Einbruchserie im Landkreis Rosenheim - 31-Jähriger vor Landgericht Traunstein

"Sie sind Berufsverbrecher" - Angeklagter zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

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Der mutmaßliche Täter muss sich vor dem Traunsteiner Landgericht.
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Traunstein/Bruckmühl/Bad Aibling - Das Gericht in Traunstein hat den 31-jährigen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Richter nahm dem Angeklagten nicht ab, dass er aus einer Notsituation heraus gehandelt habe. 

UPDATE, 11.27 Uhr: Urteil verkündet

Das Gericht veruteilt den Angeklagten zu viereinhalb Jahren Haft. Die Auslieferungshaft in Ialien wird angerechnet. Außerdem wird er für den Schaden in Höhe von 488.623,62 Euro haftbar gemacht und er hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. „Ob Sie jemals einen einzigen Cent davon bezahlen, das ist eine andere Frage“, so Richter Dr. Zenkel. 

Zur Begründung des Urteils sagt er: „Was wir Ihnen nicht abnehmen ist, dass sie hier arbeiten wollten und zufällig Albaner oder Türken am Bahnhof getroffen haben. Ihre Vergangenheit zeigt: Sie sind Berufsverbrecher und diesem Gewerbe gingen sie nach. Aber Ihr Verhalten im Prozess muss man schon sehen, Sie waren aber auch anwaltlich gut beraten. Sie haben relativ frühzeitig ein Teilgeständnis abgelegt, zwar gespickt mit Märchen, aber haben die Schuld eingeräumt“. Der Angeklagte nimmt das Urteil an.

UPDATE, 11.09 Uhr: Angeklagter mit langem Strafregister

Ein Mittäter wurde in München bereits zu einer Haftstrafe verurteilt. Richter Zenkel verliest das Strafregister des Angeklagten. Das ist lang: Zahlreiche Verurteilungen und Freiheitsstrafen in Rumänien, Österreich, Italien und Frankreich wegen D iebstahl, Diebstahl mit Waffen,  Zuhälterei, Fahren unter Alkoholeinfluss und Straftaten gegen Personen. „Ich habe den Eindruck, sie sind seit 20 Jahren in Europa wegen Einbruchs unterwegs“, so der Richter zum Angeklagten.“

Es folgen die Plädoyers: Staatsanwältin Melanie Barschat fordert fünf Jahre und sechs Monate Haft sowie eine Sicherheit in Höhe von 488.623,62 Euro einzuziehen. Außerdem sollen ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt werden. 

Verteidiger Wolfgang Müller ist der Auffassung, dass sein Mandant die Straftaten aus wirtschaftlicher Not begangen habe. Er fordert nicht zuletzt wegen des Geständnisses seines Mandanten eine Haftstrafe von vier Jahren. Der Angeklagte hat das letzte Wort:„Ich gebe zu ich habe alles falsch gemacht, ich verdiene es, bestraft zu werden, es tut mir sehr leid, i ch habe es nicht gemacht, weil ich Spaß daran habe.“

UPDATE, 10.33 Uhr: Angeklagter bereits in Frankreich registriert

Ein Kriminalhauptkommissar berichtet vor Gericht von den Einbrüchen und den Ermittlungen. Über einen DNA-Abgleich sei man auf den Angeklagten gekommen, der in Frankreich unter einem anderen Namen bereits wegen weiterer Einbrüche registriert war. "Es ist äußerst ungewöhnlich, dass Brillen so strukturiert und organisiert gestohlen werden", so der Zeuge.

„Was macht man denn mit so vielen Brillen?“ will Vorsitzender Richter Zenkel wissen. „Wir gehen davon aus, dass es eine Bestell-Geschichte war, ohne aber konkrete Hinweise dafür zu haben“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Er denke nicht, dass der Angeklagte Abnehmer für solch große Mengen gehabt habe. Er  sei der Meinung dass die Brillen für den Rumänischen und Bulgarischen Markt bestimmt gewesen seien.

UPDATE, 10 Uhr: Der Angeklagte schweigt

Der Angeklagte selbst macht keine Angaben zur Sache, sein Verteidiger Wolfgang Müller gibt für ihn eine Erklärung ab: Sein Mandant räume den Sachverhalt, wie in der Anklageschrift aufgeführt, vollumfänglich ein. Er sei nach Deutschland gekommen um zu arbeiten. Man habe ihm in Aussicht gestellt hier als Lastwagen-Auslader arbeiten zu können, was sich nicht bewahrheitet habe. 

Infolgedessen seien die Einbrüche erfolgt. Das Diebesgut sei an namentlich nicht bekannten Albaner und Türken am Münchner Hauptbahnhof übergeben worden. Er selber habe insgesamt 7.000 Euro als Entlohnung behalten.

Der vorsitzende Richter Dr. Jürgen Zenkel verliest eine Aussage des Angeklagten. Demnach habe der Beschuldigte angegeben, mit einem Kollegen nach Deutschland gekommen zu sein, um dort zu arbeiten. Diese Arbeit habe es aber nicht gegeben. Am Münchener Hauptbahnhof habe er dann sein Handy verkaufen wollen, weil er kein Geld mehr hatte. Das Handy wollte niemand kaufen. Als er aber ein paar Albaner oder Türken am Hauptbahnhof angesprochen habe, hätten diese ihm gesagt wenn er Brillen hätte, wären sie daran interessiert. So seien die Einbrüche zu Stande gekommen.

Die Sitzung wird unterbrochen

Vorbericht: Mehrere Optikergeschäfte ausgeraubt?

Er soll in fünf Optikergeschäfte eingebrochen und Diebesgut im Gesamtwert von 488.623,62 Euro erbeutet haben. Ein 31-Jähriger Mann aus Rumänien steht deshalb am 24. Mai ab neun Uhr vor dem Traunsteiner Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft ist laut Anklageschrift der Auffassung, dass der Mann verantwortlich für die E inbruchsserie im Münchener Umkreis und Landkreis Rosenheim ist. 

Unter anderem in dieses Optikergeschäft soll der Angeschuldigte eingebrochen und Brillen im Wert von rund 206.000 Euro entwendet haben

In der Nacht von 20. auf 21. November 2016 soll er in ein Optikergeschäft in Bad Aibling eingebrochen und Brillen im Wert von 205.901 Euro entwendet haben. Einen Tag später dann das Selbe in einem Bruckmühler Optikergeschäft . Hier soll er wieder diverse Brillen im Gesamtwert von 143.797 Euro mitgenommen haben. Die Polizei hat damals einen Zeugenaufruf zur Aufklärung der Fälle gestartet. Am 28. November habe er, so die Anklage, mit einem unbekannten Komplizen versucht haben, sich Zutritt zu den Geschäftsräumen eines Rosenheimer Optikers zu verschaffen. Weitere drei Einbrüche, ebenfalls in Opikergeschäfte, sollen im Zeitraum von März bis Dezember im Umkreis von München erfolgt sein. 

Die Staatsanwaltschaft erhob daher Anklage wegen Diebstahl, versuchtem Diebstahl und Sachbeschädigung

**Wir berichten wieder von vor Ort**

Quelle: chiemgau24.de

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