News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bund und Länder einigen sich auf weitere Corona-Lockerungen

Coronavirus - Pressekonferenz im Bundeskanzleramt
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Coronavirus - Pressekonferenz im Bundeskanzleramt

Landkreis/München - Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff und sorgt für zahlreiche Einschränkungen. Weiterhin gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Donnerstag, 30.April, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.477, Landkreis Traunstein 1.187, Landkreis Berchtesgadener Land 281, Landkreis Mühldorf 485, Landkreis Altötting 582
  • Todesfälle: Rosenheim 147, Traunstein 60, Berchtesgadener Land 20, weitere Landkreise folgen
  • Mindestens 6.288 Todesopfer in Deutschland (1.816 in Bayern)
  • Ausgangsbeschränkung in Bayern (verlängert bis vorerst 10. Mai)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Pressekonferenz mit Merkel und Söder:

Update, 21.36 Uhr - Meldungen der Standesämter deuten auf mehr Tote hin

Seit der letzten Märzwoche sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland vergleichsweise viele Menschen gestorben. Seitdem lägen die Sterbezahlen "tendenziell" über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, teilte das Amt in Wiesbaden mit.

"Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen."

Für die jüngeren Daten nutzen die Statistiker die Sterbefallmeldungen der Standesämter. Derzeit liegen damit vorläufige Daten bis 5. April vor.

Im Winter sind starke Schwankungen in der Sterbefallstatistik normal. Das liegt an der Grippe, die unterschiedlich stark ausfällt. Im März 2019 starben beispielsweise etwa 86.400 Menschen, im März 2018 - als die Grippewelle besonders heftig ausfiel - waren es 107.100. "Auch ohne Corona-Pandemie können die Sterbefallzahlen demnach in der typischen Grippezeit stark schwanken", sagen die Statistiker.

Nun war die Grippewelle im Jahr 2020 aber eher schwach. Im Januar 2020 starben nach der vorläufigen Zählung etwa 85.000 Menschen, im Februar 79.400. Auch im März 2020 gab es mit mindestens 85.900 Sterbefällen laut Bundesamt insgesamt gesehen keinen auffälligen Anstieg. "Seit der letzten Märzwoche liegen die tagesgenauen Zahlen allerdings tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019", hieß es am Donnerstag. Normalerweise gehen die Sterbefallzahlen zu dieser Jahreszeit tendenziell zurück.

Update, 20.51 Uhr - Hier gibt's die meisten Fälle in Rosenheim und Mühldorf

Die Gesundheitsämter Rosenheim und Mühldorf haben am Nachmittag die Coronazahlen für ihre einzelnen Städte und Gemeinden aktualisiert. 

Demnach gibt es im Raum Rosenheim die meisten Fälle in der Stadt Rosenheim (445 Fälle) selbst sowie in Bad Aibling (222), Kolbermoor (171), Bad Feilnbach (156), Wasserburg (147) und Aschau im Chiemgau (105). In Bad Feilnbach tagt am Abend übrigens der Gemeinderat. Dort gibt es sogar einen Extra-Tagesordnungspunkt zu Corona. 

Im Raum Mühldorf sind die Stadt Mühldorf (76 Fälle), Waldkraiburg (61) und Kraiburg (52) am stärksten betroffen.

Update, 19.53 Uhr - Stadt Wasserburg initiiert Malaktion

Plakatwände machen derzeit vielerorts einen trostlosen Eindruck. Mangels Veranstaltungen kommen keine frischen Plakate mehr nach. Die noch hängenden Aushänge zeugen von Konzerten, Lesungen und Theatervorstellungen, die entweder längst vorbei sind oder wegen der Ausgangsbeschränkungen nie stattgefunden haben. Die Stadt Wasserburg möchte dies nun ändern und hat einen Aufruf zu einer Malaktion gestartet:

"Liebe Kinder, die Plakatwände in der Stadt schauen derzeit leider recht traurig aus. Wegen Corona dürfen keine Konzerte, Ausstellungen und Theaterstücke mehr stattfinden. (...) Wir wollen die freien Flächen wieder schön gestalten und brauchen dazu eure Hilfe. Malt uns doch ein Bild für die Plakatwände und die Litfaßsäulen in der Stadt. Das Thema ist ganz egal. Malt etwas, wo ihr meint, dass es den Menschen in der Stadt gute Laune macht.

Nehmt bitte ein weißes Blatt Computerpapier (DIN A4) im Hochformat, also mit der langen Seite nach oben. Wir drucken diese dann groß und wasserfest für euch aus, so dass die Plakate sehr lange halten. Schön wäre, wenn ihr in eine Ecke des Bildes auch euren Vornamen und das Alter schreibt. Dann werft ihr das Bild einfach bis Freitag, 8. Mai, in einen der roten Briefkästen am Rathaus.

Unser Team im Rathaus wählt dann die schönsten Bilder aus. Und vielleicht könnt ihr dann schon bald euer Gemälde an einer der Plakatwände in der Stadt finden."

Update, 18.50 Uhr - Bilder vom Polizeieinsatz in Waldkraiburger Asylbewerberunterkunft

Ergänzend zum Update von 14.46 Uhr "Asylbewerber in Waldkraiburg positiv getestet" Fotos von dem Polizeieinsatz im Asylbewerberzentrum in Waldkraiburg.

Polizeieinsatz in Asylbewerberunterkunft in Waldkraiburg am 30. April

 © fib/Eß
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Update, 18.17 Uhr - Polizei stoppt "Masken-Verweigerer" in München

Über 6.000 Mal kontrollierte die Münchner Polizei in Stadt und Landkreis zwischen Mittwoch, 6 Uhr, und Donnerstag, 6 Uhr, die aktuellen Verordnungen und Regeln bezüglich Corona. Dabei gab es 89 Anzeigen, wobei 67 die Ausgangsbeschränkungen und 20 die Maskenpflicht betrafen.

Im Stadtteil Maxhof wurden am Mittwochabend zunächst vier Heranwachsende im Alter zwischen 17 und 19 Jahren erwischt, die im Bereich einer alten Tankstelle fleißig dem Alkohol zusprachen. Da sie keinen triftigen Grund hatten, ihre Wohnungen zu verlassen, wurden sie wegen eines Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Wenig erfreulich war auch, dass sich am Mittwoch im Bereich des S-Bahnhofes Planeggs insgesamt sechs Personen der Maskenpflicht widersetzten. Alle befanden sich dabei auf dem Bahnsteig, um anschließend in die S-Bahn einzusteigen. Sie trugen hierbei keine Mund-Nasen-Bedeckungen, wie es mittlerweile in diesem Bereich vorgeschrieben ist und müssen nun mit einem entsprechenden Verfahren rechnen, teilte die Polizei mit.

Update, 17.38 Uhr - Söder: „Müssen Zeitachsen entwickeln“

Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) sprach von einer „verantwortungsvollen und sachlichen Diskussion“. Man dürfe jedoch mit den Lockerungen nichts überstürzen, sonst könne man über die eigenen Füße stolpern, betonte der CSU-Politiker. „Unsere Aufgabe ist es, alle Interessen zusammenzubringen (…) und Zeitachsen zu entwickeln“, so Söder. Jedem müsse aber stets klar sein, dass es jederzeit sowohl in die eine oder andere Richtung gehen kann.

Zudem kündigte er an, dass man sich in Bayern genau anschauen werde, ob die beschlossenen Maßnahmen genau so umgesetzt werden können oder ob es Abweichungen geben muss. Das soll in der nächsten Kabinettssitzung genau besprochen werden.

„Wir haben gute Beschlüsse zu Gottesdiensten und Kultur gefasst“, so Söder, die ein weiterer Schritt in Richtung Normalität seien. Aber er mahnte auch: Die Krise sei noch nicht überstanden, Konsequenz und Geduld blieben deswegen auch in den nächsten Wochen wichtige Parameter, hieß es. Nächste Woche sollen dann zwischen Bund und Ländern weitere Entscheidungen getroffen werden.

Update, 17.29 Uhr - Museen, Zoos und Spielplätze sperren wieder auf

Gottesdienste sollen unter Auflagen ab 4. Mai wieder erlaubt werden. Auch Spielplätze sollen - mit regionalen Unterschieden/Einschränkungen - bald wieder öffnen dürfen (vermutlich ab 11. Mai). Museen und Zoos können ebenfalls aufatmen. Auch sie sollen demnächst wieder aufsperren dürfen - wenn auch unter strengen Auflagen. Denn die Gefahr der Pandemie sei noch lange nicht gebannt. Merkel: "Deshalb bleibt Vorsicht das Gebot!"

Ein umfassendes Konzept für Schulen, Kitas und Sport soll bis zum 6. Mai vorgelegt werden. Dann tagen Bund und Länder erneut. Auch wie es mit der Fußball-Bundesliga weitergeht, ließ Merkel offen. Über die Gastronomie, Tourismus und „andere Kultureinrichtungen“ soll hingegen erst in der übernächsten Sitzung beraten werden, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau terminiert ist.

Update, 17.25 Uhr - Merkel: "Regionale Abweichungen möglich"

Am Nachmittag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über die nächsten Schritte in der Coronakrise beraten. „Wir haben es geschafft, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Das muss auch unser Leitgedanke bleiben. (…) Es darf dabei keinen Rückfall geben“, sagte Merkel. Deswegen müsse die Politik immer sorgfältig abwägen, ob weitere Lockerungen erlaubt werden können oder eben nicht. „Angesichts regionaler Unterschiede kann es immer regionale Abweichungen in der Bekämpfung der Pandemie geben“, so die Bundeskanzlerin.

Update, 16.52 Uhr - 36 Asylbewerber in Bad Aibling infiziert

In der Asylbewerberunterkunft in Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) sind insgesamt 36 der 84 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das Landratsamt Rosenheim soeben mit. Nachdem zunächst bei zwei Bewohnern positive Befunde vorlagen, wurden auch die restlichen Bewohner der Unterkunft auf eine Infektion mit Covid-19 untersucht. 

Alle Bewohner wurden am Mittwoch, 29. April, über ihre Testergebnisse informiert. In der kommenden Woche werden die bisher negativ getesteten Bewohner erneut abgestrichen. Wenn diese Ergebnisse vorliegen, wird über eine Verlängerung der Quarantäne entschieden. Die nach Auftreten der ersten beiden Fälle verhängte Quarantäne gilt zunächst bis einschließlich 6. Mai.

Update, 16.41 Uhr - Mehr als jede dritte Firma in Rosenheim in Kurzarbeit 

In Rosenheim hat seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als ein Drittel aller Unternehmen (35 Prozent) Kurzarbeit angemeldet. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach haben bis Ende April 842 der insgesamt 2.405 Betriebe in der Stadt Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur beantragt.  

Besonders betroffen sei das Gastgewerbe. "Es ist an der Zeit, dass die Politik jetzt überlegt, wie die Branche wieder langsam anlaufen kann. Aber der Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste muss an oberster Stelle stehen", sagte Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Restaurants und Hotels könnten nur wieder öffnen, wenn die Behörden genau kontrollierten, ob die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Update, 16.26 Uhr - Landratsamt Rosenheim nimmt Normalbetrieb wieder auf 

Das Landratsamt Rosenheim einschließlich aller Außenstellen kehrt ab Montag, 4. Mai, zum "Normalbetrieb" zurück. Die Behörde ist ab dann wieder für den regulären Parteiverkehr geöffnet. In den Zulassungsstellen in Rosenheim und Bad Aibling sollen außerdem zusätzliche Terminvereinbarungen möglich sein, um die Anliegen der Bürger zeitnah bearbeiten zu können. 

Allerdings zwingt die Pandemie zu wichtigen Einschränkungen. Um die Bürger durch Warten nicht unnötig zu gefährden, ist eine vorherige Terminvereinbarung vorerst bis Ende Mai in allen Bereichen der Behörde zwingend erforderlich. Zudem besteht Maskenpflicht.

Update, 16.10 Uhr - Vier neue Fälle im Landkreis Mühldorf

In Stadt und Landkreis Mühldorf gibt es vier neue Coronafälle (Stand: 30. April, 14 Uhr). Dabei handelt es sich um vier Erwachsene. Zwei davon sind über 60 Jahre alt, zwei liegen in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre. Dies gab das Landratsamt Mühldorf soeben bekannt. Insgesamt gibt es in Mühldorf nun 485 Fälle, von denen 350 Patienten bereits wieder genesen sind. 20 Personen werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Update, 15.56 Uhr - 40 neue Fälle im Landkreis Traunstein

Das Staatliche Gesundheitsamt Traunstein meldet nun insgesamt 1.187 Coronafälle in Stadt und Landkreis Traunstein. Das ist ein Anstieg um 40 Fälle im Vergleich zum Vortag (Stand: Donnerstag, 30. April, 15.30 Uhr).

Zudem musste leider ein weiterer Todesfall dokumentiert werden. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine 85-jährige Frau. Weitere Ermittlungen hierzu sind aktuell im Gesundheitsamt in Bearbeitung. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 60 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen vor.

Update, 15.27 Uhr - Corona-Patientin fälschlicherweise für tot erklärt

Im Landkreis München ist eine am Coronavirus erkrankte Frau fälschlicherweise für tot erklärt worden. Wie der Radiosender "Bayern 3" berichtete, sei eine Frau aus Unterhaching zwei Tage davon ausgegangen, dass ihrer Schwester an dem Virus gestorben war, nachdem sie eine entsprechende Nachricht des behandelnden Krankenhauses erhalten hatte. 

Anschließend holte die Dame die persönlichen Gegenstände der Schwester aus der Klinik ab. Erst danach bekam sie einen erneuten Anruf, wo ihr mitgeteilt wurde, dass es eine Verwechslung gegeben habe und ihre Schwester nach wie vor am Leben sei. Das Krankenhaus sprach in diesem Zusammenhang von einem "menschlichen Fehler im Verwaltungsablauf".

Update, 15.04 Uhr - Neue Zahlen aus Bayern

In Bayern sind inzwischen 42.495 Menschen positiv auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) getestet worden. Gestorben sind bisher 1.816 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen (Stand: Donnerstag, 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 31.600 Menschen.

Oberbayern ist weiterhin mit fast der Hälfte der Fälle (19.158) und 636 Toten der zahlenmäßig am stärksten betroffene Regierungsbezirk im Freistaat.

Regierungsbezirk

Fälle

+ Vortag

Fälle/100.000 Einwohner

Todesfälle

+ Todesfälle

Oberbayern

19.158

(+ 104)

408,82

636

(+ 6)

Niederbayern

4.274

(+ 16)

345,09

223

(+ 6)

Oberpfalz

4.696

(+ 26)

423,34

268

(+ 6)

Oberfranken

3.222

(+ 26)

301,83

157

(+ 3)

Mittelfranken

4.279

(+ 59)

241,70

207

(+ 13)

Unterfranken

3.225

(+ 18)

244,85

158

(+ 0)

Schwaben

3.641

(+ 29)

192,87

167

(+ 2)

Gesamtergebnis

42.495

(+ 278)

324,97

1.816

(+ 36)

Update, 14.46 Uhr - Asylbewerber in Waldkraiburg positiv getestet

In Waldkraiburg sind zwei Asylbewerber in der örtlichen Unterkunfts-Dependance positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte die Regierung von Oberbayern soeben mit. Einer der beiden positiv Getesteten, der keine beziehungsweise nur schwache Symptome einer COVID-19-Erkrankung aufweist, wurde für die Dauer der häuslichen Quarantäne in die Unterkunfts-Dependance "Funkkaserne" in München verlegt. Die andere Person befindet sich noch in der Covid-Schwerpunktklinik in Mühldorf. Nähere Angaben zur Identität der Betroffenen machte die Behörde nicht. 

Für 45 nähere Kontaktpersonen wurde darüber hinaus eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Die Einhaltung dieser Anordnung soll durch einen Sicherheitsdienst gewährleistet werden. Die Versorgung aller unter Quarantäne stehenden Personen wird durch ein von der Regierung von Oberbayern organisiertes Catering sichergestellt. In der Unterkunft leben derzeit rund 250 Asylbewerber, die nun vorsorglich alle einem Reihentest unterzogen werden sollen. Zuletzt war es dort Mitte April zu einer Streitigkeit unter Bewohner und einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

Update, 14.29 Uhr - Gemeindezahlen aus dem Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land gab soeben bekannt, dass es weiterhin bei insgesamt 281 bestätigten Corona-Fällen im Landkreis Berchtesgadener Land bleibt (Stand: 30. April, 10 Uhr). Damit kam kein neuer Fall im Vergleich zum Vortag hinzu. Auch Todesfälle wurden keine neuen bekannt.

Aktuell befinden sich 57 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung (drei Patienten mehr im Vergleich zum Vortag), jedoch "nur" noch sieben Patienten in intensivmedizinischer Betreuung.

Zudem hat das Landratsamt die Fälle nun nach Städten und Gemeinden aufgeschlüsselt:

Stadt/Gemeinde/Markt

Einwohnerzahl

Coronafälle nach Kategorien

Ainring

9.803

10-15

Anger

4.537

10-15

Bad Reichenhall

18.407

50-55

Bayerisch Gmain

3.056

10-15

Berchtesgaden

7.717

15-20

Bischofswiesen

7.364

20-25

Freilassing

17.082

25-30

Laufen

7.255

15-20

Marktschellenberg

1.769

25-30

Piding

5.445

25-30

Ramsau/Berchtesgaden

1.708

0-5

Saaldorf-Surheim

5.529

5-10

Schneizlreuth

1.295

0-5

Schönau am Königssee

5.613

25-30

Teisendorf

9.323

20-25

Update, 14.05 Uhr - Zehn weitere Tote im Raum Rosenheim

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim meldete zum letzten Messzeitpunkt (Stand: 29. April, 24 Uhr) 17 neue Coronafälle. Damit steigt die Gesamtzahl der infizierten Personen in Stadt und Landkreis Rosenheim auf 2.477 Personen

Zudem wurden zehn weitere Todesfälle bekannt. Am Mittwoch hatte das Landratsamt insgesamt noch 137 verstorbene Personen gemeldet, am Donnerstag waren es hingegen 147. Von den Verstorbenen waren sechs Personen unter 60 Jahren alt. Mehr als die Hälfte war über 82 Jahre alt. Nähere Angaben zur Identität der Toten machte die Behörde nicht. Bei mindestens 1.062 Personen wurde indes eine Genesung dokumentiert. 279 Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 39 Patienten auf einer Intensivstation. 

Das Gesundheitsamt Rosenheim empfiehlt weiterhin ausdrücklich, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Nachdem seit Montag, 27. April, die Schulen teilweise wieder geöffnet haben, seien die Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen insbesondere wichtig für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes, hieß es in der Mitteilung weiter.

Update, 14 Uhr - Merkel berät mit Ministerpräsidenten

In diesen Minuten beginnt die Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es soll über das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten werden. Dauern soll die Schaltkonferenz offenbar eineinhalb bis zwei Stunden. 

Anschließend soll es gegen 16.45 Uhr eine Pressekonferenz mit Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geben. rosenheim24.de überträgt diese natürlich wieder live!

Update, 13.24 Uhr - Bund will Spielplätze öffnen

Vor der Bund-Länder-Konferenz am Nachmittag sind nun weitere Details durchgesickert: Der Bund will die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossenen Spielplätze wieder öffnen lassen. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag.

Erst bei der nächsten Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten am 6. Mai will dann der Bund entscheiden, ob ein weiterer größerer Öffnungsschritt bei den strikten Corona-Beschränkungen möglich ist. Es sei noch zu früh zu beurteilen, ob sich die seit dem 20. April umgesetzten Öffnungsmaßnahmen verstärkend auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt hätten

Update, 13.16 Uhr - Landshuter Hochzeit wird auf 2023 verschoben

Traurige Nachricht für alle Freunde der Landshuter Hochzeit: Das historische Fest anlässlich der Fürstenhochzeit 1475, das eigentlich im kommenden Jahr stattfinden sollte, wird auf 2023 verschoben. Eine Entscheidung, die dem Vorstand des Vereins „Die Förderer“ e.V. alles andere als leichtgefallen ist, aber nach intensiver Analyse aller denkbaren Szenarien unausweichlich war.

Stefan Feigel, Vorsitzender der Förderer erklärt in einer Pressemitteilung: „Gerade, weil viele Aussagen von Politik und Experten hinsichtlich der Entwicklungen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben oftmals einem Blick in die Glaskugel gleichen und sich die Situation permanent ändert, haben wir es als unsere Pflicht gesehen, Klarheit zu schaffen. Die derzeitigen Perspektiven über 2021 hinaus und der notwendige lange Planungsvorlauf für alle Beteiligten erfordern eine Verschiebung in das Jahr 2023.“

Hochzeitszug zur Landshuter Hochzeit

Update, 13.02 Uhr - Fast 20 Prozent mehr Arbeitslose durch Corona in Bayern

Die Corona-Pandemie schlägt im April erstmals voll auf den Arbeitsmarkt in Bayern durch. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um rund 40.700 auf jetzt knapp 272.000. Das entspricht einem Anstieg um 17,6 Prozent. Verglichen mit dem April 2019 ergibt sich sogar ein Anstieg um 33,2 Prozent oder 67.745 Personen. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 3,6 Prozent. Das ist der höchste Wert für einen April seit fünf Jahren.

Knapp 120.000 Unternehmen im Freistaat haben nach Angaben der Arbeitsagentur Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen beziehen sich auf 1,76 Millionen Beschäftigte. Wie viele Beschäftigte und in welchem Stundenumfang diese tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeige sich erst, wenn die Betriebe dann Anträge auf Kurzarbeitergeld stellten, so Holtzwart. Er empfehle den Betrieben, ihren Antrag auf Kurzarbeitergeld umgehend bei der Agentur für Arbeit zu stellen.

Update, 12.31 Uhr - THW seit sechs Wochen täglich im Einsatz

4730 Einsatzstunden haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der THW Ortsverbände Bad Aibling und Rosenheim in den letzten sechs Wochen geleistet. Kernaufgabe ist und bleibt die Zentrallogistik. Täglich wird benötigte Schutzausstattung für Stadt und Landkreis Rosenheim sowie für den Landkreis Miesbach aus den THW Zentrallägern in München abgeholt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Desinfektionsmittel in unterschiedlichsten Gebinden, Mund-/Nasenschutz, Einmalhandschuhe, Schutzbrillen und –kittel. 

THW verteilt Masken an Schüler und Lehrer in Waging

Die gelieferten Artikel werden anschließend im Lager für den Landkreis Rosenheim kontrolliert, im Lagersystem erfasst, eingeräumt und für die Bedarfsträger neu kommissioniert. Um diese logistische Herausforderung zu meistern, sind an sieben Tagen die Woche bis zu 20 Helferinnen und Helfer beschäftigt. Im täglichen Wechsel werden die Einsatzkräfte getauscht um die Einsatzfähigkeit nicht zu gefährden. 

Bayernweit sind täglich bis zu 500 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus 114 Dienststellen im Einsatz um die Städte und Landkreise mit Schutzausstattung zu versorgen.

Update, 12.03 Uhr - Studie: Kinder vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene

Kinder sind einer Analyse in Deutschland zufolge in der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigten in vielen Ländern Wirkung, schreiben die Forscher. Mit Lockerung der Kontaktbeschränkungen gebe es vermehrt auch Diskussionen darüber, inwieweit die Schließung von Schulen und Kindergärten zu diesem Erfolg beigetragen hat - und wie sich eine Wiedereröffnung auf die Ausbreitung des Virus auswirken könnte. Bisher sei unklar, inwieweit Kinder das Virus an andere weitergeben. Die Untersuchung dieser Frage sei schwierig, gerade weil die Schulen früh geschlossen wurden und weil das Virus vor allem in der Anfangsphase der Epidemie vor allem von erwachsenen Reisenden weitergegeben wurde.

Christian Drosten

Update, 11.33 Uhr - Ergebnisse da: 81 Mitarbeiter in Logistikzentrum in Poing positiv

Inzwischen liegen die Testergebnisse alles Mitarbeiter des Logistikzentrums in Poing vor. Gestern war bekannt geworden, dass es dort zu einer Masseninfizierung gekommen war. Von den 903 Abstrichen waren 81 positiv, das sind neun Prozent. Zunächst war noch die Rede von 61 positiven Fallen. Das Ergebnis nun entspreche auch dem, was im Diagnostikzentrum prozentual an Covid-positiven Ergebnissen aufgedeckt wird. Sieben der Mitarbeiter sind aus dem Landkreis Ebersberg, die Mehrzahl der Fälle kommt aus München.

Ein Angestellter des Landratsamtes kümmert sich jetzt darum, dass in Poing die festgelegten Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. Um weitere Infektionen zu vermeiden, hat der Betrieb die Hygiene- und Abstandregeln noch einmal verschärft. Regelmäßige Abstriche sollen dazu führen, das Virus in dem Betrieb auszutrocknen.

Update, 11.05 Uhr - Keine Reiseeinschränkungen mehr im August?

Wann können die Deutschen endlich wieder reisen? Das ist derzeit weiterhin völlig unklar. Zuletzt hieß es, dass man sich Fernreisen für dieses Jahr wohl komplett abschminken könne. Nun hat Außenminister Heiko Maaß jedoch wieder positivere Signale an die Menschen und die schwer gebeutelte Tourismus-Branche gesendet.

“Ich hoffe, dass wir im August keine Einschränkungen mehr brauchen”, sagte der SPD-Politiker soeben bei "Bild live" im Hinblick auf die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die gerade erst bis zum 14. Juni verlängert worden war.

RKI-Pressekonferenz im Video

Update, 10.30 Uhr - Wieler: "Wir sehen, dass in Deutschland die Übersterblichkeit steigt"

In Deutschland wurden in der vergangenen Woche 467.000 Corona-Tests durchgeführt. Rund 25.000, 5,4 Prozent der Tests seien dabei positiv ausgefallen. Wichtig sei aber hierbei zu erwähnen, dass manche Menschen auch mehrfach getestet wurden. Es wurden also nicht 467.000 Tests an Einzelpersonen durchgeführt. Wieler betont in seinem Pressestatement klar: "Ein negatives Testergebnis muss nicht aussagekräftig sein." Denn manche Erkrankten würden das Virus auch schon ausscheiden, bevor sie Symptome zeigten. Es sei also sehr wichtig, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen.

Der RKI-Chef möchte sich ausdrücklich bei allen Laboranten bedanken. "Sie sind es, die uns die Fähigkeit vermitteln, Tests in dieser Menge anzubieten. Sie sind von zentraler Auswirkung für die Ausbreitungsbekämpfung. Wir haben wirklich großes Glück in Deutschland, dass wir so gut aufgestellt sind." Wieler sagt, dass es epidemiologisch mehr Sinn mache, viel zu testen, wenn an Lockerungen gedacht wird. "Wir möchten jetzt deutlich betonen: Je früher wir testen, desto besser."

"Wir sehen, dass in Deutschland die Übersterblichkeit steigt", merkt der RKI-Chef an. Man habe noch keine aussagekräftigen, belastbaren Zahlen, aber erkenne den Trend. Besonders in Hessen und Berlin erkenne man eine deutliche Übersterblichkeit.

Update, 10.11 Uhr - RKI "schätzt" Reproduktionszahl in Deutschland auf 0,76

RKI-Chef Lothar Wieler informiert am Donnerstagmorgen erneut über die aktuellen Zahlen in Deutschland. Zu Beginn der Pressekonferenz appelliert an alle Deutschen, sich weiterhin an die Kontaktbeschränkungen zu halten.

In dieser Woche kommen pro Tag rund 1000 bis 1500 Infiziertenfälle dazu, führt Wieler aus. Das sei ein großer Unterschied zu vergangener Woche, wo noch es noch rund 2000 Neuinfizierte pro Tag gab. Die Reproduktionsrate "R" schätze das RKI zu diesem Zeitpunk bei 0,76. Das ist unter dem kritischen Wert von 1. 

Der R-Wert hätte sich auch durch die neue Berechnungsweise nicht geändert und sei 1:1 vergleichbar zu vorher.  Der "mathematische Experten" Anderheider, den Wieler heute extra zur PK mitgebracht hat, erklärt: "Je niedriger die Zahl der geschätzten Neuerkrankungen ist, desto mehr kommen Wacklungen rein. Wir werden jetzt von Tag zu Tag mehr Unterschiede sehen." Das sollte aber, so Anderheider, nicht zu großen Beunruhigungen führen, da kleine Zahlen auch nur kleine absolute Änderungen bedeuten.

Das Durchschnittsalter bei den Infektionen liege derzeit bei 50 Jahren. Die "noch immer hohe Todesrate" von vier Prozent liegt laut Wieler daran, dass wir in Deutschland noch immer Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen haben. Im Durchschnitt würden Menschen im Alter von 81 Jahren sterben. 17 Prozent aller Fälle in Deutschland wurden und werden im Krankenhaus behandelt. 2,7 Prozent der Fälle haben laut Wieler eine Lungenentzündung entwickelt.

Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Update, 9.44 Uhr - 0,57 oder 0,9? Verwirrung um Reproduktionszahl in Bayern

Wegen unterschiedlicher Berechnungsweisen und entsprechend anderer Ergebnisse herrscht Verwirrung um die sogenannte Reproduktionszahl in der Corona-Krise für Bayern. Ministerpräsident Markus Söder hatte am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands den Wert von 0,57 genannt. FDP-Fraktionschef Martin Hagen forderte unter anderem auf dieser Grundlage eine Lockerung der Maßnahmen gegen die Pandemie. 

Doch die Zahl passt nicht zu dem vom Robert Koch-Institut (RKI) in den vergangenen Tagen genannten bundesweiten Wert von rund 0,9. Hintergrund ist, dass verschiedene Berechnungsansätze verwendet wurden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen nun erklärte.

Demnach schätzte das RKI zum Beispiel am 26. April die Reproduktionszahl (Stand 22.4.) für Bayern auf 0,9. Nach der Berechnungsweise, auf die sich Söder bezog, lagt R hingegen bei nur 0,57 (Datenstand 23.4.). Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg beziehen sich hingegen bei den verkündeten Werten stets auf die vom RKI gewählte Rechenart

Die Reproduktionszahl R ist einer der zentralen Werte zur Beurteilung des Verlaufs einer Infektionswelle. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter in einem bestimmten Zeitraum im Durchschnitt ansteckt. Je niedriger R ist, desto besser. Liegt R unter 1, steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen anderen Menschen an - und die Epidemie läuft aus. Liegt R über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen anderen Menschen an - die Zahl der täglichen Neuinfektionen wird größer. Die genauen Rechenwege und Einflussfaktoren werden jedoch bei Pressekonferenzen oft kaum kommuniziert.

Update, 9.23 Uhr - Beschränkungen sollen wohl in ganz Deutschland verlängert werden

Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder am Nachmittag sind bezüglich der weiteren Vorgehensweise erste Details durchgesickert. Demnach planen Bund und Länder offenbar, “das bestehende Paket”, also quasi auch die bestehenden Ausgangsbeschränkungen, in ganz Deutschland “sicherlich bis mindestens 10. Mai” zu verlängern

Dies hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Morgen beim Nachrichtensender n-tv angekündigt. In Bayern war diese Maßnahme bereits am Dienstag verbindlich beschlossen worden. Über weitere Lockerungen solle erst beim Treffen am 6 Mai gesprochen werden.

Update, 8.46 Uhr - RKI: 1.478 Neuinfizierte, 173 weitere Tote in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen eines Tages um 1478 auf 159.119 gestiegen. Zudem seien weitere 173 Menschen gestorben, insgesamt liege die Totenzahl damit bei 6288. Etwa 123.500 an Covid-19 Erkrankte seien inzwischen genesen, das sei ein Plus von ungefähr 3.100 im Vergleich zum Vortag.

In Bayern sind nun insgesamt 42.080 Corona-Fälle verzeichnet, das sei ein Plus von 250 Fällen innerhalb der letzten 24 Stunden. Auch die Todesfälle stiegen erneut: Im Freistaat sind nun insgesamt 1799 Menschen am Coronavirus verstorben.

Bundesland

Anzahl

Dif­fe­renz zum Vortag

Fälle/ 100.000 Einw.

Todesfälle

Baden-Württem­berg

31.609

+273

286

1.353

Bayern

42.080

+250

322

1.799

Berlin

5.827

+93

155

147

Brandenburg

2.831

+63

113

113

Bremen

827

+30

121

29

Hamburg

4.562

+37

248

155

Hessen

8.304

+120

133

353

Mecklenburg-Vor­pommern

690

+3

43

17

Niedersachsen

10.067

+95

126

416

Nordrhein-West­falen

32.687

+258

182

1219

Rhein­land-Pfalz

6.029

+47

148

166

Saarland

2.552

+38

258

131

Sachsen

4.561

+52

112

156

Sachsen-Anhalt

1.549

+24

70

43

Schles­wig-Holstein

2.690

+11

93

106

Thüringen

2.254

+84

105

85

Gesamt

159.119

+1.478

191

6.288

Update, 8.07 Uhr - Wegen Corona-Verstößen: Sieben Menschen in Bayern in Gewahrsam

Sieben Menschen sitzen in Bayern im Gefängnis, weil sie sich nicht an die Regeln in der Corona-Krise gehalten haben. Für bis zu zwei Wochen sei der Gewahrsam nach richterlicher Entscheidung jeweils verhängt worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums am Mittwoch.

Unterschiedliche Gründe können dazu führen - auch das Feiern kann im Gefängnis enden. Nach der fünften Party war für einen 34-Jährigen in Oberfranken Anfang April Schluss mit lustig. Weil er trotz der Kontaktbeschränkungen Bekannte zum Alkoholtrinken in seine Wohnung in Bamberg eingeladen hatte, war auch er in Gewahrsam genommen worden.

Nachdem er zum wiederholten Mal gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen hatte, war am Freitag ein 15-Jähriger in Schwaben in Gewahrsam genommen werden. Triftige Gründe für das Verlassen des Hauses hatte der junge Mann aus Illertissen (Landkreis Neu-Ulm) laut Polizei nicht gehabt.

Update, 7.44 Uhr - Heute Bund-Länder-Konferenz - Weitere Lockerungen in Sicht?

Seit fast zwei Wochen sind in Deutschland nun die ersten Lockerungen in der Corona-Krise in Kraft. Am Donnerstag kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer um 14 Uhr zur nächsten virtuellen Konferenz zusammen.

Ob danach weitere Lockerungen verkündet werden, ist noch unklar. Doch die Regierung hat die Hoffnung darauf bereits gedämpft.  „An diesem 30. April wird es wichtige vorbereitende Beratungen und sehr begrenzte Beschlüsse geben“, erklärte Regierungssprecher Seibert am Montag in der Bundespressekonferenz. Merkel will erst in der nächsten Runde am 6. Mai über weitere Lockerungen sprechen – erst dann sei eine seriöse Beurteilung möglich, wie sich die ersten Lockerungen auf die Infektionsraten ausgewirkt hatten.

Markus Söder (l, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußern sich bei einer Pressekonferenz nach der letzten Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder im Bundeskanzleramt zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise

Update, 7.13 Uhr - Machen bald auch Einkaufszentren wieder auf?

Die bayerische Staatsregierung entscheidet offenbar nächste Woche, dass Einkaufszentren wieder öffnen können. Wie der Bayerische Rundfunk aus dem Umfeld von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erfahren haben will, falle die Entscheidung wohl kommenden Montag

Aiwanger selbst verwies laut BR auf ein Gerichtsurteil, wonach auch Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern öffnen dürfen, sofern sie die Verkaufsfläche begrenzen. Der Freie Wähler-Chef habe hinzugefügt: "Wenn die üblichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden, spricht da auch nichts dagegen."

Update, 6.41 Uhr - Jeder zweite Deutsche findet Lockerungen zu schnell

Jedem zweiten Deutschen geht die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu schnell. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertraten 49 Prozent diese Meinung

Nur 15 Prozent sagten dagegen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden zu langsam zurückgenommen. 28 Prozent sind mit dem eingeschlagenen Tempo zufrieden, acht Prozent machten keine Angaben.

Vorbericht - Haare schneiden und gemeinsam beten - was sich zum 4. Mai ändert

Peu à peu lockert die bayerische Staatsregierung die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Montag geht es mit Friseuren und Gottesdiensten weiter. Damit sich möglichst niemand mit dem Virus dort ansteckt, gelten aber einige Vorgaben.

ZUM THEMA FRISEURE:

Muss ich einen Mundschutz im Friseursalon tragen?

Ja. Sowohl Friseure als auch Kunden müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Man kann einen eigenen mitbringen, die Salons werden aber wohl auch einen bereitstellen. Probleme beim Schneiden soll es da nicht geben, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. Gegebenenfalls nimmt man die Schlaufen kurzzeitig vom Ohr. Damit der Mundschutz dann nicht abfällt, könnte ihn der Kunde in dieser Zeit festhalten.

Wie wirken sich die neuen Vorgaben auf die Preise aus?

Kunden müssen wohl mehr bezahlen. Der Grund dafür ist zum einen der zeitliche Mehraufwand durch den neuen Schutzstandard. Zum anderen müssen die Salons mehr Geld für Schutzausrüstung wie Masken, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel ausgeben. Wie teurer ein Haarschnitt künftig wird, lässt sich allerdings nicht genau beziffern. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro.

Werden weiterhin alle Dienstleistungen angeboten?

Kunden werden sich auf Abstriche einstellen müssen. "Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden", heißt es dazu in dem Schutzstandard. Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können nur Herrenhaarschnitte anbieten.

Haare waschen wird mit dem Standard für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Weil man auch auf dem Weg zum Salon mit dem Virus in Kontakt kommen könnte, reicht es nicht, sich vor dem Friseurbesuch die Haare selbst zu waschen.

Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee wird es außerdem vorübergehend beim Friseur nicht geben. Eine Zeitschrift beim Haareschneiden oder Föhnen zu lesen, ist ebenfalls verboten. Beides soll das Infektionsrisiko in den Salons verringern.

Kann man jetzt nur noch mit einem Termin zum Friseur?

Theoretisch sind "Walk-in-Friseure", also solche ohne Terminvergabe, weiter erlaubt. Der Zentralverband empfiehlt aber Terminabsprachen. Wegen der erwartbar hohen Nachfrage nach der Wiedereröffnung dürfte es schwer werden, ohne Ankündigung einen Haarschnitt zu bekommen. Der Schutzstandard verbietet zudem Wartebereiche in den Salons.

Was ist, wenn ein Kunde oder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird?

Dazu sollen alle Kunden ihre Kontaktdaten im Friseursalon hinterlassen. Dazu zählt nicht nur die Adresse, sondern etwa auch die Handynummer oder E-Mail-Adresse. So sollen Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden können. Will man seine Daten nicht bereitstellen, gibt es übrigens auch keine Bedienung. "Kunden können nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind", steht in dem Arbeitsschutzstandard.

ZUM THEMA GOTTESDIENSTE:

Wann werden die ersten Gottesdienste mit Besuchern stattfinden?

Das ist ganz unterschiedlich: Im Erzbistum Bamberg wird es nach Angaben eines Sprechers erst ab 10. Mai öffentliche Gottesdienste geben. "Die Zeit bis dahin wird genutzt, um die notwendigen Schutzkonzepte vorzubereiten und umzusetzen." In anderen Bistümern wird schon konkret geplant: Einer der ersten Gottesdienste dürfte in Eschenbach in der Oberpfalz (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) stattfinden. Dort hat Stadtpfarrer Thomas Jeschner für Montag 0.05 Uhr zu einem Gottesdienst in die St.-Laurentius-Kirche geladen.

Er freue sich, wieder Gottesdienste mit Besuchern in der Kirche feiern zu können, sagte Jeschner der Deutschen-Presse Agentur. "Den Wunsch in der Gemeinde habe ich deutlich vernommen." Er muss nach eigenen Angaben nun mit dem Hausmeister die Kirche ausmessen und Sitzreihen sperren. "Theoretisch haben wir hier Platz für über 300 Menschen", sagte Jeschner. "Aber jetzt mit den Abstandsregeln können wir nur maximal jede zweite Sitzreihe besetzen."

Welche Maßnahmen werden getroffen?

Die Diözese Regensburg beispielsweise hat Anweisungen zur Einhaltung der staatlichen Infektionsvorschriften versandt, wie es sie auch in anderen Bistümern gibt. Demnach soll durch telefonische Anmeldung, Teilnahmekarten oder ähnliches kontrolliert werden, wer in den Gottesdienst kommt und dass eine maximal zulässige Zahl an Besuchern nicht überschritten wird. Außer für Mitglieder eines Hausstands gilt ein Mindestabstand von mindestens zwei Metern in alle Richtungen.

Die Dauer der Liturgie darf auch 60 Minuten nicht überschreiten und alle Liturgen sollen sich vor und nach der Liturgie gründlich die Hände waschen, wie es weiter heißt. "Der Volksgesang sollte auf Grund des erhöhten Partikelausstoßes beim Singen stark reduziert werden", heißt es weiter. "Chorgesang ist nicht möglich. Das Gotteslob kann nur benutzt werden, wenn es von Zuhause mitgebracht wird." Bei der heiligen Messe dürfen dem Priester oder Diakon kein Wein und Wasser gereicht werden. Und für die Kollekte sollen Körbchen an den Eingängen aufgestellt werden, die ohne Berührung benutzbar sind.

Was ist mit Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Hochzeiten und Beerdigungen?

Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen sollen nach Angaben der Diözese Regensburg im engen Familienkreis stattfinden mit Abstands- und Hygienevorschriften. Erstkommunion und Erstbeichte sollen nicht vor dem 31. August 2020 stattfinden. Firmungen wird es demnach erst 2021 wieder geben. Beichten seien unter Wahrung eines großen Abstandes von mindestens 2,5 Metern in der Kirche möglich. "Dabei kann zum besseren Verständnis auch ein mobiles Telefon (Handy, Smartphone) verwendet werden", heißt es weiter - gerade wenn zwischen Priester und Beichtenden zur Anonymität eine Holzwand aufgestellt werde. "Möglicherweise ist es zur Wahrung des Beichtgeheimnisses anzuraten, dass sich keine weiteren Personen in der Kirche befinden."

Wird es weiter Online-Übertragungen geben?

Ja, gerade mit Blick auf ältere Gläubige und solche mit Vorerkrankungen, die zum eigenen Schutz besser nicht in die Kirche kommen sollten. Im Bistum Passau etwa sind Live-Übertragungen der Gottesdienste den Angaben nach zumindest bis Mitte Mai und an besonderen Festtagen geplant - über die schon erprobten Online-Medien sowie das regionale Fernsehen. "Wir waren sehr überrascht, wie viele Menschen das Angebot wahrgenommen und die Gottesdienste via Fernsehen und Streaming mitgefeiert und uns dankbare Rückmeldungen gegeben haben", sagte Bischof Stefan Oster laut Mitteilung.

mw/mh/dpa

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