NEWSTICKER ZUR CORONA-PANDEMIE

Freiburg verhängt Ausgangssperre - Jetzt mehr Tote in Italien als in China

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Zwei Feuerwehrmänner desinfiziert unter der Aufsicht eines staatlich geprüfte Desinfektors bei einem Pressetermin der Feuerwehr eine Trage aus einem Rettungswagen.

Landkreis/München - Die Situation um die Coronakrise in Bayern und der Region spitzt sich immer weiter zu. Am Mittwoch wurde das öffentliche Leben in Bayern nochmals massiv eingeschränkt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wandte sich an die Bürger. Alle aktuellen Entwicklungen erfahren Sie in unserem News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 100, Landkreis Traunstein 26, Landkreis Berchtesgadener Land 19, Landkreis Mühldorf 16, Landkreis Altötting 11
  • Bayern schließt alle Schulen und Kitas ab Montag (16. März) bis Ende der Osterferien
  • Bayern ruft am Montag Katastrophenfall für 14 Tage aus
  • Mindestens 37 Todesopfer in Deutschland (13 in Bayern)
  • Erster Todesfall im Landkreis Traunstein
  • Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger in die EU
  • Öffentliches Leben in Bayern seit Dienstag massiv eingeschränkt
  • In Italien inzwischen mehr Corona-Tote als in China

SERVICE:

Update, 22.44 Uhr: Freiburg verhängt Ausgangssperre

Die Stadt Freiburg hat als erste Großstadt in Deutschland eine Ausgangssperre verhängt. Öffentliche Orte dürfen in der Stadt Freiburg bis zum 3. April nicht mehr betreten werden. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen und Häuser nur noch verlassen, wenn es absolut notwendig ist; etwa zum Einkaufen.

Update, 21.48 Uhr: Zahl der Infizierten und Toten in Deutschland 

Aktuell (Stand: 21.30 Uhr; 19. März) sind in Deutschland 15.320 Corona-Patienten bei den Behörden registriert. 44 Menschen sind in der Bundesrepublik an dem Virus gestorben, 113 Menschen sind nachweislich wieder virenfrei bzw. genesen.

Update, 21.05 Uhr: Die Lage im Landkreis Miesbach

Die Zahl der Personen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, ist in den vergangenen fünf Tagen im Landkreis Miesbach um das 2,5-fache gestiegen. Inzwischen wurden 57 Personen positiv getestet (Stand 14.03.2020: 23 Personen). 

Nach wie vor stehen zahlreiche Testergebnisse aus den völlig überlasteten Laboren aus. Die Zahl der Infizierten wird wohl in den kommenden Tagen weiter stark ansteigen. Ärzte gehen von einer vielfach höheren Dunkelziffer an bereits Erkrankten im Landkreis aus. Ungefähr 300 Kontaktpersonen der Kategorie 1 wurden von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes bisher ermittelt (z.B. Personen im gleichen Haushalt). Dass diese das Virus ebenfalls in sich tragen, ist wahrscheinlich.

Inzwischen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass Menschen sich innerhalb des Landkreises angesteckt haben. Nicht mehr alle Infizierten waren zuvor in einem Risikogebiet. Es gibt bereits mehrere Infektionsketten innerhalb des Landkreises.

Quelle: Landratsamt Miesbach

Update, 20.19 Uhr: Rosenheimer Innenstadt menschenleer

Der Rosenheimer Fotograf Manuel Gut hat auf seiner Facebook-Seite Bilder von der verwaisten Rosenheimer Innenstadt online gestellt:

Update, 19.31 Uhr: 167 neue Fälle in der Landeshauptstadt

In München sind am 19. März 167 neue Coronavirus-Fälle registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten in München auf 676.

Update, 18.20 Uhr: Jetzt mehr Corona-Tote in Italien als in China

427 Menschen sind in Italien in den letzten 24 Stunden an dem Corona-Virus gestorben, insgesamt gab es 3.405 Tote. Damit sind in Italien jetzt mehr Menschen an Corona gestorben als in China, wie die englische BBC berichtet.

Update, 17.29 Uhr: Jetzt 100 Corona-Fälle im Landkreis Rosenheim

Die Pressemitteilung im Wortlaut 

Die Zahl der positiv auf den neuartigen Coronavirus getesteten Menschen steigt weiter. Aktuell liegt die Zahl der im Zuständigkeitsbereich des Rosenheimer Gesundheitsamtes positiv getesteten Bürger bei 100.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 17.07 Uhr - Nach Abitur auch Abschlussprüfungen anderer Schularten verschoben

Nach dem Abitur werden in Bayern wegen des Coronavirus auch Abschlussprüfungen anderer Schularten verschoben. Es gehe dabei um Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in München mit. "Wir wollen genügend Zeit für die Vorbereitung auf die Prüfungen geben", begründete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Entscheidung. "In gemeinsamer Anstrengung wollen wir den Absolventinnen und Absolventen auch in dieser Ausnahmesituation bestmögliche Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bieten."

Der mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abgestimmte Plan sieht vor, den Start der Prüfungen um 14 Tage nach hinten zu verschieben. Auch die zentralen mündlichen Prüfungen der Realschüler in den Fremdsprachen sollen verlegt werden. Eine Ausnahme gibt es an den Mittelschulen für das Fach Muttersprache, wo es bei den bisherigen Terminen bleibt. Entlassen werden sollen die Absolventen dann am letzten Schultag vor den Sommerferien.

Am Mittwoch hatte der Freistaat schon die Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Verbände wie der Bayerische Realschullehrerverband hatten sich daraufhin dafür ausgesprochen, auch bei anderen Prüfungen bald über die Termine zu entscheiden. "In einer Krisensituation müssen gerade junge Menschen eine klare Linie haben, damit keine Gerüchte aufkommen und sich nicht Ängste breitmachen", hatte der brlv-Landesvorsitzende Jürgen Böhm gesagt.

Im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Virusausbreitung hatte das Ministerium allerdings weitere Veränderungen nicht ausgeschlossen. Die aktuelle Situation erfordere flexibles Handeln.

dpa

Update, 16.54 Uhr - Heiraten in Zeiten von Corona

Wer in der Coronakrise trotzdem heiraten will, muss sich auf massive Einschränkungen einstellen. Das ließ der Bayerische Gemeindetag in einer Pressemeldung verlauten..

Mit Hinweis auf eine Auskunft des Bayerischen Innenministeriums teilte er den Kommunen mit, dass standesamtliche Eheschließungen – also die gemeinsame Erklärung des Ehewillens bei verpflichtender Anwesenheit eines Standesbeamten und der anschließenden Dokumentation dieses Umstands – nicht vom Veranstaltungsverbot der Allgemeinverfügung des Freistaats Bayern, die ein Veranstaltungsverbot ausspricht, erfasst wird, soweit nur die gesetzlich für die Teilnahme vorgesehenen Personen daran teilnehmen, also Standesbeamter, Eheleute, gegebenfalls Dolmetscher und Trauzeugen.

Trauung

Verboten ist jedoch eine Zeremonie mit weiteren Gästen. Insoweit würde es sich um eine Veranstaltung handeln, die nach der Allgemeinverfügung wegen des damit verbundenen Infektionsrisikos nicht erlaubt ist.

Update, 16.23 Uhr - So ist die Lage im Berchtesgadener Land und im Landkreis Mühldorf

Auch in Mühldorf gibt es sechs neue Infizierungen mit dem Coronavirus. Dabei handelt es sich laut Pressemeldung des Landratsamtes Mühldorf um sechs Erwachsene unter 60 Jahren. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten im Landkreis bei 16.

Davon werden zum jetzigen Stand (19. März) drei im Krankenhaus Mühldorf behandelt. Insgesamt werden im Krankenhaus Mühldorf, welches als Corona-Zentrum des gemeinsamen InnKlinikums Altötting und Mühldorf festgelegt wurde, vier Patienten mit nachgewiesener Corona-Infektion behandelt.

Auch im Landkreis Berchtesgadener Land sind nun sechs neue Fälle bekannt. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Berchtesgadener Land teilte dies in einer Pressemitteilung mit. damit sind nun 19 Personen im Landkreis positiv getestet. 

Die infizierten Personen sowie 197 direkte Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne und stehen im täglichen Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Update, 16.05 Uhr - Sieben neue bestätigte Coronavirus-Fälle im Landkreis Traunstein

Im Landkreis gibt es aktuell (19.03.2020, 15:30 Uhr) sieben weitere bestätigte Corona-Fälle. Dazu gehört eine 86-jährige Frau, die an den Folgen einer respiratorischen Insuffizienz (Lungenschwäche) gestorben ist (bitte beachten Sie hierzu die unten stehende Pressemitteilung des Bayerischen Gesundheitsministeriums). 

Des Weiteren handelt es sich um eine erwachsene Frau und fünf erwachsene Männer, die sich unabhängig voneinander infiziert haben. Alle sechs Personen werden bereits medizinisch behandelt. Die Personen sind klinisch stabil und befinden sich in häuslicher Isolation. Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Traunstein aktuell 26 bestätigte Fälle vor.

Zu beachten gilt jedoch, dass sich diese Zahl aus der Summe aller gemeldeten Infektionen ergibt. Dazu zählen auch Personen, die längst wieder gesund und virenfrei sind.

Update, 15.58 Uhr - Erste Firmen sollen Corona-Hilfsgeld am Freitag bekommen

Die ersten mittelständischen Firmen in Zahlungsschwierigkeiten sollen die Corona-Soforthilfe der Staatsregierung schon an diesem Freitag auf ihren Konten haben. "Die notwendigen Finanzmittel stehen den Bezirksregierungen und der Landeshauptstadt München bereits zur Verfügung", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Donnerstag in München.

Das Wirtschaftsministerium hatte die Antragsformulare auf seiner Website am Mittwoch freigeschaltet, es gab sofort starke Nachfrage, wie Aiwangers Ressort berichtete. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben bayerischen Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung. Gedacht ist das Sofortprogramm für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern.

dpa

Update, 15.30 Uhr - Zwei Mitarbeiter von Wacker Chemie in Burghausen positiv auf Corona getestet

Zwei Mitarbeiter der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen wurden positiv auf das COVID-19-Virus getestet, wie das Unternehmen am späten Mittwochabend erfahren hat. Der bereits eingerichtete Krisenstab des Unternehmens steht in engem Austausch mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. 

Die beiden Mitarbeiter waren unlängst aus dem Urlaub in Tirol zurückgekehrt und befanden sich auf Anordnung des Werkarztes schon seit dem Wochenende in häuslicher Isolation. Die Kontaktpersonen im Unternehmen wurden identifiziert und vorsorglich ins Homeoffice geschickt.

Beide Mitarbeiter sind nicht in der Produktion tätig und es gibt derzeit keine Einschränkungen beim Produktionsbetrieb am Standort.

Pressemeldung Wacker Chemie

Update, 15 Uhr - Lage in Tirol und Salzburg verschärft sich weiter

Die Lage in den österreichischen Bundesländern Tirol und Salzburg verschärft sich immer mehr. Wie aus einer Pressemitteilung des Landes Tirol hervorgeht, sind im Zeitraum zwischen Mittwochabend (18. März) und Donnerstagvormittag (19. März) 24 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Zahl der insgesamt Infizierten nun 501.

Das Land Tirol zählt jeden festgestellten Infizierten, egal wo er seinen Hauptwohnsitz hat. Da gerade zu Beginn der Coronavirus-Krise noch viele TouristInnen in Tirol anwesend waren, sind die Fallzahlen des Landes durch die Mitzählung der erkrankten Gäste höher.

Währendessen wird die Situation in den Salzburger Krankenhäusern immer dramatischer. Im Land Salzburg sind knapp Viertel der Quarantäne-Fälle Krankenhauspersonal. Dies berichtet salzburg24

Als Folgemaßnahmen von Coronavirus-Fällen unter Krankenhausmitarbeitern seien 60 Ärzte, 64 Pfleger und 24 weitere Mitarbeiter in Quarantäne geschickt worden. Derweil kämpfen die Mitarbeiter der Krankenhäuser in Salzburg weiter um die Gesundheit der auf Covid19 positiv getesteten Personen. Die Zahl der Infizierten im Land beträgt dort mittlerweile 129 (Stand 19. März, 10.29 Uhr).

Update, 14.25 Uhr - Erster Todesfall im Landkreis Traunstein

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag über sechs weitere bestätigte Coronavirus-Todesfälle in Bayern informiert.

Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass es sich nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei den Verstorbenen um eine 69-jährige Patientin aus dem Landkreis Oberallgäu, eine 86-jährige Patientin aus dem Landkreis Traunstein sowie um einen 80-jährigen Patienten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und einen 99-jährigen Patienten aus Würzburg handelt.

Außerdem wurden zwei Todesfälle aus dem Landkreis Freising mitgeteilt. Bei diesen Verstorbenen handelt es sich um eine 80-jährige Patientin und einen 87-jährigen Patienten.

Pressemeldung Bayerisches Gesundheitsministerium

Update, 13.55 Uhr - Olympiapark München schließt AOK-Bewegungsinsel

Weil sich einige Sportbegeisterte nicht an die Empfehlung hielten, zu Hause zu bleiben, greift der Olympiapark München nun durch und schließt die Bewegungsinsel im Park. Auf Facebook teilte der Park mit: "Lasst das doch einfach sein! Dicht an dicht zu trainieren – das bringt doch derzeit niemandem etwas. Seid’s vernünftig!"

Update, 13.13 Uhr - Rosenheimer Gesundheitsamt: "Soziale Kontakte minimieren"

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, appelliert an die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Landkreis Rosenheim: „Es ist wichtig, dass jeder einzelne Bürger seine persönliche Verantwortung für die Gesellschaft ernst nimmt und sein soziales Verhalten zum Schutz derer, die besonders für einen schweren Krankheitsverlauf gefährdet sind, verändert. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Ausbreitung des Virus in unserer Region zu verlangsamen.“

Aufgrund der sehr ernsten Lage empfiehlt das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim der Bevölkerung eindringlich,

  • das Haus nur zu den unabweisbar notwendigen Verrichtungen, wie z.B. Fahrten zu und von der Arbeit, Einkäufe für den Bedarf des täglichen Lebens, Besuche beim Arzt und in der Apotheke, zu verlassen.
  • Personen, die zu einem bestätigten Erkrankungsfall an COVID engen Kontakt hatten, gelten als begründete Verdachtsfälle. Wenn sie Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen entwickeln, müssen Sie zu Hause bleiben. Nutzen Sie die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung durch Ihren Hausarzt für eine Woche. Dadurch helfen Sie, andere nicht zu gefährden. Bei Symptomenverschlechterung nehmen Sie telefonisch Kontakt mit Ihrem Hausarzt oder mobilen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns unter 116 117 auf.
  • Bleiben Sie zu Hause, wann immer möglich,
  • sehen Sie von unnötigen Kontakten in der Öffentlichkeit ab,
  • schränken Sie Kontakte zu anderen Menschen, insbesondere zu Senioren und Personen mit chronischen Grunderkrankungen, auf das notwendigste Maß ein,
  • sagen Sie gemeinschaftliche Treffen/Aktivitäten ab (z.B. private Feiern),
  • vermeiden Sie Menschenansammlungen und
  • halten Sie in der Öffentlichkeit mindestens 1,5 m voneinander Abstand.
  • Besuche beim Arzt sind bei Infektionserkrankungen zwingend vorher telefonisch anzumelden.

Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die Lage weiterhin sehr genau.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 12.40 Uhr - Infektionsquellen im Kreis Rosenheim kaum mehr nachzuvollziehen

Seit gestern Nachmittag sind 14 neue Erkrankungen an dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten. Die Gesamtzahl liegt damit (Stand: 10 Uhr) bei 91 bestätigten Fällen. Es handelt sich dabei zunehmend um Einzelerkrankungen, die nicht einem Krankheitsausbruch mit gemeinsamer Quelle zugeordnet werden können. 

Diese neuen Fälle wurden durch Abstriche von mehreren Arztpraxen in der Region bei ihren Patienten diagnostiziert. In vielen Fällen lassen sich die neuen Erkrankten nicht mehr auf eine bekannte Ansteckungsquelle zurückführen. Aufgrund der Menge von Erkrankungsfällen, der Vielzahl der engen Kontaktpersonen und der Kürze der Inkubationszeit können die Infektionsquellen nicht mehr in jedem Fall zuverlässig und zeitnah unterbrochen werden.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 12.14 Uhr - Ausgangssperren in zwei fränkischen Kommunen

Eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus gilt ab sofort in zwei oberfränkischen Kommunen im Landkreis Wunsiedel. Betroffen sind das Stadtgebiet und der Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger. Auch für den Ortsteil Fischern, der zum Gemeindegebiet Schirnding gehört, gilt das Verbot.

"Die Fallzahlen sind dort auffällig schnell und stark gestiegen", sagte die Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel am Donnerstag. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Im gesamten Landkreis gibt es derzeit 16 Corona-Patienten - Stand Mittwoch.

Alle Bürger in den betroffenen Orten müssen ab sofort daheim bleiben. Sie dürfen das Haus nur verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drohte im Landtag in einer Regierungserklärung eine bayernweite Ausgangssperre an - wenn sich die Menschen nicht an die bisherigen Vorschriften hielten (Update 9.37 Uhr). Die erste Ausgangssperre in Bayern gilt seit Mittwoch in der oberpfälzischen Kleinstadt Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth). Der Grund: Die stark steigende Zahl an Coronavirus-Infizierten dort.

Dort wo sonst mehr Verkehr ist, herrscht nun zur Mittagszeit bereits Ruhe. Das Landratsamt in Tirschenreuth erteilte am Mittwochabend eine Ausgangssperre, weil in Mitterteich die Zahl der am Coronavirus erkrankten Menschen besonders hoch ist.

Update, 11.56 Uhr - Sirenenprobealarm am 26. März abgesagt

Der am Donnerstag, den 26. März 2020, ab 11 Uhr geplante landesweit einheitliche Probealarm ist abgesagt. Angesichts der Sorge der Bevölkerung vor einer Verbreitung des Coronavirus SARS-Cov-2 erwartet das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, dass es durch den Probealarm zu Missverständnissen und einer Verunsicherung in der Bevölkerung kommen könnte. Dem soll durch die Absage des Probealarms vorgebeugt werden.

Pressemitteilung Stadt Bad Reichenhall

Update, 11.44 Uhr - Lebensmittelhändler planen vorläufig keine Sonntagsöffnung

Die großen deutschen Supermarkt- und Discountketten wollen ihre Geschäfte auch weiterhin nicht am Sonntag öffnen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl betonten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen. Ob die Supermärkte in der Region planen, unter der Woche bis 22 Uhr zu öffnen, lesen Sie hier.

Update, 11.15 Uhr - Laut RKI fast 11.000 bestätigte Infektionen in Deutschland

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind mittlerweile 10.999 Corona-Fälle in Deutschland bestätigt. Dies seien mit Stand Donnerstag 00.00 Uhr 2.801 mehr gewesen als einen Tag zuvor. Es seien 20 Todesfälle deutschlandweit bekannt. Zehn davon in Bayern.

Update, 10.23 Uhr - Vizekanzler Scholz nicht mit Coronavirus infiziert

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Er werde am Donnerstag nicht mehr aus dem Homeoffice arbeiten, sondern schon am Vormittag zu Beratungen ins Kanzleramt gehen, schrieb der Finanzminister auf Twitter.

Am Mittwoch hatte er sich dort mit starken Erkältungssymptomen gemeldet und berichtet, er werde sich testen lassen. „Die Stimme ist noch ziemlich mitgenommen, die Erkältung geht etwas zurück – und der Test war negativ“, schrieb Scholz am Donnerstag.

Update, 9.37 Uhr - Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern

In Bayern sind bis Donnerstagmorgen laut Ministerpräsident Markus Söder bereits 2282 Menschen mit dem Coronavirus infiziert und in der Folge zehn Menschen daran gestorben. Jeden Tag wurden rund 400 Infizierte hinzukommen, was einen Zuwachs von rund 20 Prozent entspreche.

"Die Fälle nehmen täglich zu und die Infektionsketten sind immer schwerer zu verfolgen. Deutschland liegt in der aktuellen Statistik mittlerweile vor Südkorea bei den Infektionen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. "Die Lage ist ernst, sehr ernst."

Söder kritisiert "Corona-Partys" scharf

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Man werde "nicht endlos zusehen".

Söder sagte, es gebe Berichte, dass sich viele Menschen nicht an die Empfehlungen halten. Das schöne Wetter verführe zum Treffen mit Freunden an der Isar, im Englischen Garten, am Tegernsee oder an vergleichbaren Orte in Bayern. Es liege aber an jedem einzelnen, seinen Beitrag zu leisten. Söder rief explizit auch dazu auf, auf wechselseitige Einladungen von Kindern zu verzichten. Mit scharfen Worten kritisierte er unter anderem sogenannte "Corona-Partys".

Söder mahnte, im Kampf gegen die Krise müsse man soziale Kontakte ausdünnen und das öffentliche Leben herunterfahren. Nur dann könne das Gesundheitssystem den bevorstehenden Stresstest bestehen. "Hier geht es um Leben und Tod."

Auch im Landkreis Wunsiedel wird es Ausgangssperren geben

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen am Donnerstag auch im Landkreis Wunsiedel Ausgangssperren erlassen werden. Dies kündigte der Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung an.

Genau wie in der oberpfälzischen Kleinstadt Mitterteich sei dies notwendig, da es dort hohe Fallzahlen gebe. In Mitterteich wurde gestern eine Ausgangssperre verhängt. Bayern wolle in keiner Kommune eine Ausbreitungslage wie etwa im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen oder im österreichischen Ischgl, betonte Söder

Update, 9.29 Uhr - Ausgangssperre in Italien muss verlängert werden

Die Ausgangssperre in Italien wegen der Coronavirus-Pandemie muss nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte über den 3. April hinaus verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Unternehmen zu verlängern, sagte Conte der Zeitung „Il Corriere della Sera“ vom Donnerstag. 

In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit, die bislang bis zum 3. April dauern sollen.

Update, 9.01 Uhr - Regierungserklärung von Markus Söder im Livestream

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wird am Donnerstag im Bayerischen Landtag eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie abgeben. Die Erklärung sehen Sie hier im Livestream:

Update, 8.52 Uhr - Drei weitere Infektionen mit SARS-CoV-2 im Landkreis Altötting

Im Kreis Altötting gibt es drei weitere Corona-Fälle, das hat soeben das Landratsamt mitgeteilt. Demnach sind eine 45-jährige Frau aus Halsbach, eine 17-Jährige aus Tüßling und eine 29-jährige Frau aus Kastl. Damit steigt die Zahl der Patienten im Kreis Altötting auf neun.

Update, 8.29 Uhr - DAV appelliert: Keine Bergtouren, aber in Bewegung bleiben

Die Corona-Krise spitzt sich immer weiter zu, das öffentliche Leben wird immer mehr eingeschränkt. Das betrifft natürlich auch den Bergsport. Rein rechtlich gesehen steht dem – zumindest in den Bayerischen Alpen – nichts entgegen, so der Deutsche Alpenverein. 

Aber nicht alles, was erlaubt ist, ist auch sinnvoll. DAV-Präsident Josef Klenner appelliert deshalb an die Bergsportgemeinde: „Bitte gehen Sie in der momentanen Situation nicht in die Berge – und unternehmen Sie insbesondere keine schwierigen und langen Touren!“ Es gehe darum, so Klenner, alpine Notfälle zu verhindern und dadurch sowohl das Rettungswesen als auch das medizinische System zu entlasten. „Ich bin mir sicher, dass die Bergsportlerinnen und Bergsportler dieses Zeichen der Solidarität gerne setzen!“

Update, 7.55 Uhr - Keller Steff platzt auf Facebook der Kragen

Unter dem Hashtag #socialdistancing gehen derzeit viele Weltstars mit guten Beispiel voran, wie man sich in der aktuellen Krise am besten verhält, um die Verbreitung des Virus bestmöglich zu verlangsamen. 

Keller Steff, Musiker aus Übersee am Chiemsee, hat am Mittwochabend seiner Wut darüber, wie manche Menschen die aktuellen Maßnahmen ignorieren, auf Facebook Ausdruck verliehen. "Ich bin stinkesauer! Es kotzt mich an, dass die Menschen in Deutschland und in Bayern und bei uns am Chiemsee sich benehmen als wär Ostersonntag." Er appelliert an die Menschen, sich an die Maßnahmen zu halten und vernünftig zu sein.

Das Video von Steff Keller ist seit 12 Stunden auf Facebook online und hat bereits riesige Resonanz. Über 3000 User haben den Beitrag geliked, fast 8000 ihn geteilt und fast 150.000 Menschen haben das Video gesehen (Stand 7.55 Uhr). 

Und auch in den Kommentaren geben ihm die Menschen recht. "Ich bin auch zuhause und bleib in meine vier Wänden, aber auf der Straße unten war die Hölle los, als wenn nix wäre. Bin auch so wütend" oder "Die momentane Lage erfordert Hirnschmalz aber leider san fui völlig unbewaffnet" sind dort zu lesen.

Update, 7.32 Uhr -  Lufthansa streicht noch mehr Flüge

Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Coronakrise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April fänden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt mit. Rund 700 von 763 Passagierjets des Konzerns blieben vorläufig am Boden. Fernverbindungen bietet die Lufthansa vorerst nur noch ab Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich an. In München sollen nur noch Kurzstreckenflüge des Ablegers Cityline abheben. Die Maschinen sollen vorwiegend Deutsche aus dem Ausland zurückholen.

Zu einer Prognose für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr sah sich Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin nicht in der Lage. "Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt", sagte der Manager. Die Folgen könne derzeit niemand absehen. "Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann."

Update, 6.58 Uhr - Zahl der Infizierten in der Landeshauptstadt steigt rasant

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in München steigt täglich sehr rasch. Nachdem am Mittwoch noch 99 weitere Infektionen bestätigt wurden, hat die Stadt München am Donnerstag verkündet, dass die Zahl der Coronapatienten um 150 gestiegen ist. 

Update, 6.51 Uhr -  Australien schließt Grenzen

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus schließt Australien seine Grenzen. Ausgenommen von dem Einreiseverbot seien lediglich die eigenen Bürger, Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz sowie deren enge Familienmitglieder, kündigte Premierminister Scott Morrison am Donnerstag an.

Update, 6.43Uhr - Söder hält Regierungserklärung vor Notparlament

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wird am Donnerstag im Bayerischen Landtag eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie abgeben. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird nur ein Fünftel der Abgeordneten im Plenarsaal sein, insgesamt 41. Und sie werden mit entsprechendem Abstand zueinander sitzen.

Nach der Regierungserklärung wird der Landtag über das jetzt schnell erarbeitete Infektionsschutzgesetz beraten. Damit kann ein Gesundheitsnotstand ausgerufen werden, wodurch die Staatsregierung mehr Befugnisse erhält. 

Zudem soll der Nachtragshaushalt verabschiedet werden. Dadurch werde es möglich, dass die Staatsregierung zehn Milliarden Euro für den "Bayerischen Schutzschirm" über die Aufnahme von Krediten finanzieren kann, teilte der Landtag bereits mit. Das Geld werde eingesetzt, um die Verbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen und um wirtschaftliche Folgen der Pandemie abzufedern.

Vorbericht

Das Coronavirus breitet sich rasant aus - jetzt ist im Freistaat die erste Ausgangssperre verhängt worden. In der 6500-Einwohner-Stadt Mitterteich in der Oberpfalz dürfen die Menschen ihre Wohnungen nur noch zum Einkaufen, für Arztbesuche und die Arbeit verlassen.

"Nachdem das Coronavirus auffällig oft im Stadtgebiet von Mitterteich festgestellt wurde, müssen wir von einem Hotspot ausgehen", teilte Bayerns Innenminister Herrmann schon vor seinem Besuch in der Stadt mit. Mit einer Ausgangssperre die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Infektionskette zu unterbrechen, sei eine nahe liegende Maßnahme.

Nach Angaben des Landratsamtes gibt es im Landkreis Tirschenreuth 47 bestätigte Corona-Fälle, 25 davon in Mitterteich (Zum Vergleich: Im Raum Rosenheim liegt die Zahl der Infizierten bei 77, wenngleich hier die Einwohnerzahl im Landkreis bei 257.466 liegt). 

15 der 47 Menschen lägen im Krankenhaus, fünf von ihnen müssten beatmet werden. Es handele sich um einen massiven Anstieg, gerade mit schweren Verläufen, so Herrmann. "Wenn alleine in der Gegend schon Fünf beatmet werden und wenn das so weitergeht, dann stößt man schnell an die Grenzen der Möglichkeiten."

Rosenheimer Spanienrückkehrerin berichtet von der Lage

Spanien ist ein Land, das besonders betroffen hart von der Coronakrise ist. Wir haben mit einerRosenheimerin gesprochen, die am Dienstag aus Barcelona zurückgekehrt ist.

Ganz Tirol unter Quarantäne

Das gesamte österreichische Bundesland Tirol steht seit Mitternacht wegen der Ausbreitung des Coronavirus unter Quarantäne. "Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden. Das bedeutet: Die Gemeinde darf nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen – und dann nur zum nächstgelegenen Ort", teilte Tirols Landeschef Günther Platter am Mittwochabend via Facebook mit.

Ansprache an die Nation

Am Mittwochabend appellierte Bundeskanzler Angela Merkel in einer Fernsehansprache an die Disziplin der Bevölkerung. Es komme in der Corona-Krise auf jeden Einzelnen an, sagt sie. Die Lage sei "sehr ernst und offen."

Umfrage in Bayern

Eine Mehrheit der Menschen in Bayern würde einer Umfrage zufolge die Einschränkung des nationalen Fernverkehrs wegen der Corona-Pandemie gut heißen. 

70 Prozent der Befragten befürworteten das in einer Online-Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins "Kontrovers". Immerhin zwei Drittel der Befragten in Bayern (66 Prozent) halten auch Einschränkungen beim öffentlichen Nahverkehr für gerechtfertigt.

Zum Thema Hamsterkäufe gab rund ein Viertel (24 Prozent) an, sich bereits größere Vorräte an Lebensmitteln und Hygieneartikeln zugelegt zu haben. Das traf auf jüngere Menschen unter 40 Jahren stärker (28 Prozent) zu als auf Menschen ab 65 Jahren (15 Prozent).

Eine große Mehrheit unterstützt der Umfrage zufolge die verschiedenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. So halten etwa mehr als 80 Prozent die vorübergehende Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten im Freistaat für angebracht.

Gleichzeitig fühlen sich die Befragten von den Maßnahmen aber auch eingeschränkt. Allerdings bewerteten nur 24 Prozent die Einschränkungen als sehr stark, mehr als 60 Prozent bezeichneten sie als geringfügig. 

Mehr als drei Viertel (77 Prozent) gaben an, sie hätten soziale Kontakte bereits eingeschränkt. Bei Menschen über 65 Jahren waren es 87 Prozent.

dpa/mz/mh

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