A8 für Urlauber eine Katastrophe

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Projektgruppenleiter Heinz Wallner (links) und Stimmkreisabgeordneter Klaus Steiner im Gespräch mit der fünfköpfigen Familie Janke aus Bielefeld (ein Kind fehlt).

Bergen - Eine Umfrage unter Reisenden auf der oberbayerischen Autobahntrasse zeigt, dass auch Urlauber konkrete Vorstellungen vom Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und Salzburg haben.

Um die Entscheidung über das weitere Vorgehen auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen, machte die CSU-Projektgruppe "Ausbau A8" eine Umfrage.

Fast durchgehend forderten die Befragten, wie es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung von Landtagsmitglied Klaus Steiner hieß, die Ausbauvariante mit drei Spuren pro Fahrtrichtung. Unter den Befragten war auch die fünfköpfige Familie Janke aus Bielefeld, die auf der Fahrt nach Kroatien an der Raststätte Halt machte. Sie meinten, die Bayern brächten zwar vieles zusammen, nicht aber den Ausbau der A8: "Wir sind die Strecke schon dreimal gefahren und es ist jedes Mal eine Katastrophe."

Der Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner begrüßte das Ergebnis der Umfrage und ermahnte zu einer sachlichen Diskussion: "In Wirklichkeit beträgt der Unterschied im Flächenverbrauch zwischen vier und sechs Spuren nur wenige Meter." Völlig an der Realität vorbei führe die Aussage, dass in Zukunft das Verkehrsaufkommen zurückgehen werde. "Alle seriösen Prognosen besagen genau das Gegenteil. Nur auf sechs Spuren kann die A8 das Verkehrsaufkommen bewältigen", sagt er.

Der Leiter der CSU-Projektgruppe, Heinz Wallner, forderte die Ausbaugegner auf, nicht gegen die Interessen von Anwohnern der Autobahn zu handeln. "In der Diskussion werden immer wieder Umweltbelastungen außer Acht gelassen, die durch zusätzliche Staus entstehen", kritisierte Heinz Wallner. "Bürger vertrauen auf die Politik, dass durch entsprechende Verkehrsplanungen der Wohn- und Lebensraum von Verkehrslärm und Umweltbelastungen entlastet wird." In der Diskussion um den Ausbau der A8 müsse man vor allem an Bewohner der Gemeinden denken, die großen Verkehrsbelastungen ausgesetzt werden, wenn die Ortsdurchfahrten bei Überlastung oder Sperrung der Autobahn als Umleitung dienten.

Der Inhaber der Raststätte Hochfelln-Süd, Gerhard Glaninger, ergänzte, seine mehr als 100 Mitarbeiter würden oft den Frust vieler Urlauber zu spüren bekommen, wenn auf der A8 einmal wieder nichts vorangeht. "Viele können es gar nicht fassen, dass eine so wichtige Verkehrsverbindung in Richtung Süden noch auf einer zweispurigen Autobahn aus der Vorkriegszeit verläuft", sagt er.

re/Chiemgau-Zeitung

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