Streitthema Masken

Durchsichtige Plastikmasken: Das sagen Gesundheitsamt und RKI zu den Alternativen

Faceshields sind in Bayern keine zulässige Alternative zur Alltagsmaske aus Stoff. Doch es gibt auch enger anliegende Plastikmasken, die offener sind als die herkömmliche Maske. Sie stehen zunehmend unter Kritik.
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Faceshields sind in Bayern keine zulässige Alternative zur Alltagsmaske aus Stoff. Doch es gibt auch enger anliegende Plastikmasken, die offener sind als die herkömmliche Maske. Sie stehen zunehmend unter Kritik.

Bayern - Immer wieder gibt es Diskussionen um die Wirksamkeit der Masken. Doch abseits der herkömmlichen Stoffvariante, hat sich ein Markt mit durchsichtigen Plastikmasken gebildet.

Manche der durchsichtigen Plastikmasken sind in Bayern sogar als Alternative zulässig. Ihre Wirksamkeit im Vergleich zur „klassischen“ Variante aus Stoff wird von jedoch oftmals kritisch betrachtet, wie viele Anfragen und Kommentare zu diesem Thema zeigen. rosenheim24.de hat nachgefragt.

Die rechtliche Lage bei Stoff- und Plastikmasken - Das sagt das Gesundheitsamt

In der 9. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (IfSMV) wird keine definitive Vorgabe über die Beschaffenheit der Mund-Nasen-Bedeckung gegeben. Auf Anfrage von rosenheim24 erklärt Ina Krug vom Gesundheitsamt Rosenheim, die aktuelle rechtliche Lage für die alternativen Plastik-Varianten zu Stoffmasken: „Bestimmte Masken fallen unter Alltags-Masken / Mund-Nasen-Bedeckung und sind für diesen Gebrauch zulässig.“

„Als Begründung wurde vonseiten des Ministeriums angebracht, dass die Masken in einigen Fällen als Mund-Nasen-Bedeckung deklariert sind, den Mund-Nasen-Bereich vollständig abdecken, die Ausatemluft und deren Luftstrom um- oder ableiten und die Geschwindigkeit des Atemstromes oder Tröpfchenauswurfs beim Husten oder Niesen reduzieren oder entschleunigen. Ein Fremdschutz des Gegenübers ist daher ähnlich gewährleistet wie bei anderen Mund-Nasen-Bedeckungen, da auch hier ein Luftstrom nach vorne ausgeschlossen ist“, erklärt Krug.

Dabei ist jedoch klar festgelegt, dass dies nur für Varianten gilt, die auch nah genug am Gesicht sitzen und damit die Anforderungen der IfSMV erfüllen. Für gerade geschnittene offene Plastikvisiere bedeutet das: sie sind nach wie vor keine Alternative.

Haltung des RKI zu Plastikalternativen - „Kein Kommentar zu einzelnen Produkten“

Auf Anfrage von rosenheim24.de verweist die Pressestelle des RKI auf die FAQ des Instituts. „Einzelne Produkte können wir nicht kommentieren“, heißt es zu speziellen Ausführungen der Plastikmasken. Auch weitere Anfragen an Ärzte und Krankenhaushygieniker in der Region bekamen vergleichbare Antworten. Eine Bewertung der Alternativen in Einzelfällen ist offenbar schwierig.

Auf der FAQ-Seite des RKI findet sich unter der Frage „Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?“ eine teilweise Stellungnahme zu den Alternativen: „Die Verwendung von Visieren anstelle von MNB wird derzeit bereits von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen.“ Eine wissenschaftlich fundierte Bestätigung in ihrer Wirkung haben diese Produkte laut RKI also nicht erhalten.

Zudem werden einzelne Produkte nicht durch Staat oder RKI zugelassen, sondern sind zulässig oder nicht. Etwas wie ein offizielles Zertifikat für Alltagsmasken gibt es bislang nicht.

Neben den empfohlenen Richtlinien, wie dem möglichst engen Anliegen der getragenen Maske und dem minimierten Vorbeiströmen der ausgeatmeten Luft, wird darauf hingewiesen, dass Visiere „maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen“ könnten.

Ohne auf spezifische Bauweisen einzugehen heißt es weiter: „Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist.“ Die offizielle Empfehlung bleibt damit bei Alltagsmasken aus Stoff. Dabei sind laut RKI Masken mit fest gewebten Stoff besser geeignet sind als Masken mit leicht gewebtem Stoff.

mda

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