NEWSTICKER ZUR CORONA-PANDEMIE

Virus fordert Todesopfer in Rosenheim - Fast 800 Tote in Italien an einem Tag

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Brescia: Medizinisches Personal behandeln auf der Intensivstation des Krankenhauses von Brescia einen Patienten. In der Lombardei liegen die Metropole Mailand und die heftig von der Krankheit Covid-19 betroffene Zone um Bergamo.

Landkreis - Das Coronavirus hat Bayern und Europa fest im Würgegriff. Am Freitag wurde von der Bayerischen Regierung eine Ausgangsbeschränkung verhängt. Die Entwicklungen am Samstag im News-Ticker:

CORONA - DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 212, Landkreis Traunstein 50, Landkreis Berchtesgadener Land 28, Landkreis Mühldorf 16, Landkreis Altötting 18
  • Bayern schließt alle Schulen und Kitas ab Montag (16. März) bis Ende der Osterferien
  • Bayern verhängt Ausgangsbeschränkung für 14 Tage
  • Mindestens 54 Todesopfer in Deutschland (20 in Bayern)
  • Erster Todesfall im Landkreis Traunstein am Donnerstag
  • Erster Todesfall im Landkreis Rosenheim am Samstag
  • Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger in die EU
  • Öffentliches Leben in Bayern seit Dienstag massiv eingeschränkt
  • In Italien inzwischen mehr Corona-Tote als in China

Nützliche Links zum Thema Corona


Update, 19.32 Uhr - Coronavirus Fallzahlen und Altersstruktur in Stadt und Landkreis Rosenheim

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 20.03.2020 (Stand: 24 Uhr). Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dem Gesundheitsamt 212 Fälle von COVID-19 gemeldet.

Es handelt sich dabei zunehmend um Einzelerkrankungen, die nicht mehr einem Krankheitsausbruch mit gemeinsamer Quelle zugeordnet werden können. Diese neuen Fälle wurden durch Abstriche von mehreren Arztpraxen in der Region bei ihren Patienten diagnostiziert. In vielen Fällen lassen sich die neuen Erkrankten nicht mehr auf eine bekannte Ansteckungsquelle zurückführen. Aufgrund der Menge von Erkrankungsfällen, der Vielzahl der engen Kontaktpersonen und der Kürze der Inkubationszeit können die Infektionsquellen nicht mehr in jedem Fall zuverlässig und zeitnah unterbrochen werden. Das Gesundheitsamt Rosenheim beobachtet und analysiert die Lage weiterhin sehr genau.

Bisher ist die Altersgruppe zwischen 40 und 60 am häufigsten betroffen.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Update, 18.24 Uhr - Corona-Pandemie in Italien: Fast 800 Tote an einem Tag

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Italien an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet. Bis Samstag starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag und so viele wie bisher an keinem anderen Tag seit dem Ausbruch in dem Land Ende Februar. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei.

Italien ist das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt. Die Regierung hatte daher erst am Freitag die Ausgangssperren verschärft, die seit dem 10. März landesweit gelten. Allerdings fordern Regionalpolitiker im Norden weitere Maßnahmen. In der Lombardei war der Ausbruch vor einem Monat bemerkt worden.

Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf 53 578 Menschen - das sind mehr als 4800 mehr als am Vortag.

Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Unklar ist die genaue Ursache dafür. Es könnte mehrere Gründe geben: Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit - und die meisten Toten waren ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Viele Großeltern wohnen mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind mehr als zum Beispiel in Deutschland in das tägliche Leben eingebunden. Daher sind Ansteckungen einfacher. Auch gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Infizierten wesentlich höher ist als angegeben, viele mild oder symptomlos verlaufende Fälle werden nicht erfasst. Daher ergibt sich eine höhere Sterberate als zum Beispiel in China oder auch in Deutschland.

dpa

Update, 17.53 Uhr - Bund will nach Medienberichten 356 Milliarden Euro Schulden aufnehmen

Der Bund will laut Süddeutscher Zeitung 356 Milliarden Euro Schulden aufnehmen, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft eindämmen zu können. 

Nach Süddeutscher Zeitung wurde dies bei Verhandlungskreisen in Berlin am Samstag (21. März) bekannt. Dies entspreche dem Volumen eines zusätzlichen Bundeshaushalts des Jahres 2020.

Update, 17.08 Uhr - Tirol in Quarantäne und OVB24-Redakteur mittendrin

Daniel Pichler ist Onlineredakteur bei OVB24. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin und den drei gemeinsamen Kindern im Tiroler Unterland mitten im Quarantäne Gebiet. Für die OVB24-Portale berichtet er vom neuen Leben zwischen Ausgehverboten, Angst und dem Arbeiten mitten im Familienalltag.

Update, 16.55 Uhr - THW Rosenheim errichtet Wartebereich in Aising

Aufgrund der weiteren Ausbreitung von Covid-19 wurden die Helfer des THW am 21. März mit einem Zeltbau beauftragt.

Im Rosenheimer Ortsteil Aising errichteten die Helfer ein Zelt inklusive Infrastruktur. Dieses dient als Wartebereich für Patienten einer Praxis.

Update, 15.50 Uhr - 16 weitere bestätigte Coronavirus-Fälle in Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein gibt aktuell (21.März, 15 Uhr) 16 weitere bestätigte Corona-Fälle. Dabei handelt es sich um sechs erwachsene Frauen und zehn erwachsene Männer. Alle 16 Personen werden bereits medizinisch behandelt und sind klinisch stabil. Das Gesundheitsamt Traunstein ermittelt derzeit die Kontaktpersonen aller betroffenen Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Traunstein aktuell 50 bestätigte Fälle vor.

Bitte beachten Sie hierzu:

Die Zahl gibt die Summe aller jemals gemeldeten Infektionen wieder. Dazu zählen auch Personen, die längst wieder gesund und virenfrei sind. Die Zahl kann also nur steigen, von ihr wird nichts mehr abgezogen.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Update, 15.24 Uhr - Darf ich meine Oma noch besuchen? Polizei informiert

Viele Menschen sorgen sich in der aktuellen Krise vor allen Dingen um ihre ältere Verwandtschaft. Was den Besuch bei den Großeltern angeht, hat das Polizeipräsidium Oberbayern einen Leitfaden herausgegeben. 

Die Beamten schreiben zu dem Facebook-Post als kleine Hilfestellung zu dieser Frage: "Habe ich einen triftigen und unaufschiebbaren Grund, das Haus zu verlassen (Arbeit, Arzt, Lebensmitteleinkauf, Hilfeleistung)? Mit dieser Fragestellung lassen sich die meisten Fragen bereits entsprechend selbst beantworten."

Update, 15.06 Uhr - Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim

In einem Würzburger Pflegeheim sind nach Coronavirus-Infektionen neun Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Eine Evakuierung des Heims ist nach Angaben des Landesamts derzeit "aus fachlichen Gründen nicht angezeigt".

Seit dem ersten Todesfall gelten in dem Heim laut dem Landesamt besondere Schutzvorkehrungen. So gelte seit 12. März ein striktes Besuchsverbot. Die Bewohner würden isoliert und dürften ihre Zimmer nicht verlassen. Die Patientenräume würden von Pflegekräften nur in Schutzanzügen und mit Atemschutzmasken betreten.

Auch Reinigungskräfte trügen Schutzkleidung. Weil infiziertes Personal vorübergehend in Quarantäne zu Hause bleiben müsse, würden Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen des Heimträgers in dem Haus eingesetzt, sagte die Heimleiterin. Wie das Virus in die Einrichtung gekommen ist, lasse sich nicht mehr nachvollziehen.

dpa

Update, 14.46 Uhr - Drei Neuinfizierte im Berchtesgadener Land

Wie das Landratsamt Berchtesgadener Land in einer Pressemitteilung verlauten ließ, sind drei weitere Menschen am Coronavirus erkrankt. 

Alle infizierten Personen werden medizinisch behandelt und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Weitere 301 direkte Kontaktpersonen sind in häuslicher Isolation und stehen im täglichen Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Update, 13.20 Uhr - Corona fordert Todesopfer im Kreis Rosenheim

Im Zuständigkeitsbereich des Rosenheimer Gesundheitsamtes gibt es einen ersten Todesfall der auf das neuartige Corona-Virus zurückzuführen ist. Es handelt sich um einen Mann aus dem Landkreis. Insgesamt ist die Zahl der Menschen, die nachweislich mit dem Virus infiziert sind, bis Freitag (Stand: 24 Uhr) auf 212 Personen deutlich angestiegen.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Update, 13 Uhr - Bund will Länder für Corona-Bekämpfung entmachten

Wie die F.A.Z. am Samstag berichtet, soll das Infektionsschutzgesetz dahingehend geändert werden, dass Gesundheitsminister Spahn künftig deutschlandweit die Zügel in der Corona-Bekämpfung in der Hand hält. Der Gesetzesentwurf, der der FAZ vorliege, besage, dass der Bund in Zukunft wesentlich mehr Eingriffsmöglichkeiten haben solle. Die Bundesländer sollen teilweise entmachtet werden. Die Bundesregierung könne dann grenzüberschreitende Personentransporte unterbinden, per Handyortung Kontaktpersonen von Corona-Patienten suchen, die Versorgung mit Schutzanzügen und Medizin steuern und medizinisches Fachpersonal zwangsrekrutieren. Damit wolle man ein zentralisierten, konzentriertes Vorgehen gegen den Corona-Virus ermöglichen.

Nur Ausgangssperren könne der Bund dann nach wie vor nicht verhängen. Am Montag soll der Gesetzesentwurf im Bundeskabinett verabschiedet werden und binnen einer Woche in den Bundestag und in den Bundesrat gehen.

Gegenüber der F.A.Z. habe Spahn erklärt, dass man jetzt Hand in Hand gegen die Epidemie arbeite. Weiter heißt es: "Wir können künftig in einer Lage wie dieser binnen Stunden für Ärzte, Pflegekräfte, Apotheker und alle anderen, die weit über das normale Maß anpacken, Bürokratie wegnehmen, Regeln anpassen, Vergütungen erhöhen.“

Die Bundesregierung solle durch diese Maßnahmen in die Lage versetzt werden, schnell wichtige Maßnahmen zu ergreifen. Die Regierung könne dann ohne Zustimmung des Bundesrates personelle Aufstockungen im medizinischen Bereich anordnen und Maßnahmen zur medizinischen Versorgung treffen. 

Die Befugnisse die die Bundesregierung erhalte, wenn sie die Macht im Fall einer epidemischen Lage von nationaler Reichweite an sich zieht, seien jedoch auch sehr weitreichend und schränken die Grundrechte massiv ein, heißt es weiter. 

Update, 12.32 Uhr - 112 Neuinfektionen an einem Tag im Kreis Rosenheim

Wie Ina Krug, Pressesprecherin des Landratsatsamts Rosenheim, auf Nachfrage von rosenheim24.de berichtet, wurden im Landkreis bis Freitag, den 20. März um 24 Uhr insgesamt 212 Coronafälle gemeldet. Das heißt, dass es in etwas mehr als 24 Stunden zu 112 Neuinfektionen kam. 

Update, 11.30 Uhr - Rosenheimer CSU fordert Unterstützung

Die CSU-Stadtratsfraktion hat einen Antrag zur Stundung der kommunalen Abgaben und Herabsetzung der Vorauszahlungen bis auf null Euro gestellt. Dieser soll der heimischen Wirtschaft in der Corona-Krise helfen.

Update, 10.10 Uhr - Rosenheimer Unternehmen will bei Aufklärung helfen

Das junge Rosenheimer IT-Unternehmen "innFactory" vom digitalen Gründerzentrum "Stellwerk18" will Hilfe in der Aufklärung über das Coronavirus leisten. Die Mitarbeiter haben einen Chatbot entwickelt, der die Menschen in Deutschland mit wichtigen Informationen über das Virus versorgt.

Update, 9.55 Uhr - Einzelne Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen

Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, kam es trotz der seit Mitternacht geltenden Ausgangsbeschränkungen zu einzelnen Verstößen. Die Polizei führte zahlreiche Kontrollen durch und stellte dabei in der Oberpfalz drei Verstöße fest. In Unterfranken feierten einige Jugendliche sogar in einem Bauwagen Geburtstag, drei weitere saßen an einem Lagerfeuer. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Update, 8.35 Uhr - Unfassbare Szenen in München

Mit einer Verstärkung von 120 Beamten kontrolliert die Polizei München die Corona-Regeln. Drei junge Männer nahmen das zum Anlass, den Polizisten ins Gesicht zu husten. Sie wurden wegen eines Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Update, 8.20 Uhr - Kontroverse um Plakat in Landkreis Traunstein

Derzeit sind alle hochsensibilisert für ihre Umgebung. Vor allem dann, wenn sie doch vor die Tür gehen müssen. Einem Leser ist dabei ein Plakat ins Auge gestoßen, bei dem er sich fragt, ob es derzeit unpassend ist. Wir haben die Frage an den Christlichen Plakatdienst weitergegeben.

Coronavirus: Ausgangssperre in Bayern und neue Tote und Infizierte am Freitag

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern ab Samstag weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.

Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Das kündigte Markus Söder ( am Freitag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz an.

Zudem ist der Grenzübertritt an der Landesgrenze zu Österreich ist nur noch an bestimmten Stellen möglich. Die Stadt Rosenheim informiert in einer Pressemitteilung, was nun im Rahmen der Ausgangssperre erlaubt ist und was nicht. Bitte informiert euch und haltet euch daran! Bei Missachtung drohen hohe Strafen, die Polizei wird die Ausgangssperre kontrollieren. Die gleichen Beschränkungen wie in Rosenheim gelten natürlich auch in allen anderen Städten und Gemeinden in Bayern.

Das Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gab am Abend bekannt, dass in Bayern sieben weitere Menschen an dem Coronavirus gestorben sind. Insgesamt sind damit 20 Menschen wegen einer Corona-Infektion im Freistaat gestorben. 

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