Bargeldabschaffung: Unding oder Fortschritt?

Digitaler Euro und Obergrenze für Bargeldzahlungen: Was haltet Ihr von einer bargeldlosen Zukunft?

Digitale Zahlungsmöglichkeiten sind auch in Bayern auf dem Vormarsch. Doch wenn es um die mögliche Abschaffung von Bargeld geht, gehen die Meinungen oft stark auseinander.
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Digitale Zahlungsmöglichkeiten sind auch in Bayern auf dem Vormarsch. Doch wenn es um die mögliche Abschaffung von Bargeld geht, gehen die Meinungen oft stark auseinander.

„Bargeld ist Freiheit“ ist für einige das Motto, während für andere ganz klar die Vorteile einer nahezu voll digitalisierten Geldpolitik überwiegen. Die EU-Kommission erwägt bereits eine Obergrenze für Barzahlungen und die EZB peilt einen digitalen Euro an. Die Meinungen gehen bei Bestrebungen nach einem Alltag ohne Bargeld auseinander.

Bayern - In Bayern scheint die Entwicklung noch weniger rasant zu verlaufen. Ende April teilte Finanzminister Albert Füracker (CSU) mit: „Nicht nur Bares ist Wahres, aber Bargeld muss auch in Zukunft eine zentrale Stütze unseres Zahlungsverkehrs bleiben.“ Doch wie eine kleine Anfrage der AfD an den bayerischen Landtag (Plus-Artikel) zeigt: Die Diskussion muss trotzdem geführt werden. Die Frage, ob wir uns bald komplett vom Bargeld verabschieden müssen, steht im Raum und zahlreiche Leser haben bereits Stellung bezogen.

Helmut Grundner, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Berchtesgadener Land gab BGLand24.de ein Interview (Plus-Artikel), in dem er über seine Sicht der Thematik Bargeldabschaffung erklärte. Auch er bestärkte die Aussage des Finanzministers: „Das Bargeld wird nicht abgeschafft werden. Auch wenn mancherorts über Beschränkungen von Bargeldzahlungen diskutiert wird und viele Zahlungen schon heute bargeldlos durchgeführt werden: Eine komplette Abschaffung des Bargelds wird es nicht geben.“

Streitthema Bargeld: Das Pro und Kontra einer Abschaffung polarisiert

Ob Bargeld nun die große Freiheit der Bürger und ein wichtiger Schutz vor dem sinnbildlichen gläsernen Bürger ist oder ein Schritt in eine übersichtlichere und komfortable Zukunft ist, wird für zahlreiche Deutsche zur heiß diskutierten Grundsatzfrage.

Teils wird die Idee einer bargeldlosen Zukunft im selben Atemzug mit ausführlichen düsteren Verschwörungserzählungen kritisiert, während an anderer Stelle nüchtern erläutert wird, was von offizieller Stelle bereits in Stellungnahmen genannt wurde, um eine komplette Abschaffung des Bargelds zu dementieren.

Viele weisen aber auch auf die Tatsache hin, dass der Trend sich unaufhörlich hin zum digitalen Bezahlen entwickelt. In anderen Ländern, so wird oft argumentiert, läuft der Großteil der Transaktionen bereits nur noch per Zahlungsdienstleister, Smartwatch und Karte. Auch die Tatsache, dass große kriminelle Bargeldtransaktionen nicht mehr möglich werden, ist ein Punkt, der auf der Pro-Seite der Bargeldabschaffung steht.

Bargeld: Wichtig oder obsolet? Schickt uns Eure Meinung

Auch wenn der Eindruck entstehen kann, dass es nur „entweder-oder“ geht, finden sich immer wieder Zwischenpositionen. Wo platziert Ihr Euch in der Debatte? Ist Bargeld wichtig, um die persönliche Freiheit behalten zu können? Wie wäre es, wenn die Großeltern den Enkeln in Zukunft per Smartwatch ein Taschengeld geben müssen, anstatt einen Zehner zuzustecken? Verspricht ein komplett digitaler Zahlungsverkehr wirklich den erfolgreichen Kampf gegen die Kriminalität oder seht Ihr dabei Probleme?

Schickt uns Euren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Bargeld“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort - auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

mda

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