Fünf Einsätze Für das BRK im Berchtesgadener Land

Handgranate, schwere Stürze und ein Herzinfarkt

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Berchtesgadener Land - Am Freitagnachmittag haben sich im Berchtesgadener Land kurz hintereinander und teilweise gleichzeitig mehrere Freizeit-Unfälle und internistische Notfälle an teilweise sehr abgelegenen und schwer erreichbaren Orten ereignet, wobei sowohl der Landrettungsdienst, vier verschiedene Hubschrauber und die Berg- und Wasserwacht mehrmals gefordert waren. Allein die Ehrenamtlichen der Berchtesgadener Wasserwacht mussten zu fünf Notfällen in Folge ausrücken.

Los gings gegen 12.15 Uhr mit einem Einsatz an der Anlegestelle Salet am Königssee, wo sich ein sechsjähriges Mädchen aus Franken eine schwere Verletzung an der Hand zugezogen hatte. Die BRK-Wasserwacht und der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes fuhren per Boot zum Einsatzort, versorgten das Kind und brachten es dann per Boot zur Seelände und anschließend ins Salzburger Landeskrankenhaus. Gleichzeitig kollabierte ein 13-jähriges Mädchen aus Baden-Württemberg mit Kreislaufproblemen auf dem Weg zum Kehlsteinhaus. Das Berchtesgadener Rote Kreuz versorgte das Kind notärztlich und brachte es dann in die Kreisklinik Berchtesgaden.

BMW-Fahrer stürzt auf Rossfeldstraße

Gegen 13.45 Uhr verunfallte ein 70-jähriger Motorradfahrer aus dem Landkreis Traunstein alleinbeteiligt auf der Rossfeldstraße Höhe Ofnerboden. Der Mann kam mit seiner BMW am Ende der Geraden vor der Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte dann im angrenzenden Grünstreifen, wo er zunächst bewusstlos liegen blieb. Vorbeikommende Verkehrsteilnehmer, darunter ein Mitglieder der BRK-Wasseracht Berchtesgaden, leisteten sofort vorbildliche Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab. Da der Landrettungsdienst noch Patienten in Kliniken brachte und bei anderen Einsätzen gebunden war, übernahm die Fahrzeug-Besatzung der BRK-Wasserwacht, die gerade vom Einsatz am Königssee zurückfuhr zusammen mit der Crew des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ die Erstversorgung. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes lieferte den nach erster Einschätzung mittelschwer Verletzten zunächst in die Kreisklinik Berchtesgaden ein und verlegte ihn später nach Bad Reichenhall. Das stark beschädigte Motorrad wurde abgeschleppt. Der Löschzug Oberau der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden band und beseitigte das auf der Fahrbahn ausgelaufene Motorenöl. Beamte der Berchtesgadener Polizei nahmen den genauen Hergang auf.

85-Jähriger erleidet Herzinfarkt

Kurz nach 14 Uhr ging ein Notruf aus der Schlegelmulde am Predigtstuhl ein, wo ein 85-jähriger Mann einen Herzinfarkt erlitten hatte. Die Reichenhaller Bergwacht fuhr per Seilbahn auf den Berg, da der nächste freie Hubschrauber eine Anflugzeit von rund 20 Minuten hatte und wegen Wind und Wolken unklar war, ob er die Einsatzstelle auch erreichen kann. Die Besatzung des Notarzthubschrauber „Martin 6“ aus Sankt Johann im Pongau konnte direkt an der Schlegelmuldenhütte landen, den Patienten notärztlich versorgen und zum Salzburger Landeskrankenhaus fliegen.

Schwangere stürzt

Zeitgleich war die BRK-Wasserwacht wieder zu einer Erstversorgung auf der Kehlsteinstraße unterwegs, wo eine schwangere 28-jährige Frau am Tunneleingang gestürzt war und sich am Rücken verletzt hatte. Die Besatzung des Kitzbüheler Notarzthubschraubers „Christophorus 4“ versorgte die Patientin und flog sie dann zum Salzburger Landeskrankenhaus.

Für die BRK-Wasserwacht gings gegen 14.35 Uhr zusammen mit der Bergwacht Berchtesgaden zum Königssee zurück, wo ein Gleitschirm-Pilot im Bereich Malerwinkl notgelandet war. Die Einsatzkräfte fuhren per Rettungsboot los, mussten aber nicht mehr eingreifen, da Passanten den Unverletzten bereits auf den Weg zurückgezogen hatten. Das Rettungsboot mit den Einsatzkräften musste noch auf der Rückfahrt wieder umkehren, da ein bewusstloses Kind an der Fischunkelalm am Obersee gemeldet worden war. Noch während die Berg- und Wasserretter von Salet aus aufstiegen, meldete die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“, dass sie direkt beim Patienten landen konnte; das Kind wurde anschließend zum Salzburger Landeskrankenhaus geflogen.

29-Jähriger findet beim Schnorcheln Handgranate

Kurz nach 20 Uhr musste der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes die Sprengung einer im Thumsee gefundenen Handgranate absichern: Ein 29-jähriger Mann aus Wiefelstede in Niedersachsen hatte gegen 15 Uhr beim Schnorcheln im Thumsee eine wahrscheinlich funktionsfähige Handgranate der US-Armee vom Typ MK2 aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Als er die Waffe nach dem Herauftauchen erkannt hatte, legte er sie im Uferbereich ab und verständigte über Notruf die Polizei, die eine Absperrung veranlasste. Da sich keine Sicherung mehr an der Handgranate befand, konnte sie nicht abtransportiert werden, weshalb eine kontrollierte Sprengung durch das Sprengkommando-Süd erforderlich war. Dazu mussten etwa 40 Gäste eines nahegelegenen Seewirts evakuiert sowie die anliegende Staatsstraße 2101 und die nahegelegenen Fußwege gesperrt werden. Vor Ort waren sieben Streifen der umliegenden Polizeidienststellen eingesetzt. Die Freiwilligen Feuerwehren Bad Reichenhall und Karlstein unterstützten mit rund 30 Einsatzkräften die Absperr- und Evakuierungsmaßnahamen. Gegen 20.45 Uhr wurde die Handgranate gesprengt, worauf sämtliche Maßnahmen gegen 21 Uhr beendet werden konnten.

E-Biker stürzt schwer

Am Samstagvormittag gegen 9 Uhr stürzte ein 21-Jähriger mit seinem E-Bike auf der Vorderbrandstraße in Schönau am Königssee beim Bergabfahren alleinbeteiligt an der Bergrettungswache und verletzte sich dabei an der Schulter und am Unterarm. Dank eines getragenen Helmes blieb er von Kopfverletzungen verschont. Nach einer Erstversorgung durch Familienangehörige wurde der Verunfallte dann vom Roten Kreuz in die Kreisklinik Berchtesgaden gebracht. Beamte der Berchtesgadener Polizei nahmen den Unfall auf.

Pressemitteilung BRK BGL

Quelle: BGland24.de

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