Knapp 20 Verletzte bei Unglück in Egmating

Maifeier-Drama: Fahrer (17) hätte keine Fahrgäste befördern dürfen

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Egmating - Am Abend des 1. Mai hat sich im Landkreis Ebersberg ein tragisches Unglück ereignet. Dort ist ein Gespann mit zwei Anhängern auf der Rückfahrt von einer Maifeier umgekippt. Mehr als 15 Menschen wurden dabei verletzt. Die Polizei ermittelt weiterhin auf Hochtouren.

UPDATE, 19.05 Uhr - Fahrer hätte niemanden mitnehmen dürfen

Obwohl der Fahrer des Gespanns (17) keinen Alkohol getrunken hatte, bekommt er nun wohl doch gehörig Ärger. "Der Beschuldigte hatte einen Führerschein. Er durfte allerdings keine Fahrgäste befördern", erklärte Pressesprecher Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Außerdem hätten die Anhänger wohl nur zu "landwirtschaftlichen Zwecken" verwendet werden dürfen, wie die Bild-Zeitung nun berichtet.

Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Zu diesem Zweck waren bereits direkt nach dem Unfall die entsprechenden Fahrzeuge von Polizei und Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Die zuständige Staatsanwaltschaft München II hofft durch das technische und unfallanalytische Gutachten die Ursache des Unglücks klären zu können. Auf Anfrage der Bild-Zeitung wollte sich der Vorstand des betroffenen Burschenvereins nicht äußern.

UPDATE, 15.35 Uhr: Fahrer hatte 0,0 Promille

Nach Informationen der Polizei war die Gruppe, ein Münchner Burschenverein, von Oberpframmern (Landkreis Ebersberg) nach Neubiberg (Landkreis München) im Rahmen einer Maibaum-Tour unterwegs. Gegen 17.45 Uhr drückten die Anhänger an einer abschüssigen Stelle in Egmating gegen den Traktor und verkeilten sich. Daraufhin kippte das Gespann mitsamt den Fahrgästen um.

In einem Interview mit br.de erklärte Polizist Ulrich Milius, dass der Fahrer nicht unter Alkoholeinfluss stand. "Wichtig ist mir die Feststellung, dass der Fahrer 0,0 Promille hatte und damit nicht irgendwo eingeschränkt war."

Bei dem Unfall wurden nach neuesten Erkenntnissen 15 Personen leicht und zwei Personen schwer verletzt. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und weiteren straßenverkehrsrechtlichen Verstößen.

UPDATE, 11.15 Uhr: Ergänzung Polizeipräsidium Obb. Süd

Wie berichtet, kam es am 1. Mai auf einer stark abschüssigen Straße in Egmating zu einem Verkehrsunfall mit einem Traktor-Gespann. 

Die Polizeiinspektion Ebersberg ermittelte inzwischen, dass ein Münchner Burschenverein anlässlich des 1. Mai zu einer „Maibaumfest-Tour“ eingeladen hatte, an der 36 junge Männer und Frauen teilnahmen. Mit einem Traktor und zwei landwirtschaftlichen Anhängern, die mit Biertischgarnituren ausgestattet waren, wurden mehrere Maibaumfeste angefahren. 

Gegen 17.45 Uhr befand sich das Gespann in Egmating auf der Fahrt nach Neubiberg. Auf einer Anliegerstraße mit starkem Gefälle drehten sich die beiden Anhänger, knickten ein und kippten um. Vermutlich war die Bremsleistung der Zugmaschine für diese Situation nicht ausreichend. 

In der Folge stürzten die Mitfahrer auf die Fahrbahn und wurden zum Teil unter dem ersten Anhänger eingeklemmt. Die Versorgung der Verletzen wurde durch ein Großaufgebot von Rettungskräften, des BRK und der Johanniter-Unfall-Hilfe gewährleistet. Zum Transport von Verletzten waren auch drei Rettungshubschrauber im Einsatz. 

Die örtliche Feuerwehr unterstützte die Bergungsmaßnahmen. Nach heutigem Stand wurden zwei Männer im Alter von 25 und 36 Jahren schwer verletzt und befinden sich stationär in einer Klinik. Ferner wurden 15 Personen leichter verletzt. Überwiegend waren es Schürfwunden und Prellungen, die versorgt werden mussten. Ein endgültiger Überblick dazu liegt noch nicht vor. Der 17-jährige Fahrer des Traktors erlitt einen Schock. 

Die Polizeiinspektion Ebersberg ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und weiteren straßenverkehrsrechtlichen Verstößen. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München II wurde ein technisches und ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben. Die verunfallten Fahrzeuge sind sichergestellt.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 9.45 Uhr - Weitere Maibaum-Unfälle und -Sabotagen

Neben den Tragödien in Egmating und Thalgau bei Salzburg wurde auch aus Unterfranken ein schwerer Unfall im Zusammenhang mit den Maibaum-Festen gemeldet. In Oberschwarzach (Landkreis Schweinfurt) wurde ein 25-Jähriger von einem umfallenden Maibaum getroffen und schwer verletzt. Der Mann kam in ein Krankenhaus. Die anderen Teilnehmer blieben unverletzt.

Zudem wurden auch Sabotage-Fälle bekannt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, haben fünf junge Burschen in Oberaurach (Landkreis Haßberge in Unterfranken) einen Maibaum angesägt. Da die "Herrschaften" befürchteten, der Baum könnte unkontrolliert umstürzen, kehrte das Quintett wenig später reumütig zum Tatort zurück. Der Baum wurde von der Feuerwehr gefällt.

In Rattelsdorf in Oberfranken (Landkreis Bamberg) kam es zu einem ähnlichen Fall - allerdings mit weniger gutem Ausgang: Dort stürzte ein angesägter Maibaum unkontrolliert um. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die Polizei fahndet nach den bislang unbekannten Tätern. In Schwaben bekamen die Beamten Hilfe von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes, die durch Überwachungskameras beobachtet hatten, wie junge Männer in Illertissen (Landkreis Neu-Ulm) einen etwa zehn Meter hohen Baum angesägt hatten. Die Täter wurden bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

UPDATE, 6.30 Uhr - Unglücksursache weiter unklar

Über die genaue Anzahl der Verletzten gab es am Mittwochabend widersprüchliche Angaben. Während die Polizei von zwei Schwer- und insgesamt 19 Leichtverletzten sprach, sind nach laut Kreisbrandrat Andreas Heiß angeblich sogar 37 Personen verletzt worden. Das berichtet unser Partnerportal merkur.de.

Zudem habe an der Unglücksstelle angeblich zuerst "blankes Chaos" geherrscht, so die Zeitung weiter. Am Unfallort waren die Feuerwehrkräfte aus Egmating, Oberpframmern, Glonn, Aying und Hohenbrunn sowie zahlreiche Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Einsatz. Während die beiden Schwerverletzten mit Hubschraubern, die in einer angrenzenden Wiese gelandet waren, in Krankenhäuser geflogen wurden, hatte der 16-jährige Fahrer des Gespanns Glück im Unglück. Er erlitt einen Schock, blieb ansonsten aber körperlich unversehrt. Ungeklärt ist bislang, ob der Fahrer möglicherweise alkoholisiert war.

Unklar ist auch nach wie vor die genaue Unfallursache. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, scheinen die beiden Anhänger offenbar "nicht bremsbar" gewesen zu sein. Jetzt prüft die Polizei, ob die Fahrt so überhaupt hätte stattfinden dürfen. Die jungen Leute stammen übrigens hauptsächlich aus Taufkirchen (Landkreis München) und waren zum Unglückszeitpunkt auf der Rückfahrt von einer Maifeier.

Update, 20.40 Uhr: Bilder vom Unfallort

Maibaumwagen in Egmating umgestürzt - über 20 Verletzte

Update, 19.55 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Am Mittwochnachmittag gegen 17.45 Uhr kam es in Egmating, auf dem Apostelweg zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen schwer und 19 Personen leicht verletzt wurden. 

Nach bisherigen Feststellungen der Polizei Ebersberg, die für die Unfallaufnahme zuständig ist, war ein Traktor mit zwei Anhängern im Rahmen einer „Maibaumtour“ unterwegs und stürzte um. Auf den beiden landwirtschaftlichen Anhängern, die mit Biergarnituren ausgestattet waren, befanden sich rund zwei Dutzend Personen, die genaue Anzahl steht derzeit nicht sicher fest.

Das Unglück passierte auf einem steilen Teilstück im Ortsbereich von Egmating auf dem Apostelweg auf Höhe Kreuzberg. Soweit bislang zu ermitteln war, wurden die beiden Anhänger nicht ausreichend abgebremst, holten das Zugfahrzeug ein, verkeilten sich und stürzten um. Die Mitfahrer stürzten auf die Fahrbahn. Nach jetzigen Erkenntnissen wurden zwei Personen durch Kopfverletzungen schwer verletzt. 

19 weitere Mitfahrer erlitten leichtere Verletzungen, hauptsächlich Platzwunden und Schürfwunden. Die genauen Umstände bedürfen weitere Abklärung. Die Verletzten wurden durch ein Großaufgebot des BRK vor Ort versorgt oder durch bereitgestellte Rettungshubschrauber in Kliniken verbracht. Vor Ort werden derzeit weitere Feststellungen getroffen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Erstmeldung:

Am Mittwochabend, 1. Mai, kam es in Egmating zu einem schrecklichen Unfall. Auf dem Heimweg vom Maibaumaufstellen in Aying verunglückte ein Maibaum-Gespann an einem starken Gefälle, berichtet merkur.de. Augenzeugen berichten, dass die zwei Anhänger an dem Gefälle Fahrt aufnahmen, die Zugmaschine überholten und ins Schleudern kamen. Dabei kippten sie um und offensichtlich sogar übereinander. 

Mehrere Personen aus dem Raum Taufkirchen und dem Landkreis München sollen eingeklemmt worden sein. Insgesamt sollen laut merkur.de 37 Personen verletzt worden sein - eine sogar schwer, wobei diese laut Angaben der Polizei nicht in Lebensgefahr schwebe. Fünf Feuerwehren und zahlreiche Rettungskräfte wurden an die Unfallstelle alarmiert. Zudem waren drei Rettungshubschrauber im Einsatz. 

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