Newsticker zur Corona-Pandemie

Epizentrum des Virus Wuhan wird wieder geöffnet - Studie: Coronavirus mehrere Tage infektiös

Coronavirus - Corona-Bluttests in München
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Eine Mitarbeiterin am Institut für Virologie der technischen Universität München (TUM) pipettiert in einem Labor einen Ansatz zum Proteinnachweis (ELISA). Insgesamt sollen in München Proben in 3000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden.

Landkreis/München - Das Coronavirus hat die Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff. Seit 21. März gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Montag, 6. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 1.469, Landkreis Traunstein 491, Landkreis Berchtesgadener Land 169, Landkreis Mühldorf 285, Landkreis Altötting 276
  • Mindestens 1.500 Todesopfer in Deutschland (444 in Bayern)
  • Bereits Todesfälle in Kreisen Traunstein, Rosenheim, Altötting, Mühldorf und Berchtesgadener Land
  • Bayern verlängert Ausgangsbeschränkung (vorerst bis 19. April)
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Warum gibt es keine Grafik zu den Zahlen von genesenen Personen?

Update, 21.58 Uhr - Die Sorge um Boris Johnson wächst

Die Sorge um Boris Johnson wächst: Wie die BBC nun berichtet, wurde der britische Premier auf die Intensivstation verlegt.

Update, 21.45 Uhr - Das Schlimmste der Viruskrise überwunden: Wuhan wird wieder geöffnet

Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Metropole Wuhan im Kampf gegen das neue Coronavirus werden die letzten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für die elf Millionen Bewohner aufgehoben. In der schwer betroffenen Metropole, wo die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, wird ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 1800 MESZ) der Verkehr normalisiert.

Auch wird der Flugverkehr am Mittwoch wieder aufgenommen. Autos dürfen die Stadt wieder verlassen und die Menschen mit dem Zug reisen - vorausgesetzt, sie sind gesund und hatten jüngst keinen Kontakt zu Infizierten. Die Öffnung der Stadt ist für China ein wichtiges Signal, das Schlimmste überwunden zu haben.

Von den mehr als 80 000 offiziell gemeldeten Infektionen in China waren 50 000 allein in Wuhan. Ähnlich waren von den landesweit mehr als 3300 aufgelisteten Toten mehr als 2500 allein in der Metropole zu beklagen. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass bei weitem nicht alle Fälle mitgezählt wurden.

Update, 20.28 Uhr - Auch Dänemark lockert erste Corona-Maßnahmen

Auch Dänemark hat eine erste Lockerung seiner in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen nach Ostern angekündigt. In einem ersten vorsichtigen Schritt sollten Kinderkrippen, Kindergärten sowie die unteren Jahrgangsstufen von Schulen am 15. April wieder geöffnet werden, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend.

Update, 19.24 Uhr - Studie soll beweisen: Coronavirus in Luft drei Stunden infektiös

Eine neue Studie, die im Fachblatt "The New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, soll beweisen, dass Coronaviren auch über die Atemluft übertragen werden kann. 

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Coronaviren nicht nur durch große Tröpfchen, wie sie etwa beim Husten und Niesen auftreten, übertragen werden: Sie gelangen auch über den feinen Nebel, der jeder Mensch beim Ausatmen ausstößt, in die Luft. 

Dort können sie bis zu drei Stunden infektiös sein; auf anderen Oberflächen können die Viren sogar bis zu drei Tage infektiös bleiben, so das Ergebnis der US-amerikanischen Forscher.

Update, 18.32 Uhr - 50.000 Corona-Verstöße in Bayern

Seit Beginn der bundesweiten Maßnahmen gegen das Coronavirus wurden in Bayern von der Polizei rund 50 000 Verstöße registriert. Zwischen dem Start am 21. März und dem 6. April (6 Uhr) habe es im Freistaat rund 411 000 Kontrollen gegeben, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit.

Rund ein Drittel der Kontrollen hätten sich direkt auf die Überprüfung der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen bezogen. Die restlichen Überprüfungen basierten auf der Einhaltung von Veranstaltungs- und Versammlungsverboten sowie Betriebsuntersagen. "Nicht jeder Verstoß führt zu einer Ahndung durch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde", sagte ein Ministeriumssprecher.

Update, 17.47 Uhr - Mehr als 97 800 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1500 Tote

In Deutschland sind bis Montagnachmittag mindestens 97 800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: 94 900 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1523 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 1384).

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 25 300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 444 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 700 Fällen und mindestens 302 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 193,9 die meisten Infektionen

Im Bundesschnitt waren es 117,6. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Nach Daten der Johns Hopkins University hatten sich in Deutschland bis Montagmittag bereits über 100 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Update, 17.20 Uhr - Merkel dankt Bürgern und spricht über Schutzmasken

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt. "Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten", sagte die CDU-Politikerin am Montag bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne. Merkel hatte sich zuhause isoliert, nachdem sie Kontakt mit einem Arzt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln" gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Die Auflagen müssten schrittweise gelockert werden, stellte sie in Aussicht. Es sei aber noch zu früh, um ein Datum zu nennen. Der Gesundheitsschutz stehe im Vordergrund. Es gebe zwar den Wunsch nach einer Lockerung, aber die Diskussion würde sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn Menschen wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems stürben.

Auf eine Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle. Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: "Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler", sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle. 

"Dabei nie die Abstandsregeln vergessen", warnte sie. "Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig." Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

Deutschland muss als Konsequenz aus der Corona-Krise nach Darstellung von Merkel eine eigene Produktion für Schutzbekleidung aufbauen. Dazu werde im Bundeswirtschaftsministerium ein eigener Stab eingerichtet, kündigte Merkel am Montag in Berlin an.

Merkel sagte, man sei bei der Versorgung mit Gesichtsmasken vorangekommen, aber noch nicht im wünschenswerten Umfang.

Merkel hat ebenfalls dazu aufgerufen, die Europäische Union in der Corona-Krise entschlossen zu verteidigen. Die Union stehe vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung, sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin. Die Pandemie sei ein "symmetrischer Schock", der alle Staaten gleichermaßen betreffe. Es sei das Interesse aller EU-Staaten, auch Deutschlands, dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgehe.

Update, 16.43 Uhr - Seit Donnerstag keine neuen Todesfälle

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es mittlerweile insgesamt 169 bestätigte Coronafälle im Landkreis Berchtesgadener Land gibt (Stand: 6. April, 12 Uhr); das bedeutet einen Anstieg um vier  Coronainfektions-Fälle im Vergleich zum Vortag. 

Seit Donnerstag sind keine weiteren Corona-Patienten im Landkreis Berchtesgadener Land verstorben. 47 Personen sind mittlerweile genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. 

Bei den nunmehr 118 aktuell in Behandlung befindlichen Covid-19-Patienten ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein (z. B. häusliche Quarantäne und medizinische Versorgung). 

Aktuell befinden sich 155 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. 385 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile aus der Quarantäne entlassen worden.

Wichtiger Hinweis des Gesundheitsamtes

Das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land weist ausdrücklich darauf hin, dass Personen in Quarantäne aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr die eigene Wohnung/das eigene Haus nicht verlassen dürfen und für das Gesundheitsamt jederzeit zu Hause erreichbar sein müssen. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.

Aktuell sind im Landkreis Berchtesgadener Land insgesamt 37 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung, sieben davon befinden sich in intensivmedizinischer Betreuung. Diese 37 Patienten haben aber nicht alle ihren Wohnsitz im Berchtesgadener Land und gehören somit nicht automatisch zu der Gruppe der insgesamt 169 bestätigten BGL-Coronafälle.

Coronafälle über den gesamten Landkreis verteilt

Aus gegebenem Anlass weist das Landratsamt Berchtesgadener Land darauf hin, dass die Corona-Infektionsfälle über den gesamten Landkreis Berchtesgadener verteilt sind und es keine Gemeinden als örtliche Schwerpunkte („Hotspots“) gibt. Dies zeigt sich vor allem daran, dass sich die Verteilung der Corona-Fälle im Landkreis oft täglich ändert.

Update, 16.30 Uhr - "Nur" vier neue Fälle im Landkreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn gibt es vier neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 6. April, 15 Uhr). 

Dabei handelt es sich um eine erwachsene Person über 60 Jahre und drei Erwachsene in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre.

Eine 77-jährige Freu, die mit dem Corona-Virus infiziert war, ist leider verstorben. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 285 bestätigte Fälle vor, 44 davon werden stationär behandelt.

Für die Klinik Mühldorf, welches als Corona-Zentrum für die Landkreise Altötting und Mühldorf festgelegt wurde, ergeben sich zum Stichdatum-/zeitpunkt folgende Zahlen: 

  • Stationäre Corona-Verdachtsfälle: 45 
  • Stationäre Corona-Positivfälle: 97 
  • Davon intensivpflichtige Corona-Patienten: 12 
  • Entlassene Corona-Patienten: 8

Update, 16.24 Uhr - Live-PK: Merkel spricht über Maßnahmen in Corona-Krise

Statement und Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel zu den Maßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Update, 16.16 Uhr - Keine weiteren Todesfälle im Kreis Rosenheim

Über das Wochenende hat es im Zuständigkeitsbereich des Rosenheimer Gesundheitsamtes keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. 

Das Gesundheitsamt meldete für Stadt und Landkreis Rosenheim (Stand: 5. April, 24 Uhr) 1.469 Infizierte. Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zum Samstag bei 52 Personen. Mit 35 Personen ist die Zahl der Verstorbenen gleichgeblieben

Insgesamt 84 Personen gelten als genesen.

Update, 16.04 Uhr - 3.794 Infektionen in München

Im Landkreis München wurden seit Sonntag elf weitere Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Damit gibt es seit Meldung des ersten Falls im Landkreis München am 4. Februar 2020 insgesamt 904 bestätigte Infektionsfälle (Stand: 6. April, 12 Uhr). Seit dem 26. März 2020 wurden insgesamt 10 Todesfälle bestätigt.

Im Stadtgebiet sind derzeit 3.794 Infektionen gemeldet. Die Stadt vermeldet 16 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Die Zahlen steigen damit zwar weiterhin, aber weniger stark als in der Vorwoche. 

Update - 15.47 Uhr - 491 bestätigt Corona-Fälle im Raum Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 491 bestätigte Corona-Fälle vor. Das ist ein Anstieg um 25 Neuinfektionen im Vergleich zum Sonntag. Insgesamt wurden 230 Frauen und 261 Männer positiv getestet. 

Seit der letzten Lagemitteilung ist beim Gesundheitsamt eine weitere Todesmeldung eingegangen. Dabei handelt es sich um einen Mann (68), bei welchem auch Covid-19 diagnostiziert wurde. Der Mann wurde bereits palliativ betreut. 

Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 12 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus vor.

Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen aller betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Alle Personen werden medizinisch versorgt.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 66 Coronavirus-Patienten behandelt, davon befinden sich unverändert 11 Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (vier in Traunstein und sieben in Trostberg).

Update, 15.13 Uhr - 15 neue Fälle im Kreis Altötting

Im Landkreis Altötting wurden bislang 276 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Damit wurden am Montag 15 neue Corona-Fälle bestätitg. 

Dabei handelt es sich insgesamt um neun Frauen aus Erlbach, Haiming, Unterneukirchen, Burghausen(3), Garching und Burgkirchen(2) und sechs Männer aus Burgkirchen(2), Heimging, Garching und Burghausen.

Update, 14.43 Uhr - Merkels Corona-Exit-Plan für Deutschland - kommt die Maskenpflicht?

Um 16.30 Uhr könnte es interessant werden. Dann spricht Merkel in einer Pressekonferenz. Möglicherweise gibt sie dann einen Ausblick, wie Deutschland aus den aktuellen Maßnahmen wie der Kontaktsperre aussteigen wird.

Bild berichtet unterdessen von einem Konzeptpapier des Innenministeriums für den Corona-Maßnahmen-Exit: Demnach sollten zuerst der Einzelhandel, Restaurants und in bestimmten Regionen die Schulen wiedereröffnet werden. Großveranstaltungen und private Feiern müssten aber vorerst verboten bleiben. 

Die Einschränkungen sollen aber bislang bis zum 19. April gültig bleiben.

Allerdings muss laut dem Bericht eine Voraussetzung für die Lockerung der Maßnahmen erfüllt sein: Die Ansteckungsrate muss unter eins bleiben. Das ist aktuell nicht der Fall. 

Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte am Montag die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie noch keinen solchen Stichtag nennen könne und dies in der jetzigen Situation auch unverantwortlich wäre.

Außerdem könnte in Deutschland bzw. Bayern ähnlich wie in Österreich auch eine Maskenpflicht eingeführt werden. In Bussen, Bahnen, Fabriken und Gebäuden sei dann das Tragen von Atemschutzmasken verpflichtend. 

Ich bin kein Gegner der Maskenpflicht, vieles spricht dafür. Wir werden sicher auch zu einem verstärkten Einsatz von Masken kommen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder.  Allerdings könnten die Masken keine Ausgangssperre oder Kontaktsperre ersetzen.

Update, 14.07 Uhr - Trotz Lockerungen in Österreich: Bayerns Regierung bekräftigt Zeitplan

Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich beim zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

In Österreich hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag erläutert, wie dort nach Ostern der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen soll. Ziel ist es demnach, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen.

Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure in Österreich wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden aber bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutzes künftig in vielen Bereichen Pflicht.

Update, 13.45 Uhr - Tirol hebt Vollquarantäne auf

Die Quarantäne in Tirol wird am Dienstag  (7. April) aufgehoben. Dies teilte die Landesregierung am Montag (6. April) in einer Pressekonferenz mit. Die Ausgangsbeschränkungen behielten aber ihre Gültigkeit. Weiterhin unter Quarantäne bleiben die Orte Paznaun, St. Anton und Sölden.

Update, 13.33 Uhr - Das musst Du über das Kurzarbeitergeld wissen

Zahlreiche Unternehmen haben bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt, um Kündigungen zu vermeiden, wenn das Unternehmen die Arbeit vorübergehend reduzieren oder ganz einstellen muss. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fragen sich, was das für sie bedeutet. Die Agentur für Arbeit Rosenheim hat Antwort.

Update, 13.15 Uhr - Landkreis Altötting will Atemschutzmasken verteilen

Der Landkreis Altötting will an alle Bürgerinnen und Bürger Atemschutzmasken verteilen. Dies sieht ein neues Mundschutz-Konzept vor. Landrat Erwin Schneider bestätigte das Vorhaben am 6. April dem Bayerischen Rundfunk. Man wolle aber bis noch warten, bis sich der derzeit angespannte Markt beruhigt habe, und der medizinische Bedarf gedeckt sei. Dies werde laut Schneider jedoch nicht vor Ende der Osterferien geschehen. Die Masken sollen dann vor allem im öffentlichen Raum getragen werden.

Update, 12.51 Uhr - BMW verlängert Produktionsstopp bis 30. April

BMW hat den Produktionsstopp in seinen Werken in Europa und Nordamerika bis Ende April verlängert. Wegen der Corona-Pandemie sei "mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkte" zu rechnen, teilte BMW am Montag in München mit. Weil die Autohäuser geschlossen seien, "wird es noch länger dauern, bis die Märkte sich wieder erholen".

BMW hatte seine Werke in Europa, Südafrika und Mexiko bereits Mitte März herunterfahren, das Werk Spartanburg in den USA folgte Ende März. In diesen Werken werde im April kein Auto und kein Motorrad gebaut, sagte ein Sprecher. Am größten BMW-Standort Shenyang in China laufen die Bänder seit Mitte Februar wieder.

In Deutschland sind rund 20.000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Mehrere tausend Mitarbeiter nutzten den Produktionsstopp aber für Umbauten in den Werken, teilte der Konzern mit. In München und Dingolfing werden die Bänder für den Anlauf der Elektroautos i4 und iNext im kommenden Jahr vorbereitet. In Landshut und Wackersdorf läuft die Komponentenfertigung weiter. Das Motorenwerk im österreichischen Steyr, das Motoren auch für China baut, soll nach derzeitigem Plan bereits am 18. April wieder in Betrieb gehen.

Update, 12.29 Uhr -  Spahn will Meldepflicht für Intensivbetten

Angesichts der Corona-Krise müssen Kliniken freie Intensivbetten künftig verpflichtend und täglich an ein zentrales Register melden. Das sieht ein Verordnungsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor. 

Der CDU-Politiker erklärte: „Wir brauchen einen genauen Überblick über belegte und freie Intensivbetten in Deutschland.“ Die allermeisten Kliniken meldeten bereits freiwillig ihre aktuelle Kapazität, aber leider immer noch nicht alle.

Update, 12.03 Uhr - Auslandsrückkehrer sollen zwei Wochen in Quarantäne

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nachmehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern.

Reisende dürfen wegen der Corona-Pandemie nur noch aus einem „triftigen Reisegrund“ nach Deutschland kommen. Grundsätzlich sind demnach Einreisen aus Drittstaaten nur noch in ausgewählten Fällen zulässig, die Reisenden werden an den deutschen Schengen-Außengrenzen kontrolliert. Über EU-Bürger oder langjährig in Deutschland lebende Personen hinaus gebe es Ausnahmen für medizinisches Personal, Pendler, Diplomaten und weitere Personengruppen.

Update, 11.20 Uhr - Österreich will Maßnahmen schrittweise zurückfahren

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ist in Wien vor die Presse getreten. Er beginnt sein Statement mit einer großen Bitte. "Die Osterwoche wird dafür ausschlaggebend sein, dass unsere Wiederauferstehung nach den Feiertagen stattfinden kann. Halten Sie sich bitte weiterhin an die Maßnahmen. Feiern Sie nicht gemeinsam mit den Verwandten."

Stufenweise sollen ab Dienstag, 14. April, erste Geschäfte wieder öffnen. Den Anfang machen kleine Geschäfte bis 400 Quadratmeter, sowie Bau- und Gartenmärkte. 

Alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure dürfen ab dem 1. Mai wieder öffnen. Alles weitere - Hotels, Gastronomie, etc. - sollen stufenweise ab Mitte Mai wieder geöffnet werden. Kurz kündigt auch Begleitmaßnahmen an.

Die geltenden Ausgangsbeschränkungen in Österreich werden laut Kurz bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

Update, 11.03 Uhr - Kurz-PK im Livestream

Montagvormittag informieren Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer über aktuelles zur Corona-Krise.

Bei dem Medientermin wird es auch um den viel diskutierten Oster-Erlass und die Corona-App gehen. Zudem wird darüber spekuliert, ob Termine für erste, schrittweise Geschäftsöffnungen nach Ostern bekannt gegeben werden.

Update, 10.45 Uhr - Kanzleramt: Corona-App sehr bald einsatzbereit

Die geplante Handy-App zur Analyse der Corona-Infektionswege ist nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun sehr bald einsatzbereit - schon in den kommenden Tagen oder spätestens Wochen. Weiter sagte der CDU-Politiker am Montag in der Sendung "Frühstart" der RTL/ntv-Redaktion, eine solche Tracking-App sei Teil der Exit-Strategie der Bundesregierung, um die angeordneten Kontaktverbote und andere Beschränkungen schrittweise lockern zu können. Konkret werde darüber nach Ostern gesprochen.

Zu den Voraussetzungen für Lockerungen zählen nach seinen Worten mehr Intensivbetten, aber eben auch eine verbesserte Kontaktverfolgung von Infizierten. "Dabei spielt die Tracking-App, die dem EU-Datenschutz genügen muss, eine entscheidende Rolle - und mehr Personal für die Gesundheitsämter."

Eine Expertengruppe habe kürzlich das technische Konzept veröffentlicht. "Alle, die diese App entwickeln möchten, können auf diesem Konzept aufbauen", sagte Braun. Der Kanzleramtschef forderte zudem ein europaweit einheitliches Programm. "Wir brauchen das in jedem Fall EU-weit." Das begründe sich allein durch den europäischen Binnenmarkt und die zahlreichen Pendler, die jeden Tag die Grenze überquerten. "Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass es jetzt viele verschiedene Tracking-Apps gibt."

Update, 10.26 Uhr - Tafel Freilassing öffnet wieder

Am Ostersamstag, den 11. April 2020, öffnet die Tafel Freilassing wieder die Lebensmittelausgabe. Der Einlass beginnt ab 12.45 Uhr an der Lindenstraße 6. 

Der Einlass erfolgt einzeln nach Aufruf, so die Freilassinger Tafel auf ihrer Facebook-Seite. Die Abholer werden gebeten, soweit vorhanden, Mundschutz zu tragen und wenn es auch nur ein Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase ist.

Update, 9.58 Uhr - Lehrerverband: Schlechte Schüler sollen freiwillig sitzen bleiben

Der Deutsche Lehrerverband rät Schülern mit schlechten Leistungen, wegen der Corona-Krise lieber freiwillig die Klasse zu wiederholen, anstatt "mit massiven Wissenslücken" ins nächste Schuljahr zu starten. Diese Empfehlung gelte aber nur für Schüler, bei denen "bereits vor Corona solche Leistungsdefizite feststellbar waren, dass ein Erreichen des Klassenziels unwahrscheinlich gewesen wäre", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung (Montag). 

"Das freiwillige Wiederholen hat in vielen Bundesländern auch den Vorteil, dass es nicht als Pflichtwiederholung gewertet wird, was ein nochmaliges Wiederholen einer Jahrgangsstufe ausschließen kann", erklärte Meidinger. Gleichzeitig forderte er großzügige Versetzungsregeln: "Weil ja ansonsten Schülern, die sitzen zu bleiben drohen, die Chance genommen wird, sich zu verbessern und das Klassenziel noch zu erreichen."

Grundsätzlich müssten Schulen in allen Bundesländern nun überlegen, wie sie "wieder in die Normalspur der Lehrplanerfüllung einschwenken können", sagte Meidinger. Vorstellbar wären etwa zusätzliche Förderkurse und Kürzungen eventuell verzichtbarer Lehrplaninhalte.

Update, 9.26 Uhr - Wiederholte Falschmeldungen zu Gäubodenvolksfest 2020

Bereits zum zweiten Mal geht eine Meldung durchs Netz, wonach das Gäubodenvolksfest 2020 wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden sei. Dabei handelt es sich allerdings - wie auch beim ersten Mal - um eine Falschmeldung

Das stellte Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr am Sonntag in einer Stellungnahme auf Facebook klar. "Etwas monothematisch ausgerichtet ist er/sie ja schon - wieder einmal das Gäubodenvolksfest", schrieb Pannermayr mit Blick auf den unbekannten Verfasser. Zumindest eine Verbesserung gebe es aber: "Immerhin ist mein Name diesmal richtig geschrieben."

Bereits am Wahlsonntag war in den sozialen Netzwerken eine Meldung zu finden, wonach das Gäubodenvolksfest 2020 abgesagt worden sei. Ob das diesjährige Gäubodenvolksfest tatsächlich wie geplant im August stattfinden kann, ist momentan noch nicht sicher.

Update, 8.56 Uhr - Kurz will am Montag über weiteres Vorgehen informieren

Die österreichische Bundesregierung wird am Montag die Menschen über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus informieren. Es wird erwartet, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und weitere Mitglieder des Kabinetts bei einer Pressekonferenz um 11 Uhr erste Lockerungen der drastischen Anti-Corona-Maßnahmen ab dem 14. April verkünden.

Kurz hatte im Verlauf des Wochenendes mehreren Medien Interviews gegeben. Dabei machte er deutlich, dass vor allem der Handel schon bald auf Lockerungen hoffen kann. Große Veranstaltungen werden dagegen wohl erst deutlich später wieder möglich sein. Kurz betonte, dass der Weg zurück zur Normalität schrittweise erfolgen müsse.

Update, 8.23 Uhr - Aktuelle Zahlen von RKI und Johns Hopkins Universität

Deutschland hat nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität jetzt mehr als 100.000 bekannte Coronavirus-Infektionsfälle. Die Universität, die die Zahlen nach einer anderen Methodik als das Robert Koch-Institut (RKI) erhebt, meldete Sonntagabend um 22.52 Uhr, dass sich in Deutschland 100.009 Menschen infiziert haben. Die Zahl der Toten liege bei 1.575 und die der Genesenen bei 28.700.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet mit Stand 6. April 0 Uhr insgesamt 95.391 Infizierte in Deutschland und damit weitere 3677 Neuinfektionen. Die Zahl der Toten stieg demnach um 92 auf 1434.

Für Bayern meldet das RKI weitere 1128 Fälle, wodurch die Gesamtzahl auf 24.974 Infizierte steigt. Die Zahl der Toten in Bayern stieg auf 437.

Update, 7.48 Uhr - Tiger in New York positiv getestet

In einem New Yorker Zoo ist ein Tiger positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das vierjährige Weibchen Nadia leide an einem trockenen Husten, werde sich aber voraussichtlich erholen, teilte der Tiergarten im Stadtteil Bronx mit.

Es sei weltweit die erste bekannte Infektion bei einem Tiger und das erste Mal, dass in den USA bei einem Tier die Krankheit nachgewiesen worden sei.

Update, 7.23 Uhr - Amper Klinik in Dachau geht in Normalbetrieb über

Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen hatte das Helios Amper Klinikum in Dachau zwischenzeitlich nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten aufgenommen, nun soll sich der Betrieb aber wieder normalisieren.

Die komplette Testung der Patienten und Beschäftigten am Helios Amper-Klinikum Dachau habe bis Sonntagabend ergeben, dass bei den knapp 200 Patienten bisher keine weitere Infektion festgestellt wurden; die Testergebnisse von 40 Patienten sind jedoch noch offen. So das Landratsamt Dachau auf seiner Homepage.

Bei den über 1000 Beschäftigten liege bereits von gut der Hälfte die Ergebnisse vor; hier seien tatsächlich sieben Personen positiv getestet und nun vom Gesundheitsamt unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Die noch ausstehenden Ergebnisse sollen bis spätestens Montagmittag vorliegen.

Nach baulichen Veränderungen könnten nun wieder verschiedene Bereiche des Amper Klinikums in Normal-Betrieb gehen. Die Geburtshilfe solle nach Angaben des Landratsamts morgen (Montag) wieder starten. Die KVB-Bereitschaftspraxis und die ambulante Nothilfe sind ab sofort wieder für alle Patienten offen. Eine stationäre Aufnahme von Nicht-Corona-Patienten soll ab Mitte der Woche möglich sein.

Update, 6.51 Uhr - Ab heute Maskenpflicht in österreichischen Supermärkten

Die österreichische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Maßnahmen verschärft und unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt. Ab heute tritt diese Regelung in Kraft. 

Bei Verstößen gegen die neuen Regeln im Supermarkt drohen ab sofort harte Strafen: Bis zu 3.600 Euro könnten von Maskensündern kassiert werden. Für Unternehmen, die sich nicht an die ab heute geltenden neuen Corona-Regeln halten, wären sogar bis zu 30.000 Euro möglich.

Wer aber die Maskenpflicht in den landesweit 10.000 Supermärkten mit mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche überprüfen soll, ist laut oe24.at allerdings offen. Die Polizei wolle die neue Verordnung nicht überprüfen: „Wir rücken nur aus“, hieß es, „wenn sich Kunden gegen die Maskenpflicht wehren und wir gerufen werden.“

Update, 6.19 Uhr - 193 neue Fälle am Sonntag in München

In München wurden am Sonntag (5.April) 193 neue Coronavirus-Fälle registriert, wie die Stadt München bekannt gab (Stand 13.30 Uhr). Somit gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt insgesamt 3.542 registrierte Fälle. Davon sind 1.103 Personen bereits geheilt. Auch die 14 Todesfälle in München sind in dieser Zahl enthalten.

Vorbericht - Viele am Wochenende vernünftig, aber auch Ausnahmen

Die Menschen in Bayern haben sich am Wochenende nach Polizeiangaben weitgehend an die Ausgangsbeschränkung gehalten, die wegen der Corona-Krise gilt. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen zog es zwar viele Spaziergänger und Freizeitsportler an die frische Luft, jedoch beachteten die meisten Menschen dabei die Vorgaben - also entweder alleine oder nur mit dem Partner oder Familienangehörigen unterwegs zu sein. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Mit einem eindringlichen Appell wandte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag an alle Bürger im Freistaat. "Wenn man raus schaut: Das Wetter ist super. Und ich habe total Verständnis, dass es einen raus drängt", sagte er in einer Videobotschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Aber: "Bitte auf die Regeln achten." Ansonsten würde die Erfolge, die es schon gebe, gefährdet werden. Die Ausgangsbeschränkung im Freistaat gilt vorerst bis zum 19. April.

Fast 400 Verstöße an einem Tag in München

Die Polizei in München registrierte nach eigenen Angaben zwischen Samstag- und Sonntagmorgen bei gut 9000 Kontrollen etwas mehr als 370 Verstöße. So fand beispielsweise in der Nacht zum Sonntag in einer Wohnung und einem Innenhof eines Mehrfamilienhauses eine Party statt, bei der auch mehrere Besucher anwesend waren, die nicht in dem Haus lebten. In Memmingen im Allgäu beispielsweise beendete die Polizei eine Geburtstagsparty mit sieben Gästen sowie eine ebenso unerlaubte Familienfeier.

In Parks und auf öffentlichen Plätzen stellte die Polizei im Norden Schwabens am Freitag und Samstag im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen allerdings deutlich mehr Verstöße fest, wie sie am Sonntag mitteilte. Etwas mehr als 300 Menschen erhielten demnach eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz. In Augsburg schnitt ein 69-Jähriger auf seinem Weg durch einen Park mehrere Absperrbänder mit einem Taschenmesser ab.

Auch in Franken wurden am Wochenende laut Polizei zahlreiche Anzeigen erhoben. In Unterfranken kontrollierten die Beamten am Samstag rund 15 Motorradfahrer, die bei dem warmen Wetter eine Spritztour machten. In Bad Brückenau (Landkreis Bad Kissingen) lösten sie ein Treffen von neun Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einer Wohnung auf. Insgesamt erhielten in Unterfranken rund 270 Menschen eine Anzeige.

Zwar genossen an den bayerischen Seen viele Menschen die Sonne bei einem Spaziergang, die meisten hielten sich aber an die Regeln, wie die Polizei in Oberbayern mitteilte. Trotzdem bekamen in der Region allein am Samstag 480 Menschen Anzeigen wegen Verstößen. Im Karwendel trafen die Beamten auf zwei Camper, die dort ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Sie mussten den Heimweg antreten.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Samstagnachmittag bereits eine positive Bilanz gezogen. "Die Polizei stellt fest, dass sich die allermeisten Bürger sehr gut an die Vorschriften halten", sagte er. Es habe keinen großen Ausflugsverkehr ins bayerische Oberland und nur sehr wenige Ausflügler und Touristen gegeben.

mh/dpa

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