Zweiter Corona-Fall in Rosenheim

Mitarbeiterin der RoMed-Kliniken nach Aufenthalt in Südtirol mit Corona infiziert

+

Landkreis/München - Noch immer sorgt das Coronavirus für Verunsicherung und Besorgnis bei der Bevölkerung. Am Sonntag, dem 8. März, wurde ein neuer Corona-Fall im  Landkreis Rosenheim bekannt.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Zwei infizierte Personen im Landkreis Rosenheim
  • Gesundheitsministerium bestätigt 200 neue Fälle in Bayern seit Donnerstag, 27. Februar
  • Schüler, die in Risikogebieten waren, sollen bis auf weiteres der Schule fernbleiben 
  • Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen ausgerufen 
  • Jens Spahn empfiehlt Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abzusagen
  • Südtirol wurde zum Risikogebiet erklärt

Update, 22 Uhr: Neue Informationen zum zweiten Corona-Fall im Landkreis Rosenheim

Bei dem zweiten Corona-Fall im Landkreis Rosenheim handelt es sich um eine Mitarbeiterin der Chirurgie in der RoMed-Klinik Rosenheim, wie die RoMed-Kliniken in einer Pressemitteilung bekannt gaben:

Die Pressemitteilung im Wortlaut


Im RoMed Klinikum Rosenheim ist eine Mitarbeiterin der Chirurgie positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Entsprechend den Vorgaben des Gesundheitsamtes:

  • befindet sich die Beschäftigte in häuslicher Quarantäne
  • wurden die von ihr behandelten Patienten isoliert
  • wurden ihre engeren Kontaktpersonen informiert und befinden sich ebenfalls in häuslicher Quarantäne
  • entferntere Kontaktpersonen stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, damit bei Auftreten von Symptomen sofort Maßnahmen ergriffen werden können

Vorsorglich werden allgemeinchirurgische Patienten verstärkt in den RoMed Kliniken Bad Aibling, Prien am Chiemsee und Wasserburg am Inn behandelt. Die Versorgung in allen anderen Fachbereichen erfolgt regulär.

Pressemitteilung RoMed Kliniken

Update, 20.52 Uhr: Landratsamt Rosenheim informiert über neuen Corona-Fall

Die Pressemitteilung im Wortlaut 

Nach der ersten an dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Person aus dem Landkreis Rosenheim, gibt es nun einen zweiten bestätigten Fall in der Region. Das teilte das Bayerische Gesundheitsministerium heute mit. Es handelt sich um eine Person aus dem Rosenheimer Stadtgebiet. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim ergänzt dazu, dass sich die Person beim Skifahren in Südtirol mit dem Virus angesteckt hatte. Die Untersuchung des Abstrichs ergab einen positiven Befund. 

Da die Person nur leichte Krankheitssymptome zeigt, kann sie in häuslicher Quarantäne bleiben. Das Gesundheitsamt hat bereits Kontaktpersonen der erkrankten Person ermittelt und für diese eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. Zusätzlich werden sie täglich vom Gesundheitsamt kontaktiert und nach Symptomen sowie Fieber befragt. Zudem werden bei ihnen Abstriche genommen. 

Diese werden in einem Labor des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf SARS-CoV-2 untersucht. Weitere Kontaktpersonen werden ermittelt. Einen direkten Zusammenhang oder Kontakt zu der ersten im Landkreis Rosenheim erkrankten Person gibt es nicht. Um eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern hat das Bayerische Gesundheitsministerium im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales eine Coronavirus-Allgemeinverfügung erlassen

Sie betrifft unter anderem den Besuch von Schulen, Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogischen Tagesstätten für Reise- Rückkehrer aus Risikogebieten wie Südtirol. Demzufolge dürfen Schüler und Kindergartenkinder zum Beispiel nach ihrer Rückkehr aus Südtirol für 14 Tage nicht in die Schule bzw. Einrichtung. Südtirol war am Donnerstagabend vom Robert Koch-Institut als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft worden. 

Risikogebiete sind laut RKI-Definition Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann In Italien gehören dazu neben der Provinz Bozen (Südtirol) in der Region Trentino-Südtirol außerdem dieRegion Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 17.50 Uhr: Deutscher an Coronavirus gestorben

Ein 60 Jahre alter Mann aus Deutschland ist nachweislich am Coronavirus gestorben.  Das teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Der Mann war vor etwa einer Woche in das afrikanische Land eingereist. Damit ist es auch der erste bestätigte Todesfall in Zusammenhang mit Corona in Afrika.

Update, 16.52 Uhr: Neuer Coronavirus-Fall in Rosenheim

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat in einer Pressemitteilung einen Coronavirus-Fall in Rosenheim bekanntgegeben. Damit gibt es jetzt insgesamt zwei bestätigte Fälle im Landkreis Rosenheim.

Die Pressemitteilung im Wortlaut 

Der bayerische Coronavirus-Krisenstab hat sich am Sonntag unter anderem mit der Frage der Risikobewertung von Großveranstaltungen befasst. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte anschließend in München: "Wir unterstützen den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Deshalb empfehlen wir den Veranstaltern und den zuständigen lokalen Behörden ein solches Vorgehen auch für Bayern."

Der bayerische Corona-Krisenstab begrüßte es zudem, dass einige Landkreise und Städte beispielsweise im Raum Augsburg bereits zentrale Diagnose-Stellen zur Testung von Kontaktpersonen eingerichtet haben. Huml unterstrich: "Verdachtsfälle müssen zügig und sicher getestet werden. Wir empfehlen, dort wo es aufgrund der steigenden Zahl von Verdachtsfällen notwendig ist, auch pragmatisch entsprechende Strukturen zu schaffen." Mit diesem Aspekt hatte sich der Krisenstab auch bereits in der vergangenen Woche befasst.

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Sonntag auch über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass bis Sonntagnachmittag (Stand 15.00 Uhr) weitere 67 Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche (27.2.) insgesamt 200 bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

  • Aus Schwaben wurden je ein weiterer Fall aus Augsburg sowie dem Landkreis Augsburg und drei weitere Fälle aus dem Landkreis Oberallgäu gemeldet.
  • Aus Oberbayern wurden sechs weitere Fälle aus dem Landkreis Freising gemeldet. Auch aus dem Landkreis Starnberg wurden sechs weitere Fälle gemeldet. Aus dem Landkreis Dachau wurden drei Fälle gemeldet, aus den Landkreisen Pfaffenhofen a.d. Ilm und Garmisch-Partenkirchen je ein Fall. Aus Rosenheim wurde ein Fall gemeldet. Aus München wurden 35 weitere Fälle gemeldet, aus dem Landkreis München vier weitere Fälle.
  • Aus der Oberpfalz wurden zwei Fälle aus dem Landkreis Regensburg und ein Fall aus dem Landkreis Schwandorf gemeldet.
  • Aus Niederbayern wurden aus den Landkreisen Dingolfing-Landau und Kelheim je ein neuer Fall gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. Einzelheiten können den Medien über die jeweils zuständigen Landratsämter bzw. kreisfreien Städte mitgeteilt werden.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Update, 16.30 Uhr: Nockherberg wird wegen Corona-Gefahr verschoben

Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg mit satirischer Bußpredigt und anschließendem Singspiel wird wegen des Coronavirus' verschoben.

Update, 15.33 Uhr: Jens Spahn empfiehlt Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abzusagen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat wegen der steigenden Infektions-Zahlen in Deutschland eine Empfehlung ausgesprochen: Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern sollen abgesagt werden.

UPDATE, 10.39 Uhr: Coronavirus erreicht Eishockey Oberliga

Mittlerweile hat Sars-CoV-2 auch die Eishockey Oberliga Süd erreicht - die Starbulls sind noch nicht davon betroffen. (rosenheim24.de berichtet ab 18 Uhr live von Spiel gegen Blue Devils aus Weiden)

Das Spiel Füssen gegen Memmingen wird nun nach Memmingen verlegt. Allerdings werden keine Zuschauer ins Stadion gelassen, um das Fairplay zu wahren.

UPDATE, Sonntag, 8. März, 8.33 Uhr: Coronavirus wichtiges Thema bei Koalitionsgipfel 

Am Sonntag, den 8. März, findet ein Koalitionsgipfel statt, wie die dpa berichtet - dieses Mal steht u. a. ein Thema ganz besonders im Fokus: das Coronavirus. Bei dem Gipfeltreffen beraten am Sonntagabend die Spitzen von Union und SPD im Bundeskanzleramt darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen. 

UPDATE, 16.40 Uhr: 31 weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Samstag über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass bis Samstagnachmittag (Stand 15 Uhr) weitere 31 Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 133 bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

  • Aus Mittelfranken wurde ein weiterer Fall aus Nürnberg und ein Fall aus dem Landkreis Nürnberger Land gemeldet.
  • Aus Oberbayern wurden drei weitere Fälle aus dem Landkreis Ebersberg, ein weiterer Fall aus dem Landkreis Erding, zwei weitere Fälle aus dem Landkreis Freising, ein weiterer Fall aus dem Landkreis Miesbach, vier weitere Fälle aus dem Landkreis München, zwei weitere Fälle aus dem Landkreis Starnberg, zwei weitere Fälle aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und ein Fall aus Ingolstadt gemeldet.
  • Aus der Oberpfalz wurden zwei weitere Fälle aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, zwei Fälle aus dem Landkreis Cham sowie ein Fall aus Regensburg gemeldet.
  • Aus Schwaben wurden zwei Fälle aus dem Landkreis Donau-Ries, zwei weitere Fälle aus dem Landkreis Lindau am Bodensee sowie ein Fall aus Augsburg gemeldet.
  • Aus Oberfranken wurde ein Fall aus dem Landkreis Hof gemeldet.
  • Aus Unterfranken wurden zwei weitere Fälle aus Würzburg gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen. 

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Anmerkung der Redaktion: Zuerst wurde vom Gesundheitsministerium eine Neuerkrankung aus dem Landkreis Passau mitgeteilt, in einer korrigierten Fassung spricht das Ministerium nun von einer zusätzlichen Neuerkrankung im Landkreis Cham, nicht Passau.

UPDATE, 15.36 Uhr: "Südtirols Einstufung als Risikogebiet unverhältnismäßig"

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Südtirol am 5. März zum Coronavirus-Risikogebiet erklärt. Der Präsident des Instituts Lothar Wieler begründete dies mit „der Anzahl der Infektionen und der Dynamik der Ausbreitung des Coronavirus in der norditalienischen Region“. Entscheidend für die neue Bewertung sei auch, „wie viele Infektionen aus dem Risikogebiet in andere Länder getragen worden seien“. „Diese Einstufung Südtirols als Risikogebiet entbehrt jeglicher Grundlage, wir fordern eine Neubewertung und haben bereits in diesem Sinne beim RKI interveniert“, informiert der Präsident der Handelskammer Bozen Michl Ebner.

Südtirol ist nicht mit Norditalien gleichzusetzen, es bedarf einer geographischen Präzisierung. Die nördlichste Provinz Italiens ist von den roten Zonen in der Lombardei und im Veneto weit entfernt. Darüber hinaus zählt auch Italien Südtirol nicht zur roten Zone.

Südtirol hatte zum Zeitpunkt der Einstufung als Risikogebiet nur einen bestätigten Coronavirus-Fall, so die Angaben des Südtiroler Sanitätsbetriebs. Heute am 7. März gibt es neun Verdachtsfälle, wobei die bestätigenden Tests noch ausstehen. Wenn die Anzahl der Infektionen für das Robert-Koch-Institut ausschlaggebend ist, müsste dieses momentan Halb.Deutschland als Risikogebiet einstufen. Heute, am Samstag, den 7. März meldet das Robert-Koch-Institut 640 bestätigte Fälle in der Bundesrepublik. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland vom Institut jedoch nur als mäßig eingeschätzt.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Infektionen nicht von Südtirol aus nach Deutschland getragen wurden, sondern die Personen sich bereits in Deutschland angesteckt haben, vor allem in NordRheinWestfalen, wo es derzeit mit 346 Fällen die meisten Infizierten gibt (Datenstand: 7.3.2020, 08:00 Uhr). Stark betroffen sind auch Baden-Württemberg mit 116 und Bayern mit 117 Fällen.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler hat selbst in seiner Pressekonferenz am Donnerstag, den 5. März bestätigt, dass die meisten Coronavirus-Infektionen auf eine Ansteckung in Deutschland zurückzuführen sind.

Unverantwortlich ist es auch, dass das Auswärtige Amt aufgrund eines einzigen bestätigten Coronavirus-Falls in Südtirol eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Gesundheit ist das wichtigste Gut im Leben, aber nichts desto trotz muss eine bestimmte Verhältnismäßigkeit gegeben sein und dies ist im Falle der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts und des Auswärtigen Amtes nicht der Fall.

„Die Einstufung als Risikogebiet ist vor allem aufgrund der psychologischen Faktoren ein schwerer Schlag für die Südtiroler Wirtschaft. Wenn das Vertrauen unserer deutschen Gäste verloren geht, müssen Hotels schließen und es werden Menschen ihre Arbeit und ihr Einkommen verlieren. Betroffen sind auch der Handel, die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft. Gemeinsam müssen wir an die Verantwortlichen in Deutschland appellieren, um eine Neubewertung der Situation in Südtirol zu erreichen“, ist Handelskammerpräsident Michl Ebner überzeugt.

Seit der Einstufung als Risikogebiet verzeichnet Südtirol täglich massenhaft Abreisen und Stornierungen deutscher Gäste. In München wurden gestern sogar in Schulen Selektionen durchgeführt, wobei jene Schüler/innen, die einen Urlaub in Südtirol verbracht hatten, der Schule verwiesen wurden. „Dies ist unnütze Hysterie“, bringt es Ebner auf den Punkt.

Nicht vergessen werden darf, dass der erste Coronavirusfall Euopas im Jänner 2020 in Deutschland aufgetreten ist. Ein diesbezüglicher Brief der deutschen Ärzte, die den Fall entdeckt haben, wurde im New England Journal of Medicine veröffentlicht, berichtete gestern der Corriere della Sera in seiner Ausgabe vom 6. März 2020. Sonderbar, dass die deutschen Ärzte nicht in Deutschland ihre Erkenntnisse veröffentlicht haben, sondern in Großbritannien. Dies erinnert an den leider verstorbenen chinesischen Arzt, der das Coronavirus in China entdeckt hatte.

 Pressemitteilung Handelskammer Bozen

UPDATE, 11.28 Uhr: Bayerisches Gesundheitsministerium erlässt Corona-Verfügung

Pressemeldung im Wortlaut:

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales eine Coronavirus-Allgemeinverfügung zum Besuch von Schulen, Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogischen Tagesstätten für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten wie Südtirol erlassen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Samstag hingewiesen. Demzufolge dürfen Schüler und Kindergartenkinder zum Beispiel nach ihrer Rückkehr aus Südtirol für 14 Tage nicht in die Schule bzw. Einrichtung.

Südtirol war am Donnerstagabend vom Robert Koch-Institut als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft worden.

Risikogebiete sind laut RKI-Definition "Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann". In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In der Allgemeinverfügung, die am Samstag in Kraft getreten ist, heißt es unter anderem:

- Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet entsprechend der aktuellen Festlegung durch das Robert Koch-Institut (RKI) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten. Ausreichend ist, dass die Festlegung des Gebietes als Risikogebiet durch das RKI innerhalb der 14-Tages-Frist erfolgt. Die Risikogebiete sind hier tagesaktuell abrufbar. Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung haben sich in einem Risikogebiet aufgehalten, wenn sie dort kumulativ mindestens 15-minütigen Kontakt zu einer anderen Person als den Mitreisenden im Abstand von weniger als 75 cm hatten.

- Die Personensorgeberechtigten haben für die Erfüllung der in Ziffer 1 genannten Verpflichtung zu sorgen. Sie sind unter Berücksichtigung der Voraussetzungen in Ziffer 1 verpflichtet, keine Betreuungsangebote von Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogischer Tagesstätte in Anspruch zu nehmen.

- Erhält der Träger bzw. das beauftragte Personal einer Schule, Kindertageseinrichtung oder Heilpädagogischen Tagesstätte oder eine Tagespflegeperson Kenntnis davon, dass die Voraussetzung nach Ziffer 1 vorliegt, dürfen die betreffenden Schülerinnen und Schüler sowie die Kinder nicht betreut werden.

Zur Begründung steht in der Allgemeinverfügung unter anderem: "Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig. Dabei ist die Übertragungsgefahr bei Kindern besonders hoch, weil kindliches Spiel in den frühkindlichen Einrichtungen regelmäßig einen spontanen engen körperlichen Kontakt der Kinder untereinander mit sich bringt. Das Einhalten disziplinierter Hygieneetiketten ist zudem abhängig vom Alter und der Möglichkeit zur Übernahme von (Eigen-)Verantwortung und bedarf daher bei Kindern noch einer entwicklungsangemessenen Unterstützung durch Erwachsene. Diese Unterstützung kann in den Einrichtungen mit einer Vielzahl an betreuten Kindern seitens der Aufsichtspersonen nicht immer ununterbrochen sichergestellt werden. Vielmehr sehen die Räume in den Einrichtungen in aller Regel Rückzugsmöglichkeiten vor. Daher kann schon räumlich eine lückenlose Überwachung nicht immer gewährleistet werden. Damit steigt die Gefahr, dass sich Infektionen innerhalb der Einrichtung verbreiten und diese nach Hause in die Familien getragen werden."

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums betonte: "Deshalb ist nach Abwägung aller Umstände eine allgemeingültige Anordnung erforderlich, um die Verbreitung der Infektion im Bereich der Schulen und der Kinderbetreuung zu unterbinden. Diese Anordnung betrifft die Kindertagespflege auch dann, wenn nur ein Kind betreut wird. Denn auch dann ist eine Übertragung auf weitere Kinder nicht ausgeschlossen. Die Anordnung ist nicht befristet. Bei entsprechender erneuter Risikoeinschätzung wird die Allgemeinverfügung aufgehoben."

In der Allgemeinverfügung wird erläutert: "Es ist ausdrücklich keine Aufgabe der Träger bzw. des eingesetzten Personals bzw. der Tagespflegeperson, gezielt durch Nachfragen zu erforschen, ob Kinder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Nur dann, wenn eine positive Kenntnis darüber besteht, dürfen diese Schülerinnen und Schüler sowie Kinder nicht mehr betreut werden."

Die Allgemeinverfügung finden Sie im Internet hier

Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

UPDATE, 10.50 Uhr: Söder fordert spezielles Notfall-Konzept für Unternehmen

Zum Schutz der deutschen Wirtschaft vor Folgen des Coronavirus fordert CSU-Chef Markus Söder von der Bundesregierung ein spezielles Notfall-Konzept für betroffene Unternehmen. "Es darf aus dem Coronavirus keine zweite Finanzkrise entstehen. Wir wollen keinen Coronaschock für die deutsche Wirtschaft", sagte der bayerische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dazu zählten Bürgschaften, Steuerstundungen und "ganz wichtig" Kurzarbeitergeld. "Das ist nötig, damit es nicht zu erheblichen Schäden in der deutschen Wirtschaft kommt", so Söder.

Am Sonntagabend will Söder sich deshalb im Kanzleramt beim Treffen der Spitzen von Union und SPD mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ein "kluges Konzept" einsetzen: "Die Bundesregierung darf die Wirtschaft und die Arbeitnehmer nicht alleine lassen." Auch wenn sich das Coronavirus weiter in Deutschland ausbreite, müsse die Wirtschaft am Laufen gehalten werden. "Jetzt ist ein gutes Krisenmanagement der Bundesregierung gefragt - nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch", hieß es.

UPDATE, 9.55 Uhr - 21.000 Mundschutz-Masken geschmuggelt

Wie Salzburg24.at berichtet, wurde am Donnerstag in Wien ein Reisebus gestoppt, in dem sich Schmuggelware befand - darunter 21.000 Mundschutz-Masken. Laut dem Finanzministerium hätten die Schmuggler "mindestens 50.000 Euro Gewinn" beim Verkauf der Masken machen können,  so die Zeitung weiter.

UPDATE, 9.30 Uhr - 60 Schüler in Quarantäne

In Oberfranken sind in Bamberg nun 60 Schüler und Lehrer in häusliche Quarantäne geschickt worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur News5. Die Gruppe war auf Klassenfahrt beziehungsweise einer Skifreizeit in Südtirol, das am Donnerstag, 5. März, vom Robert-Koch-Institut zum Coronavirus-Risikogebiet erklärt worden war.

Die Schüler von drei Klassen der Maria-Ward-Schulen wurden am Freitagabend in einem leerstehenden Supermarkt in Scheßlitz im Landkreis Bamberg von Ärzten untersucht, der zuvor räumlich in zwei Abschnitte getrennt wurde. In einem Bereich machten Ärzte Abstriche von jedem einzelnen Kind und Lehrkräften. Der andere Bereich war für die Eltern der Schüler, die sich dort ebenfalls anmelden mussten. Danach durften sie nach Hause, müssen nun aber 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben.

Die Erstmeldung:

Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe beklagte wegen der Verunsicherung in der Bevölkerung zum Teil bereits massive Umsatzeinbußen. rosenheim24.de hat sich darüber mit Hotels aus der Region unterhalten. Besonders betroffen ist auch ein Hotelier aus dem Chiemgau, der seit Jahren ein Hotel in Lido de Jesolo (Italien) betreibt.

Mit den 29 Fällen vom Freitag stieg die Zahl der Neu-Infizierten seit Donnerstag, 27. Februar, auf 102 Fälle in Bayern. Vier der neu erkrankten Patienten stammen aus Nürnberg, einer aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, ein weiterer aus dem Landkreis Passau. Drei Fälle kommen aus dem Landkreis Ebersberg, einer aus dem Landkreis Miesbach, sowie elf aus München. Aus dem Landkreis Augsburg und dem Landkreis Oberallgäu wurden jeweils ein Fall gemeldet. Drei weitere Fälle stammen aus Würzburg.

mw/ics

Kommentare