Video zeigt: So gefährlich wäre es, die Corona-Maßnahmen jetzt zu lockern

Coronavirus: Was bringen die Maßnahmen? Wann können sie gelockert werden?

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Markus Söder hat die Ausgangsbeschränkung bis mindestens zum 20. April bekannt gegeben.

Bayern – Ministerpräsident Markus Söder hat am Montag, den 30. März, eine Ausweitung der Ausgangsbeschränkung bis 19. April bekanntgegeben. Doch wie lange geht das noch so weiter? Was würde passieren, wenn wir die Maßnahmen lockern?

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Risikogebiete weltweit

„Um die Belastung des Gesundheitssystems so gering wie möglich zu halten und die Versorgung schwer kranker Patienten sicherzustellen, ist es wichtig, dass sich das neuartige Coronavirus so langsam wie möglich ausbreitet“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Daher gibt es derzeit eine Beschränkung sozialer Kontakte im alltäglichen Miteinander.


Die Wissenschaftssendung „Quarks“ ist einigen Fragen nachgegangen. Demnach gibt es vier Gründe trotz einer langsameren Steigung an Neuinfektionen an der Ausgangsbeschränkung festzuhalten.

Statistiken zeigen Stand von vor zehn Tagen

Die Zahlen hätten einen Verzug. Es würde ein bis zwei Tage dauern bis ein Testergebnis in der Statistik erfasst wird. Allein die Labore würden drei bis fünf Tage zur Durchführung der Tests benötigen. Diese werden erst beauftragt, wenn ein Patient Symptome aufweise – durchschnittlich nach fünf Tagen. Folglich zeige die Statistik den Stand von ungefähr vor zehn Tagen an. Daher könnten Maßnahmen auch erst nach diesem Zeitraum beurteilt werden.


Die Statistiken würden den Zeitpunkt der Diagnose erfassen. Die Symptome könnten sich im Laufe noch verschlimmern. Die Situationen in den Krankenhäusern seien also zu einem noch späteren Zeitpunkt zu sehen. Eine Welle von Patienten mit schweren Verläufen könnte zeitversetzt einsetzen.

Mehr Zeit für neue Maßnahmen

Sobald die Beschränkungen aufgehoben werden sollten, würden die Zahlen der Neuinfektionen wieder nach oben schießen. Je länger jetzt durchgehalten werde, desto länger wird die Pause bis zu den nächsten Maßnahmen sein. Bis dahin könnten unter Umständen neue und bessere Maßnahmen bekannt sein.

Ein Blick nach Italien oder Frankreich zeigen, was passiert, wenn die Maßnahmen nicht mehr greifen. Die Ärzte müssten dort entscheiden, wer an ein Beatmungsgerät kommt oder wer nicht.

Mehr als 250.000 Tests pro Woche

Je mehr getestet wird, desto weniger Menschen könnten das Virus verbreiten, ohne dass sie es wissen. Laut Quarks werden auch immer mehr Tests durchgeführt. Anfang März waren es 35.000 Tests pro Woche. Ende März ist diese Zahl auf mehr als 250.000 gestiegen. Die Kapazitäten seien am Anschlag. Daher würden auch nur strategische Tests durchgeführt werden, wenn eine Infektion sehr wahrscheinlich ist. Alle anderen Verdachtsfälle sollten freiwillig zwei Wochen zu Hause bleiben.

Problematisch sei hier insbesondere, dass man ansteckend sein kann, ohne Symptome aufzuweisen. Daher sei der Abstand derzeit auch so wichtig. Wenn die Zahl der Neuinfektionen relativ gering ist, könnte man durch Test erneute Ausbrüche im Keim ersticken.

Im Video werden zusätzlich folgende Themen behandelt. Wäre ein kompletter Shutdown, wie es in China der Fall war, eine Möglichkeit für Deutschland? Würde man damit die die Eindämmung beschleunigen? Sollten junge Menschen gezielt infiziert werden, damit diese immun werden? Wie schnell kann ein Impfstoff entwickelt werden?

jz

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