Stand: 5. Oktober 2020

Das müsst Ihr beachten: Eine Übersicht über die Corona-Regeln und -Verbote

Hinweis zu Corona.
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Das sind die aktuellen Corona-Regeln.

Deutschland - Quarantäne, Maskenpflicht, Zuschauerbegrenzung bei Sportveranstaltungen - die Regeln und Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Krise werden stetig angepasst. Kein Wunder, schließlich ändert sich auch das Infektionsgeschehen laufend. Für einen besseren Überblick hat rosenheim24.de die derzeit in Bayern geltenden Bestimmungen zusammengefasst:

Die gesamte siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 1. Oktober könnt Ihr hier einsehen.

Generell gilt: Die Abstandsregel von 1,50 Meter bleibt bestehen und gilt bei allen Veranstaltungen und im öffentlichen Raum. Bei Veranstaltungen hat der Betreiber für die Einhaltung dieser Regel zu sorgen. In geschlossenen Räumen muss für ausreichende Belüftung gesorgt werden.

Auch handelt es sich bei den unten aufgelisteten Bestimmungen um die bayernweit geltenden Maximalwerte. Das heißt, dass einzelne Landkreise durchaus die Regeln verschärfen können, wenn das Infektionsgeschehen dazu Anlass gibt - etwa bei der Zuschaueranzahl bei Sportveranstaltungen.

Kontaktbestimmungen - Mit wem darf ich mich wo treffen?

Die Bevölkerung wird weiter dazu angehalten, die Kontakte zu reduzieren, wo immer möglich.

In der Öffentlichkeit dürfen Menschen des selben Hausstandes, Lebenspartner (Ehepartner, Freund/in, etc.), direkte Familienmitglieder und Mitglieder eines weiteren Hausstandes sich treffen. Außerhalb dieser Konstellation darf man sich weiterhin nur zu zehnt treffen. Das gilt nicht bei der Ausübung des Berufs oder bestimmten ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Das Feiern auf öffentlichen Plätzen ist verboten.

Maskenpflicht

Überall dort, wo man den Mindestabstand nicht einhalten kann, muss eine Maske getragen werden. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag. Ab einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von über 50 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt kann außerdem die Maskenpflicht auch an öffentlichen Plätzen angeordnet werden. Wer sich daran nicht hält, dem droht ein Bußgeld von 250 Euro.

Veranstaltungen

Hochzeit/Beerdigung/Geburtstag: Wer eine anlassbezogene Feier wie Geburtstage oder Hochzeiten ausrichten will, kann nicht mehr so viele Leute einladen. Höchstens 25 Personen in geschlossenen Räumen und 50 unter freiem Himmel sind zulässig, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert über 50 steigt. Ansonsten sind bis zu 200 Menschen im Freien und 100 Menschen in geschlossenen Räumen erlaubt.

In privaten Haushalten gibt es keine Beschränkung, aber eine dringende Empfehlung, nicht mehr als 25 Personen zu versammeln. Der Veranstalter muss die Kontaktdaten erfassen, in geschlossenen Räumen herrscht Maskenpflicht, wenn man nicht am Platz sitzt.

Gottesdienste: Gottesdienste sind erlaubt, auch hier herrscht die Maskenpflicht, bis man an seinem Platz sitzt. Die Anzahl der erlaubten Teilnehmer hängt von den Kapazitäten der Kirche/Synagoge/Moschee ab. Zum Nachbarn muss ein Abstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Gottesdienste im Freien dürfen bis zu 200 Personen besuchen.

Versammlungen: Versammlungen unter freiem Himmel sind in der Regel auf 200 Personen beschränkt, in geschlossenen Räumen auf 100. Sondergenehmigungen müssen beantragt werden.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Bussen, Bahnen, Flugzeugen: In allen öffentlichen Fern- und Nahverkehrsmitteln herrscht Maskenpflicht.

Krankenhäuser

Hier ist es derzeit unter Einhaltung der Hygiene- Masken- und Abstandsvorschriften erlaubt, Patienten zu besuchen. Das kann aber klinikabhängig je nach Infektionsgeschehen variieren. Sterbende zu begleiten ist erlaubt.

Sport

Beim Sport gilt es einige Sonderregeln zu beachten. Kontaktsportarten sind nur erlaubt, wenn die Kontaktdaten der Teilnehmer erfasst werden. Bei Kampfsportarten dürfen höchstens 20 Personen teilnehmen.

Die Zulassung von Zuschauern ist generell wieder erlaubt, die Anzahl hängt aber von der Größe des Veranstaltungsortes ab. Im Zuständigkeitsbereich des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) sind beispielsweise im Amateurfußball grundsätzlich 200 Zuschauer erlaubt. Bis zu 400 Besucher können zugelassen werden, sofern der Heimverein diese alle auf einzelnen und gekennzeichneten Sitzplätzen unterbringen kann. Zudem muss der zuständige Klub für die Austragung von Heimspielen ein strenges Hygienekonzept einhalten.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 35 überschreitet, kann die Kreisverwaltung die Zuschaueranzahl begrenzen oder Zuschauer verbieten. Für den Profi-Bereich gelten zum Teil wieder andere Regelungen mit gesonderten Konzepten.

Freizeiteinrichtungen

Überall gilt: Es muss ein von Betreiber erarbeitetes Hygienekonzept geben.

Auch hier gilt der Mindestabstand - daher darf pro zehn Quadratmeter nur ein Besucher anwesend sein. Kinder dürfen nur mit Erwachsenen auf Spielplätze gehen. Stadt- und Gästeführungen, Berg-, Kultur- und Naturführungen sowie Führungen in Schauhöhlen und Besucherbergwerken sind zulässig, wenn der Mindestabstand gesichert werden kann.

Seilbahn, Flussfahrt etc. sind unter Einhaltung des Mindestabstands oder mit geeigneten Trennvorrichtungen erlaubt. Drinnen muss eine Maske getragen werden.

Badeanstalten, Hotelschwimmbädern, Thermen und Wellnesszentren sowie Saunen dürfen öffnen, wenn pro zehn Quadratmeter nur ein Gast anwesend ist (auch in den Becken), der Mindestabstand eingehalten wird und es ein Hygienekonzept gibt.

Bordellbetriebe, Clubs, Diskotheken, sonstige Vergnügungsstätten und vergleichbare Freizeiteinrichtungen sind geschlossen.

Handel/ Märkte/ Dienstleister

Im Einzelhandel gilt eine Maskenpflicht, außerdem muss hier der Mindestabstand eingehalten werden. Es ist pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde zugelassen. „Soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal“, heißt es in der Verordnung.

Wochenmärkte sind erlaubt, solange kein Volksfestcharakter enthalten ist (etwa Unterhaltungsprogramme).

Gastronomie

Lieferdienste und das Abholen von bestelltem Essen sind erlaubt. Betriebskantinen sind erlaubt, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Für das Personal im Servicebereich oder in Bereichen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann, sowie für die Gäste, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden, gilt Maskenpflicht.
Die Bewirtung darf nur an Tischen erfolgen; Speisen und Getränken sind am Platz zu verzehren. An der Theke darf nicht gegessen und getrunken werden.

Die Betreiber müssen die Kontaktdaten der Gäste erheben. Wer falsche Angaben macht, muss mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro rechnen.

Das Tanzen in geschlossenen Räumen ist verboten.

Beherbergung

Die Kontaktdaten aller Gäste müssen erhoben werden. Wer in einer Zimmer/ Ferienwohnung etc. untergebracht werden will, muss Mitglied desselben Hausstandes, Lebenspartner (Ehepartner, Freund/in etc.), direkte Familienmitglieder, oder Mitglied eines weiteren Hausstandes sein. Auch hier gilt Maskenpflicht, bis man in seinem Zimmer/ seiner Wohnung/ seinem Tisch ist.

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege kann im Bayerischen Ministerialblatt Landkreise, Gemeinden oder abgegrenzte Gemeindeteile innerhalb Deutschlands bekannt geben, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Menschen aus diesen Gemeinden dürfen nicht in Hotels etc. beherbergt werden. Ausgenommen sind Menschen mit einem entsprechenden negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch Menschen, die zwingend und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch anreisen müssen, sind ausgenommen, sowie Menschen, die einen sonstigen triftigen Reisegrund wie insbesondere einen Besuch bei Familienangehörigen, eines Lebenspartners oder Partners einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, die Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen haben.

Tagungen/ Kongresse/ Messen

Es darf pro zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche nur ein Besucher zugelassen werden. Alle Aussteller, Besucher und Dienstleistermüssen sich registrieren. In geschlossenen Räumen herrscht Maskenpflicht (außer an den Tischen), auch im Außenbereich herrscht Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Bildung und Kultur

Schulen: Präsenzunterricht ist wieder zugelassen, es muss aber der Mindestabstand eingehalten und außerhalb des Unterrichts ab der fünften Klasse eine Maske getragen werden. Wenn es ein erhöhtes Risiko, etwa durch einen hohen Sieben-Tage-Inzidenten gibt, können weitere Regeln erlassen werden. Blasmusikunterricht und Musikunterricht, bei dem gesungen wird, dürfen nur mit zwei Metern Abstand zwischen den Teilnehmern stattfinden. Beim Fahrschulunterricht herrscht Maskenpflicht.

An Hochschulen darf Präsenzunterricht mit bis zu 200 Personen unter Einhaltung des Mindestabstandes stattfinden.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten sowie zoologische und botanische Gärten können unter folgenden Voraussetzungen öffnen:

Der Mindestabstand wird eingehalten und pro zehn Quadratmeter Fläche ist nur ein Besucher anwesend. Bei Theater- oder Konzertbesuchen müssen alle Angestellten, die nicht an ihrem Platz sind, Masken tragen, außer dies würde ihre künstlerische Darbietung einschränken. Hier gelten ansonsten meist die selben Regeln wie bei Veranstaltungen.

Örtliche Regelungen

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz die 35 überschreitet, kann die Kreisverwaltung zusätzliche Regeln erlassen. Sie soll dann eine Beschränkung der zulässigen Anzahl der Teilnehmer von privaten Feierlichkeiten in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf bis zu 50 Personen, eine dringliche Empfehlung, in privaten Räumen keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen erlassen.

Bei einem Wert von 50, darf man sich in der Öffentlichkeit nur noch zu fünft treffen, wenn man nicht dem selben Hausstand angehört, verwandt ist oder in einer Lebenspartnerschaft. Das gilt dann auch im privaten Raum.

Bei Veranstaltungen dürfen dann nur noch 25 Person drinnen und 50 Personen draußen anwesend sein. An häufig besuchten öffentlichen Plätzen muss eine Maskenpflicht auch im freien erlassen werden. Dort soll es dann auch ein Alkoholverbot geben. Untersagung der Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr.

Risikogebiete

Eine Liste aller vom RKI ausgewiesenen Risikogebiete findet Ihr hier.

Die Verordnung über Quarantänemaßnahmen für Einreisende zur Bekämpfung des Coronavirus findet Ihr hier.

Allgemein gilt: Wer aus dem Risikogebiet einreist und dort länger als 48 Stunden war, muss entweder einen negativen (zugelassenen) Corona-Test mitbringen oder sich sofort nach der Rückkehr testen lassen. Das Gesundheitsamt kann bis zu 14 Tage nach der Rückkehr das Vorlegen eines Tests verlangen. Wer den nicht vorlegen kann, muss eine angeordnete Testung dulden. Wer nach Aufforderung an der angebotenen Testung nicht teilnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann, so das Gesundheitsministerium.

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich sofort und ohne Umwege nach Hause in Quarantäne begeben. Diese dauert 14 Tage, auch Besuch darf man nicht bekommen. Man muss sich außerdem sofort bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde melden. Wer Symptome innerhalb der zwei Wochen bekommt, muss sich erneut bei der Kreisverwaltung melden.

Reisende, die sich noch vor der Rückreise einem Corona-Test unterziehen und ein negatives Ergebnis erhalten haben, konnten sich einer Quarantäne entziehen beziehungsweise sie vorzeitig beenden, solange sie symptomfrei bleiben. Das soll sich ab Mitte Oktober ändern. Dann soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen nach der Rückkehr durch einen negativen Corona-Test beendet werden können.

Bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet kann der Corona-Test kostenfrei gemacht werden.

Alle Ausnahmen zur Quarantäneregel findet Ihr in der Quarantändeverordnung.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass viele Berufspendler, einzelne Familienangehörige und Personen, die medizinisch bedingt einreisen müssen, ausgenommen sind. Außerdem gilt die Ausnahme für Menschen, die weniger als 48 Stunden im Risikogebiet verbracht haben und dort nicht bei einer Sportveranstaltung, Großveranstaltung, Feier, Kulturveranstaltung oder einem Konzert waren.

jv

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