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Schulz will Parteibasis über SPD-Regierungsbeteiligung abstimmen lassen

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Demjanjuk (90) zwangsweise vorgeführt

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John Demjanjuk

München - Seit zehn Monaten läuft am Landgericht München II der Prozess gegen den mutmaßlichen Nazi-Schergen John Demjanjuk. Am Dienstag war der 90-Jährige nicht gewillt, die Krankenstation des Gefängnisses München-Stadelheim zu verlassen.

Vorsitzender Ralph Alt ließ ihn deshalb zwangsvorführen. Gerichts-Mediziner Dr. Albrecht Stein hatte ihn zuvor in der Haftanstalt besucht und seine Verhandlungsfähigkeit attestiert.

Demjanjuks Verteidiger Ulrich Busch war empört. Er hatte schon am Vortag dem Arzt die Kompetenz in der Beurteilung Demjanjuks abgesprochen. Der Mediziner nahm den Vorwurf gelassen zur Kenntnis. Der Verteidiger wiederum sprach von der „Todesnähe“, auf die sich sein Mandant deutlich hinbewege. Demjanjuk sei mittlerweile total immobil, werde nur noch stationär behandelt. „Wir können ihn nicht mehr länger mit dem Prozess überziehen“, sagte Busch.

Mediziner Stein hingegen schätzte den Gesundheitszustand des Angeklagten als wesentlich stabiler ein. Daür sprach an beiden Prozesstagen der rege Appetit des Angeklagten. Demjanjuk hatte schon am Montag um den Speiseplan der Gerichtskantine gebeten und zu dem Essen seiner Wahl die Beilagen ändern lassen.

Auch am Dienstag verspeiste er ein Fischgericht samt Nachspeise, bevor es in den Gerichtssaal ging. Dort stellte Verteidiger Busch einen weiteren Befangenheitsantrag gegen das Gericht. Aus seiner Sicht hatte der Vorsitzende am Vortag den Anwälten kein ausreichendes Fragerecht bei der Vernehmung eines US-Zeugen eingeräumt. Mittlerweile verfolgen nur noch wenige Zuschauer den Prozess. Er ist noch bis 22. Dezember terminiert.

wal

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