News-Ticker zur Corona-Pandemie

Spahn: Suche nach Corona-Impfstoff kann Monate oder auch Jahre dauern

Landkreis/München - Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff und sorgt für zahlreiche Einschränkungen. Weiterhin gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Sonntag, 3. Mai, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.510, Landkreis Traunstein 1.203, Landkreis Berchtesgadener Land 284, Landkreis Mühldorf 486, Landkreis Altötting 584
  • Todesfälle: Rosenheim 158, Traunstein 62, Berchtesgadener Land 21, Mühldorf 24, Altötting 47
  • Mindestens 6.660 Todesopfer in Deutschland (1.933 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung in Bayern (verlängert bis vorerst 10. Mai)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus


Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 19.48 Uhr: Spahn: Suche nach Corona-Impfstoff kann Monate oder auch Jahre dauern

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus kann nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn womöglich noch Jahre dauern. Es gebe viel versprechende Ansätze, aber die Entwicklung von Impfstoffen sei "das Herausfordernste, mit das Schwierigste, das es gibt in der Medizin", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". "Ich freue mich, wenn es in wenigen Monaten gelänge." Aber man müsse auch realistisch bleiben: "Es kann auch Jahre dauern, weil es natürlich auch Rückschläge geben kann, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen."

Bei einer internationalen Geberkonferenz sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das Virus gesammelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Wochenende einen "deutlichen finanziellen Beitrag" aus Deutschland zu. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Dass der Reproduktionsfaktor bereits geraume Zeit unter 1 liegt - und also ein Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt - wertete Spahn als "ein gutes Zeichen, dass wir es gemeinsam geschafft haben".

Der Minister wies auf die Schritt für Schritt vorgenommenen Lockerungen hin. Besonderen Bedarf sieht er auch in der Gastronomie. Dort gehe es für viele Wirte um die Existenz. "Wichtig ist, dass wir auch dort eine Perspektive geben. Ich denke, dass das am Mittwoch geschieht", fügte er mit Blick auf die nächste Beratung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hinzu.

dpa

Update, 19.07 Uhr: Leere Hütten, Brotzeit to go: Was wird aus dem Bergsommer 2020?

Ein strahlender Frühling mit Sonne satt - doch die Urlaubsaussichten sind düster. Die Bundesregierung hat Hoffnungen selbst auf schlichte Ziele schon gedämpft: Volle Berghütten werde es diesen Sommer nicht geben, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Dabei ist offen, wann es in Deutschland überhaupt wieder eine Chance auf Übernachtungen in Hotels und Unterkünften gibt. Selbst eine Brotzeit to go ist derzeit kaum irgendwo zu haben. Hütten und Almen sind fast überall geschlossen.

Ob und wann die Berghütten öffnen können, ist unklar. Beim Deutschen Alpenverein (DAV) heißt es, man warte auf die Entscheidungen der Politik in Bayern, aber auch in Österreich. Eine internationale Arbeitsgruppe habe Vorschläge erarbeitet, wie eine Öffnung und ein Sommerbetrieb mit sehr viel Abstand aussehen könnte, so DAV-Sprecher Thomas Bucher. "Wir hoffen darauf, dass die Hütten öffnen können."

Derzeit sind alle 321 bewirtschafteten und öffentlich zugänglichen DAV-Hütten in Deutschland und Österreich zu - zumeist allerdings unabhängig vom Coronavirus. Um diese Jahreszeit sind viele Hütten saisonbedingt geschlossen; im Hochgebirge öffnen sie teils erst im Juni. Auch die Almen sind noch nicht bewirtschaftet.

Getränke und Essen zum Mitnehmen könnten Hütten und Almbauern nach den behördlichen Regelungen jetzt schon verkaufen. Ein paar Hütten denken darüber nach. "Auf der einen Seite lieben die Menschen hier ihre Berge, und wir wollen für Spaziergänger da sein", sagte die Pächterin einer Hütte im Ostallgäu. "Auf der anderen Seite wollen wir dieses Angebot aber auch nicht weit streuen, damit keine Ausflügler aus anderen Regionen kommen." Es sei ein Balanceakt.

Eine Öffnung nur für die Brotzeit zum Mitnehmen könnte für Wirte derzeit eher brotlos bleiben. Erheblich weniger Wanderer als sonst sind unterwegs. Lifte und Seilbahnen sind geschlossen, viele Wanderparkplätze ebenfalls. Nicht zuletzt mahnen der DAV wie auch die Bergwacht derzeit noch zum Verzicht auf Bergsportaktivitäten, um die Unfallgefahr zu reduzieren. dpa

Update, 18.41 Uhr: Allianz Arena ist vorbereitet auf Geisterspiele

Der FC Bayern München sieht seine vereinseigene Allianz Arena vorbereitet für sogenannte Fußball-Geisterspiele während der Coronavirus-Pandemie. "In der Tat: We are ready to play. Wenn es der 9. Mai wird, würde es mich freuen. Und wenn es ein, zwei Wochen später wird, werden wir uns darauf einrichten", sagte Jürgen Muth, Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH, den Tageszeitungen "Münchner Merkur" und "tz" (Montag-Ausgabe).

Die Vorbereitung auf eine mögliche Fortsetzung der Bundesligasaison in diesem Monat sei "schon sehr intensiv", gestand der Arena-Manager. "Der Anforderungskatalog der DFL ist sehr umfangreich – zu Recht. Da gibt es diverse Maßnahmen, die man nicht nur veranlassen, sondern auch strikt kontrollieren muss. Organisatorisch ist das ein großer Aufwand."

Das beginne bei der Personenbelegung im Stadion. Es gehe aber auch um die Hygiene, die der Stadionbetreiber im besonderen Maße sicherstellen müsse. "Um nur ein Beispiel zu nennen: Die strikte Trennung der Mannschaften auf dem Weg in die Kabine." Bei einem Heimspiel des FC Bayern sollen sich maximal 300 Personen im kompletten Stadion befinden. "Das müssen wir durch unsere Zugangskontrollen sicherstellen", erläuterte Muth (56).

Viele Bereiche im Stadion würden am Spieltag geschlossen sein. "Es wird sich alles konzentrieren auf die 22 Spieler auf dem Rasen", berichtete Muth. Bei regulären Bundesligaspielen ist die Münchner Arena stets mit 75 000 Zuschauern ausverkauft.

dpa

Update, 18 Uhr: Die Zahlen in Salzburg

Die Zahl der aktuell am Coronavirus erkrankten Österreicher sinkt landesweit, nur in Wien und Salzburg gab es gemäß Angaben des Innenministeriums Zuwächse. Verzeichnete Salzburg im 24-Stunden-Vergleich von Samstag auf Sonntag (Stand 9.30 Uhr) bei keiner weiteren Genesung zwei neu mit Covid-19 Infizierte, gab es in der Bundeshauptstadt ein Plus von 25 aktiv Erkrankten.

In den Salzburger Krankenhäusern müssen aktuell 60 Covid-Erkrankte behandelt werden, davon sieben auf der Intensivstation. Das teilte das Land Salzburg am Sonntagvormittag mit.

Update, 17.31 Uhr: Tipps für Paare zur Einreise nach Österreich

Seit Mitte April dürfen auch Menschen nach Österreich einreisen, die "besonders berücksichtigungswürdige Gründe im familiären Kreis" geltend machen. Das Sehen des Lebenspartners zähle laut österreichischem Sozialministerium zur Deckung der "notwendigen Grundbedürfnisse". In Österreich fällt der Besuch des Lebenspartners also unter einen "besonders berücksichtigungswürdigen Grund im familiären Kreis".

Man darf den Partner oder die Partnerin von Deutschland aus kommend in Österreich also besuchen . Dafür wird eine Eigenerklärung sowie eine Kopie des Ausweises (oder der Meldebescheinigung) des Partners benötigt. Hier eine Vorlage zum herunterladen und ausdrucken.

Ein Beispiel: Besucht ein Deutscher seine Lebenspartnerin in Salzburg und kehrt er innerhalb von 48 Stunden wieder zurück, braucht er bei der Rückkehr nach Bayern weder ein ärztliches Attest über einen negativen Covid-19-Test, noch muss er sich in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben.

Tipp: Beim Grenzübergang ein Foto von der Einreise machen, damit stehen Uhrzeit und Datum fest. Im umgekehrten Fall, also wenn der Lebenspartner aus Salzburg nach Bayern möchte, geben die bayerischen Behörden unter den Hotlines +49865477060 und +4989122220 Auskunft.

Update, 16.55 Uhr: Verschuldung vieler Deutscher steigt wegen Corona

Aufgrund der Corona-Krise steigt einem Medienbericht zufolge die Verschuldung vieler Deutscher. Verbraucher, die im März einen Kredit über die Vergleichsplattform Verivox abgeschlossen haben, nahmen im Schnitt 15.676 Euro auf, wie "Welt am Sonntag" berichtet. Im Februar – vor Ausbruch der Krise – lag der durchschnittliche Kreditbetrag noch bei 14.588 Euro. Damit stieg das Kreditvolumen binnen eines Monats um 7,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat fällt der Anstieg sogar noch deutlicher aus: elf Prozent. Der durchschnittliche Kreditbetrag stieg dabei in allen Einkommensgruppen.

Update, 16.20 Uhr: Die Zahlen aus Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 03. Mai 2020, 14.00 Uhr).

Dabei handelt es sich um einen Erwachsenen in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen des Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 486 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 356 wieder genesen, 21 davon werden stationär behandelt.

Update, 15.49 Uhr: Mehr Geheilte als aktiv Infizierte im Landkreis Traunstein

im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 1203 bestätigte Corona-Fälle vor (3 mehr als gestern). Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen aller betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Alle Personen werden medizinisch versorgt.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 48 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich 10 Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (sieben in Traunstein und drei in Trostberg).

Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 598 Personen (13 mehr als gestern).Damit liegt die Zahl der geheilten Personen (598) höher als die Zahl der aktiven Fälle (541).

Update, 15.07 Uhr: Gesundheitsministerin ruft Expertengremium ein

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml setzt bei der Eindämmung der Corona-Pandemie in der Langzeitpflege auch auf ein neues Expertengremium, das teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. Huml betonte am Sonntag: "Wir müssen den Kampf gegen die Corona-Pandemie trotz der bisherigen Erfolge konsequent fortsetzen. Das gilt insbesondere beim Schutz der Menschen in Pflegeheimen, denn sie gehören zu der Gruppe der im höchsten Maß gefährdeten Menschen."

Huml fügte hinzu: "Deshalb habe ich ein Expertengremium einberufen, das uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützt. Ihm gehören Vertreter der Medizin, der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements und der Einrichtungsleitung sowie der Pflegepädagogik, Ausbildung und Sozialwissenschaften an. Eine Aufgabe des Gremiums ist es, Handlungsempfehlungen für die Langzeitpflege mit zu erarbeiten."

Die Ministerin erläuterte: "Ein wichtiges Thema ist natürlich der Infektionsschutz. Es geht aber auch um ethische und gesellschaftliche Grundsatzfragen, insbesondere im Rahmen der Besuchsregelungen in Pflegeeinrichtungen. Auch mit der Wissensvermittlung soll sich das Gremium befassen."

Das Expertengremium findet sich regelmäßig zu virtuellen Sitzungen zusammen. Vorsitzende ist Frau Prof. Dr. Astrid Herold-Majumdar, Professorin für angewandte Pflegewissenschaft der Hochschule München. Das Gremium wird durch eine Geschäftsstelle am Landesamt für Pflege in Amberg unterstützt.

Update, 14.35 Uhr: 26 Tote mehr in Bayern

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit hat die Zahlen vom 3. Mai veröffentlicht. Demnach sind bisher in Bayern 43.203 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 34.230 als genesen. Die Anzahl der Genesenen beruht auf einer Schätzung, die sich an den Kriterien des RKI orientiert. Insgesamt 1.933 Menschen mit dem Virus starben. Das sind 26 mehr als am Vortag. Als Todesfälle werden Personen gezählt, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind, sowie Personen, bei denen die Ursache unbekannt ist.

Mit SARS-CoV-2 verstorben bedeutet, dass die Person aufgrund anderer Ursachen verstorben ist, aber auch ein positiver Befund auf SARS-CoV-2 vorlag. An SARS-CoV-2 verstorben bedeutet, dass die Person aufgrund der gemeldeten Krankheit verstorben ist. Informationen zur Todesursache bei gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen liegen bei etwa 92 % der Fälle vor, von denen wiederum etwa 92 % an COVID-19 und 8 % an einer anderen Ursache verstorben sind.

Update, 14.00 Uhr: Eine Neuinfektion im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt 284 bestätigte SARS- CoV-2-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land gibt (Meldestand: 03.05.2020, 10:00 Uhr). 

Dies ist ein Anstieg um einen Infektionsfall innerhalb der letzten 24 Stunden. Von diesen insgesamt 284 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV- 2-Fällen sind bisher 234 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Das sind zwei Personen mehr im Vergleich zur gestrigen Meldung. 

Insgesamt befinden sich aktuell 29 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung, eine Person weniger als am Vortag. Die Gesamtzahl der bisher mit oder an einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 21

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen wie z. B. eine häusliche Quarantäne ein. Zum heutigen Stand befinden sich 35 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne, dies sind zwei Personen mehr im Vergleich zum Vortag. Insgesamt 742 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Update, 13.30 Uhr: Politiker besuchen Coronaklinik in Mühldorf

Hoher Besuch im Corona-Haus in Mühldorf: Der Parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer, der bisherige Mühldorfer Landrat Georg Huber und sein Nachfolger Max Heimerl verschafften sich einen Überblick über die derzeitige Situation in der Klinik.

Für den bisherigen Mühldorfer Landrat Georg Huber war es nach 18 Jahren der letzte offizielle Termin in „seiner” Klinik. Der Parlamentarische Staatssekretär MdB Stephan Mayer demonstrierte mit seinem Besuch, dass das InnKlinikum Altötting und Mühldorf auch weiterhin auf seine Unterstützung in Berlin zählen könne.

Der Parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (rechts) begutachtet Schutzkleidung, die von den Mitarbeitern des Coronahauses getragen werden muss.

„Ich habe den Zeitpunkt bewusst so gewählt, weil die Mitarbeiter der Coronaklinik in den zurückliegenden Wochen alles andere gebrauchen konnten, als die Besuche von Politikern”, erklärte Stephan Mayer. Der CSU-Heimatabgeordnete bedankte sich bei allen Ärzten und Pflegekräften des InnKlinikum für den bisherigen Einsatz in der Coronakrise. „Das war eine herausragende Leistung”, so Mayer. „Die Bundesregierung weiß das zu schätzen”, betonte er gegenüber den Mitgliedern der Corona-Task-Force. Als Mitglied des Krisenstabs der Bundesregierung warnte er gleichzeitig davor, sich in Sicherheit zu wiegen. „Wir sind noch nicht über den Berg und gerade unsere Heimatregion zählt nach wie vor zu den Corona-Hot-Spots.” 

Von der Leitung des InnKlinikum wollte Stephan Mayer wissen, wo er aktuell unterstützen könne. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Simon Machnik bedankte sich zunächst für Mayers bisherigem Einsatz, unter anderem bei der zügigen Beschaffung von fünf Beatmungsgeräten. Nun sei es wichtig, so Dr. Machnik, die zehn zusätzlich für Mühldorf bestellten Hochleistungsbeatmungsgeräte zu erhalten. Nach Einschätzung des Medizinischen Vorstands Dr. Wolfgang Richter wäre man damit technisch für eine neue Infektionswelle noch besser gerüstet

Wünsche an die Bundespolitik formulierten auch die pandemiebauftragten Ärzte Dr. Daniel Heidenkummer und Dr. Thomas Parnitzke. Sie plädierten unter anderem dafür, wichtige Medikamente künftig wieder in Europa herzustellen und nicht alleine in Asien und beim Verbrauchsmaterial für medizinische Geräte gewisse Normen einzuführen. Die Inkompatibilitäten bei Beatmungsgeräten verschiedener Hersteller stellten die Ärzte und Pflegekräfte vor zusätzliche Herausforderungen. 

Vorstandsvorsitzender Dr. Simon Machnik wies im Gespräch mit Stephan Mayer auf die finanziellen Belastungen der Kliniken hin. „Die Häuser, die sich am meisten für die Bewältigung der Coronakrise einsetzen, schneiden finanziell leider am schlechtesten ab.” Er erhoffe sich hier weitere Hilfe von Stephan Mayer, die dieser auch in Aussicht stellte. Seine Unterstützung für das InnKlinikum versprach auch der neue Landrat des Landkreises Mühldorf, Max Heimerl, der sich ebenso wie sein Vorgänger Georg Huber begeistert von der Leistung des neuen Klinikverbunds in der Coronakrise zeigte. Der eingeschlagene Weg sei der Richtige, so die beiden übereinstimmend. Nun müsse man daran arbeiten, dass die Mitarbeiter eng zusammenwachsen. Auch Georg Huber und Max Heimerl bedankten sich ausdrücklich und herzlich für den tollen Einsatz der Beschäftigten aller vier Häuser des InnKlinikum. Bei einem Rundgang durch die Stationen des Coronahauses konnten sich die Politiker einen Einblick in die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte verschaffen und zeigten sich beeindruckt.

Pressemitteilung InnKlinikum Altötting und Mühldorf

Update, 12.30 Uhr Uhr: Die Zahlen für Deutschland

Einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur zufolge gibt es 700 neue Corona-Infektionen und 57 weitere Todesopfer. In Deutschland sind bis zum Vormittag über 162.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag: knapp 162.000 Infektionen). Mindestens 6.660 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag: 6603).

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Samstag bei 0,78. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa 8 weitere Personen anstecken.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 130.600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Update, 11.53 Uhr: Wochenbilanz der Corona-Einsätze der Polizei in der Region

Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung sowie der Abstands- und Schutzregeln, die seit 21. März 2020 für den Freistaat Bayern zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gelten, werden seit diesem Zeitpunkt von den Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kontrolliert. Hinzu kam am vergangenen Montag, 27.04.2020, die bayernweit geltende „Maskenpflicht“ im öffentlichen Personennahverkehr sowie in Ladengeschäften, die nun ebenfalls zu überwachen ist. 

Die polizeiliche Bilanz nach der nunmehr sechsten Woche fällt erneut positiv aus. Hinsichtlich der neuen Verpflichtung zum Tragen von Masken gibt es nur in wenigen Einzelfällen Verstöße. Nach wie vor hält sich der Großteil der Menschen im südlichen Oberbayern auch an die sonstigen Regeln und Beschränkungen. 

Mehr als 22.000 Kontrollen führte die Polizei seit Montag, 27.04.2020, bis zum Morgen des heutigen Sonntag, 03.05.2020, im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hinsichtlich der Überwachung der Verordnung der Bayerischen Staatsregierung anlässlich der Corona-Pandemie durch. Dabei wurden 993 Verstöße festgestellt. In 416 Fällen wurden Anzeigen erstattet, die meisten (386) davon wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkung

In der traditionellen „Freinacht“ von 30. April auf den 1. Mai war angesichts der Ausgangsbeschränkung ein deutlich geringeres Einsatzgeschehen, auch durch mehr oder weniger gelungene Streiche, zu verzeichnen. Die Einsatzzentrale zählte in der Nacht insgesamt 79 (2019: 92) Einsätze. Für die Polizeibeamtinnen und -beamten waren im Zuständigkeitsbereich zwölf Ruhestörungen (2019: 20), zwei Sachbeschädigungen (2019: sechs) und zwei Körperverletzungsdelikte (2019: neun) aufzunehmen.

Update, 11.15 Uhr: Proteste in der Region

In ganz Bayern gibt es Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Auch in Waldkraiburg gingen Menschen gegen die Ausgangsbeschränkungen der Bundes- und Staatsregierung am 1. Mai auf die Straße. Die Demonstration fand auf dem Waldkraiburger Stadtplatz statt. Die angemeldete Demonstration stand unter dem Motto "Wir wollen unsere Grundrechte wiederhaben".

Demonstration in Waldkraiburg am 1. Mai Teil 2

 © Ludwig Stuffer
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Rund 50 Teilnehmer nahmen auf vorab markierten Kreuzen innerhalb eines eingegrenzten Kundgebungsbereichs Aufstellung, dazu kamen noch einmal hundert Schaulustige. Die Demonstranten forderten die "Einhaltung der Grundrechte", sowie eine "Rückkehr zum normalen Leben". 

Update, 10.30 Uhr: Die Zahlen für Tirol

Mit Stand Sonntag 8.30 Uhr sind im Nachbarbundesland Tirol 187 Personen (exklusive der wieder Genesenen) laut Testergebnis mit dem Coronavirus infiziert. 3215 Personen sind wieder genesen, 105 Personen verstorben.

Auch auf Sonntag gab es damit keine Neuinfektionen. In Tirol wurden bisher über 53.000 Menschen getestet.

Update, 9.50 Uhr: Grenzübergang Bayerisch Gmain widerrechtlich geöffnet

Im Laufe des vergangenen Samstags öffnete ein unbekannter Täter unerlaubt den Grenzübergang in Bayerisch Gmain, indem er die Manschetten an dem Absperrzaun löste, das teilte die Polizeiinspektion Bad Reichenhall am Sonntag mit. Die Manschetten dienten zur Befestigung der Gitter am Brückengeländer. Der Täter warf die Manschetten anschließend in den Grenzbach und öffnete den Bauzaun ein Stück, so dass ein Überwechseln für Fußgänger ermöglicht wurde.

Am Samstagabend wurde die Polizei Bad Reichenhall von dem Schaden informiert. Die zuständige Bundespolizei organisierte ihren technischen Dienst, der den Grenzübergang fachmännisch mit neuem Gerät erneut absperrte.

Hinweise zu der Sachbeschädigung nimmt die Polizei Bad Reichenhall, unter Tel.: 08651/9700 entgegen.

Update, 9.10 Uhr: Zwei neue Fälle in Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 584 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen (Stand 2. Mai 290202). 396 Landkreisbürger sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen. 47 Personen sind an der Erkrankung verstorben. 

7.33 Uhr: Lage der Deutschen Bahn "dramatisch"

In der Corona-Krise meldet sich die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu Wort und beschreibt die Lage der Deutschen Bahn als "dramatisch". Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Gewerkschaft, sagte gegenüber der dpa: "Die Einbrüche bei den Fahrgastzahlen sind fatal, die Fixkosten aber hoch. Es wird lange dauern, bis das Vorkrisen-Niveau erreicht ist."

Die Fahrgastzahlen sollen nur 10 - 15 Prozent der Zahlen von vor der Krise erreichen.

7.15 Uhr: Innenminister Seehofer für Bundesliga-Neustart

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer zeigt sich offen für einen Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga im Mai, fordert aber zugleich strenge Auflagen wegen der Coronavirus-Pandemie.

"Ich finde den Zeitplan der DFL plausibel und unterstütze einen Neustart im Mai", sagte Seehofer, der zugleich Sportminister ist, der "Bild am Sonntag". "Für mich ist aber auch klar, dass es keine Privilegien für die Fußball-Bundesliga geben kann."

Grundbedingung sei, dass es durch ein höheres Testaufkommen im Sport an keiner Stelle zu Engpässen im öffentlichen Gesundheitswesen komme, betonte der CSU-Politiker und verlangt strikte Auflagen im Falle eines Positiv-Tests: "Wenn es einen Corona-Fall in einer Mannschaft oder bei der Mannschaftsbetreuung gibt, dann müssen der gesamte Club und gegebenenfalls auch die Mannschaft, gegen die man zuletzt gespielt hat, zwei Wochen lang in Quarantäne."

Vorbericht: Wirtschaft macht Druck auf die Politik und Merkel fordert schnelles Handeln

In der Corona-Krise wächst der Druck auf Bund und Länder, weite Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens wieder hochzufahren. Wirtschaftsverbände trommeln angesichts des Konjunktureinbruchs massiv dafür.

Die zurzeit eingedämmte Ausbreitung des Virus scheint ihnen recht zu geben. Allerdings wurden am Freitag noch rund 1500 Neuinfektionen registriert, und die Auswirkungen der ersten Lockerungen werden erst kommende Woche zu beobachten sein.

In Deutschland sind bis Samstagfrüh knapp 162.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Freitagabend waren es mehr als 161.900 Fälle.

Mindestens 6.603 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6601). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt für die Bewältigung der Corona-Krise auch auf mehr Tempo bei der Entwicklung eines Impfstoffes.

In ihrer am Samstag veröffentlichen, wöchentlichen Videoansprache rief die CDU-Politikerin zu mehr internationaler Zusammenarbeit gegen die Pandemie auf. "Wir wissen, dass sie überall schwere Schäden auch unserem wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen Leben zufügt. Deshalb müssen wir mit Hochdruck und großer Konzentration daran arbeiten, dieses Virus einzudämmen und dann auch zu besiegen, indem wir einen Impfstoff entwickeln", sagte sie.

DDD

bcs/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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