Insgesamt 42 neue Fälle in Bayern seit 27. Februar

Mehrere Veranstaltungen abgesagt - Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in Bayern und der Region weiter für Aufregung und Verunsicherung bei den Bürgern. Seit vergangenen Donnerstag meldete das Bayerische Gesundheitsministerium 42 neue Fälle im Freistaat.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • 55-Jähriger erster Infizierter im Landkreis Rosenheim
  • Gesundheitsministerium bestätigt 42 neue Fälle in Bayern
  • Schüler, die in Risikogebieten waren, sollen bis auf weiteres der Schule fernbleiben
  • Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen ausgerufen
  • Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

UPDATE, 18.55 Uhr: Italien schließt Schulen und Universitäten

Italien schließt wegen der Verbreitung des Coronavirus von Donnerstag bis 15. März seine Schulen. Nun wurde bekannt, dass die Südeuropäer auch die Universitäten im ganzen Land dicht machen.


UPDATE, 18 Uhr: Firma in Niederbayern geschlossen

Auch in Niederbayern gibt es die ersten bestätigten Coronavirus-Fälle (siehe Update 9 Uhr). Es soll sich um zwei Männer aus dem Raum Vilshofen  handeln. Ein Mann habe nach seiner Rückkehr von einem Italienurlaub entsprechende Symptome gezeigt, der zweite Mann war vorher im Iran gewesen. Beide Patienten werden derzeit auf einer Isolierstation behandelt, einer der Männer befindet sich im Klinikum Passau, der andere im Krankenhaus Vilshofen. Das berichtet News5. 

Der infizierte Mann, der aus dem Italienurlaub zurückkehrte, hatte wohl auch Kontakt zu Mitarbeitern der Firma ZF in Passau. Das Maschinenbauunternehmen hat darauf sofort reagiert: Bis das Ergebnis der Labortest vorliegt, soll der Kundendienst der Firma geschlossen bleiben. Rund 250 Mitarbeiter sind daher nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen oder heimgeschickt worden.

UPDATE, 17.12 Uhr: Alarmstufe 1 (von 3) in Bayern ausgerufen

Aufgrund der derzeit nicht absehbaren Lageentwicklungen rund um das Coronavirus (SARS-CoV-2) und der progressiven Knappheit relevanter Materialien der persönlichen Schutzausrüstung (Mund-Nase-Schutzmasken, Schutzkittel, Desinfektionmittel, …), wurde am 03.03.2020 um 15 Uhr die „Alarmstufe 1“ für alle Einheiten des Katastrophenschutzes der Bayerischen Hilfsorganisationen (s. Logos, bis auf die DLRG) ausgerufen.

„Der Eigenschutz unserer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden hat höchste Priorität“, so BRK-Präsident Theo Zellner. „Die persönliche Schutzausrüstung ist Voraussetzung dafür, dass sie in den Einsatz gehen.“ Seit Wochen sind die Hilfsorganisationen in Kontakt mit Lieferanten aus Deutschland, der EU oder darüberhinaus. „Der Markt ist wie leergefegt“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

Seit Donnerstag, den 27.02.2020 ist der Krisenstab des BRK aktiviert. Am Dienstag, den 03.03.2020 wurde der Krisenstab um die Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz (ASB, DLRG, MHD, MHW, JUH, THW) erweitert. Aktuell ist kein erhöhtes Einsatzaufkommen aufgrund des Coronavirus zu verzeichnen.

Was bedeuten die Alarmstufen?

Es gibt insgesamt drei Alarmstufen, die „Alarmstufe 1“ ist dabei die niedrigste Stufe. Aus dieser Stufe resultieren folgende Maßnahmen: Überprüfung der Alarmsicherheit einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten. Dadurch stellen wir sicher, dass im Falle einer Alarmstufenerhöhung alle Erreichbarkeiten und Kommunikationswege sichergestellt sind.

„Alarmstufe 2“ würde bedeuten, dass Einheiten in einen Voralarm bei Großschadensfällen oder im Katastrophenfall versetzt werden. Dabei begeben sich Einsatzkräfte aktiv auf die jeweilige Rettungswache oder zum jeweiligen Kreisverband. Die Fahrzeuge werden allerdings noch nicht besetzt.

„Alarmstufe 3“ entspricht dem tatsächlich Alarm und die Besetzung der Einsatzfahrzeuge.

Pressemeldung Bayerisches Rotes Kreuz 

UPDATE, 15.30 Uhr - Fünf neue Fälle in Bayern

Das bayerische Gesundheitsministerium informiert über fünf weitere Fälle des Coronavirus. Damit steigt die Zahl der Fälle auf 42 seit vergangenem Donnerstag. Die Fälle wurden in den Landkreisen Lindau am Bodensee, Augsburg, Erding und Passau sowie aus der Stadt Nürnberg gemeldet.

UPDATE, 15 Uhr - Mehrere Veranstaltungen abgesagt

Wie die Bundesagentur für Arbeit in einer Pressemeldung mitteilt, wurde die Ausbildungs- und Jobmesse in der Agentur für Arbeit in Rosenheim am 21. März abgesagt. Grund seien die "Aufgrund der Unsicherheiten, die aufgrund des Coronavirus aktuell in unserer Region bestehen." Die Veranstaltung sollte von 9 bis 12 Uhr im der Wittelsbacherstraße stattfinden. Ein Nachholtermin ist für den Herbst geplant. 

Auch der Ostermarkt im Könliglichen Kurhaus in Bad Reichenhall, der vom 7. März bis 8. März geplant war, wurde abgesagt.

UPDATE, 12.44 Uhr: 37 Coronavirus-Fälle seit 27. Februar

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Mittwoch ein weiteres Mal über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bis Mittwochmittag weitere vier Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit (Stand: 12.00 Uhr) seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 37 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Zwei neue Fälle wurden aus dem Landkreis München gemeldet, ein weiterer neuer Fall aus dem oberbayerischen Landkreis Freising. Außerdem wurde ein neuer Fall aus der Stadt Nürnberg gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. Einzelheiten können den Medien über die jeweils zuständigen Landratsämter bzw. kreisfreien Städte mitgeteilt werden.

Zuvor waren bis Mittwochvormittag (10.00 Uhr) elf neue Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt worden. Davon wurden zwei neue Fälle aus München gemeldet, sechs neue Fälle aus dem oberbayerischen Landkreis Freising. Außerdem wurde ein neuer Fall jeweils aus dem Landkreis Augsburg, dem Landkreis Ostallgäu und dem Landkreis Lindau gemeldet.

Pressemeldung Bayerisches Gesundheitsministerium

UPDATE, 11.23 Uhr - Starkbierfest Rosenheim abgesagt?

Gerüchte, dass das Starkbierfest Rosenheim, das vom 6. bis 22. März in der Inntalhalle stattfinden soll, wegen des Coronavirus ausfallen soll, kursierten am Mittwochvormittag im Netz. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht endgültig gefallen.

UPDATE, 11.21 Uhr - "Jahresempfang der regionalen Wirtschaft" in Traunstein abgesagt

Der "Jahresempfang der regionalen Wirtschaft" in Traunstein ist abgesagt, das berichtet bayernwelle.de. „Schweren Herzens“ haben die Veranstalter das Event gecancelt. Die Gesundheit und der Schutz der Mitglieder und Gäste stehe an erster Stelle.

UPDATE, 10.30 Uhr - Elf neue Fälle in Bayern

Wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekannt gibt, sind elf neue Coronavirus-Fälle im Freistaat bekannt geworden. Bis Mittwochvormittag sei es also seit vergangenen Donnerstag zu 33 neuen Erkrankungen gekommen. Zwei der neuen Fälle wurden in München gemeldet, sechs weitere aus dem Landkreis Freising. Ein weiterer Fall stammt aus dem Landkreis Augsburg, einer aus dem Landkreis Ostallgäu imd einer aus dem Landkreis Lindau. 

Aktuell ermittelt die Gesundheitsbehörde mögliche Kontaktpersonen und Zusammenhänge zu den bisher bekannten Fällen. 

UPDATE, 9 Uhr - Abteilung in Passauer Firma geschlossen

Nachdem am Dienstag der erste Coronavirus-Patient in Niederbayern gemeldet wurde, gibt es nun einen weiteren Verdachtsfall, berichtet die Passauer Neue Presse. Ein Mitarbeiter der Kundendienst-Abteilung der ZF habe sich möglicherweise angesteckt. Seine Ehefrau habe Kontakt zu einem Erkrankten gehabt. Noch am Dienstagabend wurde die Abteilung vorsorglich geschlossen, bis das Testergebnis vorliegt. Dies wird voraussichtlich im Laufe des Mittwochs der Fall sein.

UPDATE, Dienstag, 4. März, 6.20 Uhr - Eder Profitechnik sagt Hausmesse ab

Nun hat nach dem Dienstreisen-Verbot bei Wacker Chemie und den Maßnahmen bei CLAAS Südostbayern eine weitere Firma in der Region auf das Coronavirus reagiert. Die Firma Eder Profitechnik GmbH hat seine für Sonntag, 22. März, geplante Hausmesse in Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim) abgesagt. Dies gab das Unternehmen auf Facebook bekant.

"Zur Vermeidung und Weiterverbreitung von Coronavirus COVID-19 werden wir bis auf weiteres größere Veranstaltungen und Hausausstellungen, etc. absagen. (...) Wir sehen derzeit keinen Anlass in Panik zu verfallen, dennoch sollten wir mit der derzeitigen Lage professionell, achtsam und mit Augenmerk damit umgehen. Dem Schutz unserer Kunden und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir im Rahmen der Möglichkeiten bestmöglich gerecht werden", hieß es weiter. Der normale Geschäftsbetrieb läuft allerdings uneingeschränkt weiter.

UPDATE, 16 Uhr - Frankreich beschlagnahmt Atemschutzmasken

Wie Präsident Macron auf Twitter verkündete, wird die französische Regierung wegen des Coronavirus alle Atemschutzmasken beschlagnahmen und an das Gesundheitspersonal und Erkrankte verteilen. 

UPDATE, 14 Uhr: Erster bestätigter Fall in Niederbayern

In Niederbayern gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall, berichtet die pnp.de. Ein Patient in Vilshofen im Landkreis Passau erkrankte an dem Virus.

UPDATE, 11.55 Uhr: 14 Patienten mittlerweile gesund aus Klinik entlassen

Bislang sind in Bayern insgesamt 35 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 14 von ihnen, die im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf standen, wurden vor einigen Tagen gesund aus den Krankenhäusern entlassen. Dies berichtet onetz.de.

Der Coronavirus-Verdachtsfall in der Justizvollzugsanstalt Köln hat sich währenddessen nicht bestätigt. Der Test auf das neuartige Virus bei einem Gefangenen sei negativ ausgefallen, sagte die Leiterin der JVA Ossendorf, Angela Wotzlaw, am Dienstag. Alle vorsichtshalber verhängten Maßnahmen seien wieder aufgehoben worden.

Ein 27 Jahre alter Inhaftierter hatte am Sonntagabend über Fieber geklagt. Daraufhin hatte die JVA das Gebäude, in dem er untergebracht ist, vorübergehend abgeriegelt. Die 79 Gefangenen mussten bis zur Entwarnung auf den Hofgang verzichten und durften die Sammelduschen nicht benutzen.

UPDATE, 9.35 Uhr: CLAAS Südostbayern sagt alle Veranstaltungen ab

Nachdem der Münchner Autobauer BMW alle Kollegen, die in Kontakt mit dem infizierten Mitarbeiter hatten, für die nächsten 14 Tage ins Home-Office schickte, zog auch der Medienkonzern ProSiebenSat.1 mit Hauptsitz in München nach. 200 Mitarbeiter wurden angewiesen von zu Hause zu arbeiten. 

Nun hat auch CLAAS Südostbayern erste Konsequenzen gezogen. "Angesichts der aktuellen Coronavirus-Ausbreitung werden vorsorglich alle Veranstaltungen der CLAAS Südostbayern abgesagt, um unsere Kunden und Kollegen präventiv vor einer Übertragung zu schützen", teilte das Unternehmen am Dienstagvormittag mit. 

Deshalb werden die bevorstehenden Veranstaltungen im März abgesagt:
- 6. März Mähdrescher Expertentag in Langenisarhofen 

- 7. März Jaguar Expertentag in Töging 

- 7./8. März Frühjahrsausstellung in Töging  

- 15. März Futterernte-Frühschoppen in Obersöchering  

- 22. März Frühjahrsausstellung in Ettenkofen

UPDATE, 7.50 Uhr - Wacker Chemie untersagt Dienstreisen

Nachdem beim Münchner Autobauer BMW am Montag der erste Coronavirus-Fall bestätigt worden war, haben nun auch andere Firmen entsprechend reagiert. Die Firma Wacker Chemie aus Burghausen untersagt nach Informationen unseres Partnerportals tz.de ab sofort Dienstreisen in bestimmte Länder.

Sollten Mitarbeiter privat in betroffenen Regionen unterwegs gewesen sein, müssen sie laut dem Bericht einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Darin wird abgefragt, ob sie in einer betroffenen Region waren, Kontakt zu positiv getesteten Personen hatten und ob sie gesundheitliche Probleme haben. Wenn ja, sollen sich Mitarbeiter an den werkärztlichen Dienst wenden.

Die Erstmeldung:

Ein Ministeriumssprecher hatte am Montagabend, 2. März, in München mitgeteilt, dass nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weitere sechs Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Fünf der neuen Fälle wurden am Abend aus dem oberbayerischen Landkreis Freising gemeldet. Sie stehen im Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen aus Freising. Ein weiterer Fall wurde aus München gemeldet.

Zuvor waren bis Montagmittag sieben neue Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt worden. Davon wurden zwei neue Fälle aus München gemeldet, ein weiterer Fall aus der mittelfränkischen Stadt Schwabach. Weitere Fälle kommen aus dem Landkreis Freising und dem Landkreis Ostallgäu. Auch im oberfränkischen Landkreis Bayreuth wurden zwei Fälle gemeldet.

Inzwischen haben Staatsregierung und zuständige Behörden reagiert und unter anderem die Empfehlung ausgesprochen, dass Schüler, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, unabhängig vom Auftreten möglicher Krankheitssymptome, soziale Kontakte vermeiden und seit Montag, 2. März, bis auf weiteres von der Schule fernbleiben sollen. Das Kultusministerium hat hierzu ausführliche Informationen bereitgestellt. Zudem wurde die Handwerksmesse in München abgesagt.

Auch in der Region ist das Virus präsent. Der Landkreis Traunstein hat deswegen am Montag ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Nummer 0861/58411 erreichbar. Das Gesundheitsamt Traunstein hat umfangreiche Informationen auf seiner Homepage bereit gestellt. In der Region kam es wegen des Coronavirus bereits zu Hamsterkäufen.

Lesen Sie auch: Was das Landratsamt rät - und welche Überlegungen es gibt

Im Landratsamt Rosenheim gab am Montagnachmittag es zudem eine Pressekonferenz. "Es herrscht große Verunsicherung und Besorgnis, wir wollen ein Stück Beruhigung vermitteln", erklärte dort Dr. Wolfgang Hierl vom Staatlichen Gesundheitsamt. Dem 55-jährigen Infizierten aus dem Landkreis Rosenheim ginge es gut, er zeige keine Krankheitssymptome, hieß es.

mw

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