Bayernweit 102 Infektionen in einer Woche

29 neue Corona-Fälle - Unter anderem in Kreisen Ebersberg und Miesbach

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Coronavirus - Deutschland

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in Bayern und der Region weiter für Aufregung und Verunsicherung bei den Bürgern. Seit vergangenen Donnerstag (27. Februar) meldete das Bayerische Gesundheitsministerium 79 neue Fälle im Freistaat.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE: 


  • 55-Jähriger erster Infizierter im Landkreis Rosenheim 
  • Gesundheitsministerium bestätigt 79 neue Fälle in Bayern 
  • Schüler, die in Risikogebieten waren, sollen bis auf weiteres der Schule fernbleiben
  • Alarmstufe 1 für Bayerische Hilfsorganisationen ausgerufen 
  • Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt 

UPDATE, 16.30 Uhr - 29 neue Fälle in Bayern

Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilt wurden bis Freitagnachmittag 15 Uhr 29 weitere Coronavirus-Fälle gemeldet. Damit steigt die Zahl der Erkrankten seit letzten Donnerstag auf insgesamt 102 neue Fälle.


Vier der neu erkrankten Patienten stammen aus Nürnberg, einer aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, ein weiterer aus dem Landkreis Passau. Drei Fälle kommen aus dem Landkreis Ebersberg, einer aus dem Landkreis Miesbach, sowie elf aus München. Aus dem Landkreis Augsburg und dem Landkreis Oberallgäu wurden jeweils ein Fall gemeldet. Drei weitere Fälle stammen aus Würzburg.

UPDATE, 16 Uhr - Mittelstands-Union fordert Besonnenheit

Angesichts der Neubewertung Südtirols als Corona-Risikogebiet durch das Robert Koch-Institut, das einen wirtschaftlichen Stillstand des gesamten Landes zur Folge hat, meint Dr. Thomas Geppert, Bezirksvorsitzende der Mittelstands-Union Oberbayern (MU Oberbayern): „Die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sowie die damit einhergehenden Folgen stellen derzeit alle vor große Herausforderungen. Und selbstverständlich muss Gesundheit ohne „wenn“ und „aber“ immer höchste Priorität haben. Genauso selbstverständlich sollten aber alle zu treffenden Maßnahmen aufeinander abgestimmt sein. 

Wenn das Robert Koch-Institut nun die Situation in Südtirol mit der in Wuhan gleichsetzt, ist es nur eine Frage von sehr kurzer Zeit, bis das nur 50 Kilometer entfernte Oberbayern ebenfalls als Risikogebiet eingestuft wird. Die dann von den Behörden zu treffenden Maßnahmen hätten existenzbedrohende Auswirkungen auf unsere gesamte Wirtschaft. 

Es drohen Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Schäden in noch nicht absehbaren Dimensionen. Bereits jetzt sind die Schäden im Mittelstand, der Deutschland sonst immer durch alle Krisen getragen hat, immens. Ich setze darauf, dass der Koalitionsausschuss der Großen Koalition am Sonntag Maßnahmen trifft, die der Dimension der Krise gerecht werden. Wir brauchen jetzt Besonnenheit statt Panikmache – auch von behördlicher Seite.“

Pressemeldung Mittelstands-Union Oberbayern

UPDATE, 11.55 Uhr - Kein Politiker Derblecken auf Nockherberg

Wegen des Coronavirus fällt das Politiker-Derblecken beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München heuer aus. Dies teilte die Paulaner-Brauerei als Veranstalterin soeben am späten Freitagvormittag mit.

UPDATE, 11.45 Uhr - Corona-Zelte auf der Theresienwiese?

Werden im Ernstfall Zelte auf der Theresienwiese zur Untersuchung von Corona-Verdachtsfällen aufgebaut? Für Prof. Dr. Michael Hölscher LMU-Klinikum München wäre das zumindest denkbar. Das berichtet unser Partnerportal tz.de. Momentan sei zwar noch unklar, wie sich die zweite Corona-Phase nach dem derzeitigen Übergang gestalte, aber dennoch erachtet der Arzt die derzeitigen Vorkehrungen als nicht ausreichend.

"Es wird Vorkehrungen brauchen, um eine Vielzahl von möglichen Infizierten ressourcenschonend testen zu können. Dann werden zentrale Einrichtungen benötigt, zu denen die Menschen leicht kommen können. (...) Denkbar wären – geht man vom schlimmsten Fall aus – zum Beispiel Zelte, die auf der Theresienwiese aufgebaut werden. Hier kann man mit wenig Personal viele Menschen untersuchen. Auch das Risiko für das Gesundheitspersonal, sich anzustecken, ist deutlich geringer", so der Mediziner im Gespräch mit der tz.

UPDATE, 10.32 Uhr - Südtirol zum Risikogebiet erklärt

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Das Robert-Koch-Insitut (RKI) meldete per Freitagmorgen (Stand 7 Uhr) bundesweit 534 Fälle. Das sind 134 mehr als noch am Donnerstagnachmittag. Betroffen sind alle Bundesländer bis auf Sachsen-Anhalt, das bislang keinen Corona-Fall dem RKI gemeldet hat. 

Mit 281 Erkrankungen entfällt mehr als die Hälfte der bundesweiten Infektionen auf Nordrhein-Westfalen. Baden-Württemberg meldete 91 Fälle, Bayern 79.

Das RKI erklärte auch Südtirol zum Risikogebiet. Die italienische Region ist gerade auch bei deutschen Skifahrern sehr beliebt.

Zuvor waren in Italien bereits folgende Gebiete aufgelistet: Region Emilia-Romagna, Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

Als außereuropäische Coronavirus-Risikogebiete gelten: China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan), Iran: Provinz Ghom, Teheran und Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang).

UPDATE, 9.20 Uhr - Feuerwehr Pietling verschiebt Fahrzeugweihe

Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die geplante Fahrzeugweihe der Freiwilligen Feuerwehr Pietling. Da gemeindliche Feuerwehren zu den sicherheitsrelevanten, wichtigen Einrichtungen gehöre, sahen sich die Verantwortlichen zu einer Verschiebung verpflichtet.

UPDATE, 9.05 Uhr - Schulen in Nürnberg geschlossen

Die Stadt Nürnberg will auf Nummer sicher gehen und schließt deshalb am Freitag zwei Schulen, das Labenwolf-Gymnasium und die Grundschule St. Johannis. Zwei Schüler waren am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie haben sich laut dem Portal nordbayern.de wohl bei ihrer Mutter, einer Reiserückkehrerin aus dem Piemont, angesteckt.

Auch in Erlangen bleibt das Christian-Ernst-Gymnasium am Freitag, 6. März, geschlossen. Zwei Kinder hatten das Gymnasium einen Tag lang besucht, dann wurde bei ihnen das Coronavirus festgestellt. Die Staatliche Realschule Herzogenaurach bleibt am Freitag ebenfalls vorsorglich geschlossen. Bei einer Schülerin bestehe der starke Verdacht auf eine Infizierung mit dem Coronavirus, hieß es.

UPDATE, 7.05 Uhr - DM rationiert Desinfektionsmittel

Über Hamsterkäufe bei verschiedenen Supermarkt-Ketten in der Region hatte rosenheim24.de in den letzten Tagen bereits berichtet. Dort waren haltbare Lebensmittel wie Mehl, Nudeln, Reis oder Gemüse-Konserven zum Teil komplett ausverkauft. Auch im Drogerie-Bereich kam bzw. kommt es immer noch zu Lieferengpässen. Bereits letzte Woche war gemeldet worden, dass zum Beispiel Artikel wie Toilettenpapier zum Teil nicht mehr zu bekommen waren. Auch über die Knappheit von Schutzmasken gab es bereits zahlreiche Medienberichte.

Auch Desinfektionsmittel waren bzw. sind teilweise nicht mehr zu bekommen. Deswegen geht man bei der Drogeriekette "DM" in Rosenheim nun andere Wege. In der Filiale im Aicherpark hängt jetzt beispielsweise ein Schild am Regal der Desinfektionsmittel, das besagt, dass ab sofort noch noch zwei Stück pro Haushalt abgegeben werden. "In den letzten Tagen ist die Nachfrage nach verschiedensten Artikeln – wie beispielsweise Hygiene-Produkten – aus unserem Sortiment sprunghaft angestiegen", erklärte dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer. Aufgrund des "abrupten Anstiegs" seien "temporär Produkte an manchen Standorten nicht erhältlich", räumte er im Gespräch mit dem Münchner Merkur ein.

UPDATE, 6.50 Uhr - Auswirkungen in Region spürbar

In der Region wurden wegen des Coronavirus bereits zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Immerhin findet das Rosenheimer Starkbierfest in der Inntalhalle statt. Das Fest wird am Freitagabend eröffnet. Andere Firmen hingegen verhängten dagegen beispielsweise ein Verbot für Dienstreisen, wie zum Beispiel die Firma Wacker Chemie in Burghausen. 

Auch die Hotelbranche ist stark betroffen. Darüber hat sich chiemgau24.de mit Peter Rechl unterhalten. Der Chiemgauer betreibt seit Jahren ein Hotel in Lido de Jesolo (Italien): "Wir sind momentan echt sauer und können nur hoffen, dass sich diese Hysterie wieder legt."

Die Erstmeldung: 

Am Donnerstagabend, 5. März, waren in Bayern sieben weitere Coronavirus-Fälle bestätigt worden. Insgesamt sind es nun im Freistaat 73 Fälle (Stand: Donnerstagabend, 5. März). Das bestätigte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Aus Mittelfranken wurden weitere vier Fälle aus Erlangen gemeldet. Je ein Fall wurde aus dem oberbayerischen Landkreis Starnberg, aus München und aus dem unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen gemeldet.

Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen, hieß es weiter.

mw/mh

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