News-Ticker zur Corona-Pandemie

Merkel fordert mehr Tempo bei Impfstoffentwicklung - Starbulls-Fanszene spendet 8.500 Euro an Verein

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Landkreis/München - Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff und sorgt für zahlreiche Einschränkungen. Weiterhin gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Samstag, 2. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.510, Landkreis Traunstein 1.200, Landkreis Berchtesgadener Land 283, Landkreis Mühldorf 485, Landkreis Altötting 582
  • Todesfälle: Rosenheim 158, Traunstein 62, Berchtesgadener Land 21, Mühldorf 24, Altötting 44
  • Mindestens 6.603 Todesopfer in Deutschland (1.907 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung in Bayern (verlängert bis vorerst 10. Mai)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
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Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 19.41 Uhr: Merkel fordert mehr Tempo bei Impfstoffentwicklung

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt für die Bewältigung der Corona-Krise auch auf mehr Tempo bei der Entwicklung eines Impfstoffes.

In ihrer am Samstag veröffentlichen, wöchentlichen Videoansprache rief die CDU-Politikerin zu mehr internationaler Zusammenarbeit gegen die Pandemie auf. "Wir wissen, dass sie überall schwere Schäden auch unserem wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen Leben zufügt. Deshalb müssen wir mit Hochdruck und großer Konzentration daran arbeiten, dieses Virus einzudämmen und dann auch zu besiegen, indem wir einen Impfstoff entwickeln", sagte sie.

Auf einer Geberkonferenz am 4. Mai, zu der die EU-Kommission eingeladen hat, werde sich Deutschland mit einem "deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen". Es fehlten geschätzt acht Milliarden Euro für die Entwicklung eines Impfstoffes.

Update, 19 Uhr: Starbulls-Fanszene spendet 8.500 Euro an Verein

Die T-Shirt Aktion der Fanszene der Starbulls Rosenheim ist zu einem vollen Erfolg geraten. Satte 488 T-Shirts wurden verkauft. Durch eine Aufrundung der Spendensumme konnte ein stolzer Betrag von 8.500 Euro an den Verein gespendet werden. Dieser Betrag wurde bereits am 1. Mai an die Vorstandschaft der Starbulls übergeben. 

"Wir sind stolz, unserem Verein auch in dieser schweren und unsicheren Zeit ein bisschen unter die Arme greifen zu können", so die Mitglieder der aktiven Fanszene in einem Facebook-Post.

Update, 18.18 Uhr: THW leistet in Bayern wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Coronakrise

Das THW leistet seit Anfang März einen wichtigen Beitrag gegen das Coronavirus in Bayern: gestern waren 373 Helferinnen und Helfer aus 111 Dienststellen im Einsatz. Kernaufgabe bleibt die Zentrallogistik für den Freistaat. Allein gestern wurden 241 Paletten transportiert.

Für den Erfolg des Gesamteinsatzes ist Ausdauer gefragt. Eine Qualität, die Einsatzkräfte des THW jeden Tag unter Beweis stellen. "Seit Beginn der Krise haben wir in Bayern sehr viel geleistet" sagt der Landesbeauftragte für Bayern Dr. Fritz Helge Voß: "Die Zahlen bestätigen, mit welch hohem Engagement sich Ehren- wie Hauptamtliche gemeinsam für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen". Seit dem 16. März bis heute haben THW-Einsatzkräfte über 3.900 Transportfahrten durchgeführt, 10.109 Paletten Schutzausstattung transportiert. 99 Logistikstützpunkte werden vom THW insgesamt flächendeckend betrieben. Jeden Tag sind im Durchschnitt über 400 ehren- und hauptamtliche Kräfte für diese und andere Aufgaben im Einsatz.

dpa

Update, 17.26 Uhr: Lange Schlange vor Media Markt in Rosenheim

Auch der Media Markt in Rosenheim hat sich auf die geltenden Regelungen eingestellt. Mit einer eingeschränkten Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern hat der Elektronik-Händler seine Pforten ebenfalls wieder geöffnet. Da jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern den Laden betreten darf, bildete sich am Samstagnachmittag (2.Mai) eine lange Schlange vor dem Gebäude.

In freudiger Erwartungen auf den bevorstehenden Einkauf warteten die Bürger geduldig, bis sie von den Media Markt-Angestellten hereingebeten wurden. Über die Wartedauer kann nur spekuliert werden.

Update, 16.55 Uhr: Corona-Lockerungen: Was gilt ab Montag für die Region?

Bayern hat die in der Corona-Krise geltenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 10. Mai verlängert. Welche Regeln gelten und was darf man ab ab Montag wieder?

  • Sport und Spaziergänge sind mit einer haushaltsfremden Person erlaubt. 
  • Es gilt eine Maskenpflicht* ab sechs Jahren im ÖPNV und in Geschäften. 
  • Ab 29. April öffneten bereits viele Handels-Geschäfte. Die Verkaufsfläche muss dabei auf 800 Quadratmeter begrenzt sein. 
  • Ab 4. Mai sind Gottesdienste sowie Versammlungen bis 50 Teilnehmer erlaubt. Zudem öffnen Friseure, Fußpflege-Geschäfte und Physiotherapien. 
  • Ab 11. Mai sind Schulöffnungen für Abschlussklassen 2021 und der vierten Klassen geplant. Weitere Konzepte für Lockerungen für Schulen, Gastronomie, Hotels, Sportstätten und Kitas sollen folgen.

Update, 16.25 Uhr: Eine Frau im Landkreis Mühldorf verstorben

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn gibt es Stand 2. Mai 14 Uhr keine neuen bestätigten Corona-Fälle. Eine 80-Jährige, die mit dem Corona-Virus infiziert war, ist verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Verstorbenen auf insgesamt 24.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 485 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 356 wieder genesen, 21 davon werden stationär behandelt.

Update, 15.48 Uhr: Die Zahlen aus dem Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 1200 bestätigte Corona-Fälle vor (einer mehr als gestern). Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen aller betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Alle Personen werden medizinisch versorgt.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 50 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich zwölf Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (sieben in Traunstein und fünf in Trostberg).

Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 585 Personen (21 mehr als gestern). Damit liegt die Zahl der geheilten Personen (585) erstmals höher als die Zahl der aktiven Fälle (553). 62 Menschen sind bisher verstorben.

Update, 15.35 Uhr: Die Fallzahlen von Coronavirusinfektionen in Bayern

Das Landesamt für Gesundheit (LGL) meldet die Zahlen für den 2. Mai. Demnach wurden in Bayern 43.050 Fälle registriert (+134 zum Vortag),  das macht eine Fallzahl von 329,21 pro 100.000 Einwohner. 1.907 Menschen starben. Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 33.610 als genesen. Die Anzahl der Genesenen beruht auf einer Schätzung, die sich an den Kriterien des RKI orientiert. Als Todesfälle werden Personen gezählt, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind, sowie Personen, bei denen die Ursache unbekannt ist.

Update, 15.00 Uhr: Bayerischer Rockintendant richtet sich mit Appell an Markus Söder

Bernd Schweinar, Bayerischer Rockintendant und Geschäftsführer Verband für Popkultur in Bayern e.V. richtet einen Appell an den Bayerischen Ministerpräsidenten. Der Appell wird bereits von vielen namhaften bayerische Künstler/innen vielfältiger Genres mit unterzeichnet. 

"Kein Veranstalter will sein Publikum und seine Mitarbeiter einer Infektionsgefahr aussetzen. Wenn die Durchführung von Publikumsveranstaltungen medizinisch notwendig untersagt werden muss, dann ist das verständlich. Dann bedarf es aber auch eineslangfristigen staatlichen Rettungsschirms für diesen Bereich, bis Veranstaltungen mit Publikum wieder wirtschaftlich tragfähig durchgeführt werden können", heißt es in der Mitteilung von Bernd Schweinar.

Der Appell wurde am Dienstag, den 28.04.2020 dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder zugestellt.

Angeschlossen haben sich unter anderem Michael Altinger, Frank Markus Barwasser,  Wolfgang Krebs, Luise Kinseher, Elektro DJs wie Gebrüder Teichmann, die Rock 'n' Rollern der Spider Murphy Gang, Rappern wie dicht&ergreifend und TV-Stars wie Frank-Markus Barwasser, Haindling, die Killerpilze Hannes Ringlstetter, die Mittelalterband Schandmaul, die Sportfreunden Stiller und viele mehr.

Update, 14.22 Uhr: Verdacht der fahrlässigen Tötung in Niederbayern

Wegen des Verdachts derfahrlässigen Tötung im Zusammenhang mit einem Corona-Fall hat die Polizei eine medizinische Einrichtung in Niederbayern durchsucht. Es handele sich um ein umfangreiches Ermittlungsverfahren, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Freitagabend mit. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf und die Kripo Straubing ermittelten demnach unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in einem Fall sowie fahrlässiger Körperverletzung in einem weiteren Fall gegen die Einrichtung in Schaufling (Landkreis Deggendorf).

"Durch eine Anzeige ergaben sich Hinweise, dass die vorgeschriebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen in der Einrichtung möglicherweise nicht ordnungsgemäß umgesetzt und vollzogen wurden", hieß es. Es sei möglich, dass dadurch ein "größerer Personenkreis" einer Ansteckungsgefahr durch das Virus Sars-Cov-2 ausgesetzt gewesen sei.

Ein 82-jährige Frau sei nach dem Besuch der Einrichtung an der Erkrankung Covid-19 gestorben. "Die Gründe für die Infektion der Frau sind Gegenstand der weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen."

Die Einrichtung habe die Kriminalpolizei bei dem Einsatz unterstützt, hieß es. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Update: 13.45 Uhr: Ein neuer Corona-Infektionsfall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt 283 bestätigte SARS- CoV-2-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land gibt (Meldestand: 02.05.2020, 10:00 Uhr). Dies ist ein Anstieg um einen Infektionsfall im Vergleich zum Vortag. 

Von diesen insgesamt 283 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV- 2-Fällen sind bisher 232 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (keine Veränderung zur gestrigen Meldung). Insgesamt befinden sich aktuell 30 SARS-CoV- 2-Infizierte in medizinischer Behandlung, eine Person mehr als am Vortag. Die Gesamtzahl der bisher mit oder an einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 21.

Aktuell befinden sich in den Kliniken im Berchtesgadener Land nur noch 52 COVID-19- Patienten in stationärer Behandlung, Dies bedeutet einen Rückgang um sechs Patienten im Vergleich zur gestrigen Meldung. Von diesen 52 Patienten sind auch nur noch sechs Personen in intensivmedizinischer Betreuung, ein Intensiv-Patient weniger als gestern. Hinweis: Viele dieser 52 Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten 283 BGL-Corona-Fälle.

Update, 13.20 Uhr: Keine neuen Fälle in Salzburg - Zahl weiter niedrig

Im Österreichischen Bundesland Salzburg bleibt die Zahl der aktuell und offiziell an Covid-19 Erkrankten weiter zweistellig: Am Samstag vermeldete das Land 85 Infizierte (Stand 7.30 Uhr). Damit kam in den letzten 24 Stunden kein neuer Fall dazu. Demnach sind 1.115 Erkrankte inzwischen wieder genesen und 36 Menschen sind in Salzburg an oder mit dem Virus gestorben.

Update, 12.35 Uhr: Coronaparty in München und zahlreiche Kontrollen

Im Zeitraum von Freitag, 1.Mai 2020, 6 Uhr, bis Samstag, 2. Mai 2020, 6 Uhr, gab es laut Pressebericht der Münchener Polizei eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (sowohl Stadt und Landkreis München), um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Verordnungen zu überprüfen. Über 3.400 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. Dabei wurden 244 Verstöße angezeigt, von denen 202 die Ausgangsbeschränkung und acht die Maskentragepflicht betrafen. 

Am Freitag, 1. Mai 2020, gegen 18.20 Uhr, rief ein Zeuge beim Polizeinotruf an 110 an und er teilte mit, dass im Innenhof eines Mehrfamilienhauses in der Alfonsstraße in Neuhausen eine Party stattfinden würde, an der viele Personen teilnehmen würden. Daraufhin wurden mehrere Streifen zur Einsatzörtlichkeit entsandt, um die Situation zu überprüfen. Die Beamten stellten dort eine Menschenmenge von über 50 Personen fest, die dort feierten und meist die geforderten Mindestabstände zueinander einhielten. Ein 40-jähriger Münchner stand dabei auf dem Balkon einer Wohnung im ersten Obergeschoss, wo er Musik auflegte. Er wurde aufgefordert die Musik auszuschalten, was er umgehend befolgte. Einige der anwesenden feiernden Personen verließen daraufhin sofort die Örtlichkeit. Von den anderen etwa 20 Personen wurden die Personalien erhoben. Sie konnten danach auch die Örtlichkeit verlassen. Der 40-Jährige, der die Musik abspielte, wurde wegen eines Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Update, 11.45 Uhr: In Österreich dürfen Einkaufszentren, Friseure und Co. wieder öffnen

Nach fast sieben Wochen Corona-Shutdown dürfen am Samstag auch Einkaufszentren, Friseure sowie alle Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder aufmachen, darunter die großen Elektrohändler, Modeketten, Möbelhäuser und Sportartikelhändler. Eingekauft werden muss mit Maske und Abstand. Zur Wiedereröffnung winken großzügige Rabatte.

Ein Frisör bereitet sich auf das Geschäft während der Corona-Pandemie vor. In Österreich dürfen Frisöre ab 2. Mai wieder aufmachen. In Deutschland am 4. Mai.

Update, 11.09 Uhr: Fast 162.000 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Samstagfrüh knapp 162.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Freitagabend waren es mehr als 161.900 Fälle.

Mindestens 6.603 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6601). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Freitag weiter bei 0,79. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa sieben bis neun weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 129.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 42.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1886 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 33.000 Fällen und mindestens 1261 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 32.100 bestätigten Fällen und mindestens 1403 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 328,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 194,8. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Update, 10.35 Uhr: AfD Stadtratsfraktion distanziert sich von Strafanzeige 

Fungierte das Rosenheimer Starkbierfest als Multiplikator? Einige Bürger vermuten im Zuge der Verbreitung des Coronavirus einen engen Zusammenhang mit dem Rosenheimer Starkbierfest - so auch der Landtagsabgeordnete Andreas Winhart (AfD). Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Rosenheim und hat Strafanzeige gestellt.

Einige seiner Parteikollegen sind damit jedoch nicht d'accord. Der neugewählte Stadtrat Andreas Kohlberger teilt hierzu mit: "Diese Strafanzeige, von Herrn Winhart, hat nichts mit der AfD Fraktion des Stadtrates zu tun, Herr Winhart hat rein als Landtagsabgeordneter gehandelt, wir die Stadtratfraktion distanziert sich von dieser Aktion."

Update, 10.00 Uhr: Keine neuen Coronafälle in Tirol

Seit Freitagabend wurden in Tirol keine weiteren Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Somit sind in Tirol aktuell 193 Personen mit dem Virus infiziert. 3207 Erkrankte sind mit derzeitigem Stand genesen, 105 Menschen starben an oder mit Corona. Bisher wurden in Tirol 52.934 Tests auf das Virus durchgeführt, 1825 davon müssen noch ausgewertet werden.

Update, 9.30 Uhr: Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020

Das Statistische Bundesamt hat eine Sonderauswertung zu den ersten Sterbedaten des Jahres 2020 herausgegeben. Besonders während der Corona-Pandemie sind diese Zahlen besonders interessant, da sich viele fragen,wie die Auswirkungen auf die Gesamtzahlen der Sterbefälle in Deutschland sein werden. Zur Beantwortung dieser Frage hat das Statistische Bundesamt vorläufige Auszählungen von Sterbefallmeldungen der Standesämter tagesgenau als Sonderauswertung zur Verfügung, bevor die regulären Ergebnisse der amtlichen Sterbefallstatistik vorliegen.

Aktuell ist eine solche Auszählung bis zum 5. April 2020 darstellbar. Die vorläufigen Daten zeigen, dass seit der letzten Märzwoche in Deutschland vergleichsweise viele Menschen gestorben. Seitdem lägen die Sterbezahlen „tendenziell“ über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, teilte das Amt am Donnerstag in Wiesbaden mit. „Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen.“

Sterblichkeitsrate im Vergleich zu Vorjahren sehr gering ausgeprägt

Die Auswirkungen der Grippewelle im Jahr 2020 waren laut Bundesamt den vorläufigen Sterbefallzahlen zufolge im Vergleich zu den Vorjahren sehr gering ausgeprägt. Im Januar 2020 starben nach der vorläufigen Auszählung etwa 85 000 Menschen. Im Februar 2020 waren es 79 400 Personen. Auch im März 2020 mit insgesamt mindestens 85 900 Sterbefällen ist bei einer monatsweisen Betrachtung kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar. Nur eben in der letzten Märzwoche stiegen die Zahlen über den Durchschnitt.

Bei der Betrachtung des Jahresverlaufes in der Sterbefallstatistik sind die typischen Schwankungen während der Grippezeit von ungefähr Mitte Dezember bis Mitte April zu beachten. Dies wird beim Blick auf die Zahlen aus den Vorjahren deutlich: Im März 2019 starben beispielsweise etwa 86 400 Menschen, im März 2018, also in einem Jahr, als die Grippewelle besonders heftig ausfiel, waren es 107 100. Auch ohne Corona-Pandemie können die Sterbefallzahlen demnach in der typischen Grippezeit stark schwanken. Von diesen Schwankungen sind insbesondere die Sterbefallzahlen in der Altersgruppe ab 65 Jahren betroffen.

Update, 8.52 Uhr: Vor allem junge Menschen neigen zum Hamstern

Nach einer Studie des Marktforschers Nielsen neigen vor allem jüngere Menschen dazu, Hamsterkäufe zu tätigen, wie die Tagesschau berichtet. Beliebt sind vor allem Medikamente, Lebensmittel und Hygieneartikel wie Klopapier. In der Umfrage gaben 52 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 51 Prozent der 30- bis 39-Jährigen an, diese Artikel weit über den normalen Bedarf eingekauft zu haben.

Update, 7.20 Uhr: Druck auf Ende der Corona-Beschränkungen wächst

In der Corona-Krise wächst der Druck auf Bund und Länder, weite Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens wieder hochzufahren. Wirtschaftsverbände trommeln angesichts des Konjunktureinbruchs massiv dafür.

Die zurzeit eingedämmte Ausbreitung des Virus scheint ihnen recht zu geben. Allerdings wurden am Freitag noch rund 1500 Neuinfektionen registriert, und die Auswirkungen der ersten Lockerungen werden erst kommende Woche zu beobachten sein.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihrer Schaltkonferenz am Mittwoch behutsam weitere Corona-Auflagen gelockert und größere Schritte für ihre nächste Beratung am kommenden Mittwoch angekündigt. Der Industrieverband BDI pocht nun auf einen klaren Exit-Plan zu diesem Termin. "Unsere Unternehmen wollen und müssen wissen, in welchen Stufen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder anlaufen soll - und zwar nach dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am 6. Mai", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Jede Woche eines Shutdowns kostet die deutsche Volkswirtschaft einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag an Wertschöpfung."

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) forderte, die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch im Mai zu beenden. "Heben Sie den Lockdown auf, bevor es zu spät ist!", heißt es nach Verbandsangaben in einem Offenen Brief an Merkel.

Die Bundesregierung rechnet für das gesamte Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent und damit mit dem stärksten Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik.

Die ersten Lockerungen - etwa die teilweise Öffnung von Geschäften - hatte es am 20. April gegeben. Am vergangenen Mittwoch hatten die Regierungschefs dann vereinbart, Spielplätze, Zoos, Museen und Ausstellungen zu öffnen und Gottesdienste wieder zu erlauben - allerdings gibt es keinen bundesweit einheitlichen Zeitpunkt. Immer lauter werden inzwischen die Rufe nach klaren Perspektiven auch für Schulen, Kitas, Vereinssport und Fußball-Bundesliga.

Vor allem Merkel und teils auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bremsen. Merkel will die Auswirkungen der ersten Lockerungen abwarten. Diese werden wegen des langsamen Kranheitsausbruchs und der nötigen Testzeit erst kommende Woche erwartet.

Diskutiert wird am kommenden Mittwoch voraussichtlich über:

Kontakbeschränkungen: Zumindest bis zum 10. Mai sollen sie nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun bestehen bleiben. Bis dahin sollen Bürger in der Öffentlichkeit 1,5 Metern Mindestabstand einhalten und sich dort maximal mit einer weiteren Person oder mit solchen aus der eigenen Wohnung aufhalten.

Schulen und Kitas: Bisherige Schritte waren uneinheitlich. In den meisten Ländern sind sind nur die obersten Klassenstufen zurückgekehrt, teils folgen am Montag jene, die nächstes Jahr ihren Abschluss machen, und die großen Grundschüler. Doch was ist mit den anderen?

Gaststätten und Hotels: Die Fachminister sollen erst bis zur übernächsten Bund/Länder-Konferenz Vorschläge für eine Wiederöffnung machen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will aber schon am Mittwoch über die Gastronomie reden, dämpft aber Hoffnungen auf ein Öffnen im Mai.

Ladenöffnungen: Das umstrittene Öffnungsverbot für große Geschäfte dürfte weiter Thema sei. Mehrere Landesregierungen kündigten an, auszuscheren und die Beschränkung auf 800 Quadratmeter aufzuheben, teils schon von diesem Samstag an.

Fussball: Fußballfans warten weiter auf eine Entscheidung über eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Beim Vereinssport wollten einige Länder nicht mehr warten und kündigten Lockerungen an.

In Sachsen-Anhalt berät das Landeskabinett an diesem Samstag über eine neue Landesverordnung. Auch im Saarland will die Landesregierung über weitere Lockerungen informieren.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnte davor, die Hilfsmöglichkeiten des Staates in der Wirtschaftskrise zu überschätzen. Er habe "die Sorge, dass die Menschen den Eindruck gewinnen, der Staat könne jetzt für alles aufkommen", sagte der CDU-Politiker der "Mittelbadischen Presse/Offenburger Tageblatt" (Samstag). "Am Ende können wir aber für Hilfen und Sozialleistungen nur so viel aufwenden, wie erwirtschaftet wird." Deshalb müsse man gemeinsam entscheiden, wie sich eine intensive Erholung der Wirtschaft in Deutschland und Europa zustande bringen lasse.

Der Vorsitzende der NRW-SPD, Sebastian Hartmann, forderte dafür umfassende Konjunkturpakete im Bund und im Land. "Wir reden derzeit über Rettungsschirme, aber wir müssen eine ganz aktive Industriepolitik betreiben, die den Umbau der Energiewirtschaft vorantreibt, Investitionen begünstigt und die Tarifpartner stärkt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

bcs/jb/dpa

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