News-Ticker zur Corona-Pandemie

Rund 286 Neuinfektionen in Deutschland - Quellcode der geplanten Corona-App veröffentlicht 

Coronavirus - Zwickau
+

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen gibt es allerdings deutliche Lockerungen. Ein "Bayern-Plan" wurde entwickelt, die lange bestehende Ausgangs- in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Die Entwicklungen am Sonntag, 31. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2779, Landkreis Traunstein 1318, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 499, Landkreis Altötting 598
  • Todesfälle: Rosenheim 209, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 25, Altötting 57
  • Mindestens 8489 Todesopfer in Deutschland (2441 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wird zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 19.58 Uhr: Rund 286 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 286 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet.

Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181 482 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 31.05. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8500 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntag bei 1,04 (Datenstand 31.5. 0 Uhr; Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Vom RKI hieß es zu dem Wert aktuell auch, dass er empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. "Dies kann insbesondere bei insgesamt kleinerer Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen."

dpa

Update, 18.33 Uhr: Kompletter Programmcode der Corona-Warn-App veröffentlicht

Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt.

"Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert", erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65.000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und eigene Vorschläge für Verbesserungen gemacht. "Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland", heißt es in der Erklärung.

Mit der App sollen die Nutzer eine persönliche "Risikostufe für eine Infektion" ermitteln können. Dazu sendet die App anonymisierte Kurzzeit-Identifikationsnummern via Bluetooth aus, die von anderen App-Anwendern in der Nähe empfangen werden können. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, werden die anderen betroffenen Anwender darüber informiert werden, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Die Tracing-App wertet keine Geo-Daten aus und übermittelt keine Ortsinformationen. Die anonymisierten Daten der Kontakte werden nicht zentral gespeichert, sondern dezentral auf dem jeweiligen Smartphone. Nur die anonymisierte Liste wird zentral gespeichert und von den Smartphones regelmäßig abgerufen, um mögliche problematische Begegnungen zu identifizieren. Die erste Version der App soll zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Weitere Sprachen wie Türkisch sollen folgen.

Die App dient nicht nur dem Aufspüren von infektionsträchtigen Begegnungssituationen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Testergebnisse digital zu übertragen. In der App können Anwender einen QR-Code scannen, den sie vom Arzt oder dem Labor erhalten, um dann das Resultat eines Corona-Tests in der Anwendung übermittelt zu bekommen und anzuzeigen. "Dieser Prozess wird vom Testergebnisserver gesteuert", erklärte SAP-Technologiechef Jürgen Müller in einem Beitrag auf Linkedin. Der Server erhält das Ergebnis vom Labor und liefert es an die App." Die neuesten Veröffentlichungen seien "wichtige Meilensteine" auf dem Weg zur ersten offiziellen App-Version, die Mitte Juni für iOS und Android über die entsprechenden Stores zum Download zur Verfügung stehen werde.

Dei den Tests zur Bedienung der App und und der Benutzervalidierung hätten SAP und Telekom eng mit #GesundZusammen zusammengearbeitet, erklärte Müller. Hierbei handele es sich um eine Allianz europäischer Technologieunternehmen, die aktiv dazu beitragen möchte, Covid-19 mit digitalen Lösungen einzudämmen.

dpa

Update, 17.14 Uhr: Vier neue Fälle im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 149 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 11,86

Heute (30. Mai) sind beim Gesundheitsamt vier Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1318 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten weiterhin mindestens 1082 Personen.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt fünf COVID-19-Patienten behandelt, davon befindet sich kein Patient mehr in intensivmedizinischer Betreuung.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Update, 16.20 Uhr: Wieder nur ein neuer Fall im Raum Rosenheim

Am 30. Mai wurde dem Gesundheitsamt erneut nur ein neuer Fall für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 2779 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten. 2269 Fälle entfallen davon auf den Landkreis Rosenheim, 510 Fälle auf die kreisfreie Stadt Rosenheim. Bei mindestens 1977 Personen konnte bisher eine Genesung dokumentiert werden. 211 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben. Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 31.05.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 6,32 für den Landkreis Rosenheim bei 9,20.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 14.48 Uhr: Mehr als sechs Millionen Corona-Infizierte weltweit

Mehr als sechs Millionen Menschen weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Das ging am Samstagabend (Ortszeit) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Weltweit gestorben sind demnach bisher knapp 370.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die meisten Infizierten (knapp 1,8 Millionen) und Todesfälle (über 100.000) in der Corona-Pandemie verzeichneten zuletzt die USA. Brasilien hat in absoluten Zahlen die zweitmeisten Infizierten (498.440), Russland kommt auf Platz drei (396.575).

Die zweithöchste Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus meldete zuletzt Großbritannien (38.458), an dritter Stelle steht Italien (33.340).

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

dpa

13.20 Uhr - Zahl der Infizierten in südthüringinischer Grenzregion zu Bayern steigt auf 247

Nach dem erneuten Corona-Ausbruch im thüringischen Kreis Sonneberg ist die Zahl der Neuinfektionen weiter leicht gestiegen. Das Landratsamt meldete am Sonntag zwei neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Damit stieg die Zahl der Infizierten in der Südthüringer Grenzregion zu Bayern auf 247.

In einer Seniorenresidenz in Ernstthal hatten sich 19 Bewohner und Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert. Auch in einem ambulanten Pflegedienst und einem Kindergarten hatte sich jeweils eine Mitarbeiterin angesteckt. Wegen der neuen Fälle sprang die Sieben-Tage-Infektionsrate über die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Sie lag am Sonntag bei 70,2.

Das Landratsamt verzichtet aufgrund des sprunghaften Anstiegs von Neuinfektionen vorerst auf weitere Lockerungen und lässt die derzeitige Allgemeinverfügung weiter bestehen.

Update, 12.15 Uhr - 160 Personen in Quarantäne nach Corona-Ausbruch in Göttingen

Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen befinden sich 160 Menschen in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche. Wie die Stadt mit Stand Samstagabend mitteilte, sind bislang 35 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine Person sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. Alle Kontaktpersonen sollen auf das Virus getestet werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Die Infektionen erfolgten bei mehreren größeren privaten Feiern. Nach Angaben der Stadt sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. Aus Datenschutzgründen macht die Stadt keine weiteren Angaben zu den Betroffenen. Die Menschen haben sich wahrscheinlich am vergangenen Wochenende angesteckt.

Update, 11.02 Uhr - Corona-Demonstrationen in Bayern mit mäßiger Beteiligung

In vielen Städten Bayerns haben auch am Samstag Menschen gegen die ihrer Meinung nach zu strengen Corona-Maßnahmen demonstriert. Eine der größten Versammlungen fand in München statt, wo auf der Theresienwiese am Nachmittag unter dem Motto "Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung" laut Polizei rund 700 Menschen demonstrierten. Auf Plakaten hieß es "Grundgesetz wiederherstellen" und "Direkte Demokratie". Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 800 Beamten im Einsatz.

Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung in der Landeshauptstadt höchstens 1.000 Menschen teilnehmen. Die Richter hatten - wie schon in der Woche zuvor - einen Eilantrag des Veranstalters abgelehnt, der gefordert hatte, 10.000 Menschen zuzulassen.

In Augsburg waren laut Polizei etwa 800 Personen auf den Plärrer gekommen, um ihren Protest gegen die Einschränkung von Grundrechten auszudrücken. Eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten aus dem Antifa-Spektrum war ebenfalls vertreten. Das gesamte Versammlungsgeschehen verlief nach Angaben der Polizei störungsfrei.

Insgesamt scheint in Zusammenhang mit den weiteren Lockerungen auch die Protestwelle gegen die Einschränkungen allmählich abzuflauen. Die bei Anmeldung der Veranstaltungen angekündigten Teilnehmerzahlen wurden vielerorts nicht erreicht. So kamen laut Polizei in Würzburg nur 150 Menschen zu einer Kundgebung, die für 600 Personen angemeldet war. In Marktheidenfeld waren es 120 Demonstranten statt der angekündigten 320. Immerhin erreichte die Kundgebung in Schweinfurt mit etwa 300 Personen die angekündigte Teilnehmerzahl. In Aschaffenburg, wo zu einer Spontan-Demo aufgerufen wurde, erschien laut Polizei niemand.

Update, 9.52 Uhr -  Söder verlangt Steuersenkungen und einen Familienbonus

CSU-Chef Markus Söder hat sich für ein umfassendes Konjunkturpaket ausgesprochen und unterstützt auch einen Familienbonus. Damit soll die wegen der Corona-Pandemie rezessionsgeplagte Wirtschaft angekurbelt werden. Über das Vorhaben beraten die Spitzen der großen Koalition am Dienstag.

"Wir müssen die Binnennachfrage stärken, um den schwächeren Export teilweise auszugleichen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Welt am Sonntag". "Wir sollten die Abschaffung des Solidaritätszuschlags vorziehen. Das wäre die größte Steuersenkung seit mehr als 30 Jahren. Auch ein Familienbonus ist sinnvoll."

Zudem müssten Unternehmen entlastet und strukturell gestärkt werden. Söder nannte degressive Abschreibungen, bessere Möglichkeiten der Verlustverrechnung, die Senkung der Energiekosten und ein Investitionsprogramm für Kommunen. Auch die deutsche Automobilindustrie will Söder demnach mit einer Innovationsprämie fördern. Gefördert werden sollten moderne Autos mit einem niedrigen CO2-Ausstoß.

Der Familienbonus ist eine Idee der SPD. Der sozialdemokratische Finanzminister Olaf Scholz plant, dass Eltern für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen. Kostenpunkt laut "Spiegel": fünf bis sechs Milliarden Euro.

Söder hat bereits gefordert, dass der Bund maximal noch 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen darf - um den Staat nicht zu "ruinieren". Er bekräftigte: "Es ist uns nicht damit gedient, dass am Ende Deutschland selbst zum Sanierungsfall wird. Es gilt nicht das Konzept: All you can eat. Stattdessen braucht es ein finanzielles Limit, und dann müssen wir eben Prioritäten setzen."

Update, 8.38 Uhr - Jeder Dritte will Maskenpflicht lockern oder abschaffen

Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Corona-Krise abschaffen oder zumindest lockern. 19 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten für eine Abschaffung. Weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung.

Zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit Wochen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Stoffmasken zwar keinen nachgewiesenen Schutz für den Träger, können für andere aber das Risiko einer Infektion durch Tröpfchen verhindern. Dennoch sollte ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht aus. So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent sind für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. In Ostdeutschland plädierten mehr Menschen für Lockerung oder Abschaffung als in Westdeutschland.

Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) halten sich nach eigenen Angaben immer an die Maskenpflicht, weitere 13 Prozent teilweise. Nur zwei Prozent gaben an, das gar nicht zu tun. Ältere hielten sich demnach eher an die Regeln als Jüngere.

Kleiderkammern in Bayern öffnen wieder 

Bayerns Kleiderkammern öffnen allmählich wieder ihre Türen: Nachdem viele Standorte aufgrund der Corona-Krise zwischenzeitlich schließen mussten, können Bedürftige nun wieder auf die karitativen Angebote zurückgreifen. Doch einige Einrichtungen bleiben nach wie vor geschlossen. Grund hierfür sind fehlende Ehrenamtliche, da viele der freiwilligen Helfer altersbedingt in die Risikogruppe für Covid-19 fallen, wie Tobias Utters von der Caritas Bayern erklärte. Der Bedarf an günstiger Kleidung steige in Bayern derweil. Zudem sei die Spendenbereitschaft gewachsen.

Im Freistaat ist ein Rückgang der Nachfrage – anders als in anderen Bundesländern – auch laut Marion Losert, Leiterin des Sozialkaufhauses Augsburg nicht zu beobachten. In der Einrichtung, die neben Kleidung auch Möbel, Elektro- und Haushaltsgeräte verkauft, sei Kleidung "nach wie vor der Hauptposten".

Im Februar hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Sachsen bekanntgegeben, dass Kleiderkammern schließen mussten, weil diese nicht mehr finanzierbar waren. Hintergrund sei ein Rückgang an Nachfrage nach Kleidung gewesen, der zu sinkenden Einnahmen geführt habe. Auch in Berlin wurde von ähnlichen Entwicklungen berichtet.

"Einen Rückgang der Nachfrage sehen wir nicht. Im Gegenteil. Außerdem kommen viel mehr junge Leute in das Sozialkaufhaus", so Losert, deren Einrichtung auch Ende April wieder öffnen durfte. Auch in Augsburg verzeichne man eine steigende Spendenbereitschaft.

Ob die Corona-Krise Auswirkungen auf die Verkaufszahlen der Kleiderkammern haben wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Man müsse dies noch abwarten, sagte Losert. Aktuelle Zahlen liegen auch der Caritas dem Sprecher zufolge noch nicht vor.

fgr/dpa

Kommentare