Rund 36.000 Unterschriften in Bayern gesammelt

Donaulied: Petition endet bald - doch die Gruppe will weiter kämpfen

Notenblatt mit Liedtext zu Donaulied an Donau Ufer
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Ein Notenblatt mit dem Liedtext „Einst ging ich am Ufer der Donau entlang“ wird am Donauufer gehalten. In dem Lied wird die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens beschrieben.

München/Passau - Die Online-Petition gegen das Donaulied endet am 15. August. In den drei Monaten seit Beginn der Aktion haben die Initiatoren aus Passau rund 36.000 Stimmen von Unterstützern gesammelt.

Studentin Corinna Schütz, die die Aktion angestoßen hatte, sieht darin einen Auftrag, sich weiter gegen Sexismus in Bierzelten stark zu machen. Mit der Online-Petition wollen die Initiatoren erreichen, dass das Lied auf Passaus Volksfesten nicht mehr gespielt wird. Über Parteigrenzen hinweg fanden Schütz und ihre Mitstreiter Zuspruch, unter anderem von Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU).

Die Initiative hatte vielfältige Reaktionen heraufbeschworen. Die Stadt Montabaur in Rheinland-Pfalz will das Singen des Bierzelten künftig verhindern, kündigte die Stadt aus dem Westerwald-Kreis bereits Anfang Juli an. Auch Martin Hagen, FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag und Abgeordneter aus dem Stimmkreis Rosenheim-West, hat eine klare Meinung: „(...) Auch die Veranstalter von Festen bei uns im Landkreis sollten künftig darauf achten, dass das unselige Donaulied nicht mehr gespielt wird. In meiner Jugend gehörte das Donaulied zum Standard-Repertoire auf Dorffesten. Alle sangen mit und niemand dachte sich etwas Böses dabei - und genau das ist das Problem. Denn in dem Lied wird die Vergewaltigung einer Frau gefeiert und das Opfer verhöhnt. Sexuelle Gewalt als Bierzelt-Schlager zum Schunkeln und Mitgröhlen? Schluss damit! Das passt nicht in ein modernes und aufgeklärtes Bayern.“

Andere wiederum wollen das Lied unbedingt erhalten. So haben vier junge Männer aus den Landkreisen Passau und Freyung inzwischen eine Gegenpetition gestartet. „Wir haben diese Gegenpetition gestartet, weil wir der Meinung sind, dass diese Herangehensweise im Kampf gegen Sexismus und Rassismus die falsche ist“, erklären die Initiatoren Fabian Fenzl, Ralph Seider, Fabian Bruckmeier und Mario Süß. Diese Gegenpetition hat inzwischen knapp 6000 Unterstützer.

In einem nächsten Schritt will die Gruppe aus Passau ihr Engagement übrigens auf andere Städte ausweiten. Dafür hätten sie schon Städte mit größeren Volksfesten angeschrieben, sagt Schütz. Die Rückmeldungen seien sehr unterschiedlich ausgefallen. Während einige Städte bereits viel für die Sicherheit von Frauen auf Volksfesten täten, spiele das Thema in anderen Städten noch eher eine untergeordnete Rolle. Auch mit der Anti-Diskriminierungsstelle steht die Gruppe im Austausch.

Liedtext beschreibt Vergewaltigung von Mädchen

Hintergrund: Eine oft auf Volksfesten gespielte Fassung des Donauliedes beschreibt die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens. In dem Liedtext heißt es unter anderem: „Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala, Sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala“ oder „Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala / Für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala.“

mw/dpa

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