Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen

Jetzt 73 Coronavirus-Fälle in Bayern innerhalb einer Woche

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in Bayern und der Region weiter für Aufregung und Verunsicherung bei den Bürgern. Seit vergangenen Donnerstag (27. Februar) meldete das Bayerische Gesundheitsministerium 73 neue Fälle im Freistaat.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • 55-Jähriger erster Infizierter im Landkreis Rosenheim 
  • Gesundheitsministerium bestätigt 73 neue Fälle in Bayern 
  • Schüler, die in Risikogebieten waren, sollen bis auf weiteres der Schule fernbleiben 
  • Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen ausgerufen 
  • Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

Update, 19.51 Uhr: Sieben weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt - Insgesamt nun 73 Fälle

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag ein weiteres Mal über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass bis Donnerstagabend (Stand 18 Uhr) weitere sieben Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 73 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Aus Mittelfranken wurden weitere vier Fälle aus Erlangen gemeldet. Je ein Fall wurde aus dem oberbayerischen Landkreis Starnberg, aus München und aus dem unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen gemeldet.


Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. Einzelheiten können den Medien über die jeweils zuständigen Landratsämter bzw. kreisfreien Städte mitgeteilt werden.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Update, 16.09 Uhr - TH Rosenheim sagt Kunststofftechnologietag und Klimafrühling ab

Aus Sorge um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus hat sich das Organisationsteam entschieden, den Rosenheimer Klimafrühling zu verschieben und zwar auf 16./17. Oktober. Außerdem hat die TH Rosenheim den Kunststofftechnologietag am 13. März abgesagt. 

Update, 15 Uhr - Zwölf neue Fälle in Bayern

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag ein zweites Mal über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass bis zum frühen Donnerstagnachmittag (Stand 14 Uhr) weitere zwölf Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 66 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Aus Mittelfranken wurden drei Fälle aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gemeldet sowie je ein Fall aus Nürnberg und dem Landkreis Roth. Daneben wurden aus den oberbayerischen Landkreisen München und Weilheim-Schongau, dem schwäbischen Landkreis Oberallgäu und dem oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach je ein Fall gemeldet. Ferner wurden drei weitere Fälle aus dem oberbayerischen Landkreis Freising gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. Einzelheiten können den Medien über die jeweils zuständigen Landratsämter bzw. kreisfreien Städte mitgeteilt werden.

Pressemeldung Bayerisches Gesundheitsministerium

Update, 13.36 Uhr: 150 Neuinfektionen an einem Tag in Deutschland

Wie bild.de berichtet, sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RIK) über Neuinfektionen des Coronavirus in dem Augenblick, in dem sie veröffentlicht werden, bereits wieder "hoffnungslos" veraltet.

Demnach ergeben sich aus den Zahlen der Bundesländer deutlich mehr Infizierte: Aktuell sollen sich schon mehr als 400 Menschen in Deutschland mit SARS-CoV-2 angesteckt haben. In den vergangenen 24 Stunden habe es mindestens 150 Neu-Infektionen gegeben.

Das Robert-Koch-Institut spricht von einer "sehr dynamischen Situation" in Deutschland, deshalb sei es auch entsprechend schwer, die Aktualität jederzeit aufrechtzuerhalten. 

Am schlimmsten betroffen ist Nordrhein-Westfalen mit 230 Fällen.

Update, 12.30 Uhr: Frühlingsbasar in Bischofswiesen abgesagt

Immer mehr Veranstaltungen in Bayern und der Region werden abgesagt. Gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes wird nun auch der Frühlingsbasar "Rund ums Kind" in der Insula in Bischofswiesen am 7. März 2020 entfallen. Der Herbstbasar findet am 26. September statt.

Update, 10.51 Uhr: Zwölf weitere Coronavirus-Fälle in Bayern

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass bis zum Donnerstagvormittag (Stand 10 Uhr) weitere 12 Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 54 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Vier Fälle wurden aus München gemeldet, zwei aus dem oberbayerischen Landkreis Miesbach. Außerdem wurden zwei Fälle aus dem Landkreis Neu-Ulm gemeldet sowie ein Fall aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Aus dem mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde ein Fall gemeldet. Zwei Fälle wurden aus Würzburg gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. Einzelheiten können den Medien über die jeweils zuständigen Landratsämter bzw. kreisfreien Städte mitgeteilt werden.

Update, 9.48 Uhr: Coronavirus kein Einfluss auf Kommunalwahl

In den letzten sieben Tagen wurden 45 neue Corona-Patienten in Bayern bestätigt. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Infektionen im Freistaat auf 59. Bei dem Infizierten aus Lindau handelt es sich nach Angaben des Landratsamts um einen Familienvater aus Lindau, dessen Kontaktpersonen vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt worden seien. Davon betroffen seien unter anderem 59 Schülerinnen und Schüler aus zwei Lindauer Schulen, berichtet br.de.

Hunderte Menschen gelten als Kontaktpersonen von Corona-Patienten und befinden sich nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit in häuslicher Quarantäne. Eine exakte Zahl kann hier derzeit jedoch nicht genannt werden. Einfluss auf die Kommunalwahl am 15. März soll das Coronavirus - Stand jetzt -  jedoch nicht haben. 

Update, 9.37 Uhr: Starkbierfeste in Haag und Rosenheim finden statt

In den vergangenen Tagen wurden aufgrund der potentiellen Verbreitung der Corona- Krankheit mehrere Großveranstaltungen in Bayern und unserer Region abgesagt. Das Starkbierfest in Haag in Oberbayern, das am Donnerstag, 5. März, um 19.30 Uhr Premiere feiert, findet allerdings wie geplant statt.

"Wir als Haager Starkbierfest-Freunde haben uns natürlich auch die letzten Tage viele Gedanken gemacht, wie man reagieren sollte. Wir sind letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass wir die Veranstaltung durchführen wollen. Natürlich wollen wir das Risiko nicht unterschätzen, aber einerseits ist in diesen Monaten auch die normale Influenza ein hohes Risiko und andererseits kann man vielleicht auch nicht jede Veranstaltung absagen. Und ein Haager Starkbierfest kann man aus Sicht der Risikoeinschätzung sicher auch mit einer internationalen Messe mit tausenden von Gästen aus allen Kontinenten nicht vergleichen", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Veranstalter. 

Dennoch wolle man alles dafür tun, das Risiko von Ansteckungen generell möglichst zu minimieren. Neben extra zur Verfügung gestellten Desinfektionsmittel werden die Gäste auf notwendige und sinnvolle Hygienemaßnehmen hingewiesen:

  • Verzichten Sie am besten auf Händeschütteln 
  • Achten Sie auf sorgfältiges Händewaschen und nutzen Sie gerne auch die bereitgestellten Desinfektionsmöglichkeiten im WC 
  • Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihr Gegenüber nicht anhusten oder an-niesen 
  • Wenn Sie ein Corona-Risikogebiet besucht haben und sich nicht gesund fühlen, verzichten Sie bitte auf den Besuch! Gerne erstatten wir auf Wunsch Ihre Eintrittskarte.

"Wir wollen mit diesen Maßnahmen nicht zur Verunsicherung beitragen, aber diese Tips sollte man ja eigentlich auch in normalen Grippe-Zeiten einhalten. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen viel Vergnügen bei unserem Starkbierfest 2020", heißt es weiter.

Am Mittwoch kursierten zudem Gerüchte, das Starkbierfest in Rosenheim werde wegen des Coronavirus abgesagt. Bei einem Pressegespräch am Mittwochnachmittag erklärten die Verantwortliche der Brauerei Auerbräu allerdings, dass das Rosenheimer Starkbierfest 2020 in der Inntalhalle stattfinden werde

Am Ende sei man zu dem Schluss gekommen, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Grund gebe, das Starkbierfest abzusagen. Auch hier stehe jedoch der Schutz von Angestellten und Gästen immer im Vordergrund. 

Update, 8.16 Uhr: Ostermarkt im Königlichen Kurhaus Bad Reichenhall abgesagt

Die Bayerische Staatsbad Bad Reichenhall Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain hat entschieden, den Ostermarkt im Königlichen Kurhaus - der von Samstag, 07.03.2020 bis Sonntag, 08.03.2020 stattfinden sollte - abzusagen. Hintergrund ist die Verbreitung des Coronavirus/Covid-19 und die Empfehlungen des Landratsamtes Berchtesgadener Land.

Nach Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung des Robert Koch Institutes sowie und nach Beratung und Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Berchtesgadener Land, hat sich der Veranstalter zur Absage entschieden. Geschäftsführerin Gabriella Squarra betont: "Angesichts der Schnelligkeit der Ausbreitung des Coranavirus sowie bei rund 3000 Besuchern und Ausstellern mit intensivem persönlichem Kontakt, ist unter den gegebenen Umständen die Veranstaltung nicht mehr risikofrei umsetzbar. Ziel ist, die Schnelligkeit der Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen."

Update, 7.30 Uhr: Hunderte in Quarantäne

Derzeit sind im Freistaat Hunderte Menschen als Kontaktpersonen von Corona-Patienten in häuslicher Quarantäne. Eine genaue Zahl kann nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit nicht genannt werden.

Zurzeit seien mehrere hundert Menschen häuslich isoliert. Offen bleibt, wie viele der Infizierten nicht stationär im Krankenhaus, sondern zu Hause sind.

Update, 6.50 Uhr: Drei weitere Infizierte - Schulausfälle in Bayern

Seit den frühen Morgenstunden ist bekannt, dass zwei weitere Schulschließungen beschlossen wurden. Grund: drei neue Fälle des Coronavirus in Würzburg und Unterhaching (insgesamt nun 45 neue Fälle).

In Unterhaching sei ein Kind, das das Lise-Meitner-Gymnasium besuche, nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Landratsamt München mit. Das Gesundheitsamt und die Schulleitung hätten daher entschieden, die Schule am Donnerstag und Freitag zu schließen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten demnach zu Hause bleiben.

Auch in Würzburg wurden zwei junge Erwachsene der Leonhard Frank-Schule positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Regierung Unterfranken falle der Unterricht am Donnerstag aus, teilte die Stadt Würzburg mit. Ob es sich bei beiden um Schüler oder Lehrer handelt, war zunächst unklar.

Bereits bekannt war, dass die Grundschule Ritter-Tuschl und der Kindergarten St. Martin in Vilshofen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem Schulamt Passau bis einschließlich Freitag (6. März.) geschlossen bleiben. 

Vorbericht

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in Bayern ist am Mittwoch und der Nacht auf Donnerstag deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde das Virus bei 20 Menschen nachgewiesen. Damit sind in Bayern insgesamt 56 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, seit vergangenem Donnerstag waren es bis Mittwoch 42 neue Fälle. 

Allein im Landkreis Freising gab es sieben neue Nachweise, vier im Landkreis München, jeweils zwei in Nürnberg, im Landkreis Augsburg und im Landkreis Lindau sowie je einen in den Landkreisen Ostallgäu, Erding und Passau.

Zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt - Starkbierfest in Rosenheim findet statt

Bei dem Infizierten aus Lindau handelt es sich nach Angaben des Landratsamts um einen Familienvater aus Lindau, dessen Kontaktpersonen vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt worden seien. Davon betroffen seien unter anderem 59 Schülerinnen und Schüler aus zwei Lindauer Schulen. Nach Einschätzung des Präsidenten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sind bayernweit derzeit Hunderte Menschen daheim in Quarantäne. Eine genaue Zahl konnte er nicht nennen.

Nachdem in Bayern etwa die Handwerksmesse wegen der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt worden war, haben andere Großveranstalter die Lage im Blick. Wirt Christian Schottenhamel etwa ging davon aus, dass das anstehende Paulaner Starkbierfest auf dem Nockherberg in München stattfinden wird. Auch in der Region gab es einige Absagen von Veranstaltungen. Am Mittwoch kursierten zunächst Gerüchte, das Starkbierfest in Rosenheim werde wegen des Coronavirus abgesagt. Die Brauerei Auerbräu klärte jedoch im Gespräch mit rosenheim24.de auf: Das Rosenheimer Starkbierfest findet statt.

Forschung für Impfstoff läuft auf Hochtouren

Derzeit können in Bayern täglich rund 2500 Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Die Kapazität werde voraussichtlich weiter ausgebaut, sagte Zapf. Allein 160 Tests täglich seien dort möglich. In seinem Amt arbeite man "am Anschlag".

Um die Ausbreitung des neuartigen Virus einzudämmen, könnte ein Impfstoff helfen. Nach Einschätzung des Virologen Nikolaus Ackermann vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit könne dieser im nächsten Jahr um diese Zeit vorliegen. Anders als bei der Influenza müsse der Impfstoff aber vollkommen neu entwickelt werden. Nötig seien sämtliche Schritte vom Tierversuch über die Anwendung bei Einzelpersonen bis zu größeren Patientengruppen.

Das Landesamt forsche aber nicht an einem Impfstoff, erklärte Ackermann, mehrere universitäre Einrichtungen gemeinsam mit der Pharmaindustrie dagegen schon.

mh (mit Material des Gesundheitsministeriums und der dpa)

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