Zitterpartie am Hochkalter: Kalifornier in Bergnot

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Der Polizeihubschrauber bei der Suche am Hochkalter.

Ramsau - Am Samstag gegen 17 Uhr ist die Bergwacht Ramsau alarmiert worden, dass sich zwei Bergsteiger am Hochkalter auf rund 2500 m Höhe im Nebel verstiegen hätten und völlig orientierungslos seien.

Daraufhin wurde der Rettungshubschrauber Christoph 14 angefordert, der jedoch beim Anflug Richtung Hochkalter aufgrund der misslichen Wetterlage scheiterte. Da sich aber langsam eine Wetterbesserung andeutete, wurde ein Polizeihubschrauber aus München nachgefordert. Der setzte in mehreren Flügen insgesamt sechs Bergretter am Blaueisgletscher direkt unter der Nebelgrenze ab, berichtet Aktivnews.

Die Bergretter stiegen zu Fuß über den Gletscher Richtung Blaueisscharte auf. Die Randkluft (Spalt zwischen Fels und Gletscher) musste erst gründlich gesichert werden, um selbst nicht in Gefahr zu kommen. Bei einem weiteren Suchflug von Edelweiß 7 konnten dann Lichtzeichen aus Richtung Hochkalter ausgemacht werden. Der Pilot navigierte die Bergwachtmänner zu den Bergsteigern. Zwischenzeitlich verschlechterte sich das Wetter wieder.

Amerikaner vom Hochkalter gerettet

Als die Bergretter gegen 22.15 Uhr bei den zwei 25-jährigen Kaliforniern ankamen, fanden sie diese unterkühlt und teilweise entkleidet vor. Sie wurden dann für den Abstieg zur Blaueisscharte vorbereitet. Der Nebel war zwischenzeitlich zwar verschwunden, dafür war es Dunkel geworden. Man forderte deshalb noch einen zweiten Hubschrauber der Polizei an, der dann die Windenaktion von der Scharte aus mittels Suchscheinwerfer ausleuchtete. In mehreren Flügen wurden die beiden Amerikaner und Bergretter ins Tal geflogen, wo sie medizinisch versorgt wurden. Der Einsatz dauerte rund acht Stunden.

Die beiden Amerikaner hatten nach Angaben des BRK auf der Blaueishütte übernachtet und waren am Samstag trotz des schlechten Wetters über die Ostverschneidung zum Hochkalter aufgebrochen. Im Aufstieg wurde einer der beiden Männer von einer Lockerschneelawine verschüttet; er blieb aber unverletzt und konnte sich selbst wieder befreien.

Aktivnews/BRK BGL

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