Lust auf Duft am Innspitz?

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Ein ständiger Besucherstrom bewegte sich durch die Duft-Präsentation. Die Gäste durften nach Herzenslust schnuppern, schnüffeln, befingern, aber auch raten: Zu welcher Pflanze gehört welcher Duft? Die Leute waren sichtlich begeistert davon, dass sie ihr Riechorgan wieder einmal ausführlich spazieren führen konnten.

Rosenheim - Schüler und Lehrer der BS III hatten Duft-Pflanzen und -Gestecke ansprechend hergerichtet und ausgestellt und den Glaspavillon so in eine Duft-Oase verwandelt.

58 Stationen äußerst farbenprächtiger, thematisch geordneter gärtnerischer Pflanzungen bietet die Landesgartenschau „Innspiration“ in Rosenheim. Die weitläufigen Anlagen ziehen Massen begeisterter Besucher an.

Vor allem die Integration des lebendigen Elements Wasser erfreut, belebt und erfrischt die Menschen. Die Station 29 des Übersichtsplans, am „Innspitz“ und direkt unter dem Aussichtsturm (Nr. 30) gelegen, wurde eine Woche lang von der BS III Traunstein unter dem Motto "Lust auf Duft?" gestaltet.

In dem etwa 10:7 Meter großen Glaspavillon hatten Schüler/innen und Lehrkräfte alles zusammengetragen, was auf den Berufs(ausbildungs)-Feldern Gartenbau und Floristik duftet und sich herzeigen lässt. Mehr als 300 Duft-Pflanzen und Duft-Gestecke wurden hier dekorativ präsentiert und füllten das Glashaus mit betörenden Aromen.
Zuerst jedoch mussten von den Gartenbauschülerinnen und -schülern in wochenlanger Vorbereitung die Pflanzen in den BS III-Treibhäusern großgezogen. Die Floristinnen wiederum hatten ohne lange Vorlaufzeit, sondern "just in time", zur Präsentationseröffnung mit ihren geschmackvoll arrangierten Gestecken bereit zu sein. Natürlich spielten im Vorfeld des Auftritts in Rosenheim für beide Gruppen Konzeptüberlegungen, Pflanz-, Präsentations-, Dekorations-, Farb- und Duftpläne eine wichtige Rolle. Man wird nicht, wie sich auch der Laie denken kann, Pflanzen der Küchen- und Kochdüfte (z.B. Majoran, Salbei…) mit solchen der Hygienearomen (z.B. Citrus, Rose…) in eine Reihe stellen, auch die Farbkomposition war zu bedenken. Die Besucher sollten auf einer Führungslinie nicht nur durch das Reich der Wohlgerüche und Farbkreationen geleitet werden, sondern sie sollten auch vielfältige Informationen über die Pflanzen und Düfte in die Hand bekommen. In dieser Hinsicht war von Lehrern und Schülern gleichfalls eine Menge Vorbereitungsarbeit zu leisten; Texte, Steckschilder, Plakate und Handzettel mussten entworfen und gestaltet werden.

Am Mittwoch, dem Tag X, wurden an der BS III die herangezüchteten Pflanzen und die vorbereiteten Buketts und Gestecke behutsam in einen LKW des Traunsteiner THW verladen und gegen Abend nach Rosenheim transportiert. Erst ab 18.00 Uhr nämlich stand dort der Glaspavillon, der im wöchentlichen Wechsel von verschiedenen Ausstellern beschickt wird, für den "Duft aus Traunstein" zur Verfügung. So wurden im fliegenden Wechsel – die einen zogen noch aus, die anderen zogen schon ein – bis in die tiefe Nacht hinein die Pflanztöpfe und -kübel sowie die Gesteck-Präparate und -Arrangements ideenreich und planvoll gruppiert, sodass am Morgen nahtlos an die Vorgängerpräsentation anschließend nun in der Traunsteiner Ausstellung das Publikum willkommen geheißen werden konnte.

Ein ständiger Besucherstrom bewegte sich von da ab durch den Traunsteiner „Dufttempel“ oder die „Duftoase“, wie mehrfach gehört wurde. Vielleicht war es die ideale Lage der Gartenschau-Position 29 am Wasser zwischen Inn und Mangfall und somit in zweifacher Nähe willkommener Erfrischung oder die Tatsache, dass der Geruchssinn unser ältester Sinn ist und sich deshalb so besonders gerne „erregen“ lässt – jedenfalls scheint der BS III-Beitrag zu einem besonderen Magnet geworden zu sein. Ganz gewiss jedoch waren es die Leistungen der Gartenbau- und Floristik-Schüler/innen und ihrer Lehrkräfte, die zu dem beachtlichen Erfolg beitrugen. „Hoch professionell wurde das Motto Lust auf Duft? ins Werk gesetzt und zu einem Highlight der Gartenschau entwickelt!“, meinte begeistert OStD Helmut Gleixner, der Schulleiter, als er zusammen mit seiner Stellvertreterin StDin Christiane Elgass als einer der ersten die Ausstellung besuchte.

Neben den zahlreichen Pflanzen, die man beschnuppern, aber auch berühren konnte, und den Duftgestecken und Aroma-Flacons, in die viele Gäste ihre Nasen steckten, gab es auch Rätselspiele, bei denen Pflanze und Duft einander zugeordnet werden mussten. Als Gewinn gab es selbstverständlich Duft-Topfpflanzen und Blütenanstecker. Jeweils mehrere Schüler/innern betreuten zusammen mit einer Lehrkraft die Ausstellung. Viele Fachgespräche entwickelten sich, auf zahllose Fragen musste Auskunft gegeben werden, lateinischen Pflanzennamen schwirrten durch die Luft. Das Thema „Duft“, das war deutlich zu spüren, umfasst weit mehr als nur die Frage „wie was riecht“. Selbstverständlich war zwischendurch immer wieder Sorge dafür zu tragen, dass bei Temperaturen um 37 Grad die mühevoll aufgebaute Präsentation nicht „verdurstete“ und die Ausstellungsstücke einen frischen Eindruck machten. Beiträge aus der BS III-Berufsfachschule für Hauswirtschaft zeigten, dass Duft in Form von Gelees sogar gegessen werden kann. Davon hätte man gerne mehr gekostet!

Die Gärtnerklasse G 11, die Floristikklasse Fl 10, die Hauswirtschaftsklasse Hw 10, die Lehrkräfte Studiendirektor Klaus Herold für organisatorische und gärtnerische Aktivitäten, Fachlehrer Manfred Meier für Plakate/Infomaterial sowie gärtnerische Aktivitäten und Fachlehrerin Erna Salzinger-Nuener für die floristischen und künstlerischen Akzente ergänzten sich im kollegialen Team zu diesem Aufsehen erregenden Traunsteiner Beitrag für die Landesgartenschau in Rosenheim.

Pressemitteilung BS III Traunstein

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