„Das Ausland reizt mich auf jeden Fall“

Fußballprofi auf Island: Hanna aus Emmerting lebt ihren Traum

„Meiner Meinung nach ist es einer der schönsten Orte, an denen ich je gelebt habe. Es gibt Berge, Vulkane, Meer - es gibt sehr viel zu erkunden, obwohl die Insel so klein ist“, erzählt Hannah Kallmaier über Vestmannaeyjar. 
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„Meiner Meinung nach ist es einer der schönsten Orte, an denen ich je gelebt habe. Es gibt Berge, Vulkane, Meer - es gibt sehr viel zu erkunden, obwohl die Insel so klein ist“, erzählt Hannah Kallmaier über Vestmannaeyjar. 

Emmerting/Vestmannaeyjar – Fußballprofi, Kultur und Reisen vereint: Hanna Kallmaier (26) aus Emmerting spielt seit dieser Saison für den isländischen Erstligisten IBV Vestmannaeyjar. Bis zur Verwirklichung ihres Traums dauerte es allerdings ein wenig. 

Island war schon immer ein Traum von mir. Das Land ist wunderschön und die Menschen leben ein sehr entspanntes Leben – etwas, dass ich erst in den letzten Jahren gelernt habe“, erklärt Hanna Kallmaier gegenüber innsalzach24.de die Gründe für ihren Wechsel. Vestmannaeyjar ist eine kleine Inselgruppe südlich von Island und zählt gerade mal 4.301 Einwohner.

„Meiner Meinung nach ist es einer der schönsten Orte, an denen ich je gelebt habe. Es gibt Berge, Vulkane, Meer - es gibt sehr viel zu erkunden, obwohl die Insel so klein ist“, berichtet Kallmaier. Island sei also nicht nur wegen dem guten Fußball-Niveau ein guter Ort für Sie, sondern auch wegen der Natur und der Kultur. Fußball ist sehr populär in Island und die Menschen sind zudem sehr sportbegeistert.

Hanna Kallmaier genießt das Leben auf Island. Hier ist sie am Klif mit Blick auf den Hafen von Vestmannaeyjar. 

Emmerting, München und USA

Ihre fußballerische Karriere startete im Alter von sechs Jahren. „Angefangen habe ich beim SV DJK Emmerting bei den Jungs und spielte dort bis ich 14 Jahre alt war. Dann bin ich zum FC Bayern München in die U-17 gewechselt, spielte dann noch ein Jahr bei den Frauen in der zweiten Bundesliga und bin anschließend in die USA“, berichtet die 26-Jährige.

Sie hätte in Deutschland anfangen können professionell zu spielen, aber zu der Zeit war Frauenfußball noch nicht annähernd das, was es heute ist. Das Gehalt hätte gerade so für eine Wohnung ausgereicht. Dazu zwei Mal Training am Tag – da wäre kaum Zeit geblieben für das Studium. „Ich wollte gleichzeitig auf hohem Niveau Fußballspielen und studieren“, so Kallmaier rückblickend über die Entscheidung in die USA zu ziehen.

Kallmaier: „Das war die coolste Zeit meines Lebens“

Die fußballerische Klasse sei dort mit einigen Bundesligisten in Deutschland zu vergleichen. Zudem glaubt sie, dass viele Profimannschaften in Europa nicht mal annähernd so gut ausgestattet sind wie viele College-Mannschaften in den USA – sei es im medizinischen Bereich oder die Trainingsmöglichkeiten. Zudem werden die Sportler bei ihrem Studium extrem unterstützt.

Hanna Kallmaier spielte vier Jahre an der University of Kansas. 

Vier Jahre war sie an der University of Kansas. „Das war die coolste Zeit meines Lebens“, erzählt Kallmaier. Sie hat neben dem Fußball einen Abschluss in Exercise Science mit einem Minor in Psychology gemacht. Anschließend war die heute 26-Jährige zwei Jahre als Graduate Assistant Wsco Coach bei der Univeristy of Missouri - Kansas City tätig. Während dieser Phase hat Kallmaier ihren Master in Business und Administration (MBA) erfolgreich absolviert.

Kindheitstraum Fußballprofi

„Trainer sein war toll, aber es hatte einfach seinen Reiz, nochmal aktiv zu spielen. Fußballprofi war mein Kindheitstraum und den wollte ich nicht einfach aufgeben“, so Kallmaier. Also ist sie für ein halbes Jahr nach Schweden, ehe der Verein „mehr oder weniger Pleite ging“. Es folgte das Angebot aus Island.

„Es war definitiv eine Option wieder nach Hause zu kommen, aber die läuft mir nicht davon. Das Ausland reizt mich auf jeden Fall. Die Welt ist so groß und es gibt so viel zu entdecken und zu lernen“, erzählt die Fußballerin. Solange ihr Fußball noch Spaß macht, will sie auch Profi bleiben.

Langfristig würde sie sich gern selbstständig machen und bastelt gerade an einem Online-Buisness, das im Sommer angemeldet sein wird. „Ich bin als Krafttrainer durch die angesehenste Organisation (NSCA) in den USA zertifiziert. Zunächst möchte ich Trainingspläne und auch Ernährungspläne online verkaufen“, berichtet Kallmaier. Deshalb hat sie bereits eine Website/Blog kreiert, um eventuellen Kunden zu zeigen, für was sie steht.

Corona-Krise: Gehaltskürzungen, kontaktloses Training und späterer Saisonbeginn

Vom aktuellen Gehalt kann sie momentan sehr gut leben und sie kann sich auch ein wenig zur Seite sparen. „Ich geh nebenbei aber noch arbeiten, einfach um Leute kennen zu lernen und mir ein bisschen was dazu zu verdienen“, erklärt die Emmertingerin. Dafür ist sie in einer Schule angestellt und hat dort mehrere Aufgaben.

Doch auch die Corona-Krise zeigte bereits Auswirkungen. Der reguläre Saisonstart wäre am 1. Mai gewesen. Auch das Gehalt aller Angestellten des Vereins wurde um 30 Prozent gekürzt, da ein Festival im Sommer ausfallen muss, das die Haupteinnahmequelle des Klubs ist. „Seit drei Wochen können wir aber wieder trainieren, zunächst nur mit dem Ball und ohne Kontakt. Aber am 14. Juni startet die Saison, darauf freue ich mich schon riesig“, so Kallmaier.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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