Coronavirus sorgt weiter für Verunsicherung

TH Rosenheim verschiebt Vorlesungsbeginn - Vierter und fünfter Fall im Landkreis bestätigt

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Landkreis/München - Das neuartige Coronavirus sorgt weiterhin für zum Teil große Verunsicherung und Besorgnis bei der Bevölkerung. Jeden Tag werden inzwischen zahlreiche weitere Fälle von Infizierten in Bayern bestätigt. Alle aktuellen Entwicklungen erfahren Sie in unserem News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Fünf infizierte Personen in Stadt und Landkreis Rosenheim
  • insgesamt 239 Fälle in Bayern seit 27. Februar
  • Noch keine bestätigten Fälle im Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf
  • Bayern untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern (Update 13.05 Uhr und 13.40 Uhr)
  • Starkbierfest Raubling abgesagt, auch Starkbierfest in Rosenheim abgebrochen
  • CSU Rosenheim und Traunstein sagen alle öffentlichen Veranstaltungen ab
  • TH Rosenheim verschiebt Vorlesungsbeginn
  • Landkreise Rosenheim und Traunstein richten Bürgertelefon ein
  • Schüler, die in Risikogebieten waren, sollen bis auf weiteres der Schule fernbleiben

UPDATE, 22.00 Uhr:  Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser in Bayern schließen bis 19. April

Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser im Freistaat müssen vor dem Hintergrund der dynamischen Verbreitung des Coronavirus ab dem 11. März bis zum Ende der Osterferien schließen. Das hat das bayerische Kabinett heute in München beschlossen.

Kunstminister Bernd Sibler hat sich für eine Kulanzregelung eingesetzt: „Wer für diesen Zeitraum ein Ticket gekauft hat, kann dieses an den entsprechenden Einrichtungen zurückgeben und erhält sein Geld selbstverständlich zurück."

Dies sei eine vertrauensbildende Maßnahme und verdeutliche den hohen Wert von Kunst und Kultur für den Freistaat. „Vor dem Hintergrund unserer Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für unser Gesundheitssystem müssen wir unsere staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis zum Ende der Osterferien schließen. Mein Verantwortungsgefühl sagt mir, dass diese Maßnahme geboten ist – aber mein Herz für die Kunst blutet“, so Sibler. Mit dieser Maßnahme könne man jedoch wertvolle Zeit gewinnen. „Wir wollen das Gesundheitssystem entlasten und die Bevölkerung schützen.

Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklung sehr genau und steuern nach, wenn dies notwendig sein sollte.“ Die entsprechenden staatlichen Kultureinrichtungen geben die Modalitäten der Rückgabe selbst bekannt. Welche weiteren Rechte Sie jetzt als Ticketinhaber für Veranstaltungen haben können Sie hier nachlesen.

UPDATE, 19.20 Uhr: TH Rosenheim verschiebt Vorlesungsbeginn zum Sommersemester

Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage hat die Technische Hochschule Rosenheim den Start des Vorlesungsbetriebs verschoben. Hintergrund der Maßnahme ist ein Beschluss des bayerischen Kabinetts vom Dienstag (10. März). 

Alle anderen Aktivitäten an der TH Rosenheim, wie beispielsweise der Forschungsbetrieb und die Administration, bleiben von dieser Regelung unberührt und finden wie gewohnt statt. Dies teilte die Hochschule auf ihrer Website mit. Beginn der Vorlesungen ist nun am 20. April.

Die Staatsregierung hatte sich am 10. März darauf verständigt, das Sommersemester 2020 an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an den Kunst- und Musikhochschulen später beginnen zu lassen und den Start des Sommersemesters an den der Universitäten im Freistaat anzugleichen.

UPDATE, 18.59 Uhr: Saisonaus für Starbulls rückt immer näher

Das vorzeitige Saisonende der Starbulls Rosenheim rückt wohl immer näher. Nachdem die beiden höchsten deutschen Eishockeyligen ihre Saison vorzeitig abgebrochen haben, droht nun auch das Ende der Oberligasaison 2019/20. Der Gegner der Starbulls, die Hannover Indians, haben ihren Trainigsbetrieb bereits eingestellt.

UPDATE, 18.26 Uhr: Meisterkonzert im KuKo Rosenheim abgesagt

Ministerpräsident Markus Söder hat bei der heutigen Sitzung des Ministerrats mit einer Allgemeinverfügung sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt und verfügt, dass sämtliche staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser ab dem 11.03.2020 komplett bis Ende der Osterferien geschlossen werden. Diese Allgemeinverfügung gilt auch für die Stadt Rosenheim. Gestützt auf die Entscheidung des Bayerischen Ministerrats hat die Stadt Rosenheim im Benehmen mit dem Rosenheimer Gesundheitsamt entschieden, das für morgen, Mittwoch, 11.03.2020 geplante Meisterkonzert im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum mit Olga Scheps abzusagen.

„Ministerpräsident Dr. Söder hat mit der heutigen Ministerratsentscheidung dankenswerterweise ein bayernweit abgestimmtes Handeln der Behörden sichergestellt. Dadurch wird über alle Verwaltungsebenen hinweg ein einheitliches Vorgehen gewährleistet, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Ich bin mir vor dem Hintergrund einer solchen flächendeckenden Entscheidung der Sorgen und Nöte der Veranstalter bewusst. Zudem ist mir klar, dass die jetzt leider notwendigen Absagen bei den hiervon Betroffenen verständlicherweise Ärger auslösen. Dennoch muss der Schutz der Bevölkerung in der Güterabwägung Vorrang haben“, so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

„Entscheidend ist in dieser Situation aber auch die Eigenverantwortung jeder einzelnen Bürgerin und jedes Bürgers. Insgesamt bitte ich deshalb alle Rosenheimerinnen und Rosenheimer, die Situation nüchtern zu sehen. Die Versorgung der Bevölkerung mit allen Gütern des täglichen Bedarfs ist selbstverständlich gewährleistet. Für Hamsterkäufe besteht kein Anlass. Die städtische Verwaltung wird die Bevölkerung über den Fortgang der Schutzmaßnahmen regelmäßig auf dem Laufenden halten“, so die Oberbürgermeisterin.

Pressemitteilung Stadt Rosenheim

UPDATE, 17.35 Uhr: Kein Unterricht an Rosenheimer Karolinen-Gymnasium

Das Karolinen-Gymnasium in Rosenheim bleibt bis Ende kommender Woche (20.03.) geschlossen. Eine Ausnahme wurde für den Abitur-Jahrgang zugelassen. Weil sich die Räumlichkeiten in einem anderen Gebäude befinden, dürfen die Schülerinnen und Schüler auf freiwilliger Basis weiterhin in den Unterricht gehen und die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen fortsetzen. Nach Informationen des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim wurden zwei Schüler positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet. Die beiden sind Geschwister und sind im Landkreis zu Hause. Sie sind die Fälle vier und fünf im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Rosenheim. Auch sie steckten sich bei einem Aufenthalt in Südtirol an.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

UPDATE, 16.45 Uhr: Auch CSU Traunstein sagt alle öffentlichen Veranstaltungen ab

Vor wenigen Stunden hat CSU-Generalsrekretär Markus Blume verfügt, mit Hinblick auf die Verbreitung des Coronavirus der heutigen Empfehlung der Bayerischen Staatsregierung, des Krisenstabs und des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu folgen und alle öffentlichen Veranstaltungen der CSU abzusagen.

Pressemitteilung CSU Traunstein

UDAPTE, 16.40 Uhr: Noch keine bestätigten Coronavirus-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land

Wie das Landratsamt Berchtesgadener Land am Dienstag (10, März) mitteilte, gibt es im Landkreis noch keine bestätigtet Infektionsfälle mit SARs-CoV-2. Alle bisherigen Verdachtsfälle seien bisher negativ ausgefallen und konnten aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden.

UDPATE, 15.48 Uhr - CSU Rosenheim sagt alle öffentlichen Veranstaltungen ab

Die CSU Rosenheim sagt wegen des Coronavirus alle öffentlichen Veranstaltungen ab: „In Anbetracht der veränderten Lage im Hinblick auf die Verbreitung des Coronavirus folgen wir der heutigen Empfehlung der Bayerischen Staatsregierung, des Krisenstabs und des Robert-Koch-Instituts (RKI) und sagen alle öffentlichen Veranstaltungen unserer Partei in Rosenheim ab. Die Gesundheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger steht im Vordergrund,“ so der CSU-Kreisvorsitzende Herbert Borrmann.

UPDATE, 14.30 Uhr - Geisterspiele oder sogar Saisonaus für Starbulls? 

Bereits am Montagabend stoppten die Verantwortlichen der Starbulls Rosenheim vorläufigen den Kartenvorverkauf für das Playoff-Achtelfinale Spiel 2 in Rosenheim am Sonntag, den 15. März. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zunächst bis einschließlich 19. April.

Doch Rosenheim ist lange nicht der einzige Eishockey-Standort, welcher von den Ausmaßen des Coronavirus betroffen ist. In der DEB-geführten Oberliga gab es an folgenden Standorten einen Vorverkaufsstopp bei 1.000 Zuschauern: Dies bestätigten inzwischen die die Clubs aus Deggendorf, Memmingen, Herne, Regensburg und Füssen für die anstehenden Playoff-Spiele an diesem Freitag. Dies berichtet eishockeynews.de
Auch die Hannover Scorpions haben demnach angekündigt, die Partie gegen Riessersee vor nur 1.000 Zuschauern durchführen zu wollen. Ebenso der Gegner der Starbulls die Hannover Indians, ein Zuschauer-Krösus in der Oberliga, hat den Kartenvorverkauf für die Playoffs vorerst gestoppt.

Das dritte Pre-Playoff-Spiel der Oberliga Nord zwischen Duisburg und Rostock am Dienstagabend soll vor der begrenzten Zuschauerzahl von 999 Fans statt finden. Ob diese Regelung auch für Rosenheim in Frage kommt, ist derzeit noch unklar. „Wir sind im ständigen Austausch mit den örtlichen Behörden und dem Deutschen Eishockeybund. Wir hoffen, dass wir spätestens am morgigen Dienstag neues vermelden können“, sagte Marcus Thaller, erster Vorstand des Starbulls Rosenheim e.V., am Montag. 

Währenddessen gibt es nach Informationen der Lausitzer Rundschau beim DEL2-Club aus Weißwasser einen Coronavirus-Verdachtsfall. „Möglicherweise müssen Teile unserer Mannschaft für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden“, erklärt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach gegenüber eishockeynews.de. Dies würde einen regulären Spiel- und Trainingsbetrieb verhindern. Wie es dann weitergehen könnte, ist unklar.

Die Abstimmungen zwischen den Clubs und Verantwortlichen der Ligabetriebe laufen auf Hochtouren. Auch ein komplettes Saisonende von der DEL bis zur Oberliga steht im Raum.

UPDATE, 14.25 Uhr - Landkreis Rosenheim richtet Bürgertelefon ein

Wegen des neuartigen Corona-Virus hat der Landkreis Rosenheim ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter der Telefonnummer 08031 392 5555 zu erreichen und steht Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr und am Samstag von 8 Uhr bis 12 Uhr zur Verfügung.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

UPDATE, 13.46 Uhr - So reagiert Bayern auf die Corona-Krise

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zunächst bis einschließlich 19. April. Das Gesundheitsministerium wurde beauftragt, solche Großveranstaltungen bis zum Ende der Osterferien zu untersagen, teilte die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, das betreffe auch alle sportlichen Großveranstaltungen. Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen sollen die Behörden eine Risikobewertung vornehmen. "Im Zweifel lieber absagen", sagte Söder. Bei Veranstaltungen unter 500 Personen soll es weiterhin die Entscheidungen jedes einzelnen sein, ob diese durchgeführt oder besucht werden.

Der Freistaat selbst schließt von diesem Mittwoch (11. März) an bis zum 19. April alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an den Kunst- und Musikhochschulen wird der Beginn der Vorlesungszeiten auf den 20. April verschoben.

Generelle Schulschließungen wird es nach Worten Söders in Bayern aber aktuell nicht geben. Es bleibe hier beim bisherigen Vorgehen, sagte er. Derzeit hätten 52 Schulen geschlossen, berichtete er.

Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonten, man wolle das öffentliche Leben nicht lahmlegen. Auch die bayerischen Kommunalwahlen an diesem Sonntag sollen wie geplant stattfinden.

Söder betonte: "Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber zu sehr ernsthafter Sorge." Man wolle nicht "überdrehen", aber die Herausforderung keinesfalls unterschätzen. Man hoffe auf das Beste, stelle sich aber auf Schlimmeres ein. "Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe", fügte Söder hinzu, es gebe aber Anlass für "vollste Konzentration".

UPDATE, 13.05 Uhr - Pressekonferenz im Live Ticker

Um 13 Uhr hat die Pressekonferenz der Bayerischen Staatsregierung begonnen, die über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beraten hat. Neben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprechen auch Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW).

UPDATE, 13 Uhr - Österreich stoppt Einreisen aus Italien

Österreich setzt nun auf drastische Maßnahmen. Die Einreise aus Italien werde weitgehend gestoppt, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien. Ausnahmen seien nur mit ärztlichem Attest möglich. Was die österreichischen Staatsbürger betreffe, die sich in Italien aufhielten, werde deren Rückholung in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium organisiert, sagte Kurz. Nach der Ankunft zu Hause müssten aber alle für zwei Wochen in häusliche Isolation. Oberstes Ziel sei es, die Einschleppung der Erkrankung zu verhindern, hieß es.

Österreich führt Corona-Tests am Brenner durch

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Der weitgehende Einreisestopp nach Österreich aus Italien soll nach Angaben eines Regierungssprechers vor allem Italiener betreffen. Die Durchreise von Touristen etwa aus Deutschland solle möglich bleiben, sofern diese keinen Halt in Österreich machten. Dazu könne unter anderem vor der Einreise die Tankanzeige kontrolliert werden, hieß es

UPDATE, 12.20 Uhr - Kabinett beschließt Maßnahme bei Veranstaltungen

Jetzt ist es fix: Wegen des Coronavirus sind in Bayern bis auf weiteres Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt. Die Regelung soll wohl vorerst bis Karfreitag gelten. Das hat die Staatsregierung am Dienstag beschlossen, wie der Bayerische Rundfunk erfuhr. Mit dieser Maßnahme soll die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Ministerpräsident Markus Söder will um 13 Uhr bei einer Pressekonferenz über den Beschluss des bayerischen Kabinetts ausführlich informieren.

UPDATE, 12 Uhr - Starkbierfest in Großkaro abgesagt

Auch das Starkbierfest der Freiwilligen Feuerwehr Großkarolinenfeld, das eigentlich am 21. März, hätte stattfinden sollen, wurde nun abgesagt. "Schweren Herzens und nach langem Überlegen haben wir uns dazu entschieden, unser diesjähriges Starkbierfest abzusagen. Nach derzeitigen Stand ist es grob fahrlässig, das Fest im Feuerwehrhaus durchzuführen. Das Feuerwehrhaus ist ein sehr sensibler Bereich, den es zu schützen gilt", posteten die Floriansjünger auf Facebook.

UPDATE 11.40 Uhr - MdL Winhart (AfD) kritisiert Wimmer-Äußerungen

Andreas Winhart (AfD, MdL) hat auf die Äußerungen von Landratskandidat Wimmer reagiert und diesen scharf kritisiert: "Die Äußerungen von Herrn Wimmer auf Facebook sind unverantwortlich und disqualifizieren ihn als potentiellen Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land. Wer nicht in der Lage ist, statistische Zahlen richtig zu interpretieren, sollte sich angesichts der Maßnahmen, welche von Fachleuten angemahnt werden und von der Politik leider viel zu zögerlich umgesetzt werden, dezent zurück halten. Herr Wimmer bezieht sich auf europäische Zahlen, welche auf Grund der erst kürzlich ausgebrochenen Corona-Epidemie mit einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen sowie einem darauf folgenden mehrtägigen Krankheitsverlauf nicht daraus schließen lassen, dass die Mortalität der Krankheit besonders niedrig ist. (...)"

Winhart forderte von dem Grünen-Kandidaten mehr Ernsthaftigkeit: "Nur um vor der Kommunalwahl noch etwas Aufmerksamkeit zu erregen, eignet sich dieses ernste Thema nicht", teilte der Abgeordnete in einer Pressemitteilung mit.

UPDATE, 10.45 Uhr - Landratskandidat warnt vor Hysterie

Landratskandidat Bartl Wimmer (Bündnis 90/Die Grünen) hat sich nun auf Facebook zu Wort gemeldet und warnt dabei vor "kontraproduktiven Maßnahmen" in Sachen Coronavirus. Der Berchtesgadener kennt sich mit der Thematik aus, da er einst den Labordienstleister Synlab mitaufgebaut hat.

"In meinen Augen gibt es sicher Handlungsbedarf bei Massenveranstaltungen und ähnlichem. Ich sehe jedoch auch die Gefahr, dass überzogene Schutzmaßnahmen letztlich kontraproduktiv werden können und mehr Schaden anrichten als sie verhindern. Die Unterbrechung von Lieferketten in lebenswichtigen Wirtschaftssektoren, die Schließung von Arztpraxen und die falsche Belegung von Kliniken können solche potentiell kontraproduktive Maßnahmen sein. Wir sollten als Gesellschaft rational und nicht hysterisch, aber auch nicht nachlässig mit solchen Epidemien umgehen, um die Schäden möglichst gering zu halten", so Wimmer in seinem Statement.

Wimmer rät dazu, sich vernünftig mit den allgemein gültigen hygienischen Regeln zu beschäftigen. Seife würde dabei bezüglich Coronavirus nahezu gleich gut wie Desinfektionsmittel desinfizieren. Zudem rät er dazu, "jede Art von Panik und hysterischen Überreaktionen zu vermeiden".

UPDATE, 10 Uhr - Kinderarzt fordert Schulschließungen

Kinderarzt Dr. Michael Kandler aus Nürnberg hat nun die Staatsregierung für ihr Vorgehen bei der Bekämpfung des Coronavirus scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk forderte der Arzt flächendeckende Schulschließungen - und zwar in ganz Bayern. Dies hätte nach Ansicht von Kandler schon längst erfolgen müssen. Eine Schule erst dann zu schließen, wenn ein bestätigter Fall vorläge, sei nur ein "Hinterherrennen".

Der Arzt sieht in den geforderten Schließungen viele Vorteile. Der öffentliche Nahverkehr würde entzerrt, weil dann weniger Personen unterwegs wären, die dann leichter den nötigen Abstand zu Mitreisenden einhalten könnten. "Es geht in dem Ganzen nur darum, Zeit zu gewinnen. Denn Ausweichen werden wir der Verbreitung des Virus nicht können", so Kandler.

UPDATE, 9.40 Uhr - Einbußen am Salzburger Flughafen

Im benachbarten Österreich sieht man im Bundesland Salzburg die Situation in Sachen Tourismuseinbußen (noch) ein wenig entspannter. Zwar hätten Hoteliers etliche Stornoanfragen zu bearbeiten, aber bei Einzelreisenden hätte es kaum Stornierungen gegeben. Vielmehr sei auffällig, dass Firmenausflüge nicht angetreten würden, weil die betroffenen Unternehmen kein Risiko eingehen wollten, berichten der Radiosender Bayernwelle und der Österreichische Rundfunk (ORF).

Auch der Salzburger Flughafen klagt über Einbußen. Vor allem bei Geschäftsreisen gäbe es deutliche Einbußen. Die Verantwortlichen rechnen laut den Berichten mit etwa einem Drittel weniger Fluggästen im März.

UPDATE, 8.55 Uhr - Innsbruck macht Uni dicht

Die Universität Innsbruck macht aufgrund der Coronavirus-Situation vorerst die Schotten für Lehrveranstaltungen dicht. Ab Dienstag würden keinerlei Lehrveranstaltungen mehr in den Universitätsräumlichkeiten stattfinden, sondern soweit möglich mittels digitaler Mittel durchgeführt werden, berichtet die APA. Ab sofort würden alle Lehrveranstaltungen an der Universität von Präsenzlehre auf Fernlehre umgestellt, hieß es. "Studierenden wird daraus auf alle Fälle keinerlei Nachteil für ihren Studienverlauf entstehen”, erklärte Rektor Tilmann Märk in dem Schreiben. "Diese Maßnahme gilt bis auf weiteres, wir werden die Situation aber weiterhin täglich evaluieren."

Landeshauptmann Günther Platter, Stellvertreterin Ingrid Felipe und Gesundheits-Landesrat Bernhard Tilg geben bezüglich der Coronavirus-Entwicklungen in Tirol eine Pressekonferenz. Diese wird ab 9 Uhr live auf Facebook übertragen.

UPDATE, 8.10 Uhr - Lenzmarkt in Prutting abgesagt

Jetzt gibt es die nächste Veranstaltungsabsage: Der Mittelalterliche Lenzmarkt, der am Wochenende (13. bis 15. März) im Dorfstadel in Prutting (Landkreis Rosenheim) hätte stattfinden sollen, fällt der Coronavirus-Gefahr zum Opfer. Das teilten die Veranstalter soeben gegenüber rosenheim24.de mit.

"Auf Anordnung und Empfehlung, nach mehreren Telefonaten mit Gesundheitsamt, Gemeinde und Ordnungsamt wurde uns nahegelegt den Lenzmarkt abzusagen. Ihr dürft uns glauben, daaa wir bis zuletzt mit uns gehadert haben, wie wir verbleiben. Man hat uns aber keine andere Wahl gelassen (...)", hieß es in einem entsprechenden Beitrag auf Facebook.

UPDATE, 8.05 Uhr - 38 Personen in Stadt und Landkreis in Quarantäne

Der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Hierl sieht in Sachen Coronavirus eine "deutlich erhöhte Gefährdungslage in der Region". Dies teilte das Landratsamt Rosenheim soeben mit. Vieles davon war bereits auf der Pressekonferenz am Montag, 9. März, verkündet worden. Bisher traten drei Fälle an COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim auf. Alle drei Erkrankungsfälle haben sich in Südtirol angesteckt. Zudem befinden sich in Stadt und Landkreis derzeit 38 Personen als Ansteckungsverdächtigte in häuslicher Quarantäne

Dr. Hierl befürchtet, dass Erkrankungen, die mit einer geringen Symptomatik verlaufen unerkannt bleiben, aber die betroffenen Personen das Virus weiter verbreiten können. "Ein Starkbierfest ist hier ein großer Risikofaktor", so Hierl, weswegen man sich zum Schutz der Bevölkerung für eine Untersagung der Veranstaltung entschieden habe, hieß es weiter.

UPDATE, 7.40 Uhr - Streetfoodfestival in Waldkraiburg abgesagt

Auch im Landkreis Mühldorf gibt es nun die ersten Absagen aufgrund des Coronavirus. Am Wochenende (14. und 15. März) hätte eigentlich das Streetfood- und Musikfestival in Waldkraiburg stattfinden sollen, das nun gecancelt wurde. Jetzt wurde außerdem bekannt, dass die Bildungsmesse der Landkreise Altötting und Mühldorf verschoben wird. Einen neuen Zeitpunkt für die Veranstaltung, die am 24. und 25. April in Burghausen hätte stattfinden sollen, gibt es noch nicht.

UPDATE, 7 Uhr - Starbulls stoppen Vorverkauf vorläufig

Auch die Starbulls Rosenheim haben auf die derzeit noch ungeklärte Situation bezüglich Großveranstaltungen reagiert und den Kartenvorverkauf für das Playoff-Heimspiel gegen die Hannover Indians (Sonntag, 15. März, 17 Uhr) vorläufig gestoppt. Wann und ob der Verkauf fortgesetzt werden kann, soll zeitnah entschieden werden.

"Wir sind im ständigen Austausch mit den örtlichen Behörden und dem Deutschen Eishockeybund. Wir hoffen, dass wir spätestens am Dienstag neues vermelden können", wurde Vorstand Marcus Thaller in einem Facebook-Beitrag des Vereins zitiert.

UPDATE, 6.50 Uhr - Testergebnisse sollen am Dienstag vorliegen

Am Montag wurde bekannt, dass sich auch eine Mitarbeiterin der Chirurgie im RoMed-Klinikum in Rosenheim mit dem Coronavirus infiziert hat. Das Klinikum reagierte daraufhin umfassend und teilte mit, dass alle Mitarbeiter, die "engeren Kontakt zur erkrankten Person" hatten, umgehend getestet und vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt worden seien. Das betreffe sowohl den pflegerischen als auch den allgemeinchirurgischen Bereich, hieß es.

Alle Patienten, die Kontakt zur infizierten Person hatten, seien vorsorglich isoliert und getestet worden. Dafür stünden im Klinikum ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung, hieß es in dem Schreiben. Die Ergebnisse dieser Tests würden am Dienstag, 10. März, erwartet. Dann steht fest, ob sich möglicherweise noch weitere Personen mit dem neuartigen COVID-19 infiziert haben.  

Das Klinikum betonte ausdrücklich, dass die "allgemeinchirurgische Versorgung der stationären Patienten gewährleistet" und die Versorgung in allen anderen Fachbereichen "vollumfänglich" sichergestellt sei.

UPDATE, 6.40 Uhr - Werden alle Großveranstaltungen abgesagt?

Der Freistaat Bayern will ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen zunächst bis einschließlich Karfreitag untersagen bzw. Sportveranstaltungen nur noch ohne Publikum erlauben. Ein entsprechender Beschluss soll am Dienstag, 10. März, im Kabinett gefasst werden. Verschiedene Medien hatten darüber bereits vorab berichtet. Davon betroffen wären auch Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele. Damit drohen dem FC Bayern München "Geisterspiele" in der Champions League gegen den FC Chelsea oder in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. Beim Bayerischen Fußballverband (BFV) stehen unterdessen "Geisterspiele" nicht zur Debatte.

Zum Schutz der bayerischen Unternehmen vor Problemen durch die Coronavirus-Ausbreitung will der Freistaat zudem deutlich mehr Geld für Bürgschaften bereitstellen. "Wir wollen sogar noch schneller als der Bund unsere eigenen Mittel um 100 Millionen Euro erhöhen", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Deutschen Presseagentur (dpa).

Die Erstmeldung:

Am Montag, 9. März, waren in Bayern und auch in der Region insgesamt 39 weitere Fälle gemeldet worden. Seit Donnerstag, 27. Februar, hat das bayerische Gesundheitsministerium inzwischen 239 Fälle bestätigt. Beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurde inzwischen eine interaktive Karte eingerichtet, die über den aktuellen Stand der Coronavirus-Fälle in Bayern informiert.

Anm. der Red.: In der neuen LGL-Liste sind auch die 14 bayerischen Coronavirus-Fälle enthalten, die bereits vor einiger Zeit wieder das Krankenhaus verlassen konnten, darunter auch die Familie aus Siegsdorf (Landkreis Traunstein). Außerdem enthält die LGL-Liste drei bayerische Fälle, die außerhalb Bayerns positiv getestet worden sind. Deshalb steht heute bei dieser Liste die Gesamtzahl 256 Fälle (Stand: Montag, 12 Uhr).

Die Behörden hatten bezüglich des Coronavirus von einer "äußert dynamischen Entwicklung" gesprochen und deswegen am Montagnachmittag im Landratsamt Rosenheim eine Pressekonferenz angesetzt. Dort war ein weiterer Infizierter bestätigt worden, der "etwas schwerere Krankheitssymptome" zeige und deswegen im Klinikum Rosenheim isoliert worden sei. Zudem wurde die Absage des Raublinger Starkbierfestes und der Abbruch des Rosenheimer Starkbierfestes bestätigt.

Darüber hinaus gab es am Montag mehrere Meldungen, wonach verschiedene Klassen an diversen Schulen in der ganzen Region vorübergehend geschlossen wurden. Meist handelte es sich dabei um "Vorsichtsmaßnahmen". Auch verschiedene andere Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Eisspeedway-Event in Inzell (Landkreis Traunstein), wurden abgesagt.

mw/mh

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