Feuerdrama im Altersheim: Drei Menschen sterben

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Würzburg - Für drei Bewohner des Evangelischen Wohnstiftes St. Paul in Würzburg kam jede Hilfe zu spät, die Feuerwehr konnte sie nicht mehr aus ihren Betten retten: Sie starben bei einem Brand in der Nacht auf Dienstag.

Brand im Seniorenheim: Vier Tote

Mehr als 100 pflegebedürftige Menschen schlafen in ihren Betten, als in ihrem Altenheim in Würzburg Feuer ausbricht. Nur wenige können sich selbst helfen. Schier endlose Minuten müssen die Senioren auf Rettung warten. Für drei Menschen kommt jede Hilfe zu spät.

Würzburg - Drei hilflose Senioren sind in der Nacht zum Dienstag bei einem Feuer in ihrem Altenheim in Würzburg ums Leben gekommen. Zwei Menschen schwebten nach dem Brand in Lebensgefahr. Ihr Zustand stabilisierte sich aber im Laufe des Tages. Vier weitere Menschen erlitten schwere Rauchvergiftungen. Außerdem mussten drei Rettungskräfte mit Atembeschwerden ambulant behandelt werden. 19 der insgesamt 124 Heimbewohner wurden wegen der Flammen in der ersten Etage des Gebäudes in Sicherheit gebracht.

Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) und Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. Die Deutsche Hospiz Stiftung verlangte einen besseren Brandschutz in Alten- und Pflegeheimen. Es brauche eine bundesweit einheitliche Regelung, teilte die Patientenschutzorganisation mit. Das Würzburger Seniorenheim verfügt nach Polizeiangaben über Brandschutztüren und ist mit Rauchmeldern ausgestattet.

Unter den Toten ist eine 89-Jährige, in deren Zimmer das Feuer ausgebrochen war. Sie sei verbrannt, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Zudem starben eine 70 Jahre alte Frau und ein 67 Jahre alter Mann an Rauchvergiftungen. Auch etliche andere Heimbewohner erlitten Rauchvergiftungen. “Viele wurden wiederbelebt“, erklärte Schmitt.

Experten vom Landeskriminalamt und der Polizei müssen nun die Spuren auswerten. “Die Brandursache ist noch absolut unklar. Wir können noch nicht einmal Vermutungen anstellen“, sagte Schmitt. Der Schaden wurde auf rund 300 000 Euro beziffert. Nach dem Brand kümmerten sich Seelsorger um die geretteten, überwiegend bettlägerigen Männer und Frauen. Sie wurden mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, als dichter Rauch den Flur entlang zog. Die Einsatzkräfte mussten bei einigen Zimmern die Türen eintreten, um zu den verängstigenden Menschen zu gelangen.

“Es gibt Bewohner, die wünschen, dass ihre Türen verschlossen sind“, erklärte später der völlig bestürzte Heimleiter Hendrik Lütke. Die Männer und Frauen fühlten sich so während des Schlafs sicherer. Die Mitarbeiter des evangelischen Wohnstifts St. Paul hätten die Zimmer nicht von außen abgeschlossen. “Es ist ein Fiasko, es ist eine Katastrophe“, sagte Lütke. Wahrscheinlich werde es am Freitag (10. Dezember) einen Gedenkgottesdienst für die Opfer geben.

“Diese Menschen wurden wirklich gerettet, sie mussten teilweise rausgetragen werden“, schilderte Polizeisprecher Schmitt die brenzlige Lage mitten in der Nacht. Unvorstellbar ist das Gefühl, nicht aus eigener Kraft aus einem brennenden Gebäude fliehen zu können. Als die mehr als 200 Einsatzkräfte an dem Heim ankamen, schränkte bereits dichter Rauch die Sicht erheblich ein.

“Das Pflegepersonal hat mit uns zusammengearbeitet“, sagte Einsatzleiter Bernd Schäflein von der Würzburger Berufsfeuerwehr. Mit Hilfe der Heimmitarbeiter konnten die Feuerwehrleute zu den hilflosen Senioren vordringen und sie befreien. Alle seien ansprechbar, aber teilweise schlaftrunken gewesen, berichtete Schäflein.

Der Brand im Stadtteil Heidingsfeld war kurz vor Mitternacht von einer Nachtschwester entdeckt worden. Nachdem das Feuer gelöscht und das Gebäude von Rauch befreit war, wurden die unverletzten Menschen in andere Räume des Hauses gebracht. “Die Zimmer der ersten Etage sind unbewohnbar“, sagte Schmitt.

Das 1981 eröffnete evangelische Wohnstift ist für insgesamt 141 Senioren ausgelegt. Etwa 100 Mitarbeiter sind fest angestellt, unterstützt durch gut 35 ehrenamtliche Kräfte. Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk Würzburg.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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