NEWSTICKER ZUR CORONA-PANDEMIE: 8.600 Infizierte - 25 Tote

Zahlreiche neue Fälle in der Region - Beratung hinter Plexiglasscheiben: Infos der Apotheken

In der Heilig-Geist-Apotheke in Rosenheim berät das Apothekenteam nun zusätzlich hinter Plexiglasscheiben, ähnlich wie bei einem Bankschalter.

Landkreis/München - Die Situation um die Coronakrise in Bayern und der Region spitzt sich immer weiter zu. Seit Montag, 8 Uhr, sind die Deutschen Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz geschlossen. Ab Mittwoch wird das öffentliche Leben in Bayern nochmals massiv eingeschränkt. Alle aktuellen Entwicklungen erfahren Sie in unserem News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 48, Landkreis Traunstein 10, Landkreis Berchtesgadener Land 9, Landkreis Mühldorf 2, Landkreis Altötting 3
  • Bayern schließt alle Schulen und Kitas ab Montag (16. März) bis Ende der Osterferien
  • Bayern ruft Katastrophenfall ab sofort aus für 14 Tage
  • Mindestens 25 Todesopfer in Deutschland (Fünf in Bayern)
  • Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus
  • Öffentliches Leben in Bayern ab Dienstag massiv eingeschränkt

SERVICE:

Update, 21.48 Uhr: Zahl der Todesfälle steigt auf 25 

Minütlich steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland und beinah stündlich sterben Menschen an den Folgen der Corona-Erkrankung. 

Erstmals ist auch in Hessen ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Es handele sich um einen Patienten, der stationär in einer Wiesbadener Klinik behandelt worden sei, teilte die Stadt Wiesbaden am Dienstagabend mit.

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend um eine über 80-jährige stationär behandelte Patientin aus dem Ortenaukreis, die bereits am Montag starb. 

Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf sechs. Insgesamt sind somit 25 Personen in Deutschland an Corona verstorben.  

Update, 20.37 Uhr: Deutschland setzt sofortige Einreiserestriktionen um

Innerhalb der EU sind wegen der Coronavirus-Epidemie schon etliche Grenzen dicht. Ab sofort lässt Deutschland zudem niemanden mehr von außerhalb der EU ins Land.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine umgehende Umsetzung der Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger nach Deutschland zugesagt. "Deutschland wird das sofort umsetzen", sagte Merkel am Dienstag in Berlin auf einer Pressekonferenz nach dem Videogipfel mit ihren EU-Kollegen zum Vorgehen in der Coronavirus-Krise.

Die Beschränkung gelte zunächst für 30 Tage. Die Staats- und Regierungschefs sprachen auch über den gemeinsamen Kampf gegen die dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Wichtig sei es, den freien Fluss von Waren aufrechtzuerhalten, sagte Merkel.

Damit folgt Deutschland einem Vorschlag, den EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag für die EU und weitere Staaten vorgelegt hatte. Von der Leyen knüpft daran auch die Hoffnung, dass daraufhin die Kontrollen an den Binnengrenzen der EU gelockert werden könnten. 

Die Regelung sollte zunächst auf 30 Tage begrenzt sein und es sollte Ausnahmen etwa für Diplomaten, Ärzte und Krankenpfleger geben. Ob auch alle anderen Staaten dem Vorschlag zustimmen, war zunächst unklar. Am Dienstagabend berieten sich die EU-Staats- und Regierungschefs per Videoschalte.

Der Vorschlag der EU-Kommission umfasst alle 27 EU-Staaten außer Irland sowie die assoziierten Schengenländer Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein. Irland und Großbritannien, die durch ihr gemeinsames Reisegebiet aneinander gebunden sind, werden dazu ermuntert, sich ebenfalls zu beteiligen. Die Entscheidung, sich an der Maßnahme zu beteiligen, kann jedes Land für sich treffen.

Update, 20 Uhr: Fast 8.600 Coronavirus-Nachweise in Deutschland - 23 Tote

In Deutschland sind bislang knapp 8.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. 

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 3300, Bayern mit mehr als 1300 und Baden-Württemberg mit mehr als 1100 Fällen. 23 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, zwei weitere Deutsche nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Update, 19.25 Uhr: Wichtige Informationen der Apotheken

Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist nach bisherigem Wissensstand vor allem für ältere, vorerkrankte und immungeschwächte Patienten gefährlich – und alle drei Personengruppen gehören zur regelmäßigen Kundschaft in Apotheken.

Deshalb ergreifen immer mehr Apotheken nun besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die meisten Läden haben eine Maximalanzahl der sich gleichzeitig im Laden befinden Personen eingeführt, damit auch der Abstand zwischen den Kunden sichergestellt ist.

In drei Apotheken in Rosenheim (Heilig-Geist-Apotheke, Rathaus Apotheke und Engel-Apotheke) berät das Apothekenteam nun zusätzlich hinter Plexiglasscheiben, ähnlich wie bei einem Bankschalter.

In einer Pressemeldung der oben genannten Apotheken heißt es

Insbesondere Mitarbeiter in Apotheken sind in direktem Kontakt mit zahlreichen Kunden und ggf. infizierten Patienten. Um unsere Mitarbeiter zu schützen und um Ausfälle eines gesamten Apothekenteams zu vermeiden, haben wir einzelne Abteilungen, wie die Heimversorgung in separate Räumlichkeiten ausgelagert und auch zwei separate Telefonzentralen eingerichtet, die mit pharmazeutischen Mitarbeitern besetzt sind und auch die Bestellungen entgegen nehmen. 

In letzter Zeit hat es sich im Kundengespräch oft herausgestellt, dass vor allem ältere oder eben auch Personen mit Vorerkrankungen derzeit Bedenken haben, Apotheken aktiv aufzusuchen, um nicht irgendwelche „Viren aufzuschnappen“ sagt Apotheker Dominik Simon von der Heilig- Geist- Apotheke. 

Daher hat man sich auch noch weitere Gedanken gemacht, z.B. um auch die Verweildauer der Kunden in der Apotheke auf ein Minimum zu reduzieren: Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit über die deutsche Apotheken-App „callmyApo“ ihr Rezept einfach abzufotografieren und sicher an uns zu übermitteln. 

Aktuell treffen wir bereits Vorkehrungen unseren bestehenden Botendienst weiter auszubauen, so dass auch eine größere Anzahl von Bestellungen kurzfristig ausgeliefert werden kann. 

Arzneimittelversorgung: 

Wir haben unsere Warenbestände bereits im Vorfeld der Situation angepasst und auch unsere Apothekerorganisation (ABDA) sieht die Arzneimittelversorgung durch die Corona Krise derzeit nicht gefährdet. Hamsterkäufe sind deshalb nicht von Nöten zumal Arzneimittel von uns auch nur bedarfsgerecht abgeben werden.

Masken & Desinfektionsmittel: 

Masken sind auch in unseren Apotheken nicht mehr erhältlich. Desinfektionsmittel wurde bereits in Eigenproduktion hergestellt. Aktuell ist es jedoch schwer an Ausgangsstoffe zu kommen . Bei neuen Lieferungen versuchen wir den Bedarf der Arztpraxen und Gesundheitsdienstleister sicherzustellen. 

Bestellung via App callmyapo:

Über 5000 „Apotheken vor Ort“ in Deutschland sind mittlerweile über dieses Vorbestell- System erreichbar. 

Auf www.callmyapo.de kann der Kunde die Vorbestell- App kostenlos runterladen, auf dem Smartphone installieren und seine Apotheke auswählen und bei dieser die gewünschten Arzneimittel und Rezepte via Foto, Text- oder Spracheingabe vorbestellen. Obendrein kann die Bestellung bei mancher Apotheke auch via Paypal im Voraus bezahlt werden, so dass die fertig gepackte Tüte mit den Arzneimitteln mit kürzester Verweildauer in der Apotheke abgeholt werden kann, da die Medikamente z.B. vom Rezept nicht erst zusammengesucht werden müssen, evtl. Rückfragen bei den Arztpraxen im Vorfeld bereits geklärt werden können und auch offene Fragen zur Beratung bereits im Vorfeld geklärt werden können. 

Der kranke Patient zuhause hat so einen „direkten Draht“ zu seiner Apotheke, bekommt eine Nachricht, wenn die Bestellung zur Abholung bereit liegt und kann dann einen gesunden Boten, den Nachbarn oder Taxifahrer bitten, die fertig verpackte Bestellung nur noch abzuholen."

Update, 18.43 Uhr: French Open auf September verschoben

Die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie hat auf der Tennis-Tour für weitere Verschiebungen und neue Termin-Probleme gesorgt. Die French Open in Paris werden von Mitte Mai auf den Zeitraum 20. September bis 4. Oktober 2020 verlegt, teilten die Turnier-Organisatoren mit.

Eigentlich waren die French Open als zweites Grand-Slam-Turnier der Saison vom 24. Mai bis zum 7. Juni terminiert. Doch zuletzt waren bereits alle Veranstaltungen auf der Damen- und Herren-Tour ausgesetzt worden, darunter die kombinierten Turniere in Indian Wells und Miami sowie der Start in die europäische Sandplatz-Saison mit dem WTA-Turnier in Stuttgart.

Update, 18 Uhr - Eingeschränkter Dienstbetrieb in Stadt- und Gemeindeverwaltungen

Angesichts der aktuellen Entwicklungen in Zusammenhang mit der Corona- Pandemie und der Feststellung des bayernweiten Katastrophenfalls schränkt die Regierung von Oberbayern wie auch viele Rathäuser und Gemeindeverwaltungen die Behördenbesuche ein. 

Ab sofort sind persönliche Behördenbesuche vorerst nur noch in absolut notwendigen Angelegenheiten und nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. 

Die Regierung von Oberbayern bittet Bürgerinnen und Bürger, auf persönliche Besuche zu verzichten und ihre Anliegen stattdessen möglichst per Post, telefonisch oder per E-Mail zu übermitteln. 

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Update, 16.57 Uhr - 17 neue Corona-Fälle im Raum Rosenheim

Die Zahl der im Zuständigkeitsbereich des Rosenheimer Gesundheitsamtes positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen steigt um weitere 17 Personen auf aktuell 48 Fälle. 

Ein Teil der neuen positiven Testungen sind sogenannte Kontaktpersonen. Sie hatten engeren Kontakt mit einer bereits positiv getesteten Person und haben sich dort mit dem Virus angesteckt. 

Das Gesundheitsamt Rosenheim führt bei allen gemeldeten bestätigten Erkrankungsfällen an COVID-19 Ermittlungen nach der Infektionsursache und den Kontaktpersonen durch und trifft die erforderlichen Schutzmaßnahmen, um die Infektionsketten zu unterbrechen. 

Für Erkrankte wird bis zum Ende der Infektiosität eine Quarantäne angeordnet. Dies gilt ebenso für enge Kontaktpersonen während der 14-tägigen Inkubationszeit. Bei Symptomen wird eine Diagnostik durchgeführt.

Update, 16.26 Uhr - Arzt der Kreisklinik Burghausen ist bestätigter Corona-Fall

Soeben veröffentlichten die Kreiskliniken Altötting-Burghausen folgende Pressemitteilung: 

Ein Arzt der Burghauser Kreisklinik, der nicht in der Geriatrie tätig ist, war aus Tirol heimgekehrt und hatte seinen Dienst am Montag, 16. März angetreten. 

Ordnungsgemäß informierte er die Klinik darüber, dass er aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist. Völlig symptomfrei versah er seinen Dienst mit der Maßgabe des kontinuierlichen Tragens einer Schutzmaske. 

Bei Arbeitsantritt wurde bei ihm ein Corona-Abstrich durchgeführt. Dieses Verhalten ist als vorbildlich einzuschätzen und wird derzeit generell bei Reiserückkehrern im medizinischen Personal praktiziert. 

In der Nacht von Montag auf Dienstag bekam der Arzt Kopfschmerzen und meldete sich krank. Er blieb, wie in diesem Fall vorgesehen, in häuslicher Quarantäne. Am frühen Dienstagnachmittag wurde die Klinikleitung darüber informiert, dass sein Test positiv verlaufen war. 

Es wurden daraufhin sofort alle Patienten- und Mitarbeiterkontakte nachvollzogen. Nach aktuellem Stand hatte der Arzt lediglich mit zwei Patienten geschützten Kontakt und trug dabei einen Mundschutz. Dennoch wurden diese Patienten sofort isoliert und vorsichtshalber auf das Coronavirus getestet. 

Die Recherche bei den Mitarbeitern ergab, dass bei drei von ihnen ein ungeschützter Kontakt bestand. Diese Mitarbeiter wurden in häusliche Quarantäne geschickt. Auch wenn es zu einer Infektion dieser Mitarbeiter gekommen sein sollte, ging nach derzeitigem Wissenstand keine Ansteckungsgefahr von Ihnen aus, als sie noch in der Klinik im Einsatz waren.

 Weitere Mitarbeiter mit geringem Übertragungsrisiko wurden erfasst und werden täglich auf Symptome überwacht. Alle Mitarbeiterkontakte wurden dem Gesundheitsamt in Altötting mitgeteilt und die getroffenen Maßnahmen abgestimmt.

Pressemeldung Kreiskliniken Altötting-Burghausen

Update, 15.13 Uhr - "Corona-Quarantäne": Bußgelder und Strafen

Das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Um die Ansteckungswelle zu verlangsamen, wird für Infizierte und Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, eine Quarantäne angeordnet. 

Die Nichteinhaltung der "Corona-Quarantäne kann Strafen und Bußgelder zur Folge haben. 

In den meisten Fällen kann die Quarantäne zu Hause erfolgen, gemäß Infektionsschutzgesetz ist aber auch die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung möglich, wenn sich der Betroffene den Anweisungen widersetzt oder dies zu erwarten ist. Das im Grundgesetz verankerte Recht auf Freiheit der Person darf in diesem Fall teilweise ausgesetzt werden.

Der VFR Verlag für Rechtsjournalismus hat deswegen ganz aktuell eine Pressemitteilung zum Thema “Corona-Quarantäne: Die Nichteinhaltung kann Strafen und Bußgelder zur Folge haben” veröffentlicht. 

>>> Die ausführliche Pressemeldung finden Sie hier <<<

Betroffene der Nichteinhaltung müssen mit einer Geldstrafe oder in Ausnahmefällen mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe rechnen.

Darüber hinaus kann jedes Bundesland zusätzliche Vorschriften per Landesverordnung erlassen und z. B. auch festlegen, Bußgelder zu verhängen, wenn die Corona-Quarantäne nicht eingehalten wird. Laut VFR Verlag für Rechtsjournalismus unter Berufung des ndr drohen in Schleswig-Holstein zum Beispiel bis zu 25.000 Euro.

Update, 14.35 Uhr - Erlbach-Spieler positiv auf Corona getstet

In den Landkreisen Alötting und Mühldorf wurden zwei Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Einer der erkrankten Personen ist ein Spieler des SV Erlbach. "Ihm geht es soweit gut", sagt Erlbachs Abteilungsleiter Rudi Meier auf Nachfrage von beinschuss.de

"Die Mannschaft wird jetzt getestet und befindet sich für mindesten zwei Wochen in Quarantäne." Aktuell werden weiter Kontaktpersonen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des Mannes ermittelt.

Update, 13.45 Uhr - UEFA verschiebt EM auf Sommer 2021

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will wegen der Coronavirus-Pandemie die für diesen Sommer geplante EM auf kommendes Jahr verschieben. Nach SID-Informationen haben dem entsprechenden Vorschlag am Dienstag bereits die nationalen Ligen sowie die Europäische Clubvereinigung ECA zugestimmt. Nun müssen in einer weiteren Videokonferenz noch die 55 Nationalverbände zustimmen, ehe das Exekutivkomitee die endgültige Entscheidung trifft. Das Turnier sollte in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in zwölf Ländern ausgetragen werden, als deutscher Spielort war München vorgesehen.

Angesichts der raschen Verbreitung des Virus ruht derzeit in fast allen europäischen Ligen der Spielbetrieb. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte am Montag beschlossen, dass in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 2. April nicht gespielt wird. Bis zuletzt hatte die UEFA noch strikt am Terminkalender für die EURO festgehalten. Durch die Verschiebung hätten die nationalen Ligen nun den dringend benötigten Puffer, um die Saison noch im Sommer zuende spielen zu können.

Der norwegische Fußballverband schreibt auf Twitter, dass die UEFA die Fußball-EM auf den Sommer 2021 verschoben hat. Das deckt sich mit den Informationen des ZDF. Demnach soll das Turnier von 11. Juni bis 11. Juli 2021 ausgetragen werden.

Update, 13.09 Uhr - Bayerischer Gemeindetag: Corona-Virus wird nicht durch Trinkwasser übertragen

Trinkwasser in Bayern ist und bleibt ein gesundes Lebensmittel – und überträgt auf keinen Fall den neuartigen Corona-Virus. Das Umweltbundesamt hat jüngst darauf hingewiesen, dass das seit Jahrzehnten eingeführte Multibarrieren-System eine sichere Grundlage zur Vermeidung von Krankheitsübertragungen darstellt.

Dies beginnt bereits mit der Auswahl von gut geschützten Trinkwasserressourcen. So hat Grundwasser, welches in Bayern zu 93 Prozent für die Trinkwasserwassergewinnung genutzt wird, eine längere Bodenpassage durchlaufen und ist im Untergrund gut gegen alle mikrobiellen Verunreinigungen, einschließlich Viren, geschützt.

Trinkwasserversorgungen, die ihr Rohwasser aus Oberflächenwasser oder Quellen beziehen, halten grundsätzlich eine mehrstufige Wasseraufbereitung mit Verfahrenskombinationen aus Flockung, Filtration, Absorption, inklusive Desinfektion vor. Die bisherigen Kenntnisse aus Praxiserfahrungen und Forschungsergebnissen zeigen, dass Viren durch dieses Multibarrieren-System effektiv und effizient eliminiert werden.

Trinkwasser wird unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt. So schützen die bayerischen Trinkwasserversorger in Stadt und Land effizient die Bevölkerung gegen alle Viren, einschließlich der neuartigen Corona-Viren.

Bayerns Bürgerinnen und Bürger können also hinsichtlich des Trinkwassers in ihren Häusern unbesorgt sein: Bayerisches Trinkwasser erfüllt die höchsten Hygienestandards und hilft durch seine Verwendung zum Händewaschen vor der Ausbreitung des Corona-Virus.

Pressemitteilung Bayerischer Gemeindetag

Update, 13.01 Uhr -  20. Todesfall in Deutschland

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handele sich dabei um eine über 80-jährige vorerkrankte Frau, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Landesregierung in Stuttgart, die angesichts der Lage nur per Livestream stattfand.

Damit sind in Deutschland 20 Menschen am Coronavirus gestorben.

Update, 12.50 Uhr - Bayern konkretisiert Beschränkungen für Gaststätten und schränkt Hotelbetrieb ein

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war heute zu Gast im bayerischen Kabinett. Zur aktuellen Corona-Lage sagte Söder nach der Sitzung: "Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber es gibt Anlass zur Sorge." Es handele sich um einen Charaktertest für die Gesellschaft, sagt der CSU-Chef. Er erinnerte die Bevölkerung noch einmal daran, dass keine Notwendigkeit zu Hamsterkäufen bestehe.

Der bereits ausgerufene Katastrophenfall werde ergänzt um Katastrophenstab in der Staatskanzlei, kündigte Söder an. "Wir stellen 400 Leute in den Gesundheitsbehörden an." Die Personen sollen aus anderen Verwaltungen kommen. Dies sei wichtig, um Entlastungen für die Gesundheitsämter zu schaffen. Um genügend Material vorrätig zu haben, sollten notfalls auch Beschlagnahmungen stattfinden können, so Söder. Innenminister Joachim Herrmann hatte bereits am Vortrag erklärt, dass das Ausrufen des Katastrophenfalls Beschlagnahmungen ermögliche – etwa von Schutzausrüstungen oder Medikamenten.

"Wir versuchen Maß und Mitte zu finden", so Söder. Die Politik richte sich nach den medizinischen Empfehlungen. "Machen Sie alle mit. Lassen Sie uns unterhaken. Achten Sie darauf, wo Sie hingehen und was Sie tun." Söder weiter: "Ostern und die Osterferien werden in Bayern verbracht – am besten daheim. Bayern soll durch diese Krise durchkommen. Dafür steht die ganze Staatsregierung parat."

Spahn lobt das „vorausschauende Handeln“ in Bayern. „Ich nehme eine große Bereitschaft wahr, einander zu helfen“, sagt Spahn. Es gehe darum, jetzt zu verzichten, um gemeinsam durch diese schwere Zeit zu kommen. „Schenken Sie dem Verkäufer, der Verkäuferin im Supermarkt, in der Drogerie einfach mal ein Lächeln oder dem Logistikfahrer einen freundlichen Wink. Und schenken Sie all denjenigen, die unter starkem Stress arbeiten, Ihre Mithilfe.“

Update, 12.39 Uhr -  WHO: Bei Corona-Verdacht kein Ibuprofen ohne ärztlichen Rat

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen.

Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. „Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen“, sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) schloss am Wochenende nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. „Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis“, erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. „Bei Paracetamol ist das nicht der Fall.“

Update, 12.16 Uhr - Die ersten bestätigten Fälle im Landkreis Mühldorf und Altötting 

Auf der Pressekonferenz der Landratsämter und des InnKlinikum Altötting und Mühldorf wurde bekannt gegeben, dass in beiden Landkreisen je zwei Patienten positiv auf Corona getestet worden sind.

In Mühldorf hätten beide Personen eine milde Symptomatik und wären derzeit unter stationären Beobachtung im Krankenhaus Mühldorf. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Update, 12.06 Uhr - Söder und Spahn zur aktuellen Corona-Lage

Das bayerische Kabinett hat gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über die Corona-Krise beraten. In einer Pressekonferenz informieren Ministerpräsident Söder und Spahn über die Ergebnisse.

Update, 11.38 Uhr - RKI: Pandemie könnte etwa zwei Jahre dauern

Das Robert Koch-Institut (KI) geht von einer mehrjährigen Dauer der weltweiten Infektionen aus. "Wir gehen von einem Zeitraum von zwei Jahren aus", sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Man wisse, dass Pandemien in Wellen verliefen. Deren Geschwindigkeit kenne man aber nicht genau. Es werde Jahre dauern, bis der erwartete Infektionsanteil von 60 bis 70 Prozent erreicht sei. Stark hänge die Dauer auch davon ab, wann ein Impfstoff eingesetzt werden könne. Dies könne ab nächstes Jahr der Fall sei.

Die verhängten Einschränkungen der Staaten im Kampf gegen das Virus könnten notfalls zwei Jahre in Kraft bleiben müssen. "Im extremen Fall bestünde diese Möglichkeit", sagte Wieler. Die Lage müsse immer wieder neu bewertet werden, sagt Wieler. Nach seiner Einschätzung könnte die Pandemie zwei Jahre dauern.

Update, 11.35 Uhr - Zahl der Corona-Toten in Deutschland steigt auf 19

Corona hat die nächsten Todesopfer in NRW gefordert. Zwei ältere vorerkrankte Menschen starben in Aachen und Eschweiler, wie Stadt und Städteregion Aachen am Dienstag mitteilten.

Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist in Nordrhein-Westfalen damit am Dienstagvormittag auf zehn gestiegen. Deutschlandweit sind es jetzt 19. Ein etwa 80 Jahre alter Mann aus Aachen sei mehrfach vorerkrankt gewesen. Er starb am Montagabend im Aachener Luisenhospital.

Ein 83 oder 84 Jahre alter Mann aus Würselen war ebenfalls vorerkrankt. Er starb im St. Antonius-Hospital in Eschweiler. Es sind die ersten Todesfälle in Stadt und Städteregion Aachen.

Update, 11.17 Uhr - InnKlinikum Mühldorf soll Covid-Zentrum werden

In einer aktuellen Pressekonferenz informiert das InnKlinikum Altötting und Mühldorf soeben darüber, dass die Mühldorfer Klinik im Laufe der Woche zum Covid-Zentrum werden soll. Die Pressekonferenz im Live-Video:

Update, 10.59 Uhr - Traunsteins OB Kegel zur Corona-Krise

Auch der Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel hat sich um 10 Uhr mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewendet. Er dankt darin den Traunsteinern für ihr Verständnis und ihre Solidarität. "Es besteht kein Grund zur Panik. Man muss einfach unser Leben danach ausrichten, dass wir eine besondere Situation haben", so Kegel.

Außerdem erklärt er, dass der Parteiverkehr im Rathaus derzeit nur eingeschränkt laufen kann.

Update, 10.28 Uhr - RKI setzt Risikoeinschätzung auf "hoch"

Das Robert-Koch-Institut hat die Gefahr des Coronavirus für die Bevölkerung aktuell als hoch eingestuft. "Hintergrund sind die steigenden Fallzahlen und die Alarmsignale aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst", sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. Auch Universitätskliniken hätten zunehmen Schwierigkeiten mit der steigenden Zahl an Fällen. "Wir müssen alles dafür tun, die Infektionsketten zu durchbrechen", so RKI-Chef Wieler. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektionszahlen sehr viel höher sind, als uns übermittelt."

Jede Person, die isoliert werde, verlangsame die Verbreitung des Virus, betont Wieler nochmals. Der RKI-Chef appelliert an die Landräte: "Sie müssen frühzeitig erkennen, wenn Sie Hilfe brauchen. Sie müssen frühzeitig den Ernst der Lage erkennen. Auch die Kliniken, die noch nicht so stark betroffen sind, müssen sich jetzt darauf vorbereiten, die Kapazität an Intensivbetten hochzufahren. Wir erwarten das von allen Hospitälern."

Update, 10.12 Uhr - PK zur Coronasituation in Mühldorf

Das InnKlinikum Altötting hat zusammen mit dem Landratsamt Mühldorf eine Pressekonferenz zur aktuellen Coronasituation angesetzt. Die PK soll um 11 Uhr im Mühldorfer Stadtsaal stattfinden. 

innsalzach24.de berichtet - sofern es die technischen Voraussetzungen vor Ort hergeben - live!

Update, 10.02 Uhr - Markus Söder mit Videobotschaft an Bayern

Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat sich mit einer Videobotschaft an die bayerische Bevölkerung gewendet. Dr. Markus Söder: „Mein Wunsch ist, dass wir als Bayern zusammenstehen und dass wir mit viel Menschlichkeit aus dieser Krise herauskommen. Wir lassen niemanden alleine.“

Update, 9.36 Uhr - Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus

Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin, wie die dpa meldet. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

Rückholaktion für tausende Deutsche

Zudem hat Bundesaußenminister Heiko Maas eine Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Laut dpa kündigte er am Dienstag in Berlin an, bis zu 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Update, 9.30 Uhr - Volkswagen will Produktion wegen Coronavirus aussetzen

Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

Update, 9.23 Uhr - Ikea schließt alle Märkte in Deutschland

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. 

Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

Update, 9.02 Uhr - S-Bahn München dünnt Fahrplan aus

Die S-Bahn München reduziert ihr Fahrangebot wegen der gesunkenen Fahrgastzahlen infolge der Coronakrise. Das gibt sie heute früh auf ihrem Ticker bekannt: "aufgrund der Schulschließungen, sowie etlichen Arbeitnehmern im Homeoffice, wird die Deutsche Bahn auf einigen Linien ihre Fahrplanangebote anpassen, um den Betrieb auch unter den aktuellen Umständen nachhaltig zu sichern.

Update, 8.24 Uhr - BRK Waldkraiburg appelliert an Bevölkerung

Mit einer wichtigen Bitte hat sich die BRK Bereitschaft Waldkraiburg an ihre Facebook-Follower gewendet. Es betriff sowohl Menschen, die den Verdacht haben, am Coronavirus erkrankt zu sein, als auch an jeden anderen.

Update, 7.58 Uhr - Stadt Traunreut informiert zur Corona-Situation

Seit Montag gilt in Bayern der Katastrophenfall. Um der weiteren Verbreitung der Pandemie vorzubeugen, ist es erforderlich, die persönlichen Kontakte auf ein minimales Maß zu reduzieren. Die Stadt Traunreut hat in einer Übersicht bekannt gegeben, welche öffentlichen Einrichten ab Dienstag geschlossen werden

Update, 7.22 Uhr - Hofbräuhaus in München schließt vorübergehend 

Mit dem Schankschluss an Dienstag wird um 23.30 Uhr die letzte Maß ausgeschenkt: Das Hofbräuhaus macht bis auf weiteres dicht. Aktuell dürfen in Bayern ab Dienstag Gaststätten nur noch von 6 bis 15 Uhr mit nicht mehr als 30 Personen in den Schankräumen öffnen. Für den Riesenbetrieb Hofbräuhaus (3.000 Gäste täglich) lohnt sich der Aufwand nicht.

Update, 7.04 Uhr - Fitnessstudios und Lokale reagieren auf neuen Maßnahmenkatalog

Die Fitnessstudios in der Region regieren auf die neuen Maßnamen im Kampf gegen das Coronavirus, die am Montag (16. März) erst von Ministerpräsident Markus Söder, dann von Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt gegeben wurden. Fitnessstudios müssen ab heute (Dienstag, 17. März) vorübergehend geschlossen bleiben. Den vollständigen Maßnahmenkatalog finden Sie hier zum Nachlesen.

Fittnessstudios (wie hier in Rosenheim) müssen ab Dienstag (17. März) vorübergehend geschlossen bleiben.

Lokale regieren auf neue Vorgaben

Auch die ersten Lokale haben sich bereits auf die neuen Maßnahmen eingestellt. Wie der Rosenheimer Katzentempel auf Facebook mitteilt, haben dort die Tische bereits die geforderten 1,5 Meter Abstand. Außerdem werde die Gästezahl auf 30 Personen beschränkt. Es stehen außerdem Desinfektionsmittel für die Gäste bereit. Zudem werde Besteck und Zuckerstreuer jedem persönlich an den Tisch gebracht und die Zuckerstreuer nach jeder Verwendung desinfiziert.

Update, 6.20 Uhr - EU-Außengrenzen sollen ab Dienstag schließen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat heute (Montag) die G7 Staats- und Regierungschefs informiert, dass alle Reisen in die Europäische Union, die nicht zwingend notwendig sind, für zunächst 30 Tage eingeschränkt werden. „Hier in Europa ist derzeit das Zentrum der Virusausbreitung. Und wir wissen, dass alles, was Kontakte zwischen Menschen verringert, die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Und das gilt natürlich auch für Reisen“, sagte Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft. 

Ausnahmen für die Einreisebeschränkung gebe es für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, Pendler im Grenzgebiet sowie europäische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die nach Hause kommen. „Auch alle Gütertransporte bleiben bestehen“, sagte von der Leyen. An den Binnengrenzen im EU-Binnenmarkt sollen grüne Korridore eingerichtet werden, um allen wesentlichen Gütern an Grenzübergängen Vorfahrt zu gewähren.

Vorbericht

In ganz Bayern gilt seit Montag der Katastrophenfall für den Kampf gegen das Coronavirus. "Es geht um Zeit, schlicht und einfach Zeit", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Um schnelle Entscheidungen treffen zu können, müssten Diskussionsabstimmungen verkürzt werden. Der Katastrophenfall gebe der Staatsregierung umfangreiche Steuerungs-, Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten. Bei der Ansteckungsgeschwindigkeit müsse Zeit gewonnen werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Als Grund für die Ausrufung nannte Söder die Tatsache, dass im Land die Infektionsketten nicht mehr nachvollzogen werden könnten. "Das heißt, es beginnt eine exponentielle Entwicklung." Um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 wieder zu verlangsamen, müssten soziale Kontakte weitmöglichst gemieden und das öffentliche Leben verlangsamt werden. "Klar ist, es werden Menschen sterben."

Im Kampf gegen die Coronakrise sollen auch die EU-Außengrenzen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge ab Dienstagmittag geschlossen werden.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Bayern hat derweil die 1000er-Marke überschritten. Am Sonntag waren es 886 Menschen, bis Montagmittag registrierten die Behörden 1067 bestätigte Infektionen in Bayern. Wenn es in diesem Tempo weitergehe, könne es sein, dass es am Wochenende mehrere Tausend Infizierte im Land gebe. Bis Montagabend starben landesweit fünf ältere Menschen nach einer Coronavirus-Infektion.

Angesichts der steigenden Fallzahlen bereitet sich Bayern auf einen medizinischen Ausnahmezustand vor. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte, dass es zur medizinischen Versorgung rund 4000 Intensivbetten in Bayern gebe. In der Regel seien diese zu 80 Prozent ausgelastet. Kliniken seien aufgerufen, alle Kapazitäten - aber auch ihre technische Ausstattung etwa mit Beatmungsgeräten - zu melden.

Zum Schutz der Wirtschaft vor den nicht ansatzweise absehbaren Folgen der Corona-Krise stellt Bayern ab sofort auch ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro bereit. "Die Lage ist sehr ernst und verändert sich täglich, leider nicht zum Guten", betonte Söder.

Um die Geldmittel bereitstellen zu können, soll die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt werden. Schon am Donnerstag wird sich der Landtag mit dem Thema befassen. Längst sei klar, dass die Folgen der Corona-Pandemie größer seien, als bei der Finanzkrise. Unternehmen drohten massivste Umsatzeinbußen, dem Staat gingen Steuereinnahmen verloren.

Der Zehn-Milliarden-Euro-Schutzschirm soll der Wirtschaft unter anderem spezielle Bürgschaftsrahmen und finanzielle Soforthilfen von 5000 bis 30 000 Euro ermöglichen. "Wir werden keinen hängen lassen", sagte Söder. Priorität habe der Erhalt der Liquidität von Unternehmen und auch von Kulturschaffenden. Um Unternehmen mehr Spielräume zu geben, seien auch Steuerstundungen möglich.

dpa/mh/mz/sid

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