Ebersberger FW-Kommandant erklärt den Einsatz

Waldmuseum brennt fast komplett nieder - Feuerwehr gerade noch rechtzeitig

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Ebersberg - Am Mittwochabend war ein Großaufgebot an Feuerwehren in Ebersberg im Einsatz. Das Waldmuseum wurde durch einen Brand größtenteils zerstört. Der entstandene Schaden is extrem hoch.

Update, 16 Uhr - Feuerwehr legte Punktlandung hin 

Uli Proske, der Kommandant der Ebersberger Feuerwehr und SPD-Bürgermeisterkandidat, erklärte im Gespräch mit rosenheim24.de, wie es nach dem Brand um das Waldmuseum steht. Der Dachstuhl des historischen Altbaus sei beinahe komplett verbrannt, auch der Boden im ersten Stock sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Erdgeschoss sei in verhältnismäßig gutem Zustand, es sei vor allem Löschwasser und Dreck dort eingedrungen. 


Der Neubau des Museums sei gut erhalten worden. Den Schaden schätzt er auf rund eine Millionen Euro. Zur Brandursache sei noch nichts bekannt, es seien ein Gutachter und die Kriminalpolizei vor Ort. 


Die Feuerwehr sei am Brandabend in letzter Sekunde gekommen, man habe den Altbau gerade noch retten können. Die Schwierigkeit bei der Lage des Museums sei die relativ enge Zufahrt. Es sei wichtig gewesen, dass erst die Drehleiter einfuhr und erst anschließend das Löschfahrzeug. Die Feuerwehr Ebersberg habe solche Szenarien immer wieder geübt, das habe sich jetzt bezahlt gemacht. 

Update, 15 Uhr - Wie geht es jetzt weiter?

rosenheim24.de sprach mit Hans Vollhardt, den ehemaligen ersten Bürgermeister von Ebersberg. Er ist Mitgründer des Waldmuseums und bis heute sehr aktiv an dessen Gestaltung beteiligt. Auf die Idee für das Waldmuseum kam er in den 80er Jahren, als das Waldsterben global zum Thema wurde. "Wir fanden, die Leute wissen zu wenig", Aufklärung über Flora und Fauna des Forstes war ein Anliegen, dass er umgesetzt sehen wollte. 

Waldmuseum in Ebersberg fast niedergebrannt

Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
Ein Gebäude des Waldmuseums Ebersberg brannte beinahe komplett nieder © ma
 © Uli Proske via Facebook
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2004, schaffte Vollhardt einen Förderkreis, der an dem Projekt inhaltlich mitarbeitet und Konzepte und Ausstellungen entwickelt. Auch aktuell war der Förderkreis dabei, eine Ausstellung zu planen, die im August 2020 starten sollte. 

In diese habe man bereits viel investiert, aber ob sie tatsächlich noch stattfinden könne, sei nun fraglich, so Vollhardt. Über den genauen Zustand des Museums könne man aktuell noch nicht viel sagen, da die Brandfahnder noch vor Ort seien und das ganze Gebiet abgesperrt sei. "Von außen schaut es furchtbar aus", bedauert Vollhardt. Es sei einigen Feuerwehrleuten und Mitarbeitern des Museums in der Nacht noch gelungen, wertvolle Exponate, so wie zum Beispiel die Holzbibliothek, zu retten. 

Auch die Brandursache sei noch nicht bekannt, ob es sich um Brandstiftung oder einen Unfall handle, könne man noch nicht sagen. Der Brand sei aber augenscheinlich im Außenbereich des Gebäudes entstanden und habe sich dann nach innen gefressen. Wie es im Inneren aussieht müsse man nun erst klären. Der Betrieb gehe auf jeden Fall weiter, fraglich sei nur, in welchem Ausmaß. 

Das Waldmuseum ist nämlich auch die Umweltstation des Ebersberger Forstes, die Umweltbildung, die im Freien im Forst stattfindet, könne also unbehindert weiter gehen. Wie viel von dem Museumsbetrieb im Inneren noch fortgeführt werden könne, "steht in den Sternen", so Vollhardt. Das hänge davon ab, wie viele Räume wie stark betroffen wurden und auch wie schnell die Schäden reparierbar seien. Außerdem müsse man erst klären, welche Exponate dem Feuer zum Opfer fielen.

Update, 10 Uhr - Zweiter Brand innerhalb einer Woche

In Ebersberg kam es bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu einem Großbrand. Bereits am Donnerstag, den 12. Dezember, stand in der Eberhardstraße ein Wohnhaus in Flammen. Nach derzeitigem Kenntnisstand geriet zunächst eine Mülltonne in Brand, danach griff das Feuer über einen Anbau auf das Wohnhaus über. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro. Die Feuerwehr rückte mit 60 Mann an, ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.

Update, 7.48 Uhr - Waldmuseum beinhaltet 200 Jahre alte Holzbibliothek

Am Mittwochmorgen brannte das Waldmuseum in Ebersberg lichterloh und wurde durch das Feuer größtenteils zerstört. "Der Schaden liegt etwa bei einer halben Million Euro", so ein Sprecher der Polizei Ebersberg auf Nachfrage von rosenheim24.de. Die Kripo Erding hat die Ermittlungen zur bislang unbekannten Brandursache aufgenommen.

Das Museum Wald und Umwelt beschäftigt sich mit den historischen und ökologischen Aspekten der Waldnutzung und ist in einem alten Einfirsthof untergebracht. Ursprünglich wurde der Hof 1740 in Kirchseeon errichtet, in den neunziger Jahren wurde das historische Gebäude nach Ebersberg versetzt und dort originalgetreu wieder aufgebaut. Ein zentraler Bestandteil des Museums ist die etwa 200 Jahre alte Holzbibliothek von Candid Huber. Sie ist eine Sammlung von Holz von verschiedenen Baumarten und die einzelnen Exponate sind dabei in Form von Büchern gestaltet. 

Außerdem gibt es im Waldmuseum eine Umweltstation und ein Außengelände mit Themenpfad.

Erstmeldung

Das Museum Wald und Umwelt nahe des Aussichtsturms und der Gaststätte Ebersberger Alm wurde am Mittwochabend durch einen Brand größenteils zerstört. Die durch die automatische Brandmeldeanlage sowie Telefonanrufe alarmierte Feuerwehr fand das 12x24 Meter große zweigeschossige Hauptgebäude, in das ein Einfirsthof aus dem Jahr 1740 integriert worden war, auf der Westseite sowie im kompletten Dachbereich brennend vor. Möglicherweise war der Brand an der Holzfassade entstanden und hatte sich dann ins Dach ausgebreitet. 

Die Feuerwehren Ebersberg, Grafing, Oberndorf, Steinhöring, Kirchseeon und Anzing setzten im Innen- und Außenangriff, darunter über eine Drehleiter acht Rohre ein. Neben der umfangreichen Brandbekämpfung galt es, wertvolle Kulturgüter aus dem Museum in Sicherheit zu bringen. So die Holzbibliothek des Candid Huber, der mit deren Bau ab 1785 in Ebersberg begonnen hatte. Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer informierte sich an der Einsatzstelle über den Schaden.

Großeinsatz der Feuerwehren in Ebersberg am Mittwochabend

 © Thomas Gaulke - FIRE Foto
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Die Löscharbeiten dauerten aufgrund hartnäckiger Brandnester in der Isolierung bis nach Mitternacht. Der Schaden dürfte wohl im höheren sechsstelligen Bereich liegen. Die Kriminalpolizei Erding hat die Ermittlungen zur bislang unbekannten Brandursache vor Ort aufgenommen. Personen wurden ersten Erkenntnissen zufolge nicht verletzt.

ma/Gaulke

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