Trotz bezahlter Strafe in den Arrest

Bundespolizisten verhaften dreifach gesuchten Mann (23) am Münchner Flughafen

Beinahe täglich nimmt die Bundespolizei am Münchner Flughafen mit Haftbefehl gesuchte Personen fest. In den Meisten haben die Festgenommenen die Wahl zwischen Geldstrafe und Haft. In anderen Fällen wiederum gibt es diese Wahlmöglichkeit nicht und die Betroffenen müssen direkt den Weg in eine gesicherte staatliche Unterkunft antreten.
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Beinahe täglich nimmt die Bundespolizei am Münchner Flughafen mit Haftbefehl gesuchte Personen fest.

Bei seiner Ankunft aus Dubai wurde festgestellt, dass gegen einen junger Mann (23) drei Haftbefehle vorliegen. Die für zwei Haftbefehle geforderten Geldbeträge wurden von einem Freund bezahlt, der dritte muss ausgesessen werden.

Die Pressemeldung der Bundespolizei München im Wortlaut:

Flughafen München – Regeln und Gesetze sind offenbar nicht sein Ding. Ein 23-jähriger Münchner war gleich mit drei Haftbefehlen im Gepäck unterwegs. Obwohl ein Bekannter die in zwei Haftbefehlen geforderten Geldbeträge für ihn noch am Flughafen bezahlte, musste der Missetäter das Wochenende dennoch in staatlicher Obhut verbringen.

Der dritte Haftbefehl nämlich forderte zwei Tage Jugendarrest wegen Nichtbefolgens von Weisungen und offerierte keine Möglichkeit, durch Zahlung eines Geldbetrages die Freiheit zu behalten.

Bundespolizisten haben den jungen Mann am Samstag (27. Februar) bei seiner Ankunft aus Dubai kontrolliert, dabei die drei offenen Haftbefehle entdeckt, die Justizschulden aus zwei Haftbefehlen einkassiert und den Münchner schließlich aufgrund des dritten Haftbefehls in die Jugendarresteinrichtung der bayerischen Landeshauptstadt gebracht.

Der junge Münchner steht offenbar mit den gesetzlichen Regeln in seinem Geburtsland auf Kriegsfuß. Immer wieder fiel er in der Vergangenheit durch Verstöße auf. Daraus resultierende Bußgelder hat er anscheinend vehement ignoriert. Daher hat zum einen das Amtsgericht in Viechtach im Dezember 2019 gegen den gebürtigen Münchner einen Erzwingungshaftbefehl erlassen, zum zweiten das Amtsgericht in München im Oktober 2020.

Die Viechtacher Richter reagierten auf offene Bußgelder aus dem Jahr zuvor, forderten von dem Verurteilten insgesamt 261 Euro und verhängten als Entscheidungshilfe acht Tage Erzwingungshaft. Die Richter in der Geburtsstadt des Mannes bezogen sich in ihrem Urteil ebenfalls auf Verstöße aus dem Jahr 2018 und versuchten, ihn mit einem Tag Erzwingungshaft davon zu überzeugen, seine Justizschulden in Höhe von 50,50 Euro zu bezahlen. Zum dritten hat ein Jugendrichter in München ebenfalls im Oktober 2020 einen Haftbefehl über zwei Tage Jugendarrest wegen Nichtbefolgens von Weisungen gegen den 23-Jährigen erlassen.

Nachdem der junge Mann diese Richtersprüche augenscheinlich bis dato ebenso ignoriert hat, wie zuvor die verhängten Bußgelder und Geldstrafen, ließen die Justizbehörden in Bayern bundesweit nach dem Unbelehrbaren suchen.

Am Samstag hatte die Suche ein Ende, als der Gesuchte bei seiner Ankunft aus Dubai die grenzpolizeiliche Kontrolle durchlaufen musste. Bundespolizisten entdeckten die Fahndungsnotizen, nahmen den Reisenden fest und brachten ihn zur Wache. Dort bezahlte zwar ein Bekannter die von der Justiz in den beiden ersten Haftbefehlen geforderten Geldbeträge, vor dem Jugendarrest konnte der Mann seinen Freund aber dennoch nicht bewahren.

Der dritte Haftbefehl forderte nämlich unwiederbringlich die Unterbringung in einer Jugendarrestanstalt, damit der junge Mann sich die nächsten zwei Tage Zeit zum Nachdenken nehmen kann. Also änderten die Bundesbeamten kurzerhand die Reisepläne des Fluggastes und brachten ihn noch am späten Nachmittag in die Münchner Jugendarrestanstalt.

Pressemeldung der Bundespolizei München

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