April insgesamt 39.820 Coronavirus-Fälle in Bayern. Das sind 630 mehr im Vergleich zum Vortag. Insgesamt gibt es in Bayern bislang 1.502 Tote (59 mehr als am Vortag). Am stärksten betroffen ist weiterhin der Regierungsbezirk Oberbayern mit 17.925 Infektionen und insgesamt 528 Todesfällen.

Regierungsbezirk

Anzahl der Fälle

Fälle Änderung zum Vortag

Fallzahl pro 100.000 Einwohner

7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner

Anzahl der Todesfälle

Todesfälle Änderung zum Vortag

Oberbayern

17.925

(+ 275)

382,51

36,02

528

(+ 30)

Niederbayern

3.955

(+ 77)

319,33

32,62

192

(+ 3)

Oberpfalz

4.449

(+ 60)

401,07

43,72

215

(+ 5)

Oberfranken

3.003

(+ 30)

281,32

26,42

131

(+ 6)

Mittelfranken

3.989

(+ 63)

225,32

26,77

167

(+ 5)

Unterfranken

3.011

(+ 80)

228,60

22,70

138

(+ 4)

Schwaben

3.488

(+ 45)

184,77

14,41

131

(+ 6)

Gesamtergebnis

39.820

(+ 630)

304,51

29,85

1.502

(+ 59)

Update, 14.40 Uhr: Jetzt 557 Corona-Infizierte im Raum Altötting 

Fünf neue Fälle vermeldet das Landratsamt Altötting am Donnerstagnachmittag. Damit beläuft sich die Gesamtzahl an Corona-Infizierten im Raum Altötting auf 55731 Personen sind an der Erkrankung verstorben (siehe Update 7.50 Uhr). 

Update, 14.34 Uhr: Mindestens 707 Corona-Patienten im Raum Rosenheim wieder gesund 

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim meldete für seinen Zuständigkeitsbereich bis zum letzten Messzeitpunkt (Mittwoch, 22. April, 24 Uhr) 48 neue Fälle so dass bisher insgesamt 2300 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten sind. 

Mittlerweile wurde bei mindestens 707 Personen eine Genesung dokumentiert. 115 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben. Von den Verstorbenen waren fünf Personen unter 60 Jahren. Mehr als die Hälfte waren über 82 Jahre alt. 297 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 50 Patienten auf einer Intensivstation. Die Zahl an belegten Intensivbetten in Stadt und Landkreis Rosenheim wurde bereits aufgestockt. 

Da aktuell keine exponentielle Entwicklung mehr vorliegt, ist die Zahl der in den jeweils letzten sieben Tage aufgetretenen Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner der Verdoppelungszeit vorzuziehen. Seit dem 6. April sinkt die Zahl der Neuerkrankungen der jeweils letzten sieben Tage. „Aus den Daten ergibt sich, dass sich der Trend der abnehmenden Fallzahlen und die Unterbrechung der Infektionsketten verstetigt hat“, so Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim.

Im Video: Pressekonferenz von Söder und Kretschmann

Update, 13.40 Uhr - Söder macht Gastronomie wenig Hoffnung

Die Ministerkonferenz nächste Woche komme laut Söder zu früh, um konkret Maßnahmen festzulegen, denn es dauert immer Wochen, bis sich die Auswirkungen zeigen würden. „Ich bin sehr für Erleichterungen“, sagt Söder. „Wer alles auf einen Schlag aufmacht, riskiert einen schweren Rückfall“, warnt der bayerische Ministerpräsident. Wenn zu viele Länder zu schnell zu viel machen, besteht die Gefahr, dass sich das Virus innerhalb Deutschlands verlagere. Außerdem könnte die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wachsen, wenn es an manchen Orten schneller vorangeht als an anderen.

Der Gastronomie macht Söder aktuell wenig Hoffnung. Öffnungen gäbe es möglicherweise erst Ende Mai oder im Juni - allerdings nur wenn sich die Zahlen stabilisieren würden. Man sei rund zwei Wochen hinter Österreich, dort gebe es erste Öffnungen Mitte Mai. „Wir können überall Mundschutz organisieren, aber Mundschutz in der Gastronomie ist ein bisschen sinnwidrig“, so Söder.

Update, 13.29 Uhr - Söder für deutschlandweite Impfpflicht gegen Coronavirus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würde in Deutschland eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten. "Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen", sagt der CSU-Chef bei der Pressekonferenz . "Solange es keinen Impfstoff gibt, gibt es keine Entwarnung", so Söder. Es wird somit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben.

Wie Kretschmann betonte auch Söder, dass die Lockerungen, die andere Bundesländer zum jetzigen Zeitpunkt diskutierten oder gar bereits durchführten, für Bayern und Baden-Württemberg nicht infrage kämen. "Wir sind eine Gemeinschaft der Umsichtigen", sagte Söder und verwies damit auf den vorsichtigen Öffnungskurs von Kanzlerin Angela Merkel. Die "Besonnenen" seien überzeugt, dass die Gefahr durch das Coronavirus weiter bestehen bleibe. "Leichtsinn wäre ein schlechter Berater in dieser Situation. Es ist wichtig, dass die Südschiene steht und funktioniert."

Update, 13.21 Uhr - Kretschmann kritisiert "anschwellenden Chor der Öffnung"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnt in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Markus Söder eindringlich vor Rufen nach mehr Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Er halte den anschwellenden Chor der Öffnung für wenig durchdacht, sagt Kretschmann in Ulm. "Wenn wir jetzt nachlassen, kann die Pandemie mit aller Macht zurückkommen." 

Zwar verstehe er den Wunsch nach mehr Öffnung etwa aus der Wirtschaft. Eine zweite Infektionswelle führe aber erst recht zu einem gigantischen Schaden für die Unternehmen. "Wenn wir jetzt zu sorglos handeln, wird sich das bitter rächen." Er und Söder teilten die Position der Kanzlerin. Man stehe nicht am Ende der Pandemie, sondern mittendrin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Vorgehen einzelner Bundesländer am Donnerstagmorgen scharf kritisiert. Die Umsetzung der Öffnungsbeschlüsse von Bund und Ländern der vergangenen Woche wirke auf sie "in Teilen sehr forsch, um nicht zu sagen zu forsch", sagte sie am Donnerstag im Bundestag. Welche Länder sie meinte, sagte die Kanzlerin nicht.

Update, 12.45 Uhr - In Kürze live: Söder und Kretschmann geben PK

Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne), beraten am Mittag in Ulm über die nächsten Schritte in der Corona-Krise. Anschließend geben sie eine Pressekonferenz. Söder hatte sich bei seiner Regierungserklärung Anfang der Woche für eine Zusammenarbeit beider Länder ausgesprochen. "Weil wir in Bayern und Baden-Württemberg ganz eng Seite an Seite und eins zu eins gehen, weil wir eine ähnliche Entwicklung haben."

Kurz nacheinander haben beide Bundesländer in dieser Woche die Einführung einer Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen ab dem kommenden Montag beschlossen. In anderen Bereichen wie Ladenöffnungen wird in Bayern und Baden-Württemberg unterschiedlich verfahren.

rosenheim24.de wird die Pressekonferenz im Livestream übertragen.

Update, 12.30 Uhr - Kurz stellt trotz Corona Urlaub in Österreich in Aussicht

Können wir im Sommer wieder in den Urlaub fahren? Glaubt man den Worten von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Mittwochabend in der ARD-Talkshow „Maischberger“, dann scheint ein Sommerurlaub in Österreich für die Deutschen trotz Corona-Krise gar nicht mehr so unwahrscheinlich. „Natürlich ist es das Ziel, dass wir die Grenzen wieder runterfahren“, sagte Kurz und zeigte sich damit zuversichtlich, dass Reisen zwischen Deutschland und Österreich wieder möglich sein wird

Bei der Eindämmung des Coronavirus seien beide Länder auf einem guten Weg - und das sei die Voraussetzung für ein Wiederaufleben des Tourismus. Einen konkreten Zeitpunkt für die Grenzöffnungen nannte der österreichische Kanzler jedoch nicht.

Update, 11.54 Uhr - Mühldorfer Traditionsvolksfest fällt aus

Das Mühldorfer Traditionsvolksfest fällt 2020 aus, es wird auch keine Ersatzveranstaltung geben. Eigentlich hätte es vom 28. August bis 7. September stattfinden sollen. Dies haben die Verantwortlichen vor kurzem entschieden.

Wie Bürgermeisterin Marianne Zollner die Entscheidung begründet lest Ihr hier.

Update, 11.29 Uhr - Söder und Kretschmann beraten über Corona-Krise - PK um 13 Uhr

Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne), beraten an diesem Donnerstag (12 Uhr) in Ulm über die Corona-Krise. Bei dem Arbeitsessen im Rathaus solle es um die nächsten Schritte gehen, hieß es vom baden-württembergischen Staatsministerium. Im Anschluss (13 Uhr) wollen sich die Regierungschefs per Liveübertragung im Internet an die Öffentlichkeit wenden. 

Söder hatte sich bei seiner Regierungserklärung Anfang der Woche für eine Zusammenarbeit beider Länder ausgesprochen. "Weil wir in Bayern und Baden-Württemberg ganz eng Seite an Seite und eins zu eins gehen, weil wir eine ähnliche Entwicklung haben." Kurz nacheinander haben beide Bundesländer in dieser Woche die Einführung einer Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen ab dem kommenden Montag beschlossen. In anderen Bereichen wie Ladenöffnungen wird in Bayern und Baden-Württemberg unterschiedlich verfahren.

Update, 11.05 Uhr - Oberbürgermeister erklärt Rostock für Corona-frei

Es ist eine kleine Sensation in Corona-Zeiten: Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat seine Stadt als vermutlich erste Großstadt in Deutschland für Corona-frei erklärt. „Der letzte zurzeit an Covid-19 erkrankte Rostocker konnte jetzt aus der Quarantäne entlassen werden.“

Der Däne Madsen, der seit 2019 in der deutschen Hansestadt regiert, weiter: „Dies bestätigt, dass die von der Hanse- und Universitätsstadt frühzeitig ergriffenen Maßnahmen vollen Erfolg gehabt haben.” Zudem hätten sich die Rostockererinnen und Rostocker „unglaublich vorbildlich verhalten“, fügte der Oberbürgermeister hinzu.

Der Oberbürgermeister schränkte die Freude allerdings auch wieder ein wenig ein: „Es wird sicher wieder zu einem Ausbruch des Virus im Land oder auch in Rostock kommen. Es gilt, dann wieder resolut zu handeln und entsprechend nachzusteuern.”

Rostock hat knapp 210.000 Einwohner. In den vergangenen Wochen wurden in der Stadt vom Landesgesundheitsamt insgesamt 75 Corona-Fälle registriert. Mit 657 Fällen hat Mecklenburg-Vorpommern bundesweit die geringste Anzahl von Infektionen pro 100.000 Einwohnern.

Rostocks Oberbürgermeister Madsen

Update, 10.32 Uhr - Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts

In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Zahl der Infizierten um 2352 auf 148.046. Das Institut meldet 215 neue Todesfälle. Damit sind insgesamt 5094 Menschen Covid-19 erlegen.

Für Bayern hat das RKI mitgeteilt, dass es ein Plus von 581 Fällen gebe. Am Mittwoch sprach das Institut von einem Plus von 504 Infektionsfällen; derzeit steigt also die Zahl wieder deutlich schneller. Insgesamt erhöht sich die Zahl der Infizierten auf 39.395. Zudem seien in Bayern nun insgesamt 1476 Personen gestorben.

Update, 9.40 Uhr - Merkel fordert europäische Solidarität

Merkel geht auch auf die Situation für die Wirtschaft ein. "Wir brauchen Instrumente, um die Folgen der Krise in allen Mitgliedstaaten überwinden kann." Es sei wichtig, nun zu prüfen, welche Wirtschaftsbereiche besonders betroffen sind. Merkel geht auf ein mögliches europäisches Konjunkturprogramm ein. "Wir sollten bereit sein, höhere Beiträge zum europäischen Haushalt zu leisten. Ein solches Konjunkturprogramm sollte von vornherein mit dem europäischen Haushalt gemeinsam gedacht werden." 

In der Corona-Krise kann Deutschland Merkel zufolge nur erfolgreich sein, "wenn wir gemeinsam in Europa erfolgreich sind". Selbst wenn der Wille dazu bestünde, würde es ihrer Meinung nach zu lange dauern, bis alle Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt hätten. Nötig sei viel mehr schnell Instrumente zu haben, die die Krise lindern könnten.

Merkel kommt nun zum Ende ihrer Rede: "In Wochen, in denen Distanz statt Nähe nötig ist, haben wir zusammengehalten. Wir haben es geschafft, dass sich das Virus immerhin verlangsamt hat. Das kann eine Regierung nicht anordnen. Das kann eine Regierung nur hoffen."

Noch einmal geht sie deutlich auf den Zusammenhalt und die Disziplin der Menschen im Land ein: "Mich macht das unendlich dankbar. Ich wünsche mir, dass wir auch so weiter durch die nächste Zeit gehen. Sie wird noch länger sehr schwer bleiben. Aber gemeinsam wird es uns gelingen, diese gigantische Herausforderung zu meistern – gemeinsam in Europa."

Nun folgt eine 90-minütige Aussprache.

Im Video: Merkel gibt erste Regierungserklärung zu Corona ab

Update, 9.30 Uhr - Merkel verlangt Ausdauer und Disziplin

Merkel fordert in der Corona-Krise Ausdauer und Disziplin: "Wenn wir größtmögliche Ausdauer und Disziplin aufbringen, werden wir in der Lage sein, schneller wieder öffentliches Leben haben zu können." Es sei essentiell, sich nicht zu schnell in Sicherheit zu wiegen. Ziel sei es, Gesundheit und Wirtschaft sowie soziales Leben in Deutschland haben zu können. 

"Wir können vermeiden, von einem zu nächsten Shutdown zu wechseln, oder Menschen monatelang isolieren zu müssen." Die Situation sei trügerisch. "Wir sind noch nicht über den Berg." Trotz erster Erfolge müsse klar sein: "Wir bewegen uns auf dünnem Eis, man kann auch sagen auf dünnstem Eis."

Merkel forderte in diesem Atemzug auch die Länder dazu auf, das Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen. Sie spricht die jüngsten Beschlüsse zwischen Bund und Ländern ein: "Die Umsetzung seither bereitet mir Sorgen. Sie wirkt auf mich in Teilen sehr forsch - um nicht zu sagen zu forsch." Weiter sagt die Kanzlerin: "Lassen Sie uns das bis jetzt Erreichte nicht riskieren. Es wäre jammerschade, wenn uns die voreilige Hoffnung am Ende bestraft." Klug und vorsichtig zu sein, sei jetzt wichtig.

Update, 9.23 Uhr - Kapazitäten für Schutzausrüstung in Deutschland wird ausgebaut

Merkel geht nun auf die Situation in den Krankenhäusern ein. "Unser Gesundheitssystem hält der Bewährungsprobe bisher Stand. Jeder Corona-Patient erhalte die beste menschenmögliche Behandlung." Sie dankt Pflegern und Ärzten, auch der öffentliche Gesundheitsdienst spiele eine essentielle Rolle.

Die Menschen in Deutschland könnten uns laut Merkel derzeit "nur schützen", denn beendet werden könne die Pandemie nach jetzigen Erkenntnissen nur mit einem Impfstoff. "Wissenschaft ist nie national." Es verstehe sich von selbst, dass ein Impfstoff für alle Welt verfügbar und auch für alle Welt bezahlbar sein muss. "Für die Bundesregierung ist die internationale Zusammenarbeit gegen das Virus herausragend wichtig."

Bei der Produktion von Schutzgütern wollen Deutschland und die EU wollen laut Merkel unabhängiger von Drittländern werden. "Die Pandemie lehrt uns: Es ist nicht gut, wenn Schutzausrüstung ausschließlich aus fernen Ländern kommt." Daher würden die Kapazitäten in Deutschland und Europa mit Hochdruck ausgebaut. Geholfen habe der Bundesrepublik in der Corona-Krise bisher die relativ hohe Zahl an Intensivbetten sowie die hohen Test-Kapazitäten.

Update, 9.13 Uhr - Kanzlerin verteidigt Corona-Beschränkungen

In ihrer Regierungserklärung hat Bundeskanzlerin Merkel die Corona-Kriste erneut als größte Bewährungsprobe seit dem Zweiten Weltkrieg für Deutschland bezeichnet. Es gehe gegenwärtig um den "Zusammenhalt unserer Gesellschaft und in Europa".

Sie betonte aber auch, dass uns diese Pandemie noch lange beschäftigen wird. "Ich verstehe, dass dieses Leben und Corona-Bedingungen allen schon sehr lang vorkommt. Wir leben aber nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch am Anfang. Wir werden noch lange damit leben müssen", sagt Merkel.

Was helfe, sei das wechselseitige Vertrauen, das überall im Land zu erleben sei. Merkel weiter: "Kaum eine Entscheidung ist mir in meiner Zeit als Kanzlerin so schwer gefallen, wie die Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte. Auch mich belastet es, wenn Menschen nur mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes spazieren können. Auch mich belastet, was die Menschen erleben müssen, die in Pflege-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen leben."

Update, 8.51 Uhr - Merkel-PK um 9 Uhr: Erste Details zu Inhalt

Nach rund einem Monat strenger Beschränkungen wegen der Corona-Krise erläutert Bundeskanzlerin Merkel in einer Regierungserklärung die Strategie der Großen Koalition. Danach ist eine 90-minütige Aussprache geplant.

Inhaltlich wird erwartet, dass es bei der Debatte um die Exit-Strategie, also wann und in welcher Weise die Corona-Schutzmaßnahmen wieder gelockert werden können, geben wird. Zudem wird erwartet, dass sich Merkel auch zu den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Nachmittag äußern wird, bei denen es ebenfalls um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gehen wird.

Neben der Beratung mehrerer weiterer Corona-Themen will der Bundestag auch eine Entlastung von Mietern mit kleinen Einkommen bei den Heizkosten beschließen. Hintergrund ist, dass vom kommenden Jahr an ein CO2-Preis auch Heizöl und Erdgas verteuern wird. Dafür wird eine - nach Haushaltsgröße gestaffelte - "CO2-Komponente" beim Wohngeld eingeführt. Davon werden nach Schätzungen der Regierung im kommenden Jahr etwa 665.000 Haushalte profitieren. Die Abgeordneten wollen außerdem neue Mitglieder für den Deutschen Ethikrat wählen. Diese werden je zur Hälfte vom Bundestag und der Bundesregierung ernannt.

Update, 8.29 Uhr - Weltärztepräsident: "Eine Pflicht für Schals oder Tücher ist lächerlich"

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat die geplante nahezu bundesweite Maskenpflicht kritisiert: “Ich trage selber eine Maske, aus Höflichkeit und Solidarität, halte eine gesetzliche Pflicht aber für falsch”, sagte Montgomery der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Donnerstag). 

“Wer eine Maske trägt wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand”, betonte der Mediziner. Bei unsachgemäßen Gebrauch könnten Masken gefährlich werden. Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut, schneller könne man sich kaum infizieren. 

Montgomery erklärte weiter, eine gesetzliche Maskenpflicht könne es nur für echte Schutzmasken geben - eine Pflicht für Schals oder Tücher sei “lächerlich”. Zugleich verwies er darauf, dass man derzeit noch alle “echt wirksamen Masken” für das medizinische Personal, Pflegende und Gefährdete brauche. Montgomery sagte: “Aber was will man gegen den Überbietungswettbewerb föderaler Landespolitiker mit rationalen Argumenten tun?”

Update, 7.50 Uhr - Drei weitere Corona-Tote im Kreis Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 552 Infektionen (Stand 23. April, 7 Uhr) mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Das entspricht einem Plus von zwei Infizierten seit der letzten Meldung. 300 Landkreisbürger/Innen sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen, so das Altöttinger Landratsamt auf seiner Homepage.

31 Personen sind an der Erkrankung verstorben. Am Mittwoch (22. April) waren es noch 28 Personen, die aufgrund der Erkrankung verstorben sind.

Update, 7.33 Uhr - PK um 9 Uhr: Merkel gibt Regierungserklärung zur Corona-Krise ab

Nach rund einem Monat scharfer Beschränkungen in der Corona-Krise gibt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag im Bundestag eine Regierungserklärung zum Vorgehen der großen Koalition ab. Im Anschluss an ihre Rede (9 Uhr) ist eine anderthalbstündige Debatte vorgesehen. Es wird erwartet, dass sich Merkel auch zu den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Nachmittag (15 Uhr) äußern wird, bei denen es ebenfalls um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gehen wird.

Es ist die erste Regierungserklärung Merkels zur Corona-Krise. In der letzten Bundestagssitzung Ende März befand sie sich in Quarantäne, weil sie zuvor Kontakt zu einem Arzt gehabt hatte, der anschließend positiv auf das Virus getestet worden war. Sie wurde damals von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) vertreten.

Update, 7.02 Uhr - Todeszahlen in München steigen weiter

In München wurden am Mittwoch (23. April) 69 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit wurden in der Landeshauptstadt bislang insgesamt 5.332 Infektionen gemeldet. 

In dieser Zahl enthalten sind 3.650 Personen, die bereits genesen sind, 766 Münchner COVID-19-Patienten, die insgesamt stationär im Krankenhaus aufgenommen werden mussten, sowie 116 Todesfälle. Das ist ein Plus an Todesfällen von acht.

Am Mittwoch vergangener Woche (15.4.) waren es 103 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 4.820).

Update, 6.25 Uhr - Steuererleichterung für Gastronomie beschlossen

Mit neuen milliardenschweren Hilfen für Arbeitnehmer, Gastronomiebetriebe, Unternehmen und Schulen will die große Koalition die massiven Folgen der Corona-Krise abmildern. Das Kurzarbeitergeld soll erhöht werden, um vor allem für Geringverdiener Einkommensverluste auszugleichen. Zugleich wird die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds verlängert. Die in der Krise besonders belasteten Gastronomiebetriebe bekommen Steuererleichterungen.

Darauf verständigten sich am späten Mittwochabend die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin. Die Bundesregierung müsse weitere Maßnahmen einleiten, um soziale und wirtschaftliche Härten abzufedern sowie den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu unterstützen, heißt es in einem Beschlusspapier. Deutschland habe die Pandemie durch einschneidende Beschränkungen erfolgreich gebremst. Dies habe erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen. Hier findet Ihr die Beschlüsse im Detail.

Vorbericht: Sechs Mutmacher aus Bayern

Tausende Todesfälle, die Wirtschaft im Stillstand und weitreichende Ausgangsbeschränkungen – in der Corona-Krise häufen sich seit Wochen die schlechten Nachrichten. Doch auch in der schweren Zeit gibt es den einen oder anderen Hoffnungsschimmer. Sechs Nachrichten aus Bayern, die Mut machen:

1. Patientin verschenkt Mundschutze

"Sie brauchen es dringender. Alles Gute für die nächsten Wochen. Und Danke für Ihre Arbeit" – mit diesem Gruß hat eine Patientin der Münchner Allgemeinärztin Petra Weber ein Paket mit Mundschutzen geschenkt. 

"Es ging mir wirklich das Herz auf. Ich fand das so lieb", sagt Weber der Deutschen Presse-Agentur. Der anhaltende Mangel an Hygienemitteln sei bei ihr in der Praxis ein großes Problem.

Zwar habe es auch Material von der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben. "Es ist nett gemeint, aber wenn man selbst nichts anderes hätte, könnte man nur eine Woche damit schaffen", so Weber. Darum seien die 50 Mundschutze aus dem Paket der Patientin nicht nur eine schöne Wertschätzung, sondern auch eine wichtige Hilfe.

2. Lehrerin übernimmt Monatsmiete für Buchladen

Besonders für viele kleinere Geschäfte sind die wochenlangen Schließungen in der Corona-Krise ein harter Schlag – doch Hilfe kommt auch mal ganz unverhofft. So hat die Münchner Lehrerin Ulrike Pauli kurzerhand eine Monatsmiete für eine Buchhandlung in Sendling übernommen."Ich war spazieren hier im Viertel und habe die Schilder an den Läden gesehen,"wir haben geschlossen". Und dann habe ich mich gefragt, wie geht es den Inhabern?", sagt Pauli.

Schon oft habe sie in der Sendlinger Buchhandlung eingekauft und kurzentschlossen die Inhaberin gefragt, ob sie eine Monatsmiete übernehmen dürfe. "Sie war total überwältigt und sprachlos, aber dann hat sie sich gefreut und ich habe es dann einfach gemacht."

Auch wenn die meisten Läden in Bayern am 27. April unter Auflagen wieder öffnen dürfen, bleibt die finanzielle Not bei vielen groß und Hilfe von allen Seiten erwünscht. Deshalb hat Pauli auch die Website "Helfer in der Krise" ins Leben gerufen. Hier könnten sich kleinere Läden und Hilfsbereite miteinander verbinden, so Pauli.

3. Vom Seniorenheim ins Vier-Sterne-Hotel

Fünf Altenheimbewohner wohnen wegen Corona aktuell nicht in ihrem Seniorenheim im Landkreis Freising, sondern in einem Vier-Sterne-Hotel. "Es klappt hervorragend, die Bewohner sind guten Mutes", sagt Werner Wagensonner vom Landkreis. Durch die Verlegung könnten die durch das Coronavirus besonders gefährdeten Altenheime entlastet werden. Deshalb genießen die fünf Senioren nun auf Kosten des Landkreises den Komfort des Hotelaufenthaltes. "Die Duschen sind barrierefrei, die Zimmer geräumig und für Rollatoren geeignet. Und es gibt eine große Sonnenterrasse."

Neben den Pflegekräften seien auch die Hotelmitarbeiter auf die neuen Gäste eingestellt – mit Schutzkleidung und einer Einweisung in Hygienegrundsätze im Altenheim. Um die Senioren mit ihren Familien zuhause zu verbinden, helfe man auch gerne beim Videoanruf, sagt Eva Zimmerhof vom Landkreis. In der nächsten Zeit könnten noch Dutzende weitere Senioren in der Region in Hotels einquartiert werden, so Wagensonner. Generell sei die Verlegung aber nur bei Heimbewohnern mit Orientierung und geringem Pflegebedarf denkbar.

4. Artistik-Training im Messelager

Sporthallen sind wegen Corona geschlossen – für die Münchner Artistin Ella Hummel ist das aber kein Grund, auf ihr Training zu verzichten. Die 20-Jährige hat ihre Trainingsstätte an der Artistik-Uni in Tilburg in den Niederlanden einfach gegen die Lagerhalle eines Messebauers in Ismaning im Landkreis München getauscht. "Für mich ist es super, dass ich überhaupt einen Ort habe zum Trainieren. Ich habe das so vermisst, mich gescheit zu bewegen", sagt sie.

Für ihre Übungen in luftiger Höhe hat sie ein Seil und ein Tuch an einem Kran in der Halle befestigt, zwischen Traversen, Messeböden und Schildern hat sie zwei Matratzen gelegt, um Stürze abzufedern. "Ich nehme da einfach, was ich zur Verfügung habe", sagt sie. Weil das Messelager aber nicht beheizt sei und sie ihren Muskeln nicht schaden wolle, gehe das nur bei mildem Wetter – durchschnittlich komme sie derzeit etwa dreimal die Woche in die Halle.

5. Digitale Nachbarschaftshilfe für Einzelhändler

Damit sie auch während der Ladenschließungen ihre Waren verkaufen können, bringt ein lokaler Software-Entwickler viele Geschäfte im Landkreis Kulmbach online. "Uns ist sehr bewusst, dass kleine Einzelhändler in der Fußgängerzone oft nicht die Möglichkeiten haben, ihre Produkte online zu vertreiben – ob finanziell oder technisch", sagt Wiktoria Kleindienst von der Firma "Dynamic Commerce". Deshalb hat die Firma zwei Onlineshops eingerichtet.

Seit Anfang April präsentieren rund 20 lokale Einzelhändler auf den beiden Seiten ihre Läden. Bis zu zehn Produkte können sie jeweils online zum Verkauf anbieten. "Das sind die typischen Händler, Optiker, Parfümerie, Buchhändler, die man in jeder Fußgängerzone findet", so Kleindienst. Für das Angebot müssten die Händler derzeit nicht extra zahlen. Gebühren entstünden nur für Zahlungsmethoden – wie bei jedem anderen Onlineverkauf auch, betont Kleindienst. Der Onlinehandel soll auch weiterlaufen, wenn die Läden in wenigen Tagen wieder öffnen dürfen.

6. Online-Lachseminare gegen den Corona-Koller

Lachen ist bekanntlich die beste Medizin – und deshalb bietet der Lachclub am Münchner Westpark aktuell Online-Lachseminare als Mutmacher in der Corona-Krise an. Wem wegen der Ausgangsbeschränkungen die Decke auf den Kopf fällt, der könne nun regelmäßig im Videochat an den Seminaren teilnehmen, sagt Lachtrainerin Cornelia Leisch. "Es geht darum, aus dem Kopf herauszukommen. Das passiert, wenn man atmet und wenn man lacht."

Die Nachfrage sei groß: Anfangs habe es jeden Sonntag um 11 Uhr einen Termin für das Online-Training gegeben, mittlerweile biete der Lachclub zusätzliche Termine mehrmals die Woche an, so Leisch. Manchmal kämen dann bis zu 50 Lachschüler im Chat zusammen. Am wichtigsten sei es, sich von allen Zwängen freizumachen – und das habe nicht unbedingt etwas mit lauten Lachgeräuschen zu tun. "Man muss das natürliche Lachen kommen lassen", sagt Leisch. "Manche können dann so loslassen, dass ihnen die Tränen kommen."

dpa/mh/mz

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