Jahrelanger Streit vor Gericht

„Emma“ humpelt - Mops-Züchterin erstattet Wertminderung

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Mopsbesitzerin Aurelia Hofmann hält die 2-jährige Möpsin Emma am 18.11.2013 in Ingolstadt vor dem Amtsgericht im Arm.

Ingolstadt - „Emma“ humpelt. Knie und Ellbogen der Mopshündin sind schadhaft. Der Fall kam vor Gericht - jetzt kam es zum Vergleich, die Züchterin zahlt die Hälfte des Kaufpreises zurück.

Frauchen Aurelia Hofmann glaubt, dass ihr verschmuster Liebling genetisch bedingt mit einem Haltungsschaden auf die Welt kam und klagte vor Gericht. In zweiter Instanz kommt es nun zum Vergleich.

„Emma“ kam nicht mit. Im Gegensatz zur ersten Instanz verzichtete Frauchen Aurelia Hofmann dieses Mal, ihren lahmenden Liebling zum Prozess mitzubringen. Sie hätte „Emma“ ohnedies nicht in den Sitzungssaal mitnehmen dürfen - nicht nur am Landgericht Ingolstadt gilt ein Hundeverbot. Nach einer guten halben Stunde war am Montag alles vorbei. Auf Drängen der Vorsitzenden Richterin einigten sich die Parteien in einem fast zwei Jahre währenden Rechtsstreit um die Krankheiten der Mopshündin. Die Züchterin zahlt der Käuferin der inzwischen knapp vier Jahre alten „Emma“ 700 Euro Wertminderung - die Hälfte des Kaufpreises.

Immer wenn es nass und kalt ist, humpelt „Emma von den kleinen Molossern“ - so ihr voller Name - beim Gassigehen. Hofmann ließ ihrem verschmusten grau melierten Liebling sogar Goldkügelchen an den Akupunkturstellen implantieren, damit es ihm bessergeht. Auf mindestens 1400 Euro belaufen sich nach Angaben der 28-Jährigen mittlerweile die Behandlungskosten.

Hofmann ist der Überzeugung, dass die Knie- und Ellbogenerkrankungen züchterisch bedingt sind und verklagte die Züchterin auf Schadenersatz und Wertminderung. In erster Instanz verlor Frauchen den Prozess, auch weil ein Gutachten zu der Überzeugung kam, dass „Emma“ im Wesentlichen gesund ist.

Vor der Zivilkammer wurden am Montag die unterschiedlichen Standpunkte erneut ausgetauscht. Die eigentlich zum Prozess geladene Züchterin erschien nicht - ihr Anwalt Wolfgang Maus entschuldigte sie krankheitsbedingt. Überhaupt hätten die auch in den sozialen Netzwerken verbreiteten Anschuldigungen seiner Mandantin schwer geschadet. Die Züchterin sei in psychiatrischer Behandlung, sogar ihre Kinder würden beschimpft. „Das ist moderne Hexenjagd“, klagte Maus.

Hofmanns Anwalt Andreas Ackenheil - selbst Hundebesitzer - beharrte jedoch darauf, dass „Emmas“ Arthrose züchterisch verschuldet sei. Die Mutter von „Emma“ sei viel zu früh auf ihre Zuchtfähigkeit untersucht worden und habe ausbeuterisch oft Junge bekommen müssen. „Emma hat tagtäglich unter den Mängeln zu leiden“, beklagte der Jurist. Außerdem sei das Gutachten fehlerhaft zustande gekommen.

Die Vorsitzenden Richterin Heike Linz-Höhne machte Ackenheil und seiner Mandantin jedoch klar, dass sie kein Verschulden bei der Züchterin sieht. Schließlich habe die Frau die Genehmigung von ihrem Zuchtverband gehabt. Schadenersatz sei deshalb nicht drin.

Zum Vergleich war danach nicht mehr weit: Die inzwischen nicht mehr aktive Züchterin erstattet Hofmann den halben Kaufpreis, Frauchen verzichtet im Gegenzug auf alle Ansprüche aus dem Kaufvertrag.

„Ich freue mich sehr, dass dieser Prozess vielleicht nicht für Emma, aber auf alle Fälle für die Parteien ein gutes Ende genommen hat“, sagte eine sichtlich zufriedene Richterin, ehe sie den Sitzungssaal verließ. Und Hofmann hatte es eilig, in ihr Nürnberger Zuhause zu kommen, wo neben „Emma“ drei weitere Mopshunde auf Frauchen warteten. Auch sie gab sich zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens: „Wir werden mit „Emma“ einen schönen Tag haben für die 700 Euro.“

dpa

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